In ihrer Grenzlage zwischen der Maxvorstadt und Schwabing strahlte die Akademie nun in beide Stadtteile aus und prägte maßgeblich deren kulturelles Leben. In jenen Jahren erwarb Schwabing seinen Ruf als Ort der Kunst und Lebenskunst, den es bis heute nicht verloren hat. Der Kunstverein und der Glaspalast wurden zu zentralen Präsentationsorten für die Professoren und Absolventen.
1912 wurde das Gebäude an seiner dem Akademiegarten zugewandten Nordseite um eine Aula erweitert. Sie dient der Präsentation zehn wertvoller und großflächiger Gobelins, die der Akademie 1815 von König Max I. Joseph geschenkt worden waren und auf deren Formate sie zugeschnitten ist. Die Gobelins sind in den 1730er Jahren in der Manufaktur des französischen Königs Ludwig XV. nach den Fresken Raffaels in der Stanza della Segnatura des Vatikans ausgeführt worden. Unter ihnen befinden sich der "Parnaß" sowie die "Schule von Athen".
Nach der Kriegszerstörung – welche die ausgelagerten Gobelins überstanden haben – war der Wiederaufbau von Sparsamkeit diktiert. Statt der ursprünglich gewölbten französischen Dächer auf den fünf Pavillons, die dem Gebäude insgesamt ein elegantes und leichtes Gepräge gaben, wurden flache Dächer aufgesetzt; die Eckpavillons verloren dadurch ihre markante Kontur. Im Inneren konnte die einstige dekorative Pracht nicht wiederhergestellt werden; manches wurde aber auch beim Wiederaufbau entfernt, zumal der Nachkriegsmoderne der Historismus des 19. Jahrhunderts wenig galt. Eine pragmatische Raumplanung erhöhte den Nutzraum mit Zwischengeschossen, doch blieben die hohen und hellen Etagenflure erhalten, die ein eindrucksvolles Raumerlebnis verschaffen.
Schon wenige Jahre nach seiner Wiederherstellung erwies sich das Akademiegebäude als zu klein. Bereits zu Beginn der 1960er Jahre diskutierte Pläne für einen Erweiterungsbau an ihrer Westseite wurden aber erst 1992 konkret, als Coop Himmelb(l)au einen Architekturwettbewerb gewann, und erst 2003 Wirklichkeit, als der Grundstein zu dem Erweiterungsbau gelegt wurde, der 2005 bezogen werden konnte.
Prof. Dr. Walter Grasskamp
1912 wurde das Gebäude an seiner dem Akademiegarten zugewandten Nordseite um eine Aula erweitert. Sie dient der Präsentation zehn wertvoller und großflächiger Gobelins, die der Akademie 1815 von König Max I. Joseph geschenkt worden waren und auf deren Formate sie zugeschnitten ist. Die Gobelins sind in den 1730er Jahren in der Manufaktur des französischen Königs Ludwig XV. nach den Fresken Raffaels in der Stanza della Segnatura des Vatikans ausgeführt worden. Unter ihnen befinden sich der "Parnaß" sowie die "Schule von Athen".
Nach der Kriegszerstörung – welche die ausgelagerten Gobelins überstanden haben – war der Wiederaufbau von Sparsamkeit diktiert. Statt der ursprünglich gewölbten französischen Dächer auf den fünf Pavillons, die dem Gebäude insgesamt ein elegantes und leichtes Gepräge gaben, wurden flache Dächer aufgesetzt; die Eckpavillons verloren dadurch ihre markante Kontur. Im Inneren konnte die einstige dekorative Pracht nicht wiederhergestellt werden; manches wurde aber auch beim Wiederaufbau entfernt, zumal der Nachkriegsmoderne der Historismus des 19. Jahrhunderts wenig galt. Eine pragmatische Raumplanung erhöhte den Nutzraum mit Zwischengeschossen, doch blieben die hohen und hellen Etagenflure erhalten, die ein eindrucksvolles Raumerlebnis verschaffen.
Schon wenige Jahre nach seiner Wiederherstellung erwies sich das Akademiegebäude als zu klein. Bereits zu Beginn der 1960er Jahre diskutierte Pläne für einen Erweiterungsbau an ihrer Westseite wurden aber erst 1992 konkret, als Coop Himmelb(l)au einen Architekturwettbewerb gewann, und erst 2003 Wirklichkeit, als der Grundstein zu dem Erweiterungsbau gelegt wurde, der 2005 bezogen werden konnte.
Prof. Dr. Walter Grasskamp
Die Aula mit Gobelins, Foto: D. Rehm
Die Akademie um 1945
Das Hauptgebäude heute, Foto: D. Rehm
Erweiterungsbau von Coop Himmelb(l)au, Foto: I. J.
