Ein Studientag des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, des Lehrstuhls für Philosophie und Ästhetische Theorie der Akademie der Bildenden Künste München und des Museum Brandhorst

 

 

Öffentlicher Abendvortrag mit Prof. Dr. Sebastian Egenhofer „Leere Körper, leere Räume. Warhols Ästhetik der Absenz“

MI 13.09.17 | 18:15 Uhr

Ort Zentralinstitut für Kunstgeschichte | Katharina von Bora Straße 10 | 2. OG |

Raum 242 | München

 

 

Podiumsdiskussion

DO 14.09.17 | 18.30 Uhr

Ort Museum Brandhorst | Theresienstraße 35a | Foyer | München

 

Patrizia Dander, Julia Gelshorn, Thomas Hilgers, Achim Hochdörfer, Eva Huttenlauch, Marietta Kesting, Tonio Kröner, Matthias, Krüger, Inka Meißner, Maria Muhle, Petra Lange, Berndt, Gregor M. Langfeld, Ulrich Pfisterer, Wolfram Pichler, Regine Prange,

Francesca Raimondi, Dietmar Rübel, Christian Spies, Daniela Stöppel, Kerstin Thomas, Annette Tietenberg, Tanja Widmann

 

Mimese, Wiederholung, Appropriation und Zirkulation, die Reproduktion beschäftigt die Kunst nicht nur im Kontext des Digitalen unter vielen Namen.

 

Der Studientag (nur für geladene Gäste) thematisiert im Gespräch zwischen Kunsthistoriker*innen, Künstler*innen und Philosoph*innen die „Ästhetiken der Reproduktion“. Er nimmt seinen Auftakt im Kopiensaal der Sammlung Schack, die eine der bekanntesten Sammlungen von Kopien venezianischer Renaissancemalereien aus dem 19. Jahrhundert beherbergt. Im Anschluss daran werden in drei historischen Schritten jüngere „reproduktive“ künstlerische Ansätze anhand von Werken der Sammlung Brandhorst in den Fokus gerückt: Am Anfang stehen Positionen der 1960er-Jahre wie Andy Warhol und Elaine Sturtevant, gefolgt von den Diskursen der 1970er- und 1980er-Jahre, die anhand von Werken von Louise Lawler, Jeff Koons und Cady Noland erläutert werden. Zum Abschluss stehen (post-)digitale Formen der Aneignung in der zeitgenössischen Malerei – diskutiert am Beispiel der Ausstellung „Kerstin Brätsch. Innovation“ – im Zentrum.

 

 

Im Rahmen des Studientages finden ein öffentlicher Abendvortrag und eine öffentliche Podiumsdiskussion statt.

 

 

Abendvortrag

MI 13.09.17 | 18.15 Uhr

Zentralinstitut für Kunstgeschichte | Katharina von Bora Straße 10 | München | 2. OG | Raum 242

 

Prof. Dr. Sebastian Egenhofer „Leere Körper, leere Räume. Warhols Ästhetik der

Absenz“

 

Warhols programmatische Auslöschung von Subjektivität wurde oft in Zusammenhang mit seiner öffentlichen Persona und mit dem einen Grundzug seiner Arbeit, der Serialisierung der Produktion, untersucht. Der Vortrag konzentriert sich auf die Leere, die diese Auslöschung hinterlässt, und auf die Verfahren ihrer Konturierung und Formung. Vor dem Hintergrund der „drip paintings“ Jackson Pollocks wird der Ausfall des Körpers des Produzenten in den frühen episkopgestützten Comic-Bildern Warhols analysiert. Ein Ausblick auf Werbeanzeigen für die Schuhfirma I. Miller & Sons macht die ökonomische Bestimmung der Leere als die abstrakte Wertsubstanz sichtbar. Der Blick auf Warhols „advertisement paintings“ von 1961 weist ihre Einschreibung ins Register der sexuellen Differenz auf. Die Analyse einiger Siebdruckgemälde zeigt, wie die Leere selbst zum paradoxen Körper wird, der mit dem Warenfetisch des Gemäldes verschmilzt.

 

Vita:

Sebastian Egenhofer ist nach Stationen in Basel und Zürich seit 2016 Professor für Neueste Kunstgeschichte an der Universität Wien. Forschungsschwerpunkte sind die Abstraktion der klassischen Moderne im sozial- und wissenschaftshistorischen Kontext, subjektivitäts-theoretische Implikationen neuzeitlicher Bildsysteme und das Eindringen von Schrift und Schriftlichkeit in die visuelle Kunst der Moderne.

Die Verbindung dieser Schwerpunkte stellt das Interesse für die technische Konstitution und Formung menschlicher Subjektivität dar.

Zahlreiche Veröffentlichungen u.a.: Abstraktion - Kapitalismus - Subjektivität. Die Wahrheits-funktion des Werks in der Moderne (München 2008); Produktionsästhetik (Zürich/Berlin 2010); „Geld und Bild bei Andy Warhol“, in: Inge Hinterwaldner (u.a.) (Hg.), Einwegbilder (München 2016); „Schrift und Sediment. Figuren der Zeitlichkeit in Marcel Broodthaers’ Werk“, in: Ulla Haselstein (u.a.) (Hg.), Allegorie, DFG-Tagungsband (Berlin 2016); „Dispositive der Formgenese. Zwischen Perspektive und Abstraktion“, in: Markus Klammer (u.a.) (Hg.), Formbegriff und Formbildung. Das Formdenken der Moderne (im Erscheinen).

 

 

Podiumsdiskussion Moderation Prof. Dr. Julia Gelshorn

DO 14.09.17 | 18.30 Uhr

Museum Brandhorst |Theresienstraße 35a | München | Foyer

 

Im Rahmen der Podiumsdiskussion werden die Ergebnisse des Studientags gebündelt und gemeinsam mit den Teilnehmer*innen und Besucher*innen diskutiert.

 

Patrizia Dander, Julia Gelshorn, Thomas Hilgers, Achim Hochdörfer, Eva Huttenlauch,

Marietta Kesting, Tonio Kröner, Matthias Krüger, Inka Meißner, Maria Muhle, Petra Lange

Berndt, Gregor M. Langfeld, Ulrich Pfisterer, Wolfram Pichler, Regine Prange, Francesca

Raimondi, Dietmar Rübel, Christian Spies, Daniela Stöppel, Kerstin Thomas, Annette

Tietenberg, Tanja Widmann