Wintersemester 2017/2018

Lehrstuhl für Philosophie | Ästhetische Theorie

Prof. Dr. Maria Muhle, Dr. Jenny Nachtigall, Sebastian Althoff, M.A., Gürsoy Doğtaş, M.A. (Lehrauftrag)

 

 

1. Einführung in die Ästhetik: Räume, Orte, Milieus (Modul E.01.09/E.02.09)

Prof. Dr. Maria Muhle

Raum: E.O1.23

Zeit Donnerstag, 11h00–13h00Beginn: 19.10.

Kontakt/Anmeldung bis zum 15. Oktober 2017muhle@adbk.mhn.de

 

Die lange Geschichte der ästhetischen Vernachlässigung des „Raumes“ und seiner Unterordnung unter die „Zeit“ reicht von der Aristotelischen Poetik, die Raum als ästhetische Kategorie nicht kennt, bis zu Lessings Unterscheidung zwischen den Raumkünsten, wie der Malerei und Bildhauerei (die Körper „nebeneinander“ abbilden), und den Zeitkünsten, vornehmlich der Poesie (die „aufeinanderfolgende“ Gegenstände behandelt) in seiner Abhandlung „Über die Grenzen der Malerei und Poesie“ (1766). Schelling faltet in seiner „Akademierede“ (1807) den Raumbezug der Künste weiter aus und unterscheidet die Plastik, die das „Räumliche in sich trage“ und nur einen Punkt im Raum besetzt, von der Malerei, die „in epischer Ausbreitung“ dichtet. Hegel ordnet in Weiterführung der Kantischen Ästhetik (Raum als Medium der äußeren Sinne vs. Zeit als Medium der inneren Sinne) die Raumkünste den Zeitkünsten unter: Auf der Stufenleiter der Künste steht die Architektur als Raumkunst par excellence ganz unten, es folgt die Skulptur, die Malerei und zuletzt, ganz oben, die „Innerlichkeitskünste“ der Musik und Poesie. Diese Abwertung der Raumkünste setzt sich bis in die Ästhetische und Politische Theorie Adornos fort, dem der Raum „absolute Entfremdung“ ist. Einer solchen Verwerfungsgeschichte setzt sich im Folgenden eine ästhetische und politische Aufwertung der Raumdimension entgegen, die sich spätestens mit dem Ende der 1990er Jahre ausgerufenen „spatial turn“ als neues Paradigma der Kunst-, Kultur- und Geisteswissenschaften etabliert hat. In der Vorlesung sollen diese Wechselfälle der Raumtheorie untersucht werden, um einerseits darin die Genealogie der sogenannten „Raumkunst“ zu finden, andererseits aber besonders auch die Konstitution „anderer Räume“ (Foucault) in den Blick zu nehmen, die durch ihre Nicht-Funktionalität, ihre periphere Situierung, ihren gestörte Zugänglichkeit einen ästhetischen Charakter gewinnen können, seien es urbane, soziale oder politische Orte, Räume oder Milieus. Anhand zentraler Texte der Raumtheorie (Foucault, Augé, Deleuze/Guattari, Situationistische Internationale, De Certeau, Lefebvre, Bachelard u.a.) soll in der Vorlesung nachvollzogen werden, wie der Raum (und: welche Räume?) zum zentralen Einsatz der Strategien zeitgenössischer Kunst wird: Nicht nur jener Strategien, die „Raum“ explizit problematisieren, wie die ortsspezifische Kunst oder die Kunst im öffentlichen Raum, sondern auch jene künstlerischen Strategien, die Räume und Orte als ästhetische Milieus, Bühnen oder Displays nutzen – von der Performance bis hin zur (post-)digitalen Kunst, deren environmentale Prägung den Unterschied zwischen analogem und digitalem Raum unterminiert.

 

Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme (mind. 80 % Anwesenheit), Anfertigung eines Reaktionspapiers (3–5 Seiten) für Modul E.01.09 oder einer Hausarbeit (mind. 10 Seiten) für Modul E.02.09

 

 

 

2. Technikphilosophie und Technikästhetik (Modul E.02.09)

Prof. Dr. Maria Muhle

Raum: E.O1.23

Zeit: Freitags, 11h00–15h00, Beginn: 20.10

Weitere Termine: 3.11., 10.11., 1.12., 15.12., 19.1., 9./10.2. (gemeinsamer Workshop mit dem Seminar von Dr. Jenny Nachtigall)

Kontakt/Anmeldung bis 15.10.2017muhle@abdk.mhn.de

 

Das ästhetische Nachdenken über Technik weist weit in die griechische Antike zurück, in der Platon und Aristoteles unter dem Begriff der techné noch Herstellungsweisen verstanden wissen wollten, die sowohl die künstlerische als auch die genuin technische Produktion umfassten. Stehen Kunst und Technik hier noch nicht in hierarchischer Abfolge (die gute Kunst gegen die nackte Technik), wird diese fehlende normative Unterscheidung in der Neuzeit vehement eingeklagt – und so die rein instrumentelle, zielgerichtete Technik von einer schöpferischen und autonomen Kunst unterschieden. In den Mittelpunkt einer modernen Technikphilosophie, die Technik in diesem Sinne als instrumentelles Handeln und funktionales Hervorbringen versteht, rückt von nun an vielmehr die Ambivalenz im Umgang mit Technik (Hans Blumenberg, Walter Benjamin), die einerseits Naturbeherrschung verspricht, andererseits allerlei apokalyptische Folgen für die Menschheit bereitzuhalten scheint. Erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts gehen von der Wissenschaftsgeschichte und v.a. der Lebensphilosophie erste Impulse aus, die dieses funktionale, mechanistische Verständnis von Technik in Frage stellen und Technik in Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lebensbegriffen denken: Dies geschieht entweder in tragischer (und faschistischer) Perspektive (Oswald Spengler, Ludwig Klages, Martin Heidegger; siehe auch Futurismus, Vortizismus) oder in der Perspektive eines produktiven („vitalen“, Georges Canguilhem) Technikbegriffs, der selbst derart „offen“ (Georges Simondon) ist, dass er auch eingeschliffene Ontologien, Hierarchien und Dualismen wie diejenigen zwischen Mensch und Maschine, Natur und Kultur untergräbt.

 

Ein derart reformulierter Begriff erweist sich als besonders interessant hinsichtlich der Frage nach der Position von und dem Zugriff auf Technik in der (zeitgenössischen) Kunst: Der Begriff der Assemblage/agencement (Gilles Deleuze / Félix Guattari) als Modus der Anordnung heterogener (technischer, natürlicher, menschlicher, sozialer etc.) Entitäten, die zeitweise zusammenwirken und eine eigene Handlungsmacht (agency) entwickeln, soll hier dazu dienen, dieses Zusammenspiel zu denken – künstlerische Praktiken wie Montage, Collage, Installationen und Environments bis hin zur digitalen und (post-)digitalen Kunst rücken dadurch genauso in den Blick wie neuere Technikphilosophien von Donna Haraway (Technofeminismus), Bruno Latour und zuletzt post-humane und akzelerationistische Positionen. Aber auch biopolitische Fragen wie diejenigen nach der Durchdringung von Macht- und Selbsttechniken im Rahmen einer Ästhetik der Existenz lassen sich im Anschluss hieran diskutieren.

 

Das Seminar endet mit einem gemeinsamen Workshop (9.–10.2.2018) mit dem Seminar Lebendige Formalismen“ von Dr. Jenny Nachtigall, in dem die Diskussionsergebnisse der beiden Seminare zusammengeführt und mit auswärtigen Gästen diskutiert werden sollen.

 

Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme (mind. 80 % Anwesenheit), Anfertigung einer Hausarbeit (min. 10 Seiten)

 

 

 

3. „Lebendige Formalismen“: Kunst jenseits der Moderne (Modul E.02.09)

Dr. Jenny Nachtigall

Raum: E.O1.23

Zeit: Freitag, 11h00–15h00, Beginn: 27.10

Weitere Termine: 17.11., 24.11., 8.12., 12.1., 26.1., 9./10.2. (gemeinsamer Workshop mit dem Seminar von Prof. Dr. Maria Muhle)

Kontakt/Anmeldung bis zum 15. Oktober 2017nachtigall@adbk.mhn.de

 

Seit einigen Jahren lässt sich erneut eine Renaissance von Lebendigkeitsdiskursen verzeichnen: in der Gegenwartkunst wird nach „Viva Arte Viva“ gerufen (so der Titel der aktuellen Venedig Biennale), während die Philosophie sich dem Leben der Dinge zuwendet (z.B. Latour, Harman, Bennett). Für kritische Stimmen offenbart diese Tendenz einen exzessiven „Affirmationismus des Lebendigen“ (Noys), in dem Schlagworte wie Produktion, Prozess, Erfindung etc. zu Statthaltern einer gescheiterten oder fehlenden Politik werden: Der „Neo-Vitalismus“, so die These, wird zu einem schlechten Politik-Ersatz – und die Kunst, nicht selten, zu ihrem Medium. Vor dem Hintergrund solcher Diagnosen, widmet sich das Seminar „Lebendige Formalismen“ den Vitalismen (in) der Kunst und Ästhetik als einem Problem, aber auch unterschiedlichen Ansätzen der ästhetischen und politischen Mobilisierung dieses Problems innerhalb und außerhalb der Kunst.

 

Denn obwohl Lebensphilosophie und Vitalismus bereits zu Beginn der Moderne einen erdenklich schlechten Ruf hatten, waren sie – wie auch Okkultismen, Esoterik und Magie – für eine ganze Reihe von künstlerischen und theoretischen Praxisformen ästhetisch und politisch höchst virulent: als Entgrenzung einer modernen, institutionalisierenden Vernunft nämlich. Inmitten einer zunehmend technologisch vermittelter Sozialität und Medialität, entstanden somit diverse Versuche dem Medialen einen „lebendigen“ und gemeinschaftlichen Körper zu geben – einen „nicht-modernen“ Körper, der über Grenzlinien des Binären ausuferte und das häufig trotz oder vielmehr gerade durch Bezugnahme auf Formen der Technik.

In dem Seminar beschäftigen wir uns anhand historischer und aktueller Ansätze eines „lebendigen Formalismus“ mit den sich wandelnden Verhältnissen von Esoterik und Exoterik, Vitalismus und Technik, die solchen Tendenzen zu Grunde liegen. Neben der Lektüre ausgewählter Positionen (z.B. Nietzsche, Bergson, Simmel, Benjamin, Deleuze/ Guattari, Gorsen u.a.) fokussiert das Seminar auf den Dialog dieser theoretischen Ansätze mit künstlerischen, ästhetischen, „esoterischen“ Praxisformen. Fragen nach den okkulten und lebensphilosophischen Wurzeln der malerischer Abstraktion (Hilma af Klint, danach Kandinsky, Malewitsch u.a.), nach Bergsons Bedeutung für das Medium des Films, der Nietzsche-Rezeption innerhalb des devianten Surrealismus von Acéphale (Bataille, Leiris u.a.), Carl Einsteins Formbegriff zwischen Vitalismus und Funktion sowie nach gegenwärtigen Debatten um das Post-Humane und einen Neo-Vitalismus sollen die Möglichkeiten und Grenzen „lebendiger Formalismen“ heute ausloten.

Das Seminar endet mit einem gemeinsamen Workshop (9.–10.2.2018) mit dem Seminar “Technikphilosophie und Technikästhetik“ von Dr. Maria Muhle, in dem die Diskussionsergebnisse der beiden Seminare zusammengeführt und mit auswärtigen Gästen diskutiert werden sollen.

Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme (mind. 80 % Anwesenheit), Anfertigung einer Hausarbeit (min. 10 Seiten)

 

 

 

4. Queer Magic (Modul E.02.09)

Sebastian Althoff, M.A.

Raum: E.ZG.04, Akademiestraße 4

Zeit: Dienstag, 13h00–15h00 (wöchentlich), Beginn: 24.10.

Kontakt/Anmeldung bis zum 15. Oktober 2017:

althoff@adbk.mhn.de

 

Das Seminar „Queer Magic“ unternimmt den Versuch, Texte der Queer Theory mit Untersuchungen zu Praktiken von Magie, Schamanismus, etc. zusammenlesen. Dem liegt die These zugrunde, dass in beiden Feldern ähnliche Strategien am Werk sind: Strategien der Nachahmung, Verkörperung, Inkorporierung und Besessenheit, mit denen der Nachahmende Anteil am Dargestellten nimmt, um sich derart die bedrohliche Macht einzuverleiben und zu transformieren. Das Seminar diskutiert so zentral den Umgang mit Machtstrukturen und dominanten Ideologien, die eine „Scham“ produzieren, die bei queren Praktiken zu verspüren einem anerzogen wurde. Daran anknüpfend wir ebenfalls die Frage diskutiert, wie Zukünftigkeit ohne (biologische) Reproduktion gedacht werden kann, d.h. wie Zukunft von ihrer Fixierung auf Kinder und Familienbildung gelöst werden kann. Ethnologische Filme wie Les Maître Fous von Jean Rouch sollen dafür genauso befragt werden wie die als terrorist drag bezeichneten Performances der Drag-Künstlerin Vaginal Davis oder die Queer Technologies und die Fag Face Mask des Künstlers Zach Blas. Neben weiteren künstlerischen Arbeiten etwa von Johannes Paul Raether stehen Texte von u.a. José Estaban Muñoz, Jack Halberstam oder Michael Taussig im Fokus des Seminars.

Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme (mind. 80 % Anwesenheit), Anfertigung einer Hausarbeit (min. 10 Seiten)

 

 

 

5. Writing the gay self: Tagebücher, Autobiographien und Autofiktionen (Modul E.02.09)

Gürsoy Doğtaş, M.A. (Lehrauftrag)

Raum: E.ZG.04, Akademiestraße 4

Zeit: Mittwoch, 14h00–18h00 (zweiwöchentlich). Beginn: 25.10. (16h00-18h00)

Weitere Termine:, 15.11., 29.11., 13.12., 10.01., 17.01., 31.01.

Kontakt/ Anmeldung bis zum 15. Oktober 2017: gursoy.dogtas@gmail.com

 

Wie setzt sich das queere Subjekt in Bezug zur heteronormativen Gesellschaft? Zahlreiche Autor_innen sind dieser Frage in Form von Selbstreflexion, Bekenntnissen und Fiktionen nachgegangen. Das Seminar verschafft einen Überblick über die methodische Vielfalt der Selbsterzählung. Zu ihnen zählen die Aufzeichnungen von Erlebnissen in Tagebüchern: André Gide beispielsweise nutzt das Format um im Stirb und Werde (1889–1902) das homophobe Klima seiner Zeit zu politisieren. Über die Autobiographie lässt sich also zum einen das dominante, feindselige Geschlechternarrativ ausstellen, zum anderen wird sie zu einer Bühne, auf der die eigene radikale Selbststilisierung fortgeschrieben werden kann, wie in Quentin Crisps Crisperanto: Aus dem Leben eines englischen Exzentrikers (1968/1988). Die Autofiktion wiederum, als ein ungenau abgegrenztes und experimentelles Genre, eröffnet ein Feld der metaliterarischen Selbstreflexion. Dissoziiert von den eigenen Memoiren und assoziiert mit den Texten anderer Autor_innen wird eine Spurensuche in der Geschichte initiiert, wie in Philipp Guflers Indirekte Berührung / Indirect Contact (2017). Leitfrage des Seminars wird folglich sein, wie das schreibende Selbst versucht, aus dem Gefangensein in der Gesellschaft und dem Eingesperrtsein in Sprache auszubrechen. Das Seminar adressiert alle Student*innen, die das Format des Romans als eine künstlerische Produktionsweise erfassen und reflektieren wollen. Lektüregrundlage sind literarische Texte von Jean Genet, Yukio Mishima, James Baldwin, Rosa von Praunheim, Roland Barthes, Abdellah Taïa, Didier Eribon u.a.

 

Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme (mind. 80 % Anwesenheit), Anfertigung einer Hausarbeit (min. 10 Seiten)

 

 

 

6. Kolloquium Philosophie

Prof. Dr. Maria Muhle und Dr. Jenny Nachtigall

Raum: E.O2.29

Zeit: Donnerstag, 17.00 – 20.00 Uhr, Beginn: 26.10.

Weitere Termine:, 16.11., 7.12., 11.1., 25.1., 8.2.

Kontaktmuhle@adbk.mhn.de / nachtigall@adbk.mhn.de

 

Das „Kolloquium Philosophie“ eröffnet den Studierenden aller Klassen die Möglichkeit, thematisch ungebunden ihre Arbeiten zu präsentieren und im Plenum mit den anderen Studierenden sowie den Lehrenden der Philosophie aus einer philosophischen, ästhetischen und kunsttheoretischen Perspektive zu diskutieren. Neben den Präsentationen der künstlerischen Arbeiten und der gemeinsamen Lektüre und Diskussion von Texten, die einen direkten Bezug zur Arbeit der Studierenden haben, spielt das Schreiben (über die eigene Praxis) eine zentrale Rolle. Das „Kolloquium Philosophie“ bietet konkret die Möglichkeit, die Schreibarbeit der Studierenden zu intensivieren und einen stärkeren Fokus auf das Verfassen von Essays sowie von Texten über die eigenen Arbeiten zu legen. Schreiben soll derart nicht als Mittel zum Leistungsnachweis verstanden werden, vielmehr soll die Funktion des Schreibens (und Lesens) in der eigenen künstlerischen Praxis reflektiert werden. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, auf Wunsch der Studierenden ein bis zwei Mal im Semester externe Theoretiker oder Künstler einzuladen, um entweder einzelne Projekte und Positionen, aber v.a. auch weiterführende Fragen hinsichtlich der Rolle theoretischer Textarbeit für die künstlerische und gestalterische Arbeit zu diskutieren. Das „Kolloquium Philosophie“ strebt ebenfalls eine enge Zusammenarbeit mit den künstlerischen Klassen an, so z. B. durch gemeinsame Veranstaltungen oder Exkursionen sowie durch gemeinsame Arbeitsbesprechungen. Das freie Format des Kolloquiums erlaubt es, die einzelnen Ansätze nicht in einen übergreifenden thematischen Rahmen einzuschließen, sondern die inhaltliche Ausrichtung ausgehend von der konkreten Arbeit der Studierenden vorzunehmen. Zugleich steht im Hintergrund der im Kolloquium geführten Diskussionen, der Text- und Schreibart immer auch der Versuch einer Bestimmung des Verhältnisses zwischen theoretischer und künstlerischer Praxis; ein Versuch, der für die Studierenden und Lehrenden einer Kunsthochschule gleichermaßen eine besondere Herausforderung darstellt.

Eine regelmäßige Teilnahme am „Kolloquium Philosophie“ ist erforderlich, damit ein möglichst kontinuierlicher Austausch in der Gruppe gewährleistet wird und das Kolloquium so als ein experimenteller Ort der Präsentation und Diskussion als fester Bestandteil des Lehrstuhls Philosophie fortbesteht.

 

 

 

7. AKADEMIETEXTE

Prof. Dr. Maria Muhle und Dr. Martin Schmidl (Studienwerkstatt Typographie / Hochdruck)

Teilnehmerzahl: max. 15

Raum: E.ZG.04, Akademiestraße 4

Zeit: Beginn: 25.10., 11 Uhr (Auftakt- und Planungssitzung)

Kontakt/Anmeldung (verbindlich) bis 15.10.2017muhle@adbk.mhn.de

 

Die Publikationsreihe AKADEMIETEXTE, herausgegeben von Maria Muhle und Martin Schmidl, wird als theorie-praxisübergreifende Plattform für die Arbeit an der Akademie fortgesetzt. Nachdem zur Jahresausstellung 2017 die ersten drei Bände der Akademietexte erschienen sind, sollen nun jeweils 2 bis 3 Bände im Mai/Juni des laufenden Jahres erscheinen, die gemeinsam mit den Studierenden erarbeitet werden. Die Studierenden sollen den Herstellungsprozess eines Buches von der thematischen und grafischen Konzeption, über die formale Textbearbeitung und grafische Umsetzung (Layout, Bildbearbeitung...) bis zur Drucklegung begleiten. Der Druck erfolgt gemeinsam in der Studienwerkstatt Typographie als Risodruck. Im Mittelpunkt steht außerdem der Vertrieb der drei bereits erschienen Publikationen sowie der Folgepublikationen.

 

Verbindliche Anmeldung per Mail (muhle@adbk.mhn.de) bis zum 15.10., Auftakt- und Planungssitzung am 25.10., 11h00, Studienwerkstatt für Typografie / Hochdruck (Neubau ZG 12). Bei dieser Sitzung sollen erste Vorschläge für die inhaltliche Gestaltung und Umsetzung der Bände diskutiert werden. Weitere Termine folgen im Wintersemester 2017/2018 sowie im Sommersemester 2018. Eine Booklaunch ist beim Rundgang 2018 vorgesehen. 

 

 

 

8. Ways of Hearing – Workshop mit Moritz Fehr

Prof. Dr. Maria Muhle und Volker Möllenhoff (Studienwerkstatt Neue Medien)

Teilnehmerzahl: begrenzt

Termine: November 2017, die genauen Termine werden per Mail bekannt gegeben.

Kontakt/Anmeldung (vorheriger und verbindlich): muhle@adbk.mhn.de

 

Der Kunsthistoriker, Kritiker und Erzähler John Berger produzierte im Jahr 1972 Ways of Seeing, ein vierteiliges Fernsehprogramm, in dem er analysiert und kritisiert, wie wir Bilder betrachten und wahrnehmen. In dieser Serie beschreibt Berger den Wahrnehmungs- und Deutungsprozess von Bildern als kontextabhängigen Vorgang und war in diesem Zusammenhang damit befasst, die Wahrnehmung von Kunst zu demystifizieren. Um seine Theorien zu illustrieren, präsentiert Berger im ersten Teil seiner Serie verschiedene Methoden der kontextuellen Manipulation von Bildern und Gemälden. Unter anderem führt er Experimente zur Manipulation von Bildern mit Musik vor, durch die er eine Verzerrung der ursprünglichen Aussage der Bilder erreicht. Gleichzeitig aber erzeugt die Konfrontation von Bild und Ton eine Transformation des Subjekts, die künstlerisches Potential birgt. Auf Basis der Experimente John Bergers wird im Workshop Ways of Hearing das synchrone und asynchrone Zusammenspiel von Bild und Ton analysiert und mit eben dieser Konfrontation von visuellen und auditiven Medien experimentiert. Vor dem Hintergrund, dass Sound nicht nur bestehenden Bildern, Strukturen oder Architektur hinzugefügt, sondern auch genutzt werden kann, um hörbare Räume virtuell zu erzeugen und neu zu erschaffen, betrachten wir Strategien und Techniken der künstlerischen Arbeit mit Sound im Bezug auf elektroakustische Komposition und zeitgenössische Kunst. Besondere Aufmerksamkeit richten wir auf den (experimentellen) Film und die Arbeit des französischen Komponisten und Theoretikers Michel Chion, der das Hinzufügen von Sound zum bewegten Bild als „adding value“ bezeichnet.

 

Jeder Teilnehmer erstellt eine eigene kurze Komposition, die ein bestehendes Bild in einen Klangraum extrapoliert. Dieses Bild ist vor dem Workshop auszuwählen und soll als Print sowie Datei mitgebracht werden. Anhand der Bilder werden die einzelnen Projekte diskutiert und die Teilnehmer werden angeleitet, Klangmaterial zu erzeugen, Geräusche und Klänge aufzuzeichnen, zu bearbeiten und zu mischen. Je nach Kenntnisstand können auch verschiedene Methoden der Raumklangerzeugung genutzt werden (zum Beispiel Ambisonics). Die Teilnehmer sollten Grundkenntnisse in den Bereichen Tonschnitt und Tonaufnahme haben. Bei einer Abschlusspräsentation werden die Kompositionen vorgeführt.

 

Moritz Fehr arbeitet in den Bereichen der Klangkunst und des Experimentalfilms. Er hat Medienkunst an der Bauhaus-Universität Weimar und an der Tokyo National University of the Arts studiert. Seine Projekte werden international ausgestellt, seine Sound- und Radioarbeiten wurden auf WDR3 und Deutschlandradio Kultur (Klangkunst) ausgestrahlt. Für das Jerusalem Panorama (Altötting), Velaslavasay Panorama (Los Angeles) und Continuous Drift (Dublin) entwickelte er Raumklangarbeiten, die dauerhaft installiert sind; ein stereoskopischer 3D-Film wird in der Desert Research Station des Center for Land Use Interpretation (Hinkley) permanent gezeigt. Weitere Informationen: www.moritzfehr.de

 

 

 

9. Forschungskolloquium (für Masterabsolventen, Doktoranden und Post-Doktoranden)

Prof. Dr. Maria Muhle

Raum: E.02.08

Zeit: Mittwoch, 10.00 – 14.00 Uhr

Termine: 15.11.2017, 7.2.2018

Kontakt/Anmeldungmuhle@abdk.mhn.de

 

Das Forschungskolloquium bietet die Möglichkeit, laufende philosophische und/oder kunsttheoretische Qualifikationsarbeiten vorzustellen und zu diskutieren.

Ausschließlich nach vorheriger Anmeldung unter: muhle@adbk.mhn.de