Newsletter - Kunstakademie München - Dezember/03 - Neue Professur

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  Newsletter 428 | Montag, 09. Dezember 2019  
 

Neue Professorin: Pamela Rosenkranz


Pamela Rosenkranz wurde zum Wintersemester 2019/20 als Professorin an die Akademie der Bildenden Künste München berufen. Sie leitet eine Klasse für Malerei und Grafik in der Nachfolge von Prof. Jean-Marc Bustamante.

 

Nach Ansicht von Pamela Rosenkranz sind die menschlichen Beziehungen von der Chemie geprägt. Dabei konzentriert sie sich insbesondere auf die sensorischen Reize um uns herum, die unseren Körper und Geist gleichermaßen beeinflussen können. In einem Zeitalter, das von hochentwickelter Technologie und Umweltnotstand geprägt ist, stellt sie die Vorstellung in Frage, dass der Mensch die Grundlage für jede Metrik ist. Sie gibt Denkströmungen wie Post-Humanismus und spekulativen Realismus eine Form und untersucht das Potenzial neuer Kombinationen von natürlichen und chemischen Komponenten. 

Ihre Arbeit vereint vertiefte Forschung aus den Bereichen Philosophie, Pharmazie, Biologie und der Konsumindustrie, die gleichzeitig auf der Ebene unserer Zellen und des Planeten operieren. Für Rosenkranz ist der Mensch kein selbstverständliches Wesen. Es ist etwas, das ständig neu definiert und bewertet wird und intime Eigenschaften mit anderen Formen des biologischen und technologischen Lebens teilt.

Rosenkranz vertrat die Schweiz bei der 56. Biennale in Venedig im Jahr 2015, wo ein riesiger Pool mit viskoser rosa Flüssigkeit die Schönheitsstandards der europäischen Kosmetikindustrie widerspiegelte. In der Fondazione Prada schüttete sie einen riesigen, urzeitlichen Sandberg auf, der mit einem Duft durchdrungen war, der die Lücke zwischen Katze und Mensch schließt. Sie hat auch Gemälde unter dem Einfluss von Viagra gemalt, indem sie buchstäblich Chemikalien schluckte, die den Männern künstliche Männlichkeit verleihen sollen. 


"Das Studium der Kunst wird oft als geschützter Raum bezeichnet. Dies empfinde ich nicht als zutreffend, denn es ist eine Zeit von vielen und zum Teil auch grossen Entscheidungen, die man als Studentin oder Student treffen muss. Es ist vielmehr ein sehr freier Raum und oft auch allzu freier Raum, den es zu gestalten gilt. Was ist Kunst? Die allmächtige und oft klischeehaft gestellte Frage, lässt sich sehr unterschiedlich oder eben gar nicht beantworten. Meine eigene Antwort führt mich zu einer meiner liebsten Fragen. Kunst ist eine Schule des Bewusstseins. Was ist aber Bewusstsein? Die Frage, wie wir als Menschen wahrnehmen und ganz spezifisch die Biologie des Sehens prägt meinen weit gefassten Begriff der Malerei und der Grafik.“

 

Ausgewählte Ausstellungen der letzten drei Jahre:

 

‘If the snake’, Okayama Art Summit, Okayama, 2019; ‘Leaving the Echo Chamber’, Sharjah Biennial 14, Sharjah, 2019; ‘Designing the Living’, Centre Pompidou, Paris, 2019, ‘Museum’, MMK Frankfurt, Frankfurt 2019; ‘Alien Blue Light’, Kreuzgang Fraumünster, Zürich, 2018, ‘Amazon Spirits’, Karma International, Zürich, 2018; ‘Art in the Age of the Internet. 1989 to Today’, ICA Boston, Boston, 2018; ‘Converter’, Kunstmuseum St. Gallen, St. Gallen, 2018; ‘An exhibition with art installations by Susana Mejia, Pamela Rosenkranz, and Anicka Yi’, Witte de With Center for Contemporary Art, Rotterdam, 2018; ‘The Marvellous Cacaphony’, Belgrade Biennial, Belgrade, 2018; ‘CRASH TEST: The Molecular Turn’, La Panacée, Montpellier, 2018; ‘Slight Agitation 2/4’, Cisterna, Fondazione Prada, Milan, 2017; ‘Amazon (Green, Blue, Green)’, K21, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 2017; ‘Alien Culture’, GAMeC, Bergamo, 2017; ‘We Just Fit, You and I’, Carpenter Center for the Visual Arts, Cambridge, 2017; ‘Being There’, Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, 2017, Boros Collection, Berlin, 2017.

 
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