Michael Tippett "A Child of our Time"
Ort: Hochschule für Musik und Theater München | Reaktorhalle | Arcisstr. 12
Veranstaltungen: Eine öffentliche Aufführung ist für den Herbst 2021 geplant

 

Zunächst als rein interne Realisierung (ohne externes Publikum) wird das Oratorium »A Child of our Time« von Michael Tippett auf der Bühne der Reaktorhalle der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) mit einer Lichtinstallation aufgeführt. Bereits seit Oktober 2020 arbeiten Studierende der Oratorienklasse Norbert Groh gemeinsam mit Studierenden aus der Klasse für Malerei von Prof.in Schirin Kretschmann an dem Projekt. Die Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Gruppen fand aufgrund der Corona-Pandemie ausschließlich digital statt. Nur 2 Tage können unter strengen Hygieneauflagen inkl. Testkonzept Proben dieser interdisziplinären Kooperation der Kunst- und der Musikhochschule in der Reaktorhalle der HMTM stattfinden. Eine öffentliche Aufführung ist für den Herbst 2021 geplant.

Das Zusammenspiel der verschiedenen Künste setzt unterschiedliche Methoden, Erkenntnis- und Darstellungsformen in einen Dialog, deren Grundlage die inhaltliche Annäherung und Auseinandersetzung mit dem Werk Tippetts, den musikalischen, textlich-philosophischen, auch tiefenpsychologischen Hintergründen (C.G. Jung) bildet.
Für die Realisierung des Stücks in der Reaktorhalle werden die drei großen Teile des Oratoriums von den Künstler*innen Nataliya Borushchak und Roman Cherezov in drei Lichtinstallationen übersetzt – immateriell wirkende Räume aus farbigem Licht, dessen feine Modulation im Verhältnis zu der temporalen musikalischen Entwicklung des Stücks und einer Choreographie der Musiker*innen auf der Bühne gesetzt wird. 

 

Zum Oratorium »A Child of our Time«:
Im Zentrum des Oratoriums des britischen Komponisten Michael Tippett »A Child of our Time«, das 1939 bis 1941 entstanden ist, steht die Geschichte des 17-jährigen Juden Herschel Grynszpan, der am 7. November 1938 den deutschen Botschaftssekretär Ernst von Rath in der deutschen Botschaft in Paris erschossen hat, was den Nationalsozialisten ein Vorwand für die antisemitische Gewalt lieferte (Novemberpogrome). Das eskalierende Schicksal der politisch-rassisch Verfolgten motivierte Tippett, dieses in überzeitlich gültiger Form darzustellen. »The darkness declares the glory of light« lautet das Motto, das Tippett seinem bekanntesten Werk vorangestellt hat. Sein während der ersten Jahre des Zweiten Weltkriegs komponiertes Oratorium verstand der Komponist trotz des darin formulierten Protestes gegen Diktatur, Rassismus und Unterdrückung auch als Versöhnungswerk. Mit diesem Stück gibt er der Überzeugung Ausdruck, dass das Böse und Gute stets zusammengehören, so wie Licht und Schatten sich wechselseitig bedingen.

 

Künstler*innen (Klasse Prof.in Schirin Kretschmann)
Lichtinstallation: Nataliya Borushchak, Roman Cherezov
Fotografie: Stefan Krausen, Jayhyun Kim
Grafik: Nataliya Borushchak, Roman Cherezov, Paula Niño

 

Musiker*innen (Oratorien-Ensemble, AOR Norbert Groh)
Sopran: Julia Duscher, Alisa Milosevic, Keiko Obei, Laura Richter
Alt: Freya Apffelstaedt, Laure Cazin, Nicole Janczak, Laura Mayer
Tenor: Markus Brandmair, Magnus Dietrich, Moritz Külbs
Bass: Niklas Mallmann, Konstantin Riedl, Jakob Schad
Klavier: Sul Bi Yi, Ina Stoertzenbach

 

Flyer