Ausstellung
Eröffnung: Sa | 18.02.2023 | 18:00 Uhr
Datum: So | 19.02.2023
So | 12.03.2023
Öffnungszeiten: Do - So | 13:00 - 18:00 Uhr
Finissage: Sa | 11.03.2023 | 16:00 Uhr
Ort: Galerie im Ganserhaus | Schmidzeile 8 | Wasserburg am Inn
Veranstaltungen: Open Table: So | 19.022023 | 11:00 Uhr, Offene Gesprächsrunde mit den Künstler*innen, den Kurator*innen und Katrin Meindl (1.Vorsitzende AK68)

 

Teilnehmende Künstler*innen: Esther Abdelghani, Sophia Frieling, Zahra Ghadimian, Jokùbas Griška, Barbara Karrer, Kimo (On Kim), Abir Kobeissi, Laura Klodt-Bußmann, Sara Mayorales, Stephanie Olszewski Eduardo Palomares, Josefine Pytlik, Stephanie Rössing, Mira Schienagel, Igor Vrdolja.

 

Die Klasse Katharina Gaenssler zeigt in der Galerie im Ganserhaus in Wasserburg eine ortsspezifische Ausstellung. Der Titel der Ausstellung ›solitary / solidary‹ fragt nach dem Verhältnis zwischen Solidarität bzw. Gemeinschaftssinn und individuellem Handeln, mit dem sich nicht nur freischaffende Künstler*innen zwangsläufig auseinandersetzen müssen. Eine Installation in der Ausstellung greift den Zusammenhang unmittelbar auf: Die beiden Adjektive finden sich als Neonschriftzug über den Zwillingstüren im Dachgeschoss.

 

Welchen der beiden Durchgänge wählt man? Stephanie Olszewski reduziert den Komplex hier auf ein Entweder-Oder, als müsste man sich entscheiden. Ihre Arbeit referiert auf den italienischen Künstler Mario Merz, der sich die Frage nach der gesellschaftlichen Bedeutung seines Tuns in den späteren 1960er Jahren vor dem Hintergrund der historischen Protestbewegungen stellte. Er steckte die aus Neonröhren gebogenen Wörter ›solitario / solidale‹ in eine mit Wachs gefüllte Kasserolle.  Die Neonarbeit im Dachgeschoss schließt mit einem Gemeinschaftsraum der Künstler*innen im Untergeschoss eine Klammer. Hier steht der gemeinsame Arbeitstisch aus dem Akademieatelier, der an den Ausstellungsort transportiert wurde. Er dient vor und während der Ausstellung als zentraler Besprechungs- und Arbeitsort, aber auch als Treffpunkt und Ort der Kommunikation mit den Besucher*innen. Diese sind eingeladen zum Katalog, der hier im Verlauf der Ausstellung in Form einer lebendigen Materialsammlung entsteht, beizutragen.

 

Innerhalb der gesetzten Klammer produzieren die Künstler*innen für jeweils ein Zimmer des Ganserhauses eine Arbeit in Reaktion auf den Ort, teils in direkter Bezugnahme zur Geschichte des Gebäudes oder der Stadt mit ihrer Geografie. Infolgedessen werden sich die Ausstellungsräume in temporäre Werkstätten, in ein alchemistisches Labor oder Fundorte lokaler Mythen und realer Vergangenheit verwandeln.

 

Dieser individuellen und teils sehr persönlichen Auseinandersetzung steht die Notwendigkeit des solidarischen Handelns gegenüber. In dem Moment, in dem das Atelier zugunsten einer ortsspezifischen Praxis verlassen wird (was breitenwirksam erstmals im Verlauf der 1960er Jahre geschah), beginnen sich die Grenzen zwischen individueller und gemeinschaftlicher Arbeit aufzulösen. In diesem Sinne ist eine installative, ortsgebundene künstlerische Praxis nicht zuletzt ein politisches Unterfangen, indem sie individuelle Arbeitsrealitäten für
Künstler*innen in einen breiteren Kontext transferiert. Das verwinkelte Gebäude des Ganserhauses wird zu einer Art Metapher für diesen Themenkomplex.

 

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