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Mit Karin Kneffel erhält eine bedeutende Künstlerin den Cologne Fine Art-Preis, der jährlich gemeinsam vom BVDG und der Koelnmesse vergeben wird.

Der Cologne Fine Art-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird gemeinsam von der Koelnmesse und dem Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG) anlässlich der Cologne Fine Art vergeben. In einer Sonderschau werden dort ausgewählte Arbeiten von Karin Kneffel zu sehen sein.  

Ausstellung 17.11. - 20.11.16

Öffnungszeiten täglich 11:00 - 19:00 Uhr

Ort Cologne Fine Art und COFA Contemporary | Köln-Deutz Messegelände, Halle 1 | Köln
www.colognefineart.de


Die bisherigen Preisträger (Auswahl): Dieter Roth, Thomas Bayrle, Astrid Klein, Sigmar Polke, Thomas Schütte, Gert und Uwe Tobias, Katharina Sieverding, Jörg Sasse, Georg Baselitz, Andreas Schulze, Günther Uecker, Tony Cragg, Jürgen Klauke, Leiko Ikemura und Candida Höfer. 

 

 

Mit Karin Kneffel erhält eine bedeutende Künstlerin den Cologne Fine Art-Preis, der jährlich gemeinsam vom BVDG und der Koelnmesse vergeben wird.  

Nach Germanistik und Philosophie nahm Karin Kneffel im Jahr 1981 ein weiteres Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie auf - zunächst in der Klasse eines Bildhauers, später bei zwei Malern. Auf die Frage, was sie von ihren Lehrern mitnehmen konnte, antwortete sie: „Zusammenzufügen, was nicht zusammengehört“ bei Johannes Brus, ein „Augenmerk für das Kolorit eines Bildes“ bei Norbert Tadeusz und „über Malerei nachzudenken“ bei Gerhard Richter. Damit sind drei wesentliche Aspekte ihrer Malerei und ihrer künstlerischen Haltung genannt. 

Karin Kneffel hat sich vollkommen der Malerei verschrieben; auch ihre farbsatten Aquarelle und Radierungen erscheinen wie Gemälde. Manche Sujets wirken im kleinen Format der Graphik sogar besonders konzentriert. Beispielsweise die Figuren in einigen Aquarellen, die Kunstwerke betrachten oder die ikonenhaften Portraits von Enten, Schafen und Hühnern in einer Serie von Radierungen.

Mit Motiven von Früchten - die auf all ihren bevorzugten Bildträgern zu finden sind - wurde Karin Kneffel um die Jahrtausendwende einem breiten Publikum bekannt. Die reifen, übergroßen, mit äußerster Delikatesse präzise gemalten Kirschen, Birnen, Beeren und Pfirsiche versetzen jedes Auge in helle Freude. Die suggestive Anziehungskraft dieser Objekte erinnert an die berühmte Geschichte des antiken Malers Zeuxis, der mit seinen Bildnissen von Weintrauben selbst die Vögel täuschte. „Alles ist falsch! Alles ist erlaubt!“ so bringt Karin Kneffel den Eigensinn von Bildwirklichkeiten mit einem Zitat von Friedrich Nietzsche auf den Punkt.

Künstler dirigieren Blicke. Fand der Blick des Betrachters bei ihren frühen Bildern noch Halt am „realistisch“ Dargestellten, so gerät er angesichts der Komplexität neuerer Werke zusehends ins Schwanken, sucht nach festem Grund und läuft mitunter in die Irre. Durch Brechung der Perspektive: wenn Hunde auf diagonal geklapptem Teppich ruhen; durch Aufhebung der Gravitation: wenn ein Tisch in Untersicht an einem oberen Bildrand hängend erscheint; durch Inversion des Raumes: wenn sich der Hintergrund nach vorne schiebt oder durch Spiegelung oben zu unten wird. Sehgewohnheiten havarieren vor Kneffels Szenerien und geraten in lustvolle Sehnot auf der Suche nach des Rätsels Lösung.

Lichtreflexe, diffuse Schatten und magische Leuchtquellen, Blicke durch Fenster in Interieurs oder aus diesen heraus, mit Kondenswasser beschlagene Scheiben, frei im Raum schwebende Tropfen und schemenhafte Gebilde: mit diesen bildnerischen Strategien entmaterialisiert die Künstlerin die Welt der Dinge und bringt den Betrachter zum Staunen, wie dies überhaupt zu malen möglich sei. Karin Kneffel kann es. Mit virtuoser, fast an Zauberei grenzender Meisterschaft.

 



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