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Ausstellung von Viola Relle und Raphael Weilguni

Eröffnung DO 16.02.17 | 19:00 Uhr

Ausstellung 17.02. - 01.04.17

Ort Galerie Markus Lüttgen | Elisenstr. 4-6 | 50667 Köln

 

In Viola Relles (geb. 1992) und Raphael Weilgunis (geb. 1989) erster Einzelausstellung bei Markus Lüttgen, fokussiert das künstlerische Duo die Idee eines ikonischen Helden.

Ausgangsmaterial für die zentrale Thematik wie für den Entstehungsprozess der Werke ist dabei stets die künstlerische Zusammenarbeit des Paares selbst. Hierfür bildet eine persönliche Verbindung oder ein gemeinsames sozial – politisches Bewusstsein meist die Grundlage, die in einem Prozess aus der Beziehung zu ihrem jeweiligen Arbeitsumfeld oder den um sie lebenden Menschen resultiert.

Für die Idee der Serie des „HERO“, welche auf den Straßen New Yorks geboren wurde, steht die gemeinsame Formung einer sich im Arbeitsprozess mit Ton ergebenden dritten Identität im Mittelpunkt. Sie entsteht nicht nur durch die vereinte Bearbeitung des Werkstoffes oder den künstlerischen Austausch mit Passanten, sondern basiert zusätzlich auf der Idee einer möglichen Identifikation durch den Betrachter selbst. Die im Rahmen der Ausstellung als Relikt gezeigte und bis jetzt größte Version des „HERO“, verkörpert dies gleich auf mehrfache Weise. Seine massive Gestalt, die auf einem mit mehreren Stufen versehenen Sockel fußt und sich mit voluminösen Armen zur Abwehr nach vorne streckt, gibt den Blick auf ihr Inneres frei und bietet sich gleichsam mit den hohlen Röhren der Arme als Leerstelle an. Eine Öffnung zur Möglichkeit körperlicher Einfügung, die die Benutzung ähnlich den „Passstücken“ Franz Wests oder Franz Erhard Walthers nicht verwehrt.

In den farbigen, teils mit Nickel glasierten Elementen thematisiert die Figur des Helden jedoch auch das Potential gedanklicher Einschreibung und Reflexion. Sie bietet sich durch ihre malerischen wie skulpturalen Öffnungen dem Betrachter an, Teil der mythisch – aufgeladenen Ikone von Kraft und Verteidigung zu werden. Zudem untersucht sie die Frage nach einer Stützfunktion durch die mehrschichtige Partizipation des Betrachters erneut und lässt eine klare Zuweisung von Halt und Geborgenheit offen.

Gleichzeitig ist jede Skulptur der Serien das Ergebnis eigener – teils durch den Brennprozess unvorhergesehener – Entwicklungen, denen ihre Funktionsunfähigkeit den Charakter kultureller Fundstücke einschreibt. Sich ergebende surreale Assoziationsgeflechte, wie sie die unvollendeten Keramiken, die Porzellanskulpturen oder auch die gezeigten Malereien erzeugen, scheinen so die unterbewusste Präsenz versteckter Bilder aufzuzeigen.

Relle und Weilguni studieren an der Akademie der bildenden Künste München – Weilguni in der Klasse von Jean-Marc Bustamante, Relle hat bei Norbert Prangenberg und Kerstin Brätsch studiert und arbeitet aktuell in der Klasse von Markus Karstieß.