Dr. Ute Kalender | Radikal intersektionale Perspektiven auf Digitalisierung
Datum & Uhrzeit: Di | 26.01.2021 | 19:30 Uhr
Ort: online, https://global.gotomeeting.com/ join/570212781
Datenschutz: Ergänzende Hinweise - https://www.adbk.de/de/datenschutzerklaerung.html

 

Die Ringvorlesung vereint zeitgenössische Positionen aus Praxis und Theorie und umfasst Vorträge, Workshops, praktische Übungen, Filmscreenings etc.

Das Programm wird organisiert durch die Frauenbeauftragten der Akademie der Bildenden Künste München und startet im Wintersemester 2020/21 zunächst online.

 

Kommende Termine

 

Dienstag 26.01.2021, 18:30 Uhr

Radikal intersektionale Perspektiven auf Digitalisierung, Dr. Ute Kalender (Berlin)

Onlinevortrag & Workshop

https://global.gotomeeting.com/join/570212781

 

Digitale Hausfrau, Datenkolonialismus, iCrip, viral blackness, Glitch- oder Xenofeminismus – so stark Corona Digitalisierungen in den letzten Monaten durchgesetzt hat, so umkämpft die Frage, wie Digitalisierung und digitale Medien wissenschaftlich, politisch und aktivistisch einzuschätzen sind. Marxistische Feminismen schließen etwa mit dem Begriff der digitalen Hausfrau an ältere feministische Sorgearbeitsdebatten an. Und skandalisieren Social Media Praktiken als feminisierte Arbeit (Jarrett 2016), deren Gewinne nicht an die Nutzenden sondern die Besitzenden von Plattformen wie Instagram oder Facebook fließen. Digitalisierung heißt: neue geschlechtliche Arbeitsteilungen und Ausbeutungsverhältnisse. Derzeit vielbeachtete Xeno- und Glitchfeminismen unterstreichen hingegen stärker die ästhetischen, affektiven und politischen Potentiale. Digitale Dokumentationen wie die Ermordung George Floyds zeigen, dass das Digitale eine Waffe sein kann – dass es Möglichkeiten für grundlegende gesellschaftliche Veränderungen, für weniger rassistische, ethnizistische oder heteronormative Zukünfte bietet.

Statt die verschiedenen feministischen Zugänge gegeneinander auszuspielen und die eine Wissensproduktion als neoliberal, subjektivistisch oder kulturalistisch und die andere als veraltet, essentialistisch oder grobschlächtig zu deskreditieren, sollen die unterschiedlichen Ansätze zunächst einführend vorgestellt und dann miteinander ins Gespräch gebracht werden. Kurzum: Das Ziel meines Vortrags ist eine radikal intersektionale Perspektiven auf das Thema Digitalisierung.

 

Dr. Ute Kalender ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Forschungsprojekt zu Intersexualität an der Charité, forscht und lehrt zu neuen feministischen Digitalbewegungen und arbeitet am FrauenComputerZentrumBerlin e.V. (FCZB).

Weitere Informationen

 

 

Flyer