Die Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung hat Gabi Blum als erste Stipendiatin für das Gile Haindl-Steiner-Stipendium ausgewählt. Die Laufzeit des Stipendiums beträgt zwei Jahre (Jan 2021 bis Dez 2022). Das Stipendium unterstützt die künstlerische Arbeit in München und beinhaltet einen monatlichen Zuschuss zur Atelier- und/oder Wohnungsmiete in Höhe von 500 €, d.h. insgesamt ist es mit 12.000 € dotiert. Künftig wird das Stipendium zweimal pro Jahr vergeben – die nächste Ausschreibung ist im April 2021.


Das Stipendium erinnert an Gile Haindl-Steiner, die die Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung viele Jahre als Mitglied und Vorsitzende des Stiftungsrates geprägt hat. Mit viel Engagement begleitete und förderte sie zahlreiche Künstler*innen auf ihrem Weg. Im September 2019 ist sie überraschend verstorben. In Andenken an ihr jahrzehntelanges Wirken haben wir zum ersten Todestag das Gile Haindl-Steiner-Stipendium ins Leben gerufen.


Die Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung möchte Künstler*innen das Leben und Arbeiten in München erleichtern. Besonders die aktuelle Situation – ausgelöst durch die Corona-Krise – zeigt, wie wichtig es ist, eine lebendige und vielfältige Kunstszene zu unterstützen.


Die Jury hat sich einstimmig für Gabi Blum ausgesprochen, deren vielschichtiges Werk zwischen raumgreifenden begehbaren Installationen mit Performance, Malerei und Video changiert. Sie geht auf den Raum ein, arbeitet mit Menschen, macht diese zu Akteuren ihrer Arbeiten und zu Dokumenten ihrer Zeit. Zudem engagiert sich Gabi Blum für Künstler*innen in München und initiiert Projekte wie „Kunsthaus Raab“ oder „K & K – Bündnis Kunst und Kind“. Der Stiftungsrat möchte mit der Vergabe des Stipendiums an Gabi Blum eine Künstlerin unterstützen, deren Schaffen für München und zahlreiche hier Schaffende eine enorme Bedeutung hat.


Gabi Blum selbst sagt dazu: „Das Stipendium stärkt mir enorm den Rücken, weil es den finanziellen Druck reduziert und mir ein freies, experimentelles Arbeiten ermöglicht.“ Für 2021 steht nun die Realisierung einiger Projekte an, die verschoben wurden, wie beispielweise die Fortführung der Initiative "K&K – Bündnis Kunst und Kind" mit regelmäßigen Treffen, einer Ausstellung und einer ersten Publikation. Weiterhin möchte sie ihren „eigenen Katalog mit Arbeiten der letzten Jahre“ realisieren. Für Frühjahr 2021 ist die Ausstellung „Transformationen" im Cohaus Kloster Schlehdorf geplant, für die u.a. „Interventionen im Ortsgebiet“ geplant sind. „Vielleicht ist jetzt die Zeit, um mehr vor Ort zu arbeiten, das Archiv zu sortieren und die eigene Arbeitsweise zu hinterfragen. Dass wir bisher alle so unglaublich viel gleichzeitig gemacht haben ist ja weder nachhaltig noch gesund und manchmal auch wirklich schade für die Kunst.“

 

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