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title: "Luisa Koch"
date: 2026-08-04
author: "Peter Reill"
categories:
  - name: "Staatsexamen 2026"
    url: "https://www.adbk.de/staatsexamen-2026.md"
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# Luisa Koch

In der Skulpturengruppe "I would never die for my beliefs because I might be wrong" ,einem Bertrand Russell zugeschriebenen Zitat, übertrage ich eine skeptische Haltung gegenüber absoluten Wahrheitsansprüchen auf die Frage nach der Echtheit von Material und Form: Kann ich dem trauen, was ich sehe?

  

 Die Gruppe besteht aus 17 reliefartig angeordneten Figuren, die auf den ersten Blick sehr ähnlich wirken. Sie suggerieren Holz, bestehen jedoch aus unterschiedlichen Materialien: Ein Teil ist tatsächlich aus Eiche geschnitten. Der Stamm, aus dem die Scheiben stammen, ist als Rohmaterial und Zeugnis seiner Zerteilung Teil der Installation. Andere Figuren bestehen aus Karton und Keramik. Auch ihr Gewicht widerspricht dem visuellen Eindruck: Manche wiegen rund 15 Kilogramm, andere nur 300 Gramm.

  

 Die Formen entstammen einem vertrauten, zugleich aber nicht eindeutig auflösbaren Bildrepertoire und eröffnen ein dichtes Feld von Assoziationen. Die Silhouetten verweisen auf die Gothaer Taube, einen frühen Bomber des Ersten Weltkriegs, auf die Taube als religiöses Symbol sowie auf militärische Drohnen aus Pappe. Die Form oszilliert zwischen technischem Gerät, Tiermetapher und engelhafter Erscheinung.

  

 Wie entsteht Vertrauen – in ein Material, eine Form, ein Bild oder eine Überzeugung? Wahrnehmung lässt sich lenken; Authentizität ist keine feste Eigenschaft, sondern erschließt sich oft erst durch Oberfläche, Kontext und Erwartung. In diesem Spannungsfeld sind auch die zur Arbeit erschienenen Karten sowie die Fotografie „Randomisierung" zu verorten.

  

 **Artist Statement**  
Meine multimedialen Arbeiten besiedeln Außen- und Innenräume als rätselhafte Existenzen zwischen Präsenz und Abwesenheit, geben Starrheit und Schwere vor, obwohl sie leicht und verformbar sind und umgekehrt. Ich arbeite oft mit wiederkehrenden Motiven wie Falten, Holzmaserung, Pfeile, Wolken und Schichtungen, die die Oberflächen meiner Werke als oft endlose Muster strukturieren. Es sind ikonographische Zeichen aus dem kollektiven (Bild-) Gedächtnis der westlichen Hoch- und Populärkultur, die uns in unseren gesellschaftlichen Strukturen immer wieder begegnen. Durch widerläufige Materialität, serielle Muster und (verfremdete) Bildsymbolik erforsche ich die Verflechtung von Material, Form und Bedeutung. So konstruiert sich ein stetig wachsendes Zeichensystem, in dem persönliche Bilderinnerungen und biografische Fragmente in universale Fragen des Menschseins münden – während die Mechanismen einer von Konsum und Wiederholung durchzogenen Kultur hindurchscheinen. Die Werke operieren im Feld der Allegorie: Bedeutungen erschließen sich nur bruchstückhaft; ihr Reiz liegt im Ungefähren, im Ambivalenten.


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**Webseite:** http://www.luisakoch.com/

**Instagram:** https://www.instagram.com/luisakochcreating

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**Raum:** Kolosssaal - A.U1.08

**Klasse:** Klasse Prof.in Ursula Rogg

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