Die hier dokumentierten Vorträge stammen aus den interdisziplinären Vortragsreihen des cx. Sie bilden diese nicht komplett ab, da nicht alle Referent*innen der Veröffentlichung zugestimmt haben. Die vollständige Liste der Referent*innen finden Sie hier nach Jahresthemen geordnet:

https://www.adbk.de/de/lehrangebot/cx-centrum-fuer-interdisziplinaere-studien/archiv-jahresthemen.html

 

 

Screening und Gespräch mit Michael Kohtes, Wilfried Weiser und Pola Sieverding
Datum: FR 03.10.2018 I 19:00 Uhr
Ort: Vulkanstrasse 27 I 40227 Düsseldorf

Screening: 2018, 55 Minuten. Ein Film von Pola Sieverding



In VULKANSTRASSE begleitet die Kamera Wilfried Weiser durch Fotoalben und Erzählungen seines Lebens, das eng verwoben ist mit dem deutschen Boxsport der 80er und 90er Jahre. Die Gegend um die Vulkanstraße ist der letzte Teil des ehemaligen Düsseldorfer Rotlichtviertels. In direkter Nachbarschaft zum nordafrikanisch geprägten Viertel um die Ellerstraße ist heute überall Sperrbezirk, außer am Bahndamm. Hier wurde ein Haus geschaffen, das jeder vom Zug aus sieht und kennt. Hunderte Prostituierte bieten im Hinterhofmilieu ihre Dienste an. Gleich daneben findet man die letzten Zeichen einer Legende: die Kneipe "Beim Box-Papst" wird von außen geziert durch die Konterfeis großer Boxer. Vorne eine Kneipe mit unzähligen Fotos vergangener Siege und Protagonisten an den holzvertäfelten Wänden, die geradezu ein Prototyp der deutschen Eckkneipe ist und dahinter die Boxhalle, einst Trainingsring für Box-Weltmeister wie Graciano Rocchicciani, Henry Maske oder Daisy Lang.

Es ist eine Geschichte, die von der Entwicklung eines Viertels handelt und die Lebenstationen der dort ansässigen Menschen nachzeichnet. Es geht um Körper, die in den Ring steigen oder sich auf der Strasse anbieten, die Erleichterung im Alkohol suchen und sich sehnen nach einem Früher und selber mit dem Alter konfrontiert sind. Es sind Figuren, die nach dem Glück suchen, es finden und wieder verlieren, deren Bühne die Strasse, vorallem aber die beleuchtete Arena ist. Es ist auch ein Stück Bundesrepublikanische Geschichte, die im Millieu erzählt wird und den Stadtteil Oberbilk in Düsseldorf, geprägt durch die Stahlindustrie des frühen 20. Jahrhunderts, Prostitution und Migration, dennoch nicht verlassen muss. Der Film entstand im Rahmen von VON FREMDEN LÄNDERN IN EIGENEN STÄDTEN, einem Projekt von MAP Markus Ambach Projekte in Düsseldorf. Die Ausstellung an unterschiedlichen Orten im öffentlichen Raum ist noch bis 19. August 2018 zu sehen. 

 

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