Die hier dokumentierten Vorträge stammen aus den interdisziplinären Vortragsreihen des cx. Sie bilden diese nicht komplett ab, da nicht alle Referent*innen der Veröffentlichung zugestimmt haben. Die vollständige Liste der Referent*innen finden Sie hier nach Jahresthemen geordnet:

https://www.adbk.de/de/lehrangebot/cx-centrum-fuer-interdisziplinaere-studien/archiv-jahresthemen.html

 

Diskussion mit Michael Hofstetter / Künstler und Theoretiker und  Sybille Ebert-Schifferer / Kunsthistorikerin

Datum: DI 23.10.2018 | 20:00 Uhr

Ort: Salon Luitpold im Café Luitpold | Briennerstr. 11 | München

 

Michael Hofstetter und Sibylle Ebert-Schifferer diskutieren die Frage „Muss gute Kunst Avantgarde/revolutionär sein?“. 

 

 

Michael Hofstetter überschreitet in seinen Werken das Autonomiepostulat der modernen Kunst und holt den Betrachter als Benutzer in und bisweilen auf sein Werk. Er spielt mit dem unentschiedenen Status des Kunstwerks zwischen Intentionslosigkeit und Inbesitznahme durch die Rezeption. Hofstetter ist Fotograf – auch wenn seine Kunstwerke keine Fotografien sind. Denn die Fotografie ist mehr als eine Technik: Sie bestimmt den Blick des Betrachters. Sie verwandelt das offene Schauen auf Welt in einen aneignenden Blick und vollzieht so einen Perspektivenwechsel: Kunst ist nicht mehr, wie es die erste Avantgarde der Moderne verkündete, das Labor einer offenen und besseren Zukunft – Kunst ist immer schon verstrickt in das Begehren des Betrachters und damit ein Ereignis der Vergangenheit. Was ist dann aber heute Avantgarde? Warum muss der „neue akademische“ Künstler sein Werk auch erklären und einordnen können, um dem Diktat der Diskursivität als Erfolgsvoraussetzung zu folgen? Ist „zeitgenössische Kunst“ vollkommen entschlackt von jeglichem wirklichen Inhalt? Sind Ort- und Zeitlosigkeit notwendige Voraussetzungen für den boomenden Kunstmarkt? Welche Rolle spielte die historisierende Transformation, die Postrationalisierung durch die Kunsthistoriker? 

 

Michael Hofstetter studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Tübingen, Malerei und Graphik an der Akademie der Bildenden Künste in München und Fotografie an der School of Visual Arts New York. Seit 1993 lehrt er in verschiedenen Positionen an der Akademie der Bildenden Künste München und hat verschiedenste Preise gewonnen. Seine Werke sind u.a. in die Sammlungen der Städtische Galerie Lenbachhaus, der BMW Group, Kunststiftung Altana und Allianz aufgenommen worden.

 

Sybille Ebert-Schifferer ist Kunsthistorikerin. Neben dem Studium der Musikwissenschaft, der Theaterwissenschaft, der Philosophie und der Kunstgeschichte an der LMU und der TU Berlin, war sie zuerst als Regieassistentin und Dramaturgin aktiv. Nach Stationen als Ausstellungsmacherin in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main und als Direktorin des Hessischen Landesmuseums in Darmstadt, leitete Sie als Generaldirektorin die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.  Von 2001 bis 2018 war sie Direktorin an der Bibliotheca Hertziana, dem Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom. Sie ist ausgewiesene Caravaggio-Expertin. 

 

www.cafe-luitpold.de