Die hier dokumentierten Vorträge stammen aus den interdisziplinären Vortragsreihen des cx. Sie bilden diese nicht komplett ab, da nicht alle Referent*innen der Veröffentlichung zugestimmt haben. Die vollständige Liste der Referent*innen finden Sie hier nach Jahresthemen geordnet:

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Gruppenausstellung mit Dieter Rehm
Eröffnung: Mi | 13.02.2019 | 19:00 Uhr
Datum: Do | 14.02.2019
Sa | 16.03.2019
Ort: GALERIE ANDREAS BINDER | Knoebelstrasse 27 | München



Die Ausstellung HORIZON präsentiert Gemälde, Foto- und Videoarbeiten, Skulpturen, Grafiken sowie Papierarbeiten moderner und zeitgenössischer Künstler, die sich motivisch der Darstellung des Horizonts widmen.
Die künstlerische Fokussierung auf den Horizont als Linie in der Ferne, an der sich Himmel und Erde bzw. Wasser scheinbar berühren, macht hier die Unendlichkeit des Universums im mikrokosmischen Abbild sichtbar. Gleichzeitig verweisen die ausgestellten Werke auf die Elemente Wasser, Erde und Luft als Grundlage allen Lebens und eröffnen so Fragen nach der Entfremdung des Menschen von der Natur und ihrer Bedrohung durch den Menschen.
Abbildungen des Horizonts haben in der westlichen Kunsthistorie eine lange Tradition. Sei es das Seestück als eigene Gattung oder die Epoche des Impressionismus, die aus dem Versuch der Darstellung von Stimmungen in der Natur hervorging. Stets stand der Horizont als Symbol für die Überschreitung von Grenzen für die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Und so spannt auch die Ausstellung HORIZON den Bogen vom impressionistischen Werk Pissarros hin zu zeitgenössischen Werken, die allesamt genreübergreifend in der sowohl figurativen als auch abstrakten Darstellung der Weite des Horizonts auf die Fähigkeit der Kunst das Unsichtbare sichtbar zu machen verweisen.
Figurative Malereien, Papierarbeiten und Fotografien bilden hier eine Einheit mit den stark reduzierten, beinahe abstrakten Werken von Julio Rondo, Giovanni Castell und Daniel Knorr. Gleichzeitig zeigen die Landschaftsgemälde von Matthias Meyer, Jan Davidoff, Paul Winstanley und Yigal Ozeri ebenso wie die Grafik- und Papierarbeiten von Gerhard Richter, Tina Berning und Ariamna Contino in ihren subjektiven Blickweisen auf den Horizont die End-, Zeit- und Geschichtslosigkeit der Natur. Es scheint, als habe das Zeitalter, in dem in der Technik und der Kunst alles möglich ist, zur Rückbesinnung auf die Natur als künstlerisches Sujet geführt. Und so wirken auch die nahezu dokumentarischen Fotoarbeiten der Künstler Izima Kaoru, Philipp Lachenmann, Dieter Rehm und Stefan Hunstein wie die Reaktion auf die allgegenwärtige Skepsis gegenüber der Manipulierbarkeit des Bildes und die bewusste Rückbesinnung auf die Elemente der Natur als Grundlage alles Wahrnehmbaren.
Die Auflösung der Dichotomie von Kunst und Natur angesichts der Bedrohung der Natur durch die Verschmutzung von Erde, Wasser und Luft wird in HORIZON sichtbar und macht den Ausstellungsraum so zur Projektionsfläche des Wunsches nach einem Leben in Einheit mit der Natur als Konstante unseres Daseins.

(Leni Senger)