13.01.2015

Panel Kalkuliert mit Kontingenz, Jahresthema 2014/15: Die Gegenwart der Zukunft

 

Panel „Kalkuliert mit Kontingenz“, cx-Vortragsreihe „Gegenwart der Zukunft“
cx centrum für interdisziplinäre studien, Akademie der Bildenden Künste München

 

Die cx-Vortragsreihe „Gegenwart der Zukunft“ findet ihre Fortsetzung mit der bekannten italienischen Soziologin Elena Esposito und der international erfolgreichen Künstlerin Nora Schultz. Unter dem Titel „Kalkuliert mit Kontingenz“ diskutieren die Professorin für Kommunikationssoziologie an der Universität in Modena und die in Berlin und New York lebende Künstlerin über Wege und Mittel, Kontingenz und Unerwartetes in wissenschaftliche Prognosen und künstlerische Fiktionen des Zukünftigen miteinzubeziehen.

 

Espositos Beitrag zur Veranstaltung knüpft an ihr Buch Die Fiktion der wahrscheinlichen Realität an. In ihm zeigt die Wissenschaftlerin auf, dass zwischen zukünftigen Prognosen, die auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen beruhen, und Fiktionen zukünftiger Welten kein wesentlicher Unterschied besteht. Wahrscheinlichkeitsrechnungen sind kaum dafür geeignet Zukunft vorherzubestimmen, sondern stellen vielmehr selbst eine Quelle spezifischer Risiken dar. Der große Nachteil ihrer Formalisierung besteht vor allem in der Unfähigkeit, Wechselwirkungen, Rückbezüglichkeiten und Kontingenz zu berücksichtigen.



Elena Esposito lehrt Kommunikationssoziologie an der Universität Modena/Reggio Emilia. Sie arbeitet mit einem systemtheoretischen Ansatz hauptsächlich zu Fragen der sozialen Verwaltung der Zeit, etwa zu Gedächtnis und Vergessen, Mode und Vergänglichkeit, Wahrscheinlichkeitskalkül, Fiktion und Gebrauch der Zeit im Finanzwesen. Ihre gegenwärtigen Forschungsprojekte konzentrieren sich auf Möglichkeit und Formen des Vergessens im Web und die Verbreitung von Ratings und Rankings für die Informationsverwaltung. Zu ihren Monographien zählen: Die Zukunft der Futures. Die Zeit des Geldes in Finanzwelt und Gesellschaft (2010, engl. 2011); Die Fiktion der wahrscheinlichen Realität, 2007; Die Verbindlichkeit des Vorübergehenden. Paradoxien der Mode (2004); Soziales Vergessen. Formen und Medien des Gedächtnisses der Gesellschaft (2002).