26.11.2019

Panel (Im)materialien der Exzesse, Jahresthema 2019/20: Exzess

 

Panel „(Im)Materialien der Exzesse“, cx-Vortragsreihe „Exzess“
cx centrum für interdisziplinäre studien, Akademie der Bildenden Künste München

 

Der Fokus des Panels mit dem Titel „(Im)Materialien der Exzesse“ liegt auf der exzessiven Zirkulation von Bildern, Informationen und Affekten in den digitalen Kommunikationstechnologien. Hans Block und Moritz Riesewieck, die als Autoren, Theater-, Film-, und Hörspielproduzenten arbeiten, stellen ihren mehrfach ausgezeichneten Debütfilm The Cleaners (2018) vor. Dem Film liegt eine langjährige Recherche über die Content-Moderator*innen von Social Media-Plattformen zu Grunde, die unzählige Bilder und Videos sichten müssen und entscheiden, was im Internet für alle sichtbar bleibt. Die Moderator*innen, die häufig schlecht bezahlt und outgesourct u.a. in Manila, der Hauptstadt der Philippinen arbeiten, sind dabei immer wieder mit verstörenden Bildern konfrontiert, da durch die Art und Weise, wie Social Media, Aufmerksamkeit über Klicks und Likes erzeugt, Extreme aller Arten befördert werden.

 

Moritz Riesewieck und Hans Block entwickeln zusammen unter dem Namen Laokoon crossmediale Erzählformate. Die Legende von Laokoon, der die Gefahr des Trojanischen Pferdes als erster erkannte, dient ihnen dabei als Vorbild. Ihr Debütfilm The Cleaners feierte auf dem Sundance Filmfestival 2018 seine Weltpremiere, wurde seitdem weltweit auf über 70 internationalen Filmfestivals, in Kinos und im Fernsehen gezeigt, war für einen Emmy und den Deutschen Fernsehpreis nominiert und wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Prix Europa für den besten europäischen TV-Dokumentarfilm 2018 und dem Grimme-Publikumspreis 2019. Der Theater-, Hörspiel- und Filmregisseur sowie Musiker Hans Block studierte Schlagzeug an der Universität der Künste und Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Er entwickelt eigene Theater-Inszenierungen (u.a. am Maxim Gorki Theater Berlin, Schauspiel Frankfurt, Münchner Volkstheater), mit denen er unter anderem zum Regiefestival „Radikal Jung“ oder dem Regiestudio am Schauspiel Frankfurt eingeladen wurde. Sein Hörspiel Don Don Don Quijote – Attackéee wurde beim internationalen Hörspielfestival mit dem Prix Marulić ausgezeichnet. Der Autor, Theater- und Filmregisseur Moritz Riesewieck kam nach Regieassistenzen an der Berliner Schaubühne, dem Thalia Theater Hamburg und der Volksbühne Berlin sowie einigen Semestern Wirtschaftswissenschaft für das Regiestudium an die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Seine Theaterarbeiten wurden unter anderem am Schauspiel Dortmund, beim Internationalen Forum des Berliner Theatertreffens und in Mexico City gezeigt. Für seine Diplomarbeit Voiceck wurde er 2015 zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen und mit dem Elsa-Neumann-Stipendium des Landes Berlin ausgezeichnet. 2017 ist sein Essay Digitale Drecksarbeit – Wie uns Facebook & Co. von dem Bösen erlösen bei dtv erschienen.