Die hier dokumentierten Vorträge stammen aus den interdisziplinären Vortragsreihen des cx. Sie bilden diese nicht komplett ab, da nicht alle Referent*innen der Veröffentlichung zugestimmt haben. Die vollständige Liste der Referent*innen finden Sie hier nach Jahresthemen geordnet:

https://www.adbk.de/de/lehrangebot/cx-centrum-fuer-interdisziplinaere-studien/archiv-jahresthemen.html

 

„+49 173 37 42 908“
Eröffnung: So | 17.02.2019 | 18:00 Uhr
Datum: Mo | 18.02.2019
So | 24.02.2019
Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist während der gesamten Öffnungszeit der U-Bahn Station von außen einsehbar.

 

Der tagesaktuelle Kontostand, die private Handynummer, Videoaufnahmen aus jedem Raum der eigenen Wohnung, Fotos von jedem einzelnen Gegenstand, den man besitzt — wie sähe das eigene Leben wohl aus, wenn diese Informationen öffentlich wären?

Was für viele klingen dürfte wie ein Albtraum, ist eine Kurzbeschreibung der vier Arbeiten in Simon Freunds Ausstellung ‘+49 173 37 42 908‘. 

Um die Kunstwerke zu betrachten oder mit ihnen zu interagieren, müssen die Besucher selbst zum Smartphone greifen: Die gezeigten Werke können rund um die Uhr auf einer jeweils eigenen Webseite besichtigt werden. 

In seiner Arbeit allipossess.com fotografiert Freund seit 2006 fortlaufend alle Dinge, die er besitzt; countless.info zeigt seinen tagesaktuellen Kontostand; fiverooms.cam zeigt auf fünf Bildschirmen 24-stündige Videoaufnahmen aus jedem Raum in Freunds Wohnung.

Gestört wird die Ausstellung durch unregelmäßig ertönendes Klingeln, welches auf die vierte Arbeit zurückzuführen ist: Freunds persönliches Smartphone wird über die Dauer der Veranstaltung zum Kunstwerk und öffentlich einsehbar.  „+49 173 37 42 908“ ist indes nicht einfach der abstrakte Titel der Ausstellung, es ist die tatsächliche Handynummer des Künstlers. Wer sind die Leute, die das Handy zum Klingeln bringen und damit die Stille der Galerie stören? Besorgte Verwandte und Freunde oder neugierigeBesucher, die nicht glauben können, dass jemand tatsächlich seine private Handynummer preisgibt?

Die Ausstellung lädt dazu ein, in die Welt des Künstlers einzutauchen und darüber nachzudenken, wie persönlich oder oberflächlich diese Einblicke wirklich sind. Was erfährt man über jemanden, der sein Leben so radikal transparent macht? Wie sähe ein Leben ohne Smartphone aus? Wiesehr bestimmen unsere Vorstellungen von Selbstdarstellung und Fremdwahrnehmung den eigenen Alltag?

In einer Zeit, in der wir sozialen Medien und Smartphones immer kritischer gegenüberstehen, gleichzeitig aber immer abhängiger von ihnen werden, lohnt es sich, über diese Fragen nachzudenken.


Programm:

Begleitet wird die Ausstellung von einer Vortragsreihe bei der täglich ab 20:00 eine Münchner Persönlichkeit anhand ihres eignen Social Media Profils einen Social Media Kanal ihrer Wahl vorstellt. Im Anschluss gibt es eine offene Diskussion über das entsprechende Medium und verschiedene DJs legen ihre Lieblingssongs über das iPhone auf.

Sonntag, 17.02.2019, 18:00 – 22:00 
Vernissage – Künstlergespräch – Simon Freund

Montag, 18.02.2019, 20:00
Künstler als Influencer – Die digitale Selbstdarstellung von Cindy Sherman,Wolfgang Tillmans und Banksy auf Instagram – Carolin Wittmann

Dienstag, 19.02.2019, 20:00
Instagram – Daniel Walcher (@daniel_walcher)

Mittwoch, 20.02.2019, 20:00
Twitter – Polizei München (@PolizeiMuenchen)
im Anschluss: Team Hula – finest tunes

Donnerstag, 21.02.2019, 20:00
Tinder – Sharon Rose
im Anschluss: Gute Zeit – back to back

Freitag, 22.02.2019, 20:00
Facebook – Kerem Schamberger (@keremschambergersblog)

Samstag, 23.02.2019, 20:00
TikTok – Fetteseekuh
im Anschluss: Fetteseekuh – DJ Team

Sonntag, 24.02.2019, 16:00 – 22:00
Finissage – one track one phone