Die hier dokumentierten Vorträge stammen aus den interdisziplinären Vortragsreihen des cx. Sie bilden diese nicht komplett ab, da nicht alle Referent*innen der Veröffentlichung zugestimmt haben. Die vollständige Liste der Referent*innen finden Sie hier nach Jahresthemen geordnet:

https://www.adbk.de/de/lehrangebot/cx-centrum-fuer-interdisziplinaere-studien/archiv-jahresthemen.html

 

„1 - 6“
Eröffnung: Mo | 25.03.2019 | 19:00 Uhr
Datum: Di | 26.03.2019
Do | 04.04.2019
Öffnungszeiten: 15:00 - 17:00 Uhr



Eunji Seos großformatige Gemälde sind in zarten Farbtönen gehalten. Über die monochromen, beinahe weißen Bildgründe zieht sich eine gleichmäßige Struktur aus dicht gesetzten horizontalen Bleistiftlinien. 
Die klare, minimalistische Formensprache verleiht den Arbeiten eine ruhige, beinahe meditative Wirkung, wobei die feinteilige Strichelung zugleich eine optische Vibration erzeugt. Leichte Unregelmäßigkeiten der von Hand gezogenen Linien beleben die strenge Komposition und lassen sie atmen. 

In ihrem künstlerischen Konzept bezieht sich Seo direkt auf „Differenz und Wiederholung“, ein grundlegendes Werk des französischen Philosophen Gilles Deleuze. Die vorbereitenden Handlungen, mit denen die Künstlerin die Rahmenbedingungen jedes Werkes absteckt, sind routinemäßig ausgeführte „Wiederholungen“. So wird der Abstand wie auch die Länge der Linien, die den Bildaufbau definieren, durch eine zufällige, weil gewürfelte, Zahl festgelegt. Diese ist als Ergebnis der formalisierten Vorgehensweise zugleich ihr einziges veränderliches Moment und beschreibt damit eine „Differenz“, - ebenso wie die Unregelmäßigkeiten der handgezogenen Linien eine Abweichung vom ansonsten mathematisch exakten Bildschema bedeuten.

Analog zur Differenztheorie von Gilles Deleuze sind die gezeigten Arbeiten ein Vermittlungsversuch zwischen gegensätzlichen Prinzipien wie „Differenz“ und „Wiederholung“, „Chaos“ und „Ordnung“ oder „Zufall“ und „Notwendigkeit“. 

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