Jahresthema „Hybride Ökologien“
Interdisziplinäre Vortragsreihe (WS 2016/17)

15.12.2016
(Bio)Politische Ökologien
mit Ferhat Taylan und Simon Starling

 

Ferhat Taylan ist Postdoc-Forscher in Philosophie an der Université de Liège im Rahmen des belgischen Fonds für wissenschaftliche Forschung (FNRS) sowie Programmdirektor am Collège International de Philosophie in Paris. Außerdem hat er Umweltphilosophie an der Nanterre Universität in Paris gelehrt. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf den modernen Kategorien des Umweltwissens und ihrer Bedeutung in der Umwelt-Gouvernementalität. Für seine Promotion untersuchte er den französischen Begriff des „milieu“ als einer alternativen Tradition zur darwinistischen Ökologie. Taylan ist, zusammen mit C. Lavak und L. Paltrinieri, Ko-Autor von Marx & Foucault. Lectures, usages, confrontations (La Découverte, 2015), und sein Aufsatz zur historischen Epistemologie, Du concept aux rationalités. Héritage et actualité de l'épistémologie historique (Editions Matériologiques) ist im Erscheinen. Darüber hinaus ist er Herausgeber von Michel Foucault’s Collège de France-Serie in der Türkei.

 

Simon Starling lebt und arbeitet in Kopenhagen und Berlin. Er studierte an der Glasgow School of Art und gehört zu den führenden Künstlern seiner Generation. In seiner multimedialen Arbeit (Film, Installation und Fotografie) beschäftigt er sich u.a. mit der Geschichte von Kunst und Design, mit wissenschaftlichen Entdeckungen sowie globalen wirtschaftlichen und ökologischen Fragen. Er vertrat Schottland bei der 50. Biennale di Venezia (2003), und wurde 2005 mit dem Turner Prize für seine Arbeit Shedboatshed ausgezeichnet. Von 2003 bis 2013 lehrte er als Professor für Bildende Kunst an der Städelschule in Frankfurt. Starlings Werke wurden bereits weltweit in Einzelausstellungen gezeigt, u.a. in der Villa Arson in Nizza, im Museum für Gegenwartskunst in Basel, im Mass MOCA in North Adams, USA, in der Tate Britain in London, in der Stuttgarter Staatsgalerie und am MUMA in Melbourne, und sie sind in international bedeutenden Sammlungen vertreten, u.a. in der Astrup Fearnley Collection; Museet for Moderne Kunst, Oslo; Castello di Rivoli, Turin; Gallery of Modern Art, Glasglow; Tate Modern, London; Moderna Museet, Stockholm und dem Solomon R. Guggenheim Museum, New York.

Arbeitsstipendium für das akademische Jahr 2017/18 („Politik der Emotionen/Macht der Affekte“)

in Höhe von 3.000 Euro

Dieses Wintersemester 2017/18 besteht für Studierende der Akademie der Bildenden Künste, die am gegenwärtigen Jahresprogramm des cx teilnehmen, zum zweiten Mal die Möglichkeit sich um ein Arbeitsstipendium für das Sommersemester 2018 zu bewerben. Das Stipendium in Höhe von 3.000 Euro wird für ein künstlerisches (Forschungs-)Vorhaben vergeben, das einen inhaltlichen Bezug zum Jahresthema „Politik der Emotionen/Macht der Affekte“ aufweist und auf einer interdisziplinären Kooperation (mit einem/einer Vertreter_in eines anderen Fachbereichs) basiert.

Ziel des Stipendiums
Gestiftet wurde das Arbeitsstipendium von SoNet – Soziales Netzwerk e.V. Ziel des Stipendiums ist es, bereits in der künstlerischen Ausbildung ein Denken zu fördern, das Fachgrenzen überschreitet und kritisch zu gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen beitragen kann. Dabei sollen, entgegen dem üblichen ergebnis- und nutzenorientierten Denken, künstlerische Prozesse und die künstlerische Beschäftigung mit relevanten Fragestellungen unserer Zeit im Vordergrund stehen. In Absprache mit dem cx wird deshalb das Stipendium ausdrücklich als jährliches Arbeitsstipendium ausgelobt, das der/dem Stipendiaten_in eine intensive disziplinübergreifende Auseinandersetzung mit einer bestimmten Fragestellung ermöglichen soll – ohne Verpflichtung, am Ende der Förderphase ein fertiges Kunstwerk präsentieren zu müssen.

Zeitrahmen
Einreichungsfrist für die Projektvorschläge war der 30. Januar 2018. In einer anschließenden Jurysitzung Ende Januar wird der/die Stipendiat_in von einer Jury bestehend aus akademieexternen und -internen Mitgliedern ermittelt. Das eigentliche Projektvorhaben soll im Sommersemester 2018 begonnen bzw. bis Herbst realisiert werden, so dass im Oktober 2018 (erste) Ergebnisse und Erkenntnisse des Projekts in einem Vortrag/einer Präsentation vorgestellt werden können. Format und Umfang dieser Präsentation bleibt dem/der Stipendiat_in überlassen.

Inhaltliche und künstlerisch-praktische Betreuung
Durch die Ansiedelung des Stipendiums am cx centrum für interdisziplinäre studien und die inhaltliche Anbindung an die jeweiligen Jahresthemen kann der/die Studierende auf einen umfassenden theoretischen, aber auch künstlerisch-praktischen Input für sein/ihr (Forschungs-)Vorhaben zurückgreifen. Gerade in Vorbereitungsphase der Projektanträge im Wintersemester ist der Besuch der Vortragsreihe und die Teilnahme an einem der Seminare des cx deshalb sogar ausdrücklich erwünscht; als mögliche/r Betreuer/in für die künstlerisch-praktische Umsetzung des Vorhabens kommen zudem die cx-Gastprofessor_innen im Sommersemester in Frage. Darüber hinaus stehen die Lehrenden des cx grundsätzlich als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung, wenn es um die Konkretisierung der Projektvorschläge, die Suche und Kontaktierung möglicher Projektpartner und die spätere Umsetzung des Vorhabens geht.

Dotierung
Das Stipendium ist mit 3.000 Euro dotiert. Das Geld steht nach Vergabe des Stipendiums im Februar 2018 ohne weitere Verwendungsauflagen als Unterstützung für die Durchführung/Verfolgung des Projektvorhabens zur Verfügung.

Anmeldung
Interessent_innen, die sich für das Stipendium bewerben möchten, werden gebeten, sich am Anfang des Wintersemesters (bis ca. 30. November 2017) bei einem der Lehrenden des cx zu melden (susanne.witzgall@adbk.mhn.de; kesting@adbk.mhn.de; fogelberg@adbk.mhn.de). Genauere Angaben zum Umfang und Form der Projektanträge werden noch bekanntgegeben. Bewerben können sich alle Studierenden der Akademie der Bildenden Künste, die in dem besagten akademischen Jahr an der Hochschule eingeschrieben sind. Es richtet sich jedoch insbesondere an interdisziplinär interessierte Studierende der höheren Semester.

Zum Stifter
Der Dachverband SoNet – Soziales Netzwerk München e.V. ist Ausgangspunkt für unterschiedlichste Initiativen und Projekte. Ziel ist es, durch Synergien einen Mehrwert für alle Beteiligten zu schaffen. Als aktives Netzwerk und Ideenschmiede wollen die Mitglieder darüber hinaus mutige und unorthodoxe Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entwickeln und Veränderungen anstoßen. Dabei sollen möglichst viele Akteur_innen der Stadtgesellschaft eingebunden werden.

Das Stipendium korrespondiert mit zwei:eins – Der Münchner Preis für Kunst. Er wird seit 2015 ebenfalls von SoNet jährlich vergeben. Ausgezeichnet wird auch hier eine Projektidee aus dem Bereich der Bildenden Kunst, die mit einem außerkünstlerischen Feld, einer wissenschaftlichen Disziplin, aus dem sozialen Sektor oder vergleichbarem Bereich kooperiert. Hierfür steht auch die Namensgebung „zwei:eins“. In diesem Sinne wird auch eine Vernetzung der Preisträger und der Stipendiaten angestrebt. Entwickelt wurde der Preis im kontinuierlichen Austausch mit einem Netzwerk namhafter Akteur_innen der Münchner Kunst- und Kulturszene und er wird auch weiterhin von diesem Netzwerk getragen, vergeben und begleitet.


Bewerbung

Bitte bis 30. Januar 2018 einreichen:

  1. Biographie mit entsprechenden Kontaktdaten
(bitte auch Klasse/Studiengang und Semesterzahl angeben) – ca. 1 bis 2 Seiten
  2. Nennung und weiterführende Angaben zum/zur Kooperationspartner_in inklusive Kontaktdaten – ca. 1 Seite (der potentielle Kooperationspartner_in sollte entsprechend informiert sein und sein Einverständnis zur Durchführung des gemeinsamen Projektes gegeben haben)
  3. Beschreibung des interdisziplinären Projektvorhabens – ca. 2 bis 3 Seiten
  4. Portfolio mit früheren Arbeiten

Bitte die Unterlagen entweder in fünffacher Ausführung beim cx abgeben (bei Susanne Witzgall, Marietta Kesting, oder Karianne Fogelberg) oder dem cx in einfacher ausgedruckter Ausführung und zusätzlich in digitaler Form zukommen lassen (info_cx@adbk.mhn.de).

Jahresthema „Politik der Emotionen/Macht der Affekte“
Interdisziplinäre Vortragsreihe (WS 2017/18)

 

05. Dezember 2017

Affektive Atmosphären

mit Ben Anderson und Jace Clayton

 

Ben Anderson, Professor für Humangeografie am Lehrstuhl für Geografie an der Durham University, hat seinen MA und seine Promotion an der Sheffield University erworben. In den letzten fünf Jahren hat er hauptsächlich zu der Frage geforscht, inwieweit in Notsituationen auftretende Affekte wie Hoffnung und Angst Bestandteil des gegenwärtigen politischen und kulturellen Lebens sind. Mit Unterstützung des Phillip Leverhulme Prize erarbeitet er gegenwärtig eine Genealogie der Geburt der „Katastrophe als Normalzustand“. Seine gegenwärtige Arbeit beschäftigt sich mit den „affizierten Leben“ im Neoliberalismus und beinhaltet, gemeinsam mit Helen Wilson, aktuell die Erforschung der Stimmungen und Atmosphären, die sich um das Ereignis des Brexit sammeln, insbesondere in der Unsicherheit zwischen dem Ergebnis des Referendums und dem tatsächlichen Austritt aus der EU. Andersons Monografie Encountering Affect: Capacities, Apparatuses, Conditions (Routledge) ist 2014 erschienen.

 

 

Der Künstler und Autor Jace Clayton, der auch als DJ/rupture bekannt ist, lebt und arbeitet in New York. Sein besonderes Interesse gilt der Frage, in welchem wechselseitigen Verhältnis Sound, Erinnerung und öffentlicher Raum zueinander stehen und miteinander agieren. Diese Frage erforscht er interdisziplinär und mit besonderem Fokus auf sozio-ökonomisch benachteiligte Gemeinschaften und den globalen Süden. Als DJ/rupture hat er mehrere, von der Kritik gepriesene Alben herausgebracht und fünf Jahre lang eine wöchentliche Radioshow auf dem Sender WFMU moderiert. Clayton wurde vielfach ausgezeichnet, aktuell mit der UNC-CH/Duke Nannerl Keohane Gastprofessur, 2014 als New York Foundation for the Arts Nonfiction Literature Fellow, im Jahr zuvor mit dem Creative Capital Performing Arts Stipendium sowie mit verschiedenen Artist-in-Residence-Programmen, u.a. am Lower Manhattan Cultural Council und im Eyebeam Art + Technology Atelier. Seit 2013 gehört er der Musik- und Sound-Fakultät des MFA Programm am Bard College an. Clayton tritt weltweit auf und hat Künstlervorträge an Museen, Universitäten und anderen Institutionen gehalten. Sein Buch Uproot: Travels in 21st Century Music and Digital Culture ist 2016 erschienen (Farrar, Straus and Giroux).

 

Jahresthema „Politik der Emotionen/Macht der Affekte“
Interdisziplinäre Vortragsreihe (WS 2017/18)

 

2. November 2017

Am Anfang war die Emotion

mit Antonio Damasio

 

Antonio Damasio ist Professor für Neurowissenschaften, Psychologie und Neurologie an der University of Southern California, Los Angeles und Direktor des dortigen Brain and Creativity Institute. Ein Schwerpunkt seiner jahrelangen Forschungsarbeit, u.a. am University of Iowa Medical Center, liegt auf dem Verhältnis zwischen Emotion und Verstand bzw. der eng vernetzten Wechselwirkung und gemeinsamen evolutionären Entwicklung von Gefühl und Kognition. Für seine Arbeit wurde er über die Jahre mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter mit dem Honda-Preis, dem Prinz-von-Asturien-Award und, gemeinsam mit seiner Frau, der Neurologin und Neurowissenschaftlerin Hanna Damasio, dem Pessoa-, dem Signoret- und dem Cozzarelli-Preis. Damasio ist Fellow der American Academy of Arts and Sciences, der National Academy of Sciences, der European Academy of Science and Arts sowie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Seine Bücher, darunter Descartes' Irrtum (List, 1995) und Ich fühle, also bin ich (List, 2000), sind internationale Bestseller und wurden in über 30 Sprachen übersetzt. Für Selbst ist der Mensch (Siedler, 2011) wurde er mit der Corine ausge-zeichnet. Sein neuestes Werk Im Anfang war das Gefühl bestimmt das Gefühl als zentrale Voraussetzung für den Ursprung der menschlichen Kultur und ist 2017 bei Siedler erschienen.


Dr. Angelika Nollert ist seit dem 1. Mai 2014 Direktorin der „Neue Sammlung – The International Design Museum Munich".

 

 

Angelika Nollert studierte nach einer Bankausbildung Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik an den Universitäten Würzburg und Münster. Sie arbeitete für Ausstellungsprojekte in verschiedenen Museen, u.a. für „Skulptur. Projekte in Münster 1997". Von 1997 bis 2000 war sie Kuratorin des „Portikus" in Frankfurt am Main und übernahm 2001/2002 die Projektleitung der „documenta 11" in Kassel. Von 2002 bis 2007 leitete sie den Bereich Bildende Kunst beim „Siemens Arts Program" in München und von 2007 bis 2014 das „Neuen Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design" in Nürnberg.

 

http://www.die-neue-sammlung.de/

 

Jahresthema „Hybride Ökologien“
Interdisziplinäre Vortragsreihe (WS 2016/17)

 

03.11.2016

Dunkle Ökologien

mit Ursula Biemann und Timothy Morton

 

Ursula Biemann ist Künstlerin, Autorin und Video-Essayistin, sie lebt in Zürich. Ihre künstlerische Arbeit ist forschungsorientiert und umfasst Feldforschung an abgeschiedenen Orten, wo sie die politischen Ökologien von Wäldern, Öl und Wasser recherchiert. In ihrer Videopraxis verschränkt sie weite filmische Landschaften mit dokumentarischem Filmmaterial, Science-fiction-Poesie und akademischen Untersuchungen zu einer Erzählung der sich verändernden planetaren Realität. Ihre Videoarbeiten wurden bei den internationalen Kunst-Biennalen in Istanbul, Liverpool, Sevilla, Shanghai, Gwangiu, Montreal und Venedig gezeigt und sind weltweit in Museen vertreten. 2013 hatte sie eine Einzelausstellung im Neuen Berliner Kunstverein n.b.k.. Biemann ist Herausgeberin von Stuff it – The Video Essay in the Digital Age und anderen Büchern. Biemann hat an der School of Visual Arts und dem Whitney Independent Study Program in New York studiert und ist Gründungsmitglied des kollaborativen Kunst- und Medienprojekts World of Matter. 2008 wurde ihr die Ehrendoktorwürde an der schwedischen Universität Umeå verliehen, 2009 erhielt sie den Schweizer Meret-Oppenheim-Preis. www.geobodies.org

Timothy Morton ist Professor für englische Literatur an der Rice University in Houston, Texas, und hat hier den Rita Shea Guffey Chair inne. Vor seiner Berufung an die Rice University 2012 lehrte Morton an der University of California, Davis, der New York University sowie an der University of Colorado, Boulder. 2014 hielt er die Wellek Vortragsreihe in Theorie und kollaborierte in diesem Zusammenhang mit Björk, Haim Steinbach und Olafur Eliasson. Er ist der Autor von Dark Ecology: For a Logic of Future Coexistence (Columbia, 2016), Nothing: Three Inquiries in Buddhism (Chicago, 2015), Hyperobjects: Philosophy and Ecology after the End of the World (Minnesota, 2013), Realist Magic: Objects, Ontology, Causality (Open Humanities, 2013), The Ecological Thought (Harvard, 2010), Ecology without Nature (Harvard, 2007), acht weiteren Büchern und 160 Aufsätzen zur Philosophie, Ökologie, Literatur, Musik, Kunst, Architektur, Design und Essen. Er bloggt regelmäßig auf http://www.ecologywithoutnature.blogspot.com

 

Jahresthema „Politik der Emotionen/Macht der Affekte“
Interdisziplinäre Vortragsreihe (WS 2017/18)

 

09. November 2017

Emotionale Terrains des Sozialen

mit Deborah Gould

 

Deborah Gould ist assoziierte Professorin für Soziologie an der University of California in Santa Cruz und gehört darüberhinaus den Fakultäten für feministische Studien, für die Geschichte des Bewusstseins sowie für Politik an. Nach ihrer Promotion in Politikwissenschaften an der University of Chicago 2000 folgten vier Jahre als Harper-Schmidt Fellow der Society of Fellows in the Liberal Arts ebenda. Ihr Buch Moving Politics: Emotion and ACT UP’s Fight Against AIDS (University of Chicago Press, 2009) wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. als Distinguished Contribution to Scholarship Best Book Award (American Sociological Association’s Political Sociology Section, 2010) sowie mit dem Ruth Benedict Book Prize (American Anthropological Association, 2010). Ferner kam es in die finale Auswahl für den Lambda Literary Award in LGBT Studies (2010). Aktuell arbeitet sie an einem weiteren Buch zu Emotionen in der Politik, das unter dem Titel Emotional Terrains of Activism: Appetites, Encounters, and the Not-Yet of Politics erscheinen wird. Gould engagierte sich viele Jahre in der Bewegung ACT UP/Chicago und später bei Queer to the Left, und sie war Gründungsmitglied des Feel Tank Chicago, einem Zusammenschluss aus Akademiker_innen, Kunstschaffenden und Aktivisten, der insbesondere durch seine „International Parades of the Politically Depressed“ Bekanntheit erlangte.

Jahresthema „Politik der Emotionen/Macht der Affekte“
Interdisziplinäre Vortragsreihe (WS 2017/18)

 

09. Januar 2018

Empathie und Gerechtigkeit

mit Carolyn Pedwell und Susanna Hertrich

 

Carolyn Pedwell ist Außerordentliche Professorin für Kulturwissenschaften an der Universität von Kent, wo sie den Bereich Kulturwissenschaften und Medien leitet. Sie war als Gastfellow an verschiedenen Hochschulen tätig, an der Fakultät für Gender- und Kulturwissenschaften der University of Sydney, am Centre for the History of Emotions an der Queen Mary University of London und am Gender Institut der London School of Economics. Zu ihren Publikationen zählen u.a. Affective Relations: The Transnational Politics of Empathy (Palgrave, 2014) und Feminism, Culture and Embodied Practice (Routledge, 2010). In ihrem neuen Buch, Transforming Habit: Revolution, Routine and Social Change, erforscht sie die Beziehungen zwischen Gewohnheit, Affekt und sozialem Wandel (McGill-Queen’s University Press). Pedwell ist Mitherausgeberin der Zeitschrift Feminist Theory

 

Susanna Hertrichs Arbeit situiert sich an der Schnittstelle eines erweiterten Designbegriffs und der Bildenden Kunst. Mit ihren Entwürfen für spekulative, am Körper getragene Geräte erforscht sie die technologische Erweiterung der Sinne sowie die Rolle des menschlichen Körpers und seiner Wahrnehmung in einer zunehmend technologisch durchdrungenen Umwelt. Neben ihrer eigenen multimedialen Praxis arbeitet sie als Forscherin am Institut Experimentelle Design- und Medienkulturen der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW in Basel im Rahmen des SNF-geförderten Forschungsprojekts „Sensorium des Animalischen“ (mit Shintaro Miyazaki). Für frühere Forschungsaufenthalte war sie bei der Meta-Perception Gruppe an der Universität von Tokio (2009) und am Design Resarch Lab an der UdK Berlin (2011). Hertrich hat Design Interactions am Royal College of Art in London (MA), visuelle Kommunikation an der Peter Behrens School of Art in Düsseldorf (BA) und Medienkunst an der Tokyo University of the Arts studiert. Ihre Arbeiten wurden im internationalen Kunst- und Designkontext ausgestellt – unter anderem im Boston Center for the Arts, am MAK in Wien, in der Dorsky Gallery in New York, dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt und der Galerie der Schader-Stiftung, im Vitra Design Museum, Weil am Rhein, und im Design Museum Gent – und bereits vielfach ausgezeichnet, u.a. durch das Goethe Institut mit einer Artist-in-Residence an der Villa Kamogawa in Kyoto (2015).

 

 

 

 

Die Gegenwart der Zukunft

Interdisziplinäre Vortragsreihe, WS 2014/15

 

28.01.2015

Futur(e) Mensch

mit Karin Harrasser und Johannes Paul Raether

 

Karin Harrasser ist Professorin für Kulturwissenschaft an der Kunstuniversität Linz. Nach einem Studium der Geschichte und der Germanistik schrieb sie ihre Dissertation an der Universität Wien und wurde an der Humboldt-Universität zu Berlin über „Prothesen. Figuren einer lädierten Moderne“ habilitiert. Neben ihren wissenschaftlichen Tätigkeiten war sie an verschiedenen kuratorischen Projekten beteiligt, darunter bei der NGBK in Berlin, bei Kampnagel in Hamburg und am Tanzquartier Wien. Mit Elisabeth Timm gibt sie die Zeitschrift für Kulturwissenschaften heraus. Ihre jüngste Publikation, Körper 2.0. Über die technische Erweiterbarkeit des Menschen, ist 2013 bei transcript erschienen.

 

Johannes Paul Raether lebt und arbeitet in Berlin. Während des Studiums an der Universität der Künste Berlin arbeitete er in verschiedenen selbstorganisierten Projekten, unter anderem der Freien Klasse. Von 2006 bis 2011 war er Mitorganisator des Artist-run-space „Basso“ und beteiligte sich an dessen kollektiven Performances. Zusammen mit dem Duo Discoteca Flaming Star organisierte er unterschiedliche Performanceprojekte und gab das Buch „Zeig Her, Führ Vor, Tausch Ein. Performance—Art—Academy“ (2013) heraus. Seine Arbeiten und Performances wurden, u.a. im KUMU Art Museum, Tallinn (2010), National Centre for Contemporary Art, Ekaterinburg (2010), Tensta Konsthall, Stockholm (2010), NGBK Berlin (2011), Kunsthaus Bregenz (2012), Goethe-Institut Johannesburg (2012), KW Institute for Contemporary Art, Berlin (2013), kaf, Theran (2013), District Berlin (2013) und Savvy Contemporary, Berlin (2014) präsentiert, sowie in Einzelausstellungen u.a in der Galerie September, Berlin (2011), im Künstlerhaus Stuttgart (2012), und in Ludlow 38, New York City (2014). Raether veröffentlicht regelmäßig bei Texte zur Kunst und hatte 2013 eine Gastprofessur an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg inne. Er erhielt u.a. den Villa Romana Kunstpreis (2015) und das Jahresstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg (2012).

 

Das cx centrum für interdisziplinäre studien untersucht mit seinem vierten Jahresthema „Reale Magie“ die gegenwärtige Realität des Magischen und dessen Wiederentdeckung in den Künsten, Wissenschaften und der Alltagskultur.

 

Hier finden Sie das Jahresthema umfassend dokumentiert:

 

Einführung ins Jahresthema (Konzepttext)

Vortragsreihe „Reale Magie“ (Videoaufnahmen in Kürze verfügbar)
Projektklassen der Gastprofessorinnen Melanie Bonajo 

und Mariechen Danz

Weitere Lehrveranstaltungen WS 2015/16 und SS 2016

 

Darüber hinaus ist die begleitende Publikation in Vorbereitung und erscheint 2017.

Unterkategorien

Archiv Jahresthemen

 

Visual_Hybide_ökologien.jpg

Das cx centrum für interdisziplinäre studien untersucht mit seinem fünften Jahresthema „Hybride Ökologien“ die gegenwärtige Realität des Ökologischen und dessen Wiederentdeckung in den Künsten, Wissenschaften und der Alltagskultur.

 

Hier finden Sie das Jahresthema „Hybride Ökologien“ umfassend dokumentiert:

 

Einführung in das Jahresthema (Konzepttext)

Vortragsreihe "Hybride Ökologien" (Videoaufnahmen in Kürze verfügbar)
Projektklassen der Gastprofessorinnen labofii und Simon Starling

Weitere Lehrveranstaltungen WS 2016/17 und SoSe 2017

Darüber hinaus ist die begleitende Publikation in Vorbereitung und erscheint 2018.