Jahresthema „Exzess“
Interdisziplinäre Vortragsreihe (WS 2019/20)

 

23. Oktober 2019

Exzess und Entwertung

Silvia Federici (per Skype), Amy Franceschini, Jason W. Moore

 

Silvia Federici (per Skype)

 

Silvia Federici ist eine langjährige feministische Aktivistin, Lehrerin und Autorin. Sie gehörte 1991 zu den Gründungsmitgliedern des Committee for Academic Freedom in Africa und war in der Antiglobalisierungsbewegung und der Bewegung gegen die Todesstrafe aktiv. Federici ist Autorin einer Vielzahl von Artikeln in den Bereichen politische Philosophie, feministische Theorie, Kulturwissenschaft und Erziehung. Zu den von ihr publizierten Büchern gehören unter anderem Revolution at Point Zero (2012); Caliban und die Hexe. Frauen, der Körper und die ursprüngliche Akkumulation (2004/2012); A Thousand Flowers: Social Struggles Against Structural Adjustment in African Universities (2000, Mitherausgeberin); und Enduring Western Civilization: The Construction of Western Civilization and its 'Others' (1994, Herausgeberin). Ihr neustes Buch Re-enchanting the World: Feminism and the Politics of the Commons (2018) liefert von einer feministischen Perspektive aus eine detaillierte Geschichte und Kritik der Politiken der Almende. Sie ist emeritierte Professorin an der Hofstra University (Hempstead, New York).

 

Amy Franceschini (Audio und Power-Point Präsentation)

 

Amy Franceschini ist die Gründerin von Futurefarmers, einer Gruppe von Künstler*innen, Aktivist*innen, Landwirt*innen und Architekt*innen. Ihr gemeinsames Interesse ist es, Rahmenbedingungen für Partizipation zu gestalten, die unseren kulturellen Kompass neu ausrichten. Futurefarmers nutzen verschiedene Medien, um Situationen zu inszenieren, die den gewohnten Apparat zerlegen – beispielsweise die öffentliche ¬¬Ordnung, Stadtplanung, Bildungspläne und öffentliche Verkehrsmittel. Sie schaffen relationale Skulpturen und Werkzeuge für diejenigen, die Einblicke in Forschungsgebiete gewinnen möchten – nicht nur, um sich den Wandel an den Orten, an denen wir leben, vorzustellen, sondern auch um an diesem teilzunehmen und ihn zu initiieren. Franceschinis Arbeiten wurden unter anderem im Guggenheim Museum in New York, auf der Whitney Biennale in New York, im MOMA, im San Francisco Museum of Modern Art, im Canadian Center for Architecture in Montreal und auf der Architekturbiennale Venedig 2014 ausgestellt. Sie erhielt die Guggenheim Fellowship 2010 und war 2010 Rome Prize Fellow in Design. Sie hat einen Master of Fine Arts in New Genres von der Stanford University (2002) und einen Bachelor in Fine Arts in Fotografie von der San Francisco State University (1992).

 

Jason W. Moore

 

Jason W. Moore ist ein Umwelthistoriker und historischer Geograph an der  Binghamton University, wo er als Professor für Soziologie unterrichtet. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen als Autor und Herausgeber zählen Capitalism in the Web of Life (Verso, 2015), Anthropocene or Capitalocene? Nature, History, and the Crisis of Capitalism (PM Press, 2016) und, mit Raj Patel, A History of the World in Seven Cheap Things (University of California Press, 2017). Seine Bücher und Aufsätze zur Umwelthistorie, Kapitalismus und Sozialtheorie wurden vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Alice Hamilton Prize of the American Society for Environmental History (2003), dem Distinguished Scholarship Award of the Section on the Political Economy of the World-System (American Sociological Association, 2002 für Aufsätze, und 2015 für Web of Life), und dem Byres and Bernstein Prize in Agrarian Change (2011). Moore koordiniert das World-Ecology Research Network.