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DFG-Forschergruppe Medien und Mimesis (FOR 1867)

 

Die Forschergruppe untersucht die Kulturtechnik der Mimesis vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in der Medienforschung. Dabei geht das Vorhaben über die in den Kultur- und Literaturwissenschaften ebenso wie in der Philosophie bislang dominierende ästhetische und epistemische Betrachtung der Mimesis hinaus und stellt das geschichtsphilosophische Selbstverständnis der Moderne als eine grundlegend amimetische kulturelle und soziale Formation infrage. Mimesis und imitatio werden nicht länger in die Perspektive einer zu überwindenden Vorgeschichte der Idee des schöpferischen Menschen und seiner Werkherrschaft gestellt. Anstatt die Mimesis in einen Gegensatz zur modernen Technik und der auf ihr beruhenden Zivilisation zu manövrieren und sie als mit dem konstruktivistischen Selbstverständnis der Neuzeit grundsätzlich unvereinbar anzusehen, verfolgt das Projekt auf unterschiedlichen Ebenen die kultur- und sozialitätskonstitutive Funktion mimetischer Praktiken.

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Kooperationsprojekt hat zum 1. April 2014 an den Universitäten Weimar, Bochum, Akademie der Bildenden Künste München, Frankfurt am Main, Basel und Zürich seine Arbeit aufgenommen.

 

 

Teilprojekt "Mimetische Existenzweisen"

 

Prof. Dr. Maria Muhle (Akademie der Bildenden Künste München)

Prof. Dr. Friedrich Balke (Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medienwissenschaft)

Elisa Linseisen (Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medienwissenschaft)

Sebastian Althoff (Akademie der Bildenden Künste München)

 

 

Teilprojekt "Mindere Mimesis" (2014-2017)

 

Prof. Dr. Maria Muhle (Akademie der Bildenden Künste München)

Prof. Dr. Friedrich Balke (Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medienwissenschaft)

Dr. Hanna Engelmeier (Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medienwissenschaft)

Dr. Stefan Apostolou-Hölscher (Akademie der Bildenden Künste München)

 


Der im Teilprojekt verhandelte Begriff von Mimesis, der als eine Mimesis des Kleinen, des Unteren oder des Minderen umschrieben werden soll, erweitert die Mimesis dahin gehend, dass es keineswegs allein übermächtige Phänomene religiöser Art sind, die mimetische Darstellungstechniken erfordern, sondern ebenso inframächtige: ‚infame‘ oder ‚infime‘ Phänomene, für die kein kultureller Code existiert oder die sich als Effekte einer parasitärreproduktiven Aneignung und ‚Entleerung‘ kulturell etablierter Darstellungsformen beschreiben lassen. Die Fragestellung der minderen Mimesis entfaltet sich historisch und systematisch zwischen zwei Polen. Zum einen geht es um eine Rekonstruktion zentraler Etappen der Geschichte einer kultur- und medienkritischen Verwerfung oder uneingestandenen Verwendung minderer Mimesis. Zum anderen wird gezeigt, dass eine zunehmende Revalorisierung minderer Mimesis mit spezifischen Entwicklungen auf dem Feld der Erfindung und Durchsetzung neuer analoger Medientechniken in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts korreliert und wie die mindere Mimesis dann zu einem zentralen medienästhetischen und medientheoretischen Faszinosum und Theorieprogramm wird. Dabei lassen sich drei Etappen einer Krisen- und Faszinationsgeschichte minderer Mimesis unterschieden: von der ästhetischen und metaphysischen Zurückweisung des Nachahmungsbegriffs im Zeichen von Autonomie- und Genieästhetik um 1800 über die verschärfte Pathologisierung und Politisierung minderer mimetisch-assimilatorischer Praktiken im Verlauf des 19. Jahrhunderts bis hin zu ihrer medienästhetischen und medientheoretischen Revalorisierung. Ziel ist der Entwurf einer Genealogie der Formen minderer Mimesis. Das ‚Mindere‘ soll als missing link einer Zusammenführung von Mimesis- und Medientheorie sichtbar werden, die sich auf den drei unterschiedlichen Problemfeldern der antimimetischen Verwerfung, der medientechnologisch induzierten inframimetischen Mimesis sowie der hypermimetischen ‚Nachstellung‘ in den unterschiedlichen Strategien des filmischen Reenactments manifestiert.

Sommersemester 2021

 

Aufgrund der Raumbeschränkungen sind alle Veranstaltungen je nach Raum in der Anzahl der Teilnehmer*innen begrenzt. Bitte vermeiden Sie überflüssige Anmeldungen und melden Sie sich gegegenfalls wieder ab, so daß andere Nachrücken können.

Die Anmeldung zu den Lehrveranstaltungen erfolgt über das Studierendenportal. Hilfestellung zum Portal findet sich auf dieser Seite.

 

Caillois und sein Milieu – Ästhetisch-politische Konstellationen

Seminar (Freie Kunst FK-T2 und FK-T4 sowie Kunstpädagogik E.02.09)

Prof. Dr. Maria Muhle; Lorenz Mayr, M.A.

Zeit: Freitag, 10-14 Uhr, Beginn: 23.04.2021

Raum: E.O1.23

 

Das Werk des französischen Soziologen, Philosophen, Insekten- und Steineforschers Roger Caillois (1913–1978) lässt sich weder in den Konturen einer einzigen Disziplin nachzeichnen, noch auf ein Themenspektrum reduzieren. Als das fortwährende Ringen eines „Abtrünnigen“, wie Caillois selbst schreibt, lesen sich seine frühen Auseinandersetzungen mit der Mimese der Insekten, soziologische Untersuchungen zum Spiel und dem Sakralen, seine Rehabilitierung des Mythos sowie seine Schriften über Steine. Caillois’ antisystematisches Denken, das sich in so verschiedenen Anläufen des Schreibens niedergeschlagen hat, ist von seinen Zeitgenoss*innen ebenso bewundert, wie einer vernichtenden Kritik unterzogen worden. Entsprechend ambivalent fällt die Rezeptionsgeschichte jener Texte aus, die von emphatischer Aufnahme (Foucault, Lacan) bis zum Vorwurf einer gefährlichen Nähe zum Faschismus reichen (Horkheimer, Adorno, Benjamin). Dabei zeigte sich Caillois jedoch oftmals als wichtiger Stichwortgeber für die ästhetisch-politischen Auseinandersetzungen seiner Zeit. Das Seminar bettet Caillois’ Schriften in diesen künstlerischen, politischen und (ideen-)geschichtlichen Kontext ein: Ausgehend von der frühen Beteiligung an der surrealistischen Bewegung, über seine federführende Rolle im 1937 gegründeten Collège de Sociologie hin zu den späteren Texten über die Mineralogie. Dabei werden etwa die Debatten mit Georges Bataille angesichts der sich aufdrängenden Frage einer angemessenen Entgegnung auf den Faschismus ebenso beleuchtet wie die Differenzen zur Kritischen Theorie der Frankfurter Schule. Das Seminar soll vor diesem Hintergrund besonders die noch weithin unerschlossenen Potentiale seiner Schriften hinsichtlich einer Ästhetik des Reproduktiven vermessen. Denn Caillois’ „Diagonalisierung der Wissenschaften“ birgt auch heute noch wichtige Einsichten, Irrwege und Impulse für ein „transversales Denken“ zwischen Ästhetik und Politik. Das lektüreintensive Seminar lädt dazu ein, diese Konstellationen anhand der Texte Caillois’ und seiner Zeitgenossen (Bataille, Benjamin, Adorno) und unter Rückgriff weiterer Rezeptionen in der Philosophie und Psychoanalyse, aber auch der Photographie- oder Performancetheorie (Rosalind Krauss, Kaja Silverman, Laura Levin) gemeinsam in den Blick zu nehmen und kritisch zu diskutieren.

 

Die Anzahl der Teilnehmenden muss aufgrund der weiterhin geltenden Abstandsregeln im Präsenzunterricht auf die zulässige Anzahl begrenzt werden. Auch im Fall der digital angebotenen Lehre bleibt die Begrenzung bestehen, da eine Rückkehr in den Präsenzunterricht angestrebt wird.

 

Einführung in die Ästhetik: Ästhetik des Anthropozän (Vorlesung)

Vorlesung (Freie Kunst FK-T2 und FK-T4 sowie Kunstpädagogik E.02.09)

Prof. Dr. Maria Muhle

Zeit: Donnerstag, 11–13 Uhr, Beginn: 22.04.

Raum: E.O1.23, , E.O2.29 (15.07.)

 

Die Vorlesung Einführung in die Ästhetik findet jeweils im Sommersemester statt und gibt grundlegende Einblicke in ästhetische Fragestellungen sowohl im historischen als auch zeitgenössischem Kontext: Was ist Kunst und wie wird sie erfahren? Was bedeutet Ästhetik im Sinne von aisthesis, als Lehre der sinnlichen Erfahrung? Welche Bezüge sind denkbar zwischen ästhetischem und politischem Handeln und Denken? Jedes Sommersemester wird zudem ein inhaltlicher Schwerpunkt gesetzt, dieses Sommersemester soll die Frage nach einer Ästhetik des Anthropozän untersucht werden. Der kontrovers diskutierte Begriff des Anthropozän bezeichnet zunächst einmal eine geochronologische Epoche, ein Zeitalter also, in dem der Mensch zum wichtigen Einfluss im globalen Ökosystem geworden ist. Auch im Kunst- und Ausstellungskontext ist der Begriff zum aktuellen Schlagwort avanciert, der politische Relevanz signalisieren soll, insofern sich hier thematisch mit den Fragen der „great acceleration“ und des menschengemachten Klimawandels auseinandergesetzt wird. Zugleich muss eine Ästhetik des Anthropozän über diese Thematisierung hinausgehen und die Übergängigkeit von Natur und Kultur, Wachsen und Produzieren, Sein und Schein, die das Zeitalter des Anthropozän kennzeichnen, in die Ästhetik hineintragen.

 

Zur Vorbereitung: Eva Horn, Hannes Bergthaller, Anthropozän. Zur Einführung, Hamburg: Junius 2019.

 

Kolloquium Philosophie

Prof. Dr. Maria Muhle und Anne Gräfe, M.A.

Zeit: Donnerstag, 17–21 Uhr; Termine: 29.4., 13.5. (entfällt Christi Himmelfahrt), 27.5., 10.6., 24.6., 1.7., 15.7.

Raum: E.O1.23, E.O2.29 (24.6./15.7.)

 

Das Kolloquium Philosophie / Ästhetische Theorie dient der Diskussion sowohl der eigenen Forschungsarbeiten als auch von Texten und Schwerpunktthemen, die jeweils zu Beginn des Semesters vereinbart werden. Alle Student*innen mit besonderem Interesse an der philosophischen und kunstwissenschaftlichen Auseinandersetzung sind eingeladen, an der gemeinsamen Diskussion teilzunehmen.

Studierende und Interessierte sind sehr herzlich eingeladen, ihre Arbeiten vorzustellen. Bei Interesse melden Sie sich bitte unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  

 

„Air de Munich“ – ein künstlerisch-wissenschaftliches Projekt der Akademie der Bildenden Künste München und der École nationale supérieure d’arts de Paris-Cergy

(Freie Kunst FK-T2 und FK-T4 sowie Kunstpädagogik E.02.09)

Prof. Dr. Maria Muhle

Zeit: vorauss. 12.–16. April (München, Altötting) und 7.–11. Juni (Paris) sowie weitere Termine, die nach Absprache bekannt gegeben werden

 

„Air de Munich“ stellt die Frage nach dem Werk und seiner Ausstellbarkeit, seines Displays und wird sich dabei von den sichtbaren Modalitäten zweier Orte inspirieren lassen, die so unterschiedlich sind wie das Deutsche Museum in München und das Jerusalem-Panorama in Alt-Ötting. Das 1903 gegründete Deutsche Museum ist das größte Natur- und Technikmuseum der Welt und inspirierte bereits Marcel Duchamp bei seinem Besuch in München 1912 zu seinen ersten Ready Mades. Das ebenfalls 1903 in Alt-Ötting eingeweihte Jerusalem-Panorama zeigt ein kreisförmiges, protokinematografisches Gemälde der Kreuzwegstationen, das eine Szene einer „historischen Wahrheit“ darstellt. Das Gemälde wird von einem „faux terrain“ eingefasst, d.h. von skulpturalen Elementen, die die gemalte Szene ergänzen und die Wirkung der Illusion verstärken – ein weit verbreiteter Kunstgriff des Panoramas, das als erstes Massenmedium des 19. Jahrhunderts gilt. Ausgehend von diesen beiden künstlerischen Orten soll die Frage untersucht, diskutiert und bearbeitet werden, inwiefern die Inszenierung, die Kontextualisierung und die Position des Zuschauers immer an der Produktion eines Werks beteiligt sind und inwiefern künstlerische Produktionen immer multimedial sind und nicht nur Genregrenzen, sondern auch die Grenzen zwischen Kunst, Wissenschaft, Technik, historiographischer Arbeit, Religion, Massenkultur etc. überschreiten.

 

Durch künstlerische Arbeiten, die die Inszenierung von Wissen in Frage stellen, werden die Studierenden dazu gebracht, über die Implikation der Künstler*in in der Wissensproduktion nachzudenken sowie darüber, wie diese Verquickung im Ausstellungsdispositiv „gezeigt“ werden kann. Das Projekt ist nicht auf bestimmte Praktiken beschränkt, sondern wendet sich an alle künstlerischen Medien sowie an Studierende aller Klassen. Das Projekt besteht aus einem aktiven Austausch zwischen den Studierenden der beiden Akademien (10 Studierende pro Akademie) und wird in zwei Phasen sowie in mehreren Sprachen (Französisch / Deutsch / Englisch mit Simultanübersetzungen, falls erforderlich) stattfinden. Neben den theoretischen Diskussionen über Fragen des Displays, der Kunst als Wissensproduktion und der künstlerischen Inszenierung von Wissen liegt der Schwerpunkt auf der künstlerischen Arbeit der Studierenden, die in zwei mehrtägigen Workshops in München und Paris konzipiert und in Paris abschließend ausgestellt werden soll. Eine Kooperation mit dem Goethe Institut in Paris ist angedacht.

 

Das Projekt „Air de Munich“ wird gemeinsam von der Akademie der Bildenden Künste München und der École nationale supérieure d’arts de Paris-Cergy organisiert und richtet sich an Studierende beider Schulen und aller Klassen – neben den unterschiedlichen Schwerpunkten der beteiligten künstlerischen Professor*innen (Tanz/Choreographie, Malerei, Neue Medien/Installation) werden auch alle anderen Medien und künstlerischen Produktionsformen explizit mit einbezogen.

 

Bitte bewerben Sie sich bis zum 22.3.2021 mit einer kurzen künstlerischen Projektbeschreibung per Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Bewerbungen bitte ausschließlich für Studierende ab dem 3. Semester. Ein erstes, voraussichtlich digitales Treffen zur Vorbesprechung findet Ende März/Anfang April 2021 mit Anke Doberauer und Maria Muhle statt.

 

 

Forschungskolloquium (für Masterabsolvent*innen, Doktorand*innen und Post-Doktorand*innen)

Prof. Dr. Maria Muhle

Zeit: Mittwoch, 10-14 Uhr

Termine werden per Mail bekannt gegeben

Das Forschungskolloquium bietet die Möglichkeit, laufende philosophische, ästhetische oder kunsttheoretische Qualifikationsarbeiten vorzustellen und zu diskutieren. Ausschließlich nach vorheriger Anmeldung unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Dazwischen

Seminar (Freie Kunst FK-T2 und FK-T4 sowie Kunstpädagogik E.02.09)

Anne Gräfe (M.A.)

! geänderte Zeiten: Mittwoch, 13 – 15 Uhr !

Raum: E.01.23

 

„Der Zeitvertreib ist ganz eigentlich eine leere Zeit, welche zwischen die durch ernsthafte Beschäftigungen ausgefüllte Zeit in der Mitte gesetzt wird.“ (Adorno) Durch diese allgemeine Adressierung von Zeitlichkeit erhält wiederum jene Momenthaftigkeit besonderen Charakter, wenn zwischen jenen mit Handlung, Sinn und Zielsetzung konnotierten Zeitabschnitten vermeintlich nichts passiert, die Zeit vermeintlich leer bleibt. Zugleich definiert Adorno die freie Zeit der Freizeit als eigentlich reziprokes Verhältnis, welches eine Abhängigkeit der vermeintlich freien Zeit von einer unfreien Zeit, jener der (fremdbestimmten) Arbeit, aufscheinen lässt. Die Zeit der Freiheit wird somit als Freizeit verwaltet, unter- und eingeteilt und ist dabei alles andere als frei. Im Gegenteil sie muss als eigentliche Fortsetzung der Arbeitszeit verstanden werden. Adornos kulturpessimistische Version einer Zukunft der Freizeit, kulminiert in dem Verdacht „Freizeit tendiere zum Gegenteil ihres eigenen Begriffs, werde zu dessen Parodie. In ihr verlängert sich Unfreiheit, den meisten der unfreien Menschen so unbewußt wie ihre Unfreiheit selbst“. Das Subjekt der Gegenwart hat sich einerseits an die Ökonomisierung, Metrisierung und Beschleunigung der eigenen Lebenswelt weithin angepasst und ist sich andererseits der Abwesenheit dieser vermeintlich freien Zeit oft durchaus bewusst. Mit Verweisen auf Achtsamkeit, Ruhezeit und  Entschleunigung soll heute jene unfreie Zeit der Arbeitszeit befreit werden – um häufig noch tiefer in den Abhängigkeitsstrudel zwischen vermeintlich freier und unfreier Zeit zu geraten.

Es stellt sich die Frage, ob zwischen bewusstem Aushalten und unbewussten Umherschweifen, abseits von Bedürfnisproduktion und -befriedigung, ein Moment des Dazwischen zum Anders-Denken und Anders-Wahrnehmen als freie Zeit der Freiheit entstehen kann. Im Seminar werden wir sowohl philosophische wie soziologische Texte zur Zeit des Dazwischen als auch künstlerische Arbeiten diskutieren, welche den Fokus auf jene vermeintlich unernsten, unproduktiven und leeren Räume, Zeitlichkeiten und Themen eines Dazwischen verlagern.

 

Teilnahmevoraussetzung und Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme (mind. 80 % Anwesenheit), Anfertigung einer Hausarbeit (je nach Schein, mind. 3 - 10 Seiten).

 

Die Anzahl der Teilnehmenden muss aufgrund der weiterhin geltenden Abstandsregeln im Präsenzunterricht auf die zulässige Anzahl begrenzt werden. Auch im Fall der digital angebotenen Lehre bleibt die Begrenzung bestehen, da eine Rückkehr in den Präsenzunterricht angestrebt wird.

 

 

Liebe als Entscheidung – von Eros, Philia und Agape

Seminar (Freie Kunst FK-T2 und FK-T4 sowie Kunstpädagogik E.02.09)

Anne Gräfe (M.A.)

Zeit: Donnerstag, 14-16 Uhr, Beginn: 22.4.

Raum: E.O1.23, E.O2.29 (15.7.)

 

Am Anfang jeder Beziehung steht eine Erfahrung von Unverfügbarkeit. So gründen zwischenmenschliche Verbindungen auf Unsicherheit, Ungewissheit und Zweifel – und sind zugleich Anker von Vertrauen, Mitgefühl und Gewogenheit. Die Liebe, verstanden als romantische, freundschaftliche oder altruistische Zugewandtheit, fügt das Eigene mit dem Anderen zusammen, verbindet Eigeninteressen mit Uneigennützigkeit. In der politischen Theorie ist diese Verbindlichkeit im zwischenmenschlichen Umgang konstitutiv für jede kommende Gemeinschaft. Soziologisch stellt Liebe die erste Stufe der reziproken Anerkennung dar, in der sich die Subjekte ihrer gegenseitigen Bedürftigkeit versichern. Zugleich erscheint das Phänomen Liebe paradox und die Ambivalenzen dieses grundierenden wie destabilisierenden Phänomens liegen auf der Hand: Die interessefreie Sorge scheint ein Garant für eine kommende Gemeinschaft der Pluralität, zugleich schwankt das vermeintlich stabile Gerüst derselben unter der grundierenden Erfahrung der Unverfügbarkeit. Und auch der Wunsch nach romantischer Verschmelzung scheint den Autonomiebestrebungen des Selbst der Gegenwart zu widersprechen. Doch in der zwischenmenschlichen Beziehung zueinander vollzieht sich eine Entäußerung, die einen Bezug zur Welt eröffnet.

Im Seminar werden exemplarisch Texte von der Antike bis zur Gegenwart gelesen und auf Fragen nach dem Stellenwert der Liebe in der Konstitution von Selbst, Gemeinschaft und Veränderung hin untersucht: zunächst aus der Philosophie, Soziologie und der Politischen Theorie, um dann die Diskussion auf die Ästhetik und Kunstwissenschaft auszuweiten.

 

Teilnahmevoraussetzung und Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme (mind. 80 % Anwesenheit), Anfertigung einer Hausarbeit (je nach Schein, mind. 3 - 10 Seiten).

 

Die Anzahl der Teilnehmenden muss aufgrund der weiterhin geltenden Abstandsregeln im Präsenzunterricht auf die zulässige Anzahl begrenzt werden. Auch im Fall der digital angebotenen Lehre bleibt die Begrenzung bestehen, da eine Rückkehr in den Präsenzunterricht angestrebt wird.

 

 

Das perfekte Bild 

Blockseminar (vorrangig Diplomkandidat*innen, Freie Kunst FK-T2 und Fk-T4)

David Weber (Lehrauftrag) 

Zeit: 20. - 22.05., jeweils 10-18 Uhr

Raum: E 01.23

 

Im Englischen bezeichnet der Ausdruck picture-perfect etwas, das „completely lacking in defects or flaws“ (Oxford Dictionary of English) wäre, und stellt damit einen bemerkenswerten Zusammenhang her zwischen Bild und Perfektion. Einerseits erscheint dieser Konnex in der technologischen Gegenwart allzu gängig: Jederzeit wird das, endlich, „perfekte Bild“ behauptet und angepriesen in Termini von High-Definition (in saisonaler Klimax von HD, Full-HD, Ultra-HD, 4K, 8K, usw.) und hohen Kontrastumfängen (HDR). Perfektion wird hier buchstabiert als technische Spezifikation. Im Ergebnis wird ein „What you see is what you get“ annonciert, das einmal mehr die Realisierung des „ultimate display“ (I. Sutherland apropos der Techniken Virtueller Realität, 1965) behauptet, d. h. des jahrhundertealten Traums vom Darstellungsmittel, das in und hinter dem Dargestellten vollkommen verschwindet. Das perfekte Bild als Triumph des Willens zur Repräsentation.

Andererseits markiert die Rede vom picture-perfect das Bild als Vorlage, Vorgabe und Vorwurf: Das englische Attribut „perfect“ lässt sich auch als Verb lesen: „etwas perfekt machen, zu Ende bringen“. Hier lieferte das Bild die normative Maßgabe des (richtigen) Seins: Sei wie das Bild! Lebe wie im Bild! Das Bild als ein Imaginäres, wie es sich im Standard, Muster, Klischee, Ideal darstellt und anbietet. Als Betrachter*innen des Bildes verstehen wir es also als Vorgabe, ihm zu entsprechen, oder als Bezug auf eine, vorläufig abwesende, aber zu erreichende, Vervollkommnung. Diese Bild-Logik begegnet gewiss seit langem in der Werbung (und wurde als solche von der Kunst, prominent etwa in der Pop Art, aufgegriffen), zeitgenössisch aber vor allem auch in den Bild-Distributionen der sozialen Medien, die die Bild-(Un)mittelbarkeit des Selbst in technisch forcierter Weise implementieren. Das Problem dieser „exposure“ (O. Sudjic) gegenüber dem „sozialen Bild“ (N. Jurgenson) resultiert aus einem neuerlichen Double-Bind: Wir brauchen die Bilder, um unser Profil zu konturieren, sei es als Subjekt (J. Lacan), sei es als Profil-Subjekt (A. Reckwitz) in Wirtschaft und Gesellschaft — und erleben in diesen Bildgebungen doch die Spreizung einer gewissen Nicht-Identität von Imaginärem und (unterstelltem) Realen.

Das Seminar will die Idee des „perfekten Bildes“ diskutieren entlang historischer Beispiele und der Analyse zeitgenössischer Phänomene. In der Kunstgeschichte etwa anhand des Genres Stillleben, der „Klassischen Darstellung“ im französischen Klassizismus, von Fotorealismus, Finish Fetish (West Coast Art) und des „perfect tense“ der Pictures Generation; des picture window im US-amerikanischen Melodrama. In der Geschichte jüngerer westlicher visueller Kultur figurieren „perfekte Bilder“ als die Ikonen aufeinander folgender Epochen: Der Atompilz des atomic age, die „Blue Marble“ eines ökologischen Globalismus, das Spektrum von Photo-Op und Future Shock in der medialen Persona eines Kennedy oder Trump. Es gilt dabei, den allfälligen Reflex eines kritischen Ikonoklasmus zu hinterfragen („Spektakel“, „Bilderflut“), der jedes Bild rasch als falschen Fetisch abtut. Aber gerade im Fetisch kehrt der Double-Bind einer Perfektion im Bild wieder: Die scheinbare Tilgung und Behebung jedweden Mangels in der bildlichen Perfektion ist nur zu haben um den Preis der Mahnung und Erinnerung dieses Mangels, eben gerade in der gleißenden spleißenden Oberfläche des perfekten Bildes. So erweist sich, vielleicht wider Erwarten, das perfekte Bild als Akteur von Differenz.

 

 

black feminist poetic thinkers – Ein Lektüreseminar zu Audre Lorde, Christina Sharpe und Saidiya Hartman

Seminar (Freie Kunst FK-T2; Fk-T4 nach Absprache mit Fanti Baum und Anne Gräfe möglich)

Fanti Baum (Lehrauftrag der Frauenbeauftragten)

Termine: 4.6. (12-14 Uhr digital); Blockseminar Ende Juni, genauere Termine werden noch bekanntgegeben

Raum: wird noch bekanntgegeben

Um Anmeldung per Studierendenportal wird gebeten.

 

The white fathers told us, I think therefore I am; and the black mothers in each of us – the poet – whispers in our dreams, I feel therefore I can be free. Poetry coins the language to express and charter this revolutionary awareness and demand, the implementation of that freedom.

Audre Lorde

 

the black mother […] – the poet – whispers in our dreams, I feel therefore I can be free – dieses Verständnis von Poesie stellt Audre Lorde einem weißen Denken des I think therefore I am entgegen. Mehr noch begreift Audre Lorde Poesie – hier vielleicht verstanden in ihrem weitesten Sinne als künstlerische Praxis – als „vital necessity of our existence“ und Voraussetzung für Freiheit: Poetry is not a luxury. It is a vital necessity of our existence. It forms the quality of the light within which we predicate our hopes and dreams toward survival and change, first made into language, then into idea, then into more tangible action. Poetry is the way we help give name to the nameless so it can be thought. The farthest horizons of our hopes and fears are cobbled by our poems, carved from the rock experiences of our daily lives. Jene Vorstellung von Poesie – nicht als Traum oder Vision, sondern als „skeleton architecture of our lives“ (Lorde) begreift die Saidiya Hartmann als das Entscheidende Schwarzer feministischer Poesie – und genau jener Moment prägt wohl auch auf besondere Weise ihr eigenes Denken und Schreiben. Schwarze Feministinnen, ergänzt Christina Sharpe, „destroy the world as it is, and imagine, make possible, and make present, all of these ways, the kinds of worlds that we want to inhabit“. 

Das Seminar black feminist poetic thinkers wendet sich vor dem hier skizzierten Hintergrund drei feministisch poetischen Denkweisen zu, die nicht zuletzt mit ihrem besonderen – einem beinahe nicht-akademischen – Schreiben über Schwarzes Leben in the wake of slavery (Christina Sharpe) den Diskurs in der zeitgenössischen kritischen Theorie wie in der zeitgenössischen Kunst prägen oder vielmehr umkehren, verkehren, in ihren kritischen Fabulationen (critical fabulation, Saidiya Hartman) von der Position des Ungedachten schreiben (writing from the position of the unthought) – dessen Ausgangpunkt vor allem weibliches Leben ist. Dem feministischen Denken von Audre Lorde, Christina Sharpe und Saidiya Hartman wollen wir im Seminar nachspüren, uns in einem thinking with oder einem thinking in presence of  üben – und das heißt zugleich sich radikal zu vergegenwärtigen, dass die westliche Philosophie das Subjekt als radikalen Ausschluss von und als Gewalt gegen Schwarzes Leben denkt.

Das Seminar möchte neben der Lektüre unbedingt auch fragen, wie dekoloniale Praktiken in den Künsten aussehen oder aussehen könnten. Welche künstlerischen Mittel kommen in den vielfältigen Praktiken zum Einsatz – im Vorhaben weiße Institutionen (Museen, Musikorte, Theater, Archive, Kunstakademien) zu dekolonialisieren oder wenn sie fern davon wirken? Und nicht zuletzt: Was ist uns – in aller möglichen Unterschiedlichkeit –, die wir an einer weißen, europäischen Kunstakademie studieren und lehren, mit diesem Denken aufgetragen? Wie können wir mit-denken, ohne Schwarzes feministisches Denken zu vereinnahmen? Und: Inwiefern wirkt zu allererst das eigene Denken und Sprechen gewaltsam? Wie gelingt es über koloniale Gewalt zu reflektieren, ohne diese zugleich zu reproduzieren? 

 

Teilnahmevoraussetzung und Leistungsnachweis: Es braucht die Bereitschaft längere Texte auf Englisch zu lesen. Diskussionen finden vornehmlich auf Deutsch statt, können sich aber auch bilingual (deutsch und englisch) ereignen.

 

Zur allgemeinen Einführung sei empfohlen: Natasha A. Kelly (Hg.) Schwarzer Feminismus. Grundlagentexte. Münster: unrast 2019, aber auch: Liepsch, Warner, Pees: Allianzen. Kritische Praxis an weißen Institutionen. Bielefeld: transcript 2018

 

Leistungsnachweise für alle Veranstaltungen des Lehrstuhls für Philosophie:

Für Modul Kunstpädagogik E.01.09 und Freie Kunst FK-T2 regelmäßige Teilnahme (mind. 80 % Anwesenheit), Anfertigung eines Reaktionspapiers oder Essays (3 bis 5 Seiten);
für Modul Kunstpädagogik E.02.09 und Freie Kunst FK-T4 regelmäßige Teilnahme (mind. 80 % Anwesenheit), Anfertigung einer Hausarbeit (mind. 10 Seiten).

 

Die Veranstaltungen von Prof. Dr. Marietta Kesting (Medientheorie) können ebenfalls als Philosophie-Scheine angerechnet werden. Siehe aktuelles Semesterprogramm des cx.

 

Filmvorführung MO 23.06.14 | 17:30 Uhr

Ort Werkstattkino | Fraunhoferstr. 9 | München

 

Workshop für Studierende DI 24.06.14

im Rahmen des Seminars "Szenen der politischen Ästhetik"

von Prof. Dr. Maria Muhle

 

„,Geschichte [ist] das, was die Dokumente in Monumente transformiert.‘ Medienphilosophische Überlegungen zur Aktualisierung von Vergangenheit“ – Vortrag von Maria Muhle

 

im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“, Skulptier Projekte Archiv, Institut für Kunstgeschichte, Uni Münster in Kooperation mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur 

 

Anhand der Untersuchung zeitgenössischer performativer wie nicht-performativer Nachstellungen möchte der Vortrag der Frage nachgehen, wie ein Counter-Monument sich zu tradierten geschichtspolitischen Formen des Monumentalen verhält bzw. sich davon absetzen kann. Ausgehend von einer Typologie der vielseitigen Strategien des Reenactments und einer Befragung ihrer jeweiligen Geschichtspolitiken soll zuletzt auch Reenactment in einem dritten Sinne zu denken versucht werden, d.h. weder als Agent der historiographischen nationalen, sozialen, ethnischen Identitätsproduktion, noch als deren ideologiekritische Dekonstruktion, die der einen Wahrheit eine andere, potentiell wahrere Wahrheit entgegensetzt. Vielmehr möchte der Vortrag eine Nachstellung denken, die erprobt, inwiefern gerade eine solche Wiederholung das Potential hat, Platz für jene Differenzen oder Prozesse zu schaffen, die sich im Vollzug des Reenactments ereignen und es damit ermöglichen, einen Blick auf die Verfasstheit von Geschichte überhaupt zu eröffnen, die sich immer in Kodierungen und Rekodierungen, Bebilderungen, Monumentalisierungen und Dokumentarisierungen ereignet.

Miriam Cahn, o.T., 2017, Öl auf Holz, 95 x 80 cm
Abendvortrag von Kerstin Thomas (Universität Stuttgart)
Datum & Uhrzeit: Mi | 29.05.2019 | 18:00 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München, Akademiestr. 2-4
Raum: Neubau, E.O1.23.

Kerstin Thomas ist Professorin für Kunstgeschichte der Moderene am Institut für Kunstgeschichte der Universität Stuttgart. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen u.a. die kunstgeschichtliche Emotionsforschung, Form- und Ausdruckskonzepte in Kunst, Wissenschaft und Ästhetik der Moderne und die Wissenschaftsgeschichte der Moderne. Sie ist Mitglied der Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Form und Emotion“ und arbeitet zur Zeit an einem Handbuch der Emotionsbegriffe im französischen Kunstdiskurs des 19. Jahrhunderts.

Vortrag Maria Muhle

17.1.2017

 

Kunstakademie Düsseldorf
Ringvorlesung Serialität und Wiederholung: Revisited

Vortrag: Donnerstag, 8. Februar 2018, 18-20 Uhr

Ort: Raum 02.29, Akademie der Bildenden Künste München, Neubau

Workshop: Freitag, 9. Februar 2018, 11-14 Uhr

Ort: Raum 01.23, Akademie der Bildenden Künste München, Neubau

 Korakrit Arunanondchai, With history in a room filled with people with funny names 4, 2017.

 

Die Veranstaltungen finden im Rahmen der Seminare „Technikphilosophie“ (Prof. Dr. Maria Muhle) und „Lebendige Formalismen“ (Dr. Jenny Nachtigall) statt und stehen allen Interessierten offen.

 

Für die Teilnahme an dem Workshop wird um eine kurze Anmeldung gebeten:

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(Politische) Kunst oder (Soziale) Praxis? Eine Versuchsanordnung über die 1990er 

Sabeth Buchmann (Akademie der Bildenden Künste Wien)
mit einer Respondenz von Jenny Nachtigall (Akademie der Bildenden Künste München)
Zeit: Dienstag, 7. November 2017, 18 Uhr 
Ort: Universität der Künste Berlin, Hardenbergstr. 33, 10623 Berlin, Raum 110
 
 

 

Roger Caillois und sein Milieu - Ästhetik, Politik, Psychoanalyse

Workshop des Teilprojekts Mimetische Existenzweisen, DFG-Forschungsgruppe (1867/2) Medien und Mimesis

Termin: --ACHTUNG!-- Aus aktuellem Anlass wird der Workshop verschoben und findet voraussichtlich im Herbst statt
Ort: wird bekanntgegeben

 

Mitte der 1930er Jahre veröffentlicht Roger Caillois seine ersten wichtigen Arbeiten – „Die Gottesanbeterin“ (1934) und „Mimese und legendäre Psychasthenie“ (1935) – im surrealistischen Magazine Minotaure. 1934 schreibt er jedoch auch einen offenen Brief an dessen Chefredakteur, André Breton, in dem er sich aufgrund der sogenannten „querelle des haricots sauteurs“ vom bretonschen Surrealismus ab- und sich stattdessen einem neuen Rationalis- mus inspiriert von Gaston Bachelards „Surrationalismus“ zuwendet. Einige Jahre später, 1937, gründete er zusammen mit Georges Bataille und Michel Leiris in Paris das Collège de Sociologie, dessen Lehr- und Vortragsbetrieb jedoch nur bis 1939 aufrecht erhalten werden kann. Daraufhin begibt er sich auf Einladung von Victoria Ocampo nach Argentinien, wo er von der deutschen Besetzung Frankreichs überrascht wird und sich gezwungen sieht, den zweiten Weltkrieg im Exil zu verbringen.

Der Workshop „Roger Caillois und sein Milieu – Psychoanalyse, Ästhetik, Politik“ widmet sich dieser frühen Periode der Arbeiten Caillois‘ und besonders dem hier entwickelten Begriff der Mimese und seiner ästhetischen, lebenswissenschaftlichen und politischen Bedeutung sowie seinem Einfluss auf die Arbeiten anderer Theoretiker.

Dr. Magdalena Wisniowska, Vortrag und Workshop
Vortrag: Mittwoch, 13. Januar, 20:00. Workshop: Donnerstag, 14. Januar, 10:00-13:00 (beides im Neubau, E.ZG.O4).
Um Anmeldung für den Workshop wird gebeten: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!