Jahresthema „Fragile Identitäten“

Dreiteiliges Symposium „Fragile Identitäten“ (WS 2013/14)

 

10. Januar 2014

Panel 6: (Dis)idenfications – das Subjekt in der digitalen Welt

mit Florian Cramer, Jana Euler und James Richards

 

Florian Cramer

 

Florian Cramer (*1969) ist Forschungsprofessor für Medienwandel in Kreativberufen an der Willem de Kooning Academy Hogeschool Rotterdam und Direktor des Forschungszentrums Creating 010. Darüber hinaus ist er Dekan der Parallelen Universität des Rotterdamer Experimentalmusik-, -film- und -medienorts WORM. Zuvor war der Literaturwissenschaftler und Kunsthistoriker als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin (1999–2004) tätig. Er hat zahlreiche Aufsätze zur Internet-Kultur, Computerkunst und textbasierter Kunst veröffentlicht. Seine jüngste Publikation verbindet unter dem Titel Anti-Media. Ephemera on Speculative Arts eine Reihe von Aufsätzen der letzten Jahre (nai010 publishers, 2013).

 

Jana Euler ist 1982 in Friedberg, Deutschland, geboren und studierte 2002 bis 2008 an der Städelschule in Frankfurt und der Goethe Universität in Frankfurt. 2007 besuchte sie als Gaststudentin das Masterprogramm der Glasgow School of Arts. Ihre Arbeiten waren bereits in zahlreichen Einzelausstellungen zu sehen, u.a. im Cabinet, London (2013), der Galerie Neu, Berlin (2013), im Cubitt, London (2012), bei Real Fine Arts, New York (2012) und Sotoso, Brussels (2012). Darüber hinaus nahm sie an internationalen Gruppenausstellungen am Whitney Museum of American Art (with Stewart Uoo, 2013), dem Kunstverein München, Germany (2013) und im MD72, Berlin (2012) teil. Im Moment arbeitet und lebt sie in Brüssel und Rosbach.

 

Der Künstler James Richards (*1983) lebt und arbeitet in London. Zu seinen jüngeren Einzelausstellungen gehören Ausstellungen in Rodeo Istanbul (2013), CCA Kitakyushu (2012) und Chisenhale Gallery (2011). Auch waren seine Arbeiten bereits in vielen internationalen Gruppenausstellungen zu sehen, z.B. in: Otherwise Unexplained Fires, Malmö Konsthall (2013); Frozen Lakes, Artists Space, New York (2013); und The Encyclopedic Palace, 55th Venice Biennale 2013. Momentan ist er Stipendiat des DAAD Künstler-in-Berlin Programms. Richards wurde 2012 für den Jarman Award für Film und Video ausgezeichnet. Derzeit sind seine Arbeiten in der Gruppenausstellung Speculations on Anonymous Materials im Fridericianum Kassel zu sehen.

 

 

 

Jahresthema „Fragile Identitäten“

Dreiteiliges Symposium „Fragile Identitäten“ (WS 2013/14)

 

22. November 2013

Panel 1: Das Selbst zwischen Normalität und Pathologie

mit Paul Broks, Stephen Frosh und Emily Wardill

 

Paul Broks

 

Paul Broks ist freischaffender Autor. Er arbeitete zunächst als klinischer Neuropsychologe und Neurowissenschaftler und erwarb sich seine internationale Anerkennung als Schriftsteller aufgrund seines Buches Ich denke also bin ich tot (Into the Silent Land), einer Mischung aus neurologischen Fallstudien, Fiktion und Memoiren, das eine erweiterte Betrachtung von Gehirn und Selbst bzw. Identität darstellt. Eine Kurzgeschichte dieses Bandes mit dem Titel To Be Two or Not to Be wird momentan für das Kino verfilmt (To Be Two mit Casey Affleck; Regie: David Lowery). Broks schreibt außerdem Theaterstücke, darunter die beiden Stücke On Ego und On Emotion. Sie sind in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Mick Gordon entstanden, wurden am Soho Theatre London uraufgeführt und anschließend weltweit erfolgreich produziert. Er ist Co-Autor von Martino Unstrung, einen Dokumentarspielfilm von Ian Knox über den virtuosen, von einer Amnesie genesenden Jazz Gitarristen Pat Martino und arbeitete jüngst gemeinsam mit Hugh Hudson und Maryam d´Abo an einem Film über Schlaganfall-Überlebende mit dem Titel Rupture: Living with a broken brain. Paul Broks liefert darüber hinaus regelmäßig Beiträge für die WNYC´s Radiolab Show und publiziert demnächst ein zweites von Penguin-Verlag herausgegebenes Buch, das sowohl Exkurse in die griechische Mythologie, den Wahnsinn und die Magie als auch in die Gehirnforschung enthält.

 

Stephen Frosh

 

Stephen Frosh ist seit 2003 Professor für Psychologie an der Birkbeck University of London sowie Pro-Vice-Master für Lehre und Forschung. Er unterrichtete und forschte seit 1979 zunächst an der Schule für Psychologie der Birkbeck Universität und seit 2008 im Department für Psychosoziale Studien, das er mitgegründet hat und dessen erster Direktor er war. Zwischen 1982 und 2000 arbeitete er außerdem teilweise als klinischer Psychologe in der London Strategic Health Authority sowie in den 1990er Jahren als Fachberater für klinische Psychologie und ab 1996 als Vizedekan des Kinder und Familien Departements der Tavistock Clinic, London. Der Schwerpunkt seiner akademischen Forschung liegt unter anderem in der Verbindung von Psychoanalyse mit sozialen Themen, auf Themen wie Gender, Rasse und sozialer Identität sowie psychosozialen Studien. Er ist Autor zahlreicher Fachartikel und Bücher, darunter Identity Crisis: Modernity, Psychoanalysis and the Self (1991), Feelings (2011), A Brief Introduction to Psychoanalytic Theory (2012) und Hauntings: Psychoanalysis and Ghostly Transmissions (2013).

 

Die Künstlerin Emily Wardill (*1977 Rugby/UK) lebt und arbeitet in London. Sie produziert Filme und Objekte, die sich in narrativen Formen mit Fragen von Identität und Identifizierung auseinandersetzen. In ihren spielfilmlangen, enigmatischen Filmen entschlüsselt Wardill die wechselseitige soziale Bedeutungsstiftung von Objekten und Subjekten und inszeniert darin Grenzbereiche der Identität. Indem sie Wahrheit und Fiktion, Symbolismus und Realität, sowie Vernunft und Emotion nicht getrennt, sondern durch einander darstellt, bricht sie die hierarchischen Strukturen von Wissen auf und ordnet sie neu. Hieraus folgt eine sprachlich ebenso wie visuell sehr eigene Ästhetik ihrer Arbeiten. Wardills Arbeiten sind ein wichtiger Teil der filmischen Gegenwartskunst und wurden zuletzt unter anderem in der Serpentine Gallery London (2012) dem Showroom London (2010), der Gallery of Modern Art Glasgow (2011), dem Baadischer Kunsverein Karlsruhe (2011), dem MIT List Visual Arts Center in Cambridge /MA (2010) oder dem ICA, London (2008) ausgestellt. 2004 zeigte die Künstlerin die Performance The Feast Against Nature in Grizedale (Lake District) und am PS1 Contemporary Art Centre, New York. 2011 nahm sie an der Venedig Biennale teil. 2010 gewann sie den Jarman Award und 2011 den The Leverhulme Award.

 

Raum A.EG.15 (historische Aula), Akademiestr. 2

 

Termin 1: Freitag, den 22. November

2013,10.00–13.00 Uhr und 14.30–17.30 Uhr; 19.00 Uhr Filmscreening Emily Wardill 

 

Panel 1: Das Selbst zwischen Normalität und Pathologie
Stephen Frosh, Paul Broks und Emily Wardil

 

Panel 2: Verunsicherte Subjekte des Kapitalismus?
Maurizio Lazzarato

 

Termin 2: Freitag, den 13. Dezember 2013

10.00–13.00 Uhr und 14.30–17.30 Uhr

 

Panel 3: Identitäten im Kontext radikaler sozialer Umbrüche
Claire Denis, Okwui Enwezor und Sarah Rifky

 

Panel 4: Identitäten im urbanen Konflikt
in Kooperation mit dem Architekturmuseum der TU München
Teddy Cruz, Gareth Jones, Miguel Robles-Durán und Andres Lepik

 

Termin 3:  Freitag, den 10. Januar 2014

10.00–13.00 Uhr und 14.30–17.30 Uhr; 19.00 Uhr Filmscreening von Studierenden und Absolventen der Hochschule für Film und Fernsehen München (HFF)

 

Panel 5: Identitäten im Transit
Christian Kravagna und Emine Sevgi Özdamar

 

Panel 6: (Dis)idenfications – das Subjekt in der digitalen Welt
Florian Cramer, Jana Euler und James Richards

 

 

 

 

 

Fragile Identitäten (2013/14)

 

Unsere Identitäten gelten schon lange nicht mehr als natürlich Gegebenes. Sie werden stets aufs Neue gestiftet, (de)konstruiert, erzählt und bleiben letztlich doch unvollendet und fragil. Gerade in der gegenwärtigen Welt sind Prozesse der Identitätsbildung rasanten Veränderungen und zunehmend divergenten Anforderungen unterworfen. Die Individualisierung, Digitalisierung, Medialisierung, sowie die globalen Abhängigkeiten, die unsere gegenwärtigen Gesellschaften kennzeichnen, erfordern vielfältige und komplexe Identifikationsprozesse. Und genau da, wo sich gesellschaftliche Veränderungen und Umbrüche am deutlichsten abzeichnen, scheinen Identitätsfragen aktueller denn je. Fragen nach der eigenen Entwicklung, Verortung und Stabilisierung lassen sich insofern nicht nur als Kennzeichen individueller Selbstversicherung, sondern auch als Symptome kultureller Revisionen und Neubestimmungen ansehen.

Das cx centrum für interdisziplinäre studien widmet sich mit seinem zweiten Jahresthema „Fragile Identitäten“ und dem gleichnamigen Symposium zentralen Identitätsfragen der Gegenwart. Es untersucht die Felder und Phänomene, innerhalb derer Identitäten brüchig und instabil werden, diskutiert die Chancen und Risiken vielgestaltiger Identifikationsangebote und fragt nach deren Grenzen zur pathologischen Zersplitterung des Ichs. Eingeladen hierzu sind Referent_innen aus unterschiedlichsten Disziplinen – aus Film, Literatur, Architektur und der bildender Kunst sowie der Psychologie, Neuropsychologie, Soziologie, Philosophie, den Kunst- und Medienwissenschaften, dem Post- und Anti-Kolonialismus und der Geographie. Durch diese interdisziplinäre Perspektive auf Frakturen und Nahtstellen heutiger Identitätskonstruktionen verspricht sich das cx nicht zuletzt einen produktiven Blick auf politische, ökonomische und soziale Krisenherde unserer Gegenwart.

 

Jahresthema „Fragile Identitäten“

Dreiteiliges Symposium „Fragile Identitäten“ (WS 2013/14)

 

13. Dezember 2013

Panel 3: Identitäten im Kontext radikaler sozialer Umbrüche

mit Claire Denis, Okwui Enwezor und Sarah Rifky


Claire Denis ist eine in Paris lebende Filmemacherin und eine der bedeutendsten Autorinnen des zeitgenössischen französischen Kinos. Denis wuchs als Tochter eines französischen Kolonialbeamten zum Teil in Afrika in Kamerun, Burkina Faso und Djibuti auf. Sie schloss 1971 am Institut des Hautes Études Cinématographiques (heute: École Nationale Supérieure des Métiers de l'Image et du Son) ab. Am Anfang ihrer Filmkarriere arbeitete sie als Regieassistentin zusammen mit Dušan Makavejev, Costa Gavras, Jacques Rivette, Jim Jarmusch und Wim Wenders. Sie selbst hatte ihr Filmdebut 1988 mit dem Film Chocolat, der in einem Afrika an der Wende zum Postkolonialismus spielt. Seit 2002 lehrt sie immer wieder an der European Graduate School in Saas-Fee, Schweiz. Ihre Arbeit beschäftigt sich vor allem mit kolonialen und antikolonialen Thematiken in West Afrika und zeitgenössischen Problematiken in Frankreich, Fragen der Identität, ihrer Herkunft und fortgesetzten Destabilisierung.

 

Okwui Enwezor

 

Okwui Enwezor (geboren 1963 in Calabar, Nigeria) ist seit Oktober 2011 Direktor des Haus der Kunst in München. Zuvor war er als Forschungskurator sowohl am International Center of Photography  New York, als auch am Art Institute of Chicago tätig. Enwezor war Dean und Senior Vizepräsident am San Francisco Art Institute und lehrte u.a. an der University of Pittsburg, der Columbia University, New York und der Universität von Umea, Schweden und war Fellow am Whitney Independent Study Programme. Enwezor kuratierte Ausstellungen u.a. am PS1/ MoMA, New York, dem Haus der Kulturen der Welt, Berlin, dem Guggenheim Museum und der Tate Modern und war künstlerischer Leiter zahlreicher internationaler Großausstellungen, darunter La Triennale in Paris (2012) und die 7. Gwangju Biennale in Südkorea (2007/2008). 2002 war er künstlerischer Leiter der documenta 11 in Kassel und leitete 1996/97 die zweite Johannesburg Biennale in Südafrika. Seit 1993 ist Okwui Enwezor Mitherausgeber und Begründer des NKA: Journal for Contemporary African Art. Er ist der Autor zahlreicher Bücher, u.a. Contemporary African Art since 1980 (gemeinsam mit Chika Okele-Agugu, 2009) und Archive Fever: Uses of the Documentary in Contemporary Art (2008).

 

Sarah Rifky ist Autorin und Kuratorin und lebt in Kairo. Hier hat sie unter anderem den Kunstraum Beirut mit ins Leben gerufen, der über die Herstellung, Gründung und Konzeption von Institutionen als einem kuratorischen und politischen Akt nachdenkt. Sie ist Initiatorin von CIRCA (Cairo international Resource Center for Art) und war Kuratorin in der Townhouse Gallery of Contemporary Art in Kairo 2009–2011. Darüber hinaus arbeitete sie als kuratorische Beauftragte der dOCUMENTA(13) in Kassel und lehrte 2010 als Assistenzprofessorin für Kunstgeschichte und Theorie an der American University in Kairo, wo sie zusammen mit Wael Shawky MASS Alexandria, ein unabhängiges Studienprogramm für junge Künstler_innen in Ägypten organisierte. Rifky ist Autorin von The Going Insurrection (2011) und Delusions of Reference: In Defense of Art (forthcoming). Als Teil von Reloading Images ist sie Mitherausgeberin des Künstlerbuches Damascus: Tourists, Artists and Secret Agents (2009).

 

 

Jahresthema „Fragile Identitäten“

Dreiteiliges Symposium „Fragile Identitäten“ (WS 2013/14)

 

10. Januar 2014

Panel 5: Identitäten im Transit

mit Christian Kravagna und Emine Sevgi Özdamar

 

Christian Kravagna

 

Christian Kravagna ist Kunsthistoriker, Kritiker und Kurator sowie Professor für Postcolonial Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er hat zahlreiche Bücher herausgegeben, darunter Privileg Blick: Kritik der visuellen Kultur (1997), Agenda: Perspektiven kritischer Kunst (2000) und Das Museum als Arena: Institutionskritische Texte von Künstler_innen (2001), und war Mitherausgeber von Transcultural Modernisms (2013). Zu den von ihm kuratierten Ausstellungen zählen Routes: Imaging Travel and Migration im Grazer Kunstverein (2002), Migration: Globalisation of Cultural Space and Time im Max Mueller Bhavan in New Delhi (2003), gemeinsam mit Amit Mukhopadhyay, Planetary Consciousness im Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg (2008) und Living Across: Spaces of Migration an der Akademie der bildenden Künste Wien (2010). Gemeinsam mit Hedwig Saxenhuber leitet Christian Kravagna den Kunstraum Lakeside in Klagenfurt.

 

Emine Sevgi Özdamar wurde 1946 in der Türkei geboren und zog 1965 nach Westberlin und besuchte von 1967 bis 1970 die Schauspielschule in Istanbul. 1976 übernahm sie eine Regieassistenz an der Volksbühne in Ost-Berlin, trat danach in verschiedenen Theatern und Filmen als Schauspielerin auf und inszenierte gleichzeitig als Regisseurin mehrere Brecht-Stücken. 1979 bis 1984 folgte ein Engagement als Schauspielerin am Bochumer Schauspielhaus. In dessen Auftrag entstand 1982 ihr erstes Theaterstück Karagöz in Alamania (Schwarzauge in Deutschland), das 1986 am Frankfurter Schauspielhaus unter ihrer Regie uraufgeführt wurde. Neben ihrem Engagement für das Theater schreibt sie Gedichte, Erzählungen und Romane, die zum Teil in 17 verschiedene Sprachen übersetzt sind, darunter Das Leben ist eine Karawanserei (1992), Die Brücke vom Goldenen Horn (1998), Seltsame Sterne starren zur Erde. Wedding – Pankow 1976/77 (2003). Als ihr erster türkischer Roman erschien 2007 außerdem Kendi Kendinim Terzisi Bir Kambur, Ece Ayhan'lı anılar, 1974 Zürih günlüğü, Ece Ayhan'ın makrupları. Seit 1986 lebt und arbeitet Emine Sevgi Özdamar als freie Schriftstellerin in Berlin und Istanbul. Emine Sevgi Özdamar erhielt 1991 als erste ausländische Autorin den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis und wurde unter anderem mit dem Künstlerinnenpreis des Landes Nordrhein-Westfalen (2001), dem Kleist-Preis (2004) und dem Fontane-Preis (2009) ausgezeichnet. Im Mai 2007 wurde sie in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen. Ihr Buch Das Leben ist eine Karawanserei steht auf der berühmten von Peter Boxall herausgegebenen Liste der „1001 Bücher, die man gelesen haben sollte bevor das Leben vorbei ist“.

 

Jahresthema „Fragile Identitäten“

Dreiteiliges Symposium „Fragile Identitäten“ (WS 2013/14)

 

13. Dezember 2013

Panel 4: Identitäten im urbanen Konflikt

mit Teddy Cruz, Gareth A. Jones, Miguel Robles-Durán und Andres Lepik

in Kooperation mit dem Architekturmuseum der TU München

 

Miguel Robles-Durán

 

Miguel Robles-Durán ist Stadtplaner und Direktor des Graduiertenprogramms Urban Ecologies an The New School/Parsons in New York. Ferner ist er Mitbegründer von Cohabitation Strategies, einer internationalen gemeinnützigen Kooperative für soziale Raumentwicklung mit Sitz in New York und Rotterdam und leitet seit September 2013 zusammen mit David Harvey das neue National Center for Advanced Research in Socio-Spatial Justice in Quito, Ecuador. Aktuell sitzt er im Beirat des Human Right to Housing Program der National Economic and Social Rights Initiative (NESRI) und ist wissenschaftlicher Berater für die The Right to the City Alliance. Robles-Durán verfügt über weitreichende internationale Erfahrungen zur strategischen Ausgestaltung und Koordination transdisziplinärer urbaner Projekte und zur Entwicklung von Designstrategien und Plattformen für Bürgerbeteiligungen, die den Widersprüchen neoliberaler Urbanisierung begegnen. Mit seiner Entwurfstätigkeit, Forschung und theoretischen Arbeit war er bereits in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika tätig. Er ist Mitherausgeber des Buches Urban Asymmetries: Studies and Projects on Neoliberal Urbanization (2013).

 

Teddy Cruz

 

Teddy Cruz ist mit seiner Stadtforschung entlang der Grenze zwischen Tijuana und San Diego international bekannt geworden. Mit seiner Arbeit hat er die dort von Immigranten bewohnten Wohnviertel als Orte des Kulturschaffens aufgewertet, von denen aus Stadtentwicklung, günstiger Wohnraum und eine gemeinsame Infrastruktur neu durchdacht werden können. 1991 erhielt Cruz den Rome Prize in Architecture und 2005 war er der erste Preisträger des James Stirling Memorial Lecture On The City Prize, verliehen durch das Canadian Center of Architecture und die London School of Economics. Im Jahr 2008 wurde er eingeladen, die Vereinigten Staaten bei der Architekturbiennale in Venedig zu repräsentieren und 2011 erhielt er den Ford Foundation Visionaries Award. Teddy Cruz ist Professor für Öffentliche Kultur und Stadtplanung im Visual Arts Department der University of California, San Diego, wo er das Center for Urban Ecologies gründete.

 

Gareth A. Jones 

 

Gareth A. Jones ist Reader für Geografie an der London School of Economics and Political Science. Er studierte an verschiedenen Universitäten in London und Cambridge und hat weltweit an Universitäten gelehrt, darunter an der University of Wales, der University of Texas at Austin und der Universidad IberoAmericana in Mexiko-Stadt. Sein Forschungsinteresse richtete sich zunächst auf die Frage, wie arme Stadtbewohner Zugang zu Land, Unterkunft und Finanzierung erhalten, bevor er untersuchte, wie Stadtgebiete sowohl physisch als auch symbolisch umkämpft werden. Seine jüngste ethnographische Forschung beschäftigte sich mit Jugendlichen, die in Mexiko-Stadt auf der Straße leben, und mündete in die von ihm, zusammen mit Dennis Rodgers, herausgegebene Ausgabe Youth and Violence in Latin America (Palgrave, 2009). Zur Zeit arbeitet er an einer Monographie zum Leben auf der Straße, Identität und gesellschaftlicher Praxis. Ferner forscht er an den drei aktuellen Projekten: Elite, Gewalt und Sicherheit in Südafrika, Anteilnahme und ‚der Slum’ als Spektakel sowie Gewalt und Sicherheit in der zeitgenössischen Stadt.

 

Andres Lepik ist Professor am Lehrstuhl für Architekturgeschichte und kuratorische Praxis der Technischen Universität München und Direktor des dortigen Architekturmuseums. Er studierte Kunstgeschichte, Neuere Deutsche Literatur- und Sprachwissenschaft an den Universitäten Augsburg und München. Nach seiner Promotion an der Bibliotheca Hertziana in Rom begann er 1994 seine wissenschaftliche und kuratorische Arbeit an den Staatlichen Museen zu Berlin und der Neuen Nationalgalerie. An den Staatlichen Museen leitete er nach verschiedenen Aufgaben die Architektursammlung 20./21. Jahrhundert an der Kunstbibliothek. Er konzipierte unter anderem die Ausstellungen Renzo Piano (2000), Content/Rem Koolhaas and AMO/OMA (2004) und Oswald Mathias Ungers. Cosmos of Architecture (2006). 2007 wechselte er als Kurator an das Architecture and Design Department des Museum of Modern Art in New York, wo er die Ausstellung Small Scale – Big Change. New Architectures of Social Engagement (2010) kuratierte. Als Loeb Fellow der Graduate School of Design an der Harvard University erforscht er derzeit Geschichte und Theorie sozialen Engagements in der Architektur des 20. Jahrhunderts. Sein jüngstes Projekt ist die aktuelle Ausstellung Afritecture – Bauen mit der Gemeinschaft am Architekturmuseum der TU München in der Neuen Sammlung (bis Feb. 2014).

 

 

 

Jahresthema „Fragile Identitäten"

 

„Me, myself and others". Repräsentationen des Selbst und des Anderen
(auch Kunstgeschichts-Modul D.05.09)
Dr. Susanne Witzgall


Raum E.O2.29, Akademiestr. 4
Zeit Mittwoch 14.00–16.00 Uhr, Vorbesprechung/Anmeldung: 09.04.2014,

Beginn: 23.04.2014
Kontakt susanne.witzgall@adbk.mhn.de

 

Wir versichern uns unserer selbst und der Anderen meist über Bilder. Doch visuelle Repräsentationen enthüllen nicht einfach Identitäten, sondern scheinen sie im Zuge des Abbildungsprozesses neben der versuchten Rekonstruktion gleichsam zu dekonstruieren, zu verstellen oder neu zu produzieren. Das Seminar untersucht verschiedene gegenwärtige Strategien der künstlerischen, wissenschaftlichen und alltäglichen Repräsentationen des Selbst und der Anderen – von Ich-Beobachtungen über das Handy („Selfies") bis hin zu polizeilichen Phantombildern oder ethnographischen Repräsentationen des Fremden und deren Reflexionen in der zeitgenössischen Kunst. Der Fokus des Seminars wird dabei neben der Malerei vor allem auf den fotografischen Medien liegen, da die Fotografie nach Roland Barthes „historisch gesehen, als Kunst der Person begonnen (hat): ihrer Identität, ihres zivilen Standes ....".

 

Das Seminar ist als theoretische Ergänzung zur Projektklasse von Tobias Zielony gedacht, die sich dem fotografischen und filmischen Porträt widmet (siehe dort), kann aber auch als eigenständige Veranstaltung oder als Kunstgeschichtsmodul belegt werden.

 


 

Read Me: the digital Psyche / Lies Mich: die digitale Psyche
(Erasmus-Students and media theory modul philosophy E.02.09)
Prof Dr. Kerstin Stakemeier


Raum/Room E.O1.23, Akademiestr. 4
Zeit/Time Mittwoch/Wednesday 18.00–21.00 Uhr
Termine/Dates 23.04., 30.04., 14.05., 21.05., 04.06., 11.06., 25.06. und 09.07.2014
Please register with stakemeier@adbk.mhn.de to be provided with material

 

This is a bilingual Lektüreseminar (English/German) in which we will read parts of Gilles Deleuze's and Felix Guattari's „Anti-Oedipus. Capitalism and Schizophrenia" of 1972, in which the authors offer an aesthetic, political and practical critique of psychoanalysis. Those close readings will be confronted with some more contemporary attempts to map out our states of being within today's digital economies, and trace the repercussions those digitizations have had in contemporary art, cinema, image cultures and body schemes. We will be discussing examples from film, online publishing, artistic and performance practices, art and political criticism as well as fictional writing.

 

Dies ist ein zweisprachiges Lektüreseminar (English/German), in dem wir Ausschnitte des von Gilles Deleuze und Felix Guattari 1972 veröffentlichten Buchs „Anti-Ödipus. Kapitalismus und Schizophrenie" lesen werden, in dem die Autoren eine ästhetische, politische und praktische Kritik der Psychoanalyse anbieten. Diese gemeinsame Lektüre wird ergänzt durch neuere Versuche, unsere Lebensformen innerhalb der digitalen Ökonomien der Gegenwart zu positionieren und ihren Eingang in die Gegenwartskunst, in Kino, Bildwelten und Körperbilder nachzuvollziehen. Wir werden gemeinsam exemplarische Filme, Online-Publikationen, künstlerische und performative Produktionen, Kritiken und fiktionale Textformate diskutieren.

 


 

Special Event!
in Kooperation mit dem Harry Klein Club München

Terre Thaemlitz, KünstlerInnenvortrag


Raum Historische Aula, Akademiestr. 2
Zeit 30.04.2014, 18.30 Uhr

 

Terre Thaemlitz, DJ Gig
Ort Harry Klein Club (Sonnenstraße 8)
Zeit 30.04.2014, ab 23.00 Uhr bzw. 01.05.2014, 1.00 Uhr

 

Terre Thaemlitz ist ein/e international bekannte/r US-amerikanische/r MusikerIn, EssayistIn und BetreiberIn eines eigenen Plattenlabels (Comatonse Recordings). Seine performative Praxis wird häufig im Kontext von Transgender-Aktivismus diskutiert. Thaemlitz lebt in Kawasaki Japan und tritt unter anderem auch als „Miss Take" oder „DJ Sprinkles" auf. Ihre Arbeit verbindet auf kritische Weise Themen der Identitätspolitik mit einer fortwährenden Analyse der sozioökonomischen Bedingungen kommerzieller Medienproduktion. Bislang hat Terre Thaemlitz 15 Solo-Alben sowie zahlreiche Singles und Videoarbeiten produziert.

 


 

Identität durch Design / Identität des Designs

Dr. Angelika Nollert

 

Raum: E.ZG.04 und E.O2.29

Termine: Dienstag, den 24. Juni, 10.30–12.30 Uhr (E.ZG.04), Freitag den 27. Juni, 10.30–12.00 und 13.00–14.30 Uhr (E.O2.29), Dienstag den 1. Juli, 10.30–12.30 Uhr (E.ZG.04)

 

Konsumprodukte sind durch ihre spezifische Gestaltung visuell identifizierbar, Unternehmen geben sich durch bestimmte Merkmale eine Corporate Identity und Menschen streben nach Identität, um sich von der Gemeinschaft abzuheben. Design kann Identitäten materialisieren und kommunizieren. In diesem Sinne bestimmt sich die Qualität des Designs durch den Vermittlungserfolg der Identität.

 

Aber wie kann Design jenseits dieser Aufgabe auch eine eigene, unabhängige und zweckfreie Identität entwickeln? In dieser Frage lohnt eine vergleichende Betrachtung zu den benachbarten Disziplinen wie Kunst und Architektur und auf ihre jeweilige Geschichte des Identitätsbegriffes. Welche Verantwortung besitzt das Design in einer Gesellschaft, die Identität zwischen den Polen von Individualität und Pluralität auslotet?

 

 

Jahresthema „Fragile Identitäten"

 

Einführungsveranstaltung zum Jahresthema
Dr. Susanne Witzgall / Prof. Dr. Kerstin Stakemeier / Karianne Fogelberg, M. A.

 

Raum E.O1.23, Akademiestr. 4
Zeit Dienstag 10.00–12.30 Uhr und 14.00–16.00 Uhr

Termine 22.10., 29.10., und 05.11.2013

 

In dieser Vorlesung findet eine Vorbereitung auf das Jahresthema und das Symposium im WS statt. Es werden zentrale Begrifflichkeiten geklärt und grundlegende Thesen und Texte des Identitätsdiskurses im 20. und 21. Jahrhundert vorgestellt sowie zentrale historische Referenzarbeiten aus Kunst, Massenkultur, Architektur und Design diskutiert.

 


 

Workshop mit Emily Wardill

 

Raum wird per Aushang bekannt gegeben

Zeit 23.11. bis 26.11.2013

Anmeldung info_cx@adbk.mhn.de (bis 01.11.2013)

 

Die Künstlerin Emily Wardill (*1977 Rugby/UK) lebt und arbeitet in London. Sie produziert Filme und Objekte, die sich in narrativen Formen mit Fragen von Identität und Identifizierung auseinandersetzen. In ihren spielfilmlangen, enigmatischen Filmen entschlüsselt Wardill die wechselseitige soziale Bedeutungsstiftung von Objekten und Subjekten und inszeniert darin Grenzbereiche der Identität. Indem sie Wahrheit und Fiktion, Symbolismus und Realität, sowie Vernunft und Emotion nicht getrennt, sondern durcheinander darstellt, bricht sie die hierarchischen Strukturen von Wissen auf und ordnet sie neu. Hieraus folgt eine sprachlich ebenso wie visuell sehr eigene Ästhetik ihrer Arbeiten. Wardills Arbeiten sind ein wichtiger Teil der filmischen Gegenwartskunst und wurden zuletzt unter anderem in der Serpentine Gallery London (2012), im Showroom London (2010), der Gallery of Modern Art Glasgow (2011), dem Baadischen Kunstverein Karlsruhe (2011), dem MIT List Visual Arts Center in Cambridge, MA (2010) oder dem ICA London (2008) ausgestellt. 2004 zeigte die Künstlerin die Performance The Feast Against Nature in Grizedale (Lake District) und am PS1 Contemporary Art Centre, New York. 2011 nahm sie an der Venedig Biennale teil. 2010 gewann sie den Jarman Award und 2011 den The Leverhulme Award.

 


 

Design - eine Disziplin im Umbruch
Eintägiges Blockseminar am 12.11.2013
Karianne Fogelberg, M. A.

 

Raum E.O2.29, Akademiestr. 4
Zeit Dienstag, 10.30–12.30 Uhr und 13.30–15.30 Uhr, Beginn: 12.11.2013
Kontakt/Anmeldung fogelberg@adbk.mhn.de (bis 22.10.2013)

 

Das eintägige Blockseminar untersucht aktuelle Identitätskonstruktionen innerhalb der Designprofession und gegenwärtigen Entwicklungen, welche die Rolle des Designers hinterfragen. Neue kollaborative Formate und digitale Fabrikationsmöglichkeiten in Verbindung mit dem Internet ermächtigen Nutzer zunehmend, auf die Gestaltung von Gegenständen Einfluss zu nehmen, und kündigen eine Demokratisierung des Designprozesses an. Gleichzeitig dehnen Gestalter die Grenzen ihrer Disziplin aus und eignen sich neue Wirkungsbereiche in Kunst, Industrie und Wissenschaft an. So gestalten sie längst nicht nur Produkte im Namen einzelner Auftraggeber, sondern arbeiten interdisziplinär oder in Eigenregie an Lösungsansätzen für die komplexen Probleme der Gegenwart.

 

Das Seminar schließt sich an die Einführungsveranstaltung zum Jahresthema „Fragile Identitäten" an und ergänzt den Architekturfokus des Panels „Identitäten im urbanen Konflikt" (13.12.2013).

 


 

Kreation und Depression. Kunst und Horror.

(auch Modul C.01.09)
Prof. Dr. Kerstin Stakemeier

 

Raum A.EG.01, Akademiestr. 2
Zeit Donnerstag, 18.00–20.00 Uhr, Beginn: 31.10.2013, 18.00–20.00 Uhr. Weitere Termine als Block am 28.11.2013, 12.12.2013, 16.01.2014 je von 18.00–22.00 Uhr
Kontakt stakemeier@adbk.mhn.de

 

Dass Künstler und Künstlerinnen als labile Grenzsubjekte idealisiert oder auch verteufelt werden, ist nichts Neues – aber die Formen der Mythologisierung verändern sich stetig. „Wie heute leben in diesem Schema? Wie es unterlaufen, wie es abstoßen, wie es funktionalisieren?"

In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich der Mythos vom allseitig flexiblen, freien Künstlersubjekt zum Vorbild freiberuflicher Arbeitsformen, sei es in angrenzenden Gebieten wie Film, Design oder Architektur oder in scheinbar weiter entfernten wie Wissenschaft, Wirtschaft oder Popkultur. Der permanente Grenzgang und seine Idealisierung wurden zum zentralen Schema kapitalistischer Existenzweise. 2010 gaben Juliane Rebentisch und Christoph Menke das Buch „Kreation und Depression" heraus, das genau dies diskutierte. In den letzten Jahren erschienen unzählige Romane, Filme, Blogs, Musikformen, politische Theorien, Diagnostiken, psychologische und philosophische Texte, die sich damit beschäftigen, an welchen Stellen diese Grenzerscheinungen in ihre Zersetzung übergehen. Hieraus entstanden neue Genres und Medien, Mischformen aus Fantasy, Science Fiction, Horror, Okkultem, Esoterik, die eine Subjektform jenseits linearer Alltagswelten auszumachen scheinen.

 

Dieses Seminar diskutiert die vielfältigen künstlerischen und künstlichen Existenzformen heute und betrachtet ihre interdisziplinäre Allgegenwärtigkeit. Eine materialreiche Zerfallsstudie auf der Suche nach produktiven, lebbaren Zugängen. Das Seminar schließt sich an die Einführungsveranstaltung zum Jahresthema „Fragile Identitäten" an und sollte in Kombination mit diesem besucht werden.

 


 

„Fragile Identitäten" in Kunst und Wissenschaft

(auch Modul D.04.09, Modul D.05.09)
Dr. Susanne Witzgall

 

Raum E.O1.23, Akademiestr. 4
Zeit Freitag 14.00–15.30 Uhr‚ Beginn: 15.11.2013
Kontakt susanne.witzgall@adbk.mhn.de

 

Das Seminar lehnt sich inhaltlich eng an die Konzeption des dreiteiligen Symposiums „Fragile Identitäten" an und findet immer an den jeweils verbleibenden Freitagen statt. Ausgehend von den sechs inhaltlichen Schwerpunkten des Symposiums widmet sich das Seminar dem heutigen Subjekt zwischen möglichen Identitätsverlusten und multiplen Identifikationsangeboten. Es fragt danach, welche aktuellen personalen und kulturellen Identitätskonstruktionen KünstlerInnen parallel zu den Wissenschaften untersuchen und inwiefern diese mit den Krisenherden und gesellschaftlichen Umbrüchen unserer Gegenwart korrespondieren. Dabei werden Parallelen und Unterschiede in der künstlerischen und wissenschaftlichen Analyse des gegenwärtigen Subjekts beleuchtet und zahlreiche weitere Beispiele aus Literatur, Film, bildender Kunst und Musik herangezogen.

 

Das Seminar schließt sich an die Einführungsveranstaltung zum Jahresthema an und ist als Begleitseminar zum Symposium gedacht.

 


 

Separatismus und Autonomie
2-semestriger Workshop/Exkursion
Prof. Dr. Kerstin Stakemeier

Fortsetzung aus SS 2013. Neueinstieg zum WS 2013/2014 nicht möglich.

 

Wie sieht eine aktuelle separatistische Praxis aus, nachdem Diskussionen um Gender und um (Post)Kolonialismus die identitären Beschränkungen der frühen Frauenbewegung zu Recht in Frage gestellt haben?

 

In direkter Zusammenarbeit mit den Kunstvereinen in Bonn und München fanden zwei öffentliche Workshops statt und wurde ein Fanzine in zwei unterschiedlichen Auflagen produziert. Im WS 2013/2014 werden wir gemeinsam an einer dritten Fanzineversion arbeiten, die als Teil des Buches „Door Between Either Or Part 3", publiziert vom Kunstverein München bei Blackdog Publishing (London) erscheint, sowie, zum Ende des Semesters, eine Abschlussversion produzieren, die von einer öffentlichen Veranstaltung an der und für die Akademie begleitet sein wird.

 

 

 

Projektklasse der Filmregisseurin und Drehbuchautorin Claire Denis

Jahresthema „Fragile Identitäten"

Sommersemester 2014

 

Raum A.UG.24, Akademiestr. 2 sowie HFF, Seminarraum 10 (Raum 5.33) und Außengelände, Bernd-Eichinger-Platz 1
Zeit 02.06.–20.06.2014‚ Beginn: 02.06.2014

 

In Kooperation mit der Abteilung IV Dokumentarfilm, Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF)

 

Die französische Filmemacherin Claire Denis wird in der ersten Junihälfte 2014 eine dreiwöchige Projektklasse leiten, an der insgesamt 15 Studierende teilnehmen können. Es handelt sich hierbei um eine interdisziplinäre Klasse aus Studierenden der HFF im Hauptstudium sowie Studierende der AdBK in höheren Semestern. Der Workshop wird an beiden Häusern stattfinden und deren Ressourcen kombinieren. Inhaltlicher Einstiegspunkt für die Projektklasse sind die beiden Filme, die Claire Denis gemeinsam mit dem Philosophen Jean-Luc Nancy realisiert hat, den Kurzfilm „Vers Nancy" (2002) und den Spielfilm „L'Intrus" (2004). Letzterem liegt der Text „L'intrus" von Jean-Luc Nancy zu Grunde, in dem dieser seine Herztransplantation, die daraufhin erfolgte Krebserkrankung und die Auswirkungen der „Intrusionen" in seinen Körper philosophisch betrachtet.

 

Claire Denis ist eine der wichtigsten und markantesten Persönlichkeiten der französischen Filmszene der Gegenwart. Sie wurde 1948 in Paris geboren und verbrachte ihre Kindheit in verschiedenen Afrikanischen Staaten, wo sie als Tochter eines Kolonialbeamten aufwuchs. Nach ihrem Studium an der Filmhochschule IDHEC in Paris arbeitete sie als Regieassistentin bei renommierten Regisseuren, darunter Wim Wenders, Jim Jarmusch und Jacques Rivette. Sie selbst führte erstmalig Regie bei dem Spielfilm „Chocolat" (1987/88), für den sie wie für die meisten ihrer Filme, auch das Drehbuch schrieb. Ihr Werk umfasst bis heute über zwanzig Spiel- und Dokumentarfilme. Der Spielfilm „Nénette et Boni" erhielt 1996 in Locarno den Goldenen Leoparden, „Beau Travail" wurde 1999 in Montreal mit dem Louve d'Or ausgezeichnet. Claire Denis ist Professorin an der European Graduate School in Saas-Fee, Schweiz, und an der La fémis, Paris.

 

Anmeldung (beendet)

Studierende, die sich für den Workshop bewerben wollen, können die beiden Filme an der AdBK und HFF einsehen. An der HFF liegen die Filme in der Bibliothek im Handapparat, an der AdBK ab März bei der Aufsicht der Bibliothek. Ihre Bewerbung für diesen Workshop soll weniger eine theoretische Abhandlung über das Gesehene sein, sondern praktische Fragen an Denis Arbeit in Bezug auf die Themen Fremdes/Andersartiges, Integration und Identität formulieren. Auf eine Auswahl Ihrer Fragen wird dann auch der Workshop von Claire Denis aufbauen. Es handelt sich also um eine Projektklasse, die an den spezifischen Interessen und Fragen der Studierenden ausgerichtet ist. Der Schwerpunkt des Workshops liegt auf dokumentarischen oder fiktiven filmischen bzw. filmisch-künstlerischen Arbeiten. Angedacht sind außerdem Teams aus je einem Studenten der AdBK und einem der HFF. Die Projektklasse wird mit einem Materialgeld bezuschusst.

 

 

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