Datum / Uhrzeit: Fr 20.05.22 / 17h15 - 17h45

Im Rahmen der internationalen Tagung " Aufteilung des SInnlichen. (Medien-)Ästhetik und Politik in der Gegenwart" des Instituts für Medien-und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf wird es am Freitag, den 20.05., von 17h15 - 17h45 ein Online-Gespräch mit Maria Muhle zu: "Ranciere Übersetzen - revisited" geben.

 

Die Tagung widmet sich dem Verhältnis von (Medien-)Ästhetik und Politik in der Gegenwart. Mit Jacques Rancières Formel einer „Aufteilung des Sinnlichen“ geht es um die Frage, wie sich unsere Sinneswahrnehmung mit der Entwicklung digitaler Technologien verändert hat, genauer: welche Formen der (politischen) Teilhabe möglich werden, und welche Erfah-
rungsangebote künstlerische Arbeiten machen können. Ausgehend von der These, dass die Sinne wie Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Tasten usw. keine neutralen Aufzeichnungsorgane sind, sondern als soziale Konstruktionen verstanden werden müssen, die von medientechnischer Konditionierung geprägt sind und Körpergrenzen überschreiten können, befragt das Projekt, wie bestimmte Formen sinnlicher Adressierung die Welt(-erfahrung) mitbestimmen. Die Beiträge diskutieren in historischen, theoretischen und ästhetischen Perspektiven die jeweiligen transgressiven Körper- und Kulturtechniken der Wahrnehmung und befragen Formen einer Politisierung des Ästhetischen und Ästhetisierung des Politischen neu.

 

Die Tagung findet unter Einhaltung der 3G-Regel statt und wird teilweise live gestreamt. Eine Anmeldung mit Angabe der Teilnahme-Tage ist über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möglich.

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Hochschulöffentliches Gespräch mit Sarah Lehnerer zu „Fireflies in the Dark: Letters on Ambiguities – ein Briefwechsel zwischen Jackie Grassmann und Sarah Lehnerer"

 

Datum / Uhrzeit: Fr 20.05.22 / 10h

Ort: Akademie der Bildenden Künste München

Raum: Typowerkstatt, Neubau, E ZG 12-13

 

Fireflies in the Dark: Letters on Ambiguities ist ein fortlaufender digitaler Briefwechsel zwischen den Künstlerinnen Jackie Grassmann und Sarah Lehnerer, der im März 2020 seinen Anfang nahm. Der dabei gewachsene Text ist ein Dokument des Desires der Autorinnen, eine Sprache für ihre künstlerische Praxis, ihr theoretisches Denken und für und den Alltag zu entwickeln, die sich in keiner traditionellen literarischen Kategorie bewegt, sondern eine eigene spezifische Form durch das Prinzip der Zugewandtheit, dem geteilten Denken und Begreifen, dem Zuhören und Ansprechen formuliert.

 

I am only in the adress to you. Dieses Zitat von Judith Butler ist hierbei die zentrale Einsicht und der ausschlaggebende Beweggrund, nicht aufzuhören, sondern weiter zu schreiben und in diesem gemeinsamen Verweben von verkörperter Gegenwart die eigenen Stimmen im Chor hörbar werden zu lassen. Die Kontinuität der Briefe zeichnet dabei ein lesbares, wenn auch widerspenstiges Dokument der Gegenwart. Denn das in die Lücken des Alltags eingeworbene Schreiben wird zu einer künstlerischen Praxisform, in der das Selbst und der soziale Raum aus einer subjektiven, aber nicht singulären Position, sondern im Dialog befragt werden. Die dabei stattfindende Fiktionalisierung der Selbste ist in diesem Fall keine literarische Technik (Autofiktion), in der das Selbst immer noch als eine kontingente, wenn auch multiple Figur begriffen werden kann, sondern formuliert einen hybriden, relationalen Begriff von Selbst; ein Selbst, das sich, so die These, erst in einer geteilten Praxis von Care, Zugewandtheit und Freundschaft überhaupt konstituiert und entfaltet. Im Adressieren eines/r Anderen schreiben wir den Chor zwangsläufig mit, betreiben wir ein polyphones Schreiben (Anna Tsing). Die Briefe aktivieren also die Idee eines Subjekts in Relation und versuchen die Idee des autonomen Individuums zu verlernen.

 

Das Gespräch findet im Rahmen des Seminars "Autopoietisches Schreiben" von Anne Gräfe statt.

 

 

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Hochschulöffentlicher Gastvortrag von Vera Mader (Ruhr-Universität Bochum)

 

Datum / Uhrzeit: Mi 11.05.22 / 14h

Ort: Akademie der Bildenden Künste München

Raum: Neubau, E.02.29 

 

Unter dem Titel "A Redistribution of Violence. Carolyn Lazards ästhetische Praxis zwischen Sorge und Gegen-/Gewalt" hält Vera Mader einen Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung der Frauenbeauftragten "Feminismen in Kunst und Theorie" in Kooperation mit den Seminaren 'Gewalt und Gegen-Gewalt' von Maria Muhle und 'Sorge(n)' von Anne Gräfe. 

 

Vera Mader ist wissenschaftliche Mitarbeiterin (Promotion) am DFG-Graduiertenkolleg „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“ der Ruhr-Universität Bochum und schreibt eine Dissertation mit dem Titel "Therapeutiken der Selbst-Überschreitung. Sorge und Differenz bei Audre Lorde“.

 

Im Anschluss findet ein Workshop statt. Anmeldungen bitte per Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

 

Verschoben auf: 06.-08.10.2022!!

Welchen Beitrag kann die Philosophie zur Analyse und Kritik von Rassismus leisten? Inwiefern prägen gleichzeitig rassistische Ausschlüsse die Philosophie und ihre Geschichte? Und wie können wir dementgegen eine antirassistische philosophische Praxis in Forschung und Lehre denken und etablieren?


"Philosophie und Rassismus" | Internationale Tagung | 06.-08. Oktober 2022 | Münster | Veranstaltet von Franziska Dübgen, Kristina Lepold und Marina Martinez Mateo.

11.04.22 14h Vortrag von Anne Gräfe: »Übung im Denken – Der Moment des Dazwischen in Manon de Boers An Experiment in Leisure«| Moderation: Jörg Sternagel (Universität Passau) auf der Jahrestagung "Denken des Dazwischen - Poetik des Medialen" der AG Medienphilosophie der Gesellschaft für Medienwissenschaften und Plattform # 1 der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg vom 11.-12. April 2021: www.ag-medienphilosophie.de |
08.04.22 09h40 Keynote von Maria Muhle: »Mimetic Milieus. A Reading of Roger Callois' Insect Studies.« auf dem Workshops MIMESIS AND COMPOSITION: Anthropological Perspectives on Technology and Art, Padova 8-9 April 2022 via Zoom: https: //unipd.zoom.us/j/5421632672

Vortrag von Anne Gräfe zum Film 'El Cant dels Ocells' von Albert Serra im Rahmen der Filmreihe 'Siegfried Kracauer Film und Gesellschaft', welche von März bis Mai 2022 stattfindet und Teil der Internationalen Siegfried Kracauer Konferenz des Instituts für Sozialforschung ist.

 
Termin: Mittwoch, 16.03., 18h00 
Ort: Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, am Schaumainkai 41 in Frankfurt am Main
 
Albert Serras EL CANT DELS OCELLS stellt nur vordergründig ein Reenactment der wohlbekannten Reise dreier Könige zur Heiligen Familie dar. Subtil zeigt der Film in langen Kameraeinstellungen zugleich, wie die mühselige Suche des richtigen Stalls mitunter zu einem langatmigen Unterfangen werden kann – ganz im Sinne Kracauers, für den physische Realität in einzigartiger Weise durch Film enthüllt werden kann.
Informationen: https://www.dff.film/kino/kinoprogramm/filmreihen-specials-maerz-2022/siegfried-kracauer-film-und-gesellschaft/
Die Siegfried Kracauer Konferenz findet vom 19.–21. Mai 2022 in Frankfurt am Main statt: kracauer-konferenz.de

 

Gespräch mit Marcel Odenbach und Maria Muhle; Moderation: Mirjam Zadoff
Termin: Mittwoch, 09.02., 19h00 
Ort: NS-Dokumentationszentrum München

  

Marcel Odenbachs Videoinstallation Wer leidet der schneidet ist aktuell in der Ausstellung John Heartfield. Fotografie plus Dynamit im nsdoku zu sehen. Die Arbeit ist eine Hommage an John Heartfield als einem der wichtigsten politischen Künstler des 20. Jahrhunderts.

Seit den 70er Jahren beschäftigt sich Odenbach in unterschiedlichen visuellen Medien mit Techniken der Montage. Neben Videos bilden aufwendig gestaltete großformatige Papiercollagen einen Schwerpunkt seiner Arbeit. Häufig verwendet der 1953 geborene Künstler historisch und symbolisch stark aufgeladenes Bildmaterial aus dem Kontext der deutschen Geschichte. Durch Bearbeitung und Neuordnung entstehen ästhetisch und inhaltlich komplexe Werke, denen eine eigene historiografische Kraft innewohnt.

Im Gespräch mit der Philosophieprofessorin Maria Muhle reflektiert Marcel Odenbach die Montage als bedeutende Kunstform der Moderne. Maria Muhle hat den Lehrstuhl für Philosophie und Ästhetische Theorie an der Akademie der bildenden Künste München inne. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen politische Ästhetik, Medienphilosophie sowie Medien und Mimesis.

 

Teilnahme kostenfrei

Keine Anmeldung erforderlich

Veranstalter NS-Dokumentationszentrum München

Öffentliches Online-Gespräch mit Peter Neumann und Anne Gräfe

(im Rahmen des Philosophie-Seminars "Identität. Kollektivität. Kollektive Identität" von Anne Gräfe) 

Mittwoch, 15.12., 14h00, online: Link bitte bei Anne Gräfe Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erfragen. 


Gemeinsam mit Matthias Warkus (geboren 1981 in der Pfalz) hat Peter Neumann (geboren 1987 in Mecklenburg) zwischen dem 4. Dezember 2018 und dem 13. April 2019 ein Gespräch zum Thema 'critical westdeutschness' schriftlich geführt. Vorher hatten sie festgelegt: Es sollte ein Gespräch, kein Interview werden; und das Gespräch sollte ganz kathrinpassigmäßig asynchron und online verlaufen, damit sie aufkommende Themen, Links usw. beliebig recherchieren konnten. Im Rahmen des Seminars "Identität. Kollektivität. Kollektive Identität" sprechen wir mit Peter Neumann über die Identität des Subjekts, mit der sich oftmals eine je kohärente Erzählung verbindet, welche sich aus der Erinnerung an das bereits vergangene Leben speist. Eine Erzählung, die das Subjekt als einzigartig und besonders beschreibt, ausgestattet mit einem ganz eigenen Charakter. In dieser Lesart bedeutet Identität jedoch stets auch Abgrenzung: Diese Grenzen konturieren dann das Innere, das vermeintlich originär Eigene gegenüber dem Außen und Anderen. Im Kollektiv wiederum erscheinen diese individuellen Grenzen einerseits als verschwommen und in Auflösung begriffen, wenn vermeintlich das, was zuvor als individuell besonders nun in einem allgemeinen Muster homogenisiert wird. Andererseits zeigt dieses allgemein Verbindende sich im Kollektiv als Besonderes, als Muster, als kollektive Identität. Selbst- wie Fremdzuschreibungen, Mythen wie Statistiken versuchen so, die opake Pluralität der Gegenwart wahlweise in einer identitären Einheitsnarration oder einen latenten Konflikt zu ballen, je nach Intention der Autor*innenschaft. Darin enthalten ist dann jeweils auch das Unstabile, Fragile, Brüchige, sowie das Nichtbesondere, Durchschnittliche und Langweilige.

 

Peter Neumann ist Lyriker, Schriftsteller, Journalist und Philosoph. Er lebt in Berlin, arbeitet in Oldenburg und im Feuilleton der Zeit-Redaktion in Hamburg und hat, nach seinem Buch zu 'Jena 1800. Die Republik der freien Geister' im Siedler-Verlag, zuletzt 2019 im Alber-Verlag 'Zeit im Übergang zu Geschichte. Schellings Lehre von den Weltaltern und die Frage nach der Zeit bei Kant' veröffentlicht.

Öffentliches Online-Gespräch mit Şeyda Kurt (Berlin)

(im Rahmen des Philosophie-Seminars „Liebe als Entscheidung“ von Anne Gräfe)

Donnerstag, 15. Juli 2021, 14h00, online: https://www.gotomeet.me/adbk_philosophie-1/liebe

Am Anfang jeder Beziehung steht eine Erfahrung von Unverfügbarkeit. So gründen zwischenmenschliche Verbindungen auf Unsicherheit, Ungewissheit und Zweifel – und sind zugleich Anker von Vertrauen, Mitgefühl und Gewogenheit. Liebe, verstanden als romantische, freundschaftliche oder altruistische Zugewandtheit, fügt das Eigene mit dem Anderen zusammen, verbindet Eigeninteressen mit Uneigennützigkeit. In der politischen Theorie ist diese Verbindlichkeit im zwischenmenschlichen Umgang konstitutiv für jede kommende Gemeinschaft. Soziologisch stellt Liebe die erste Stufe der reziproken Anerkennung dar, in der sich die Subjekte ihrer gegenseitigen Bedürftigkeit versichern. Şeyda Kurt untersucht in ihrem im April 2021 erschienenem Buch „Radikale Zärtlichkeit – Warum Liebe politisch ist“ alte und neue Konzepte von Intimität und zeigt auf, inwiefern das Private politisch ist – jedoch gänzlich anders, als bisher dieser Spruch verstanden wurde: „Es geht also um Gleichzeitigkeiten. Es geht um die Gleichzeitigkeit von Zärtlichkeit und Radikalität. Es geht um die Gleichzeitigkeit von Fairness im Privaten und Gerechtigkeit im Politischen. Und darum, dass diese Grenzziehungen irgendwann nicht mehr notwendig sind. Auf den Blick in die Vergangenheit und Gegenwart folgt in diesem Buch daher zwangsläufig ein Blick in die Zukunft. Radikale Zärtlichkeit ist das Eingeständnis der Notwendigkeit von Visionen, die politisch und vielfältig zugleich sind.“


Şeyda Kurt schreibt und spricht über Kultur, Politik und intersektionalen Feminismus. Als freie Journalist*in und Autor*in arbeitet sie für unterschiedliche Print- und Onlinemedien, u.a. für ZEIT Online, die Tageszeitung TAZ, nachtkritik, Edition F, sowie für unterschiedliche Podcast-Formate bei spotify. Als Kuratorin war sie darüber hinaus für das Goethe-Institut und verschiedene Filmfestivals (Berlinale, Kurzfilmtage Oberhausen) tätig.