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Symposium zur Jahresausstellung

FR 12.07.13 | 10:00 - 20:00 Uhr

Historische Aula im Altbau | Akademiestr. 2
Eintritt frei


----- Wem gehören unsere Bilder ----- Gewinn versus Verlust des Privaten im Internet ----- Kontrolle und Kontrollverlust im digitalen Zeitalter ----- Datenschutz und Überwachung ----- Vom Sinn nationaler Grenzen in einer globalisierten Welt ----- Digital Guerilla und Tactical Media ----- Open Knowledge -----

Mit:

Rex Bearchode (Stratfor)
Konrad Becker (Institut für Neue Kulturtechnologien, Wien)
Mike Bonanno (The Yes Men)
Markus Dirr (LMU München)
Julius Mittenzwei (Chaos Computer Club)
Dr. Thomas Petri (Bayer. Landesbeauftragter für den Datenschutz)
Prof. Dr. Felix Stalder (Zürcher Hochschule der Künste)
Rena Tangens (digitalcourage)
Jan Wildeboer (Open Source)
Michel Zai (etoy)
Georg Zoche (United Transnational Republics)

Moderation: Ania Mauruschat (Universität Basel)

Die Enthüllung des vom US-Geheimdienst NSA betriebenen Datenspähprogramms Prism durch den „Whistleblower" Edward Snowden hat weltweit für Aufsehen gesorgt, kühnste Vermutungen bestätigt und Ängste geschürt: Unsere privatesten Daten sind weder vor privatwirtschaftlichen, noch vor staatlichen Zugriffen mehr sicher.

Die augenblicklich allgegenwärtige Diskussion über den Begriff des „gläsernen Menschen" und über die zunehmende Kontrolle und Überwachung unserer Lebenswelt und Privatsphäre – sei es ungewollt (Stichworte: Google Street View und Google Earth, Überwachungskameras, digitaler Fingerabdruck, Rasterfahndung, Körperscanner etc.) oder freiwillig (Stichworte: Facebook, Myspace, Sexting, Blogs und Webseiten, Casting- und Talkshows etc.) – und die damit einhergehende wachsende kommerzielle Auswertung der dadurch neu verfügbaren Daten verlangen von uns heute einen bewussteren, kritischeren Umgang mit Kontrollsystemen aller Art.

Ausgehend von diesen Überlegungen untersuchen Künstler Manifestationen und Techniken der Kontrolle bzw. ersinnen im Umkehrschluss Verweigerungsstrategien und kreative Gegenentwürfe. Wie kann man sich der freiwilligen und unfreiwilligen Kontrolle durch produktionssteigernde Disziplinarsysteme entziehen? Wie verweigert man sich der zunehmenden Besitznahme durch politische, administrative und kommerzielle Strukturen? Welches Potenzial haben subversive Positionen in der Kunst?

Eine Woche vor der Eröffnung der Jahresausstellung an der Akademie der Bildenden Künste München findet – organisiert von Studierenden der Projektklasse von Prof. Julian Rosefeldt – in der historischen Aula ein Symposium zum Thema statt. Eingeladen sind Referenten aus verschiedenen Fachbereichen, die meisten von ihnen Medientheoretiker, vor allem aber auch Künstler, die subversive Strategien zur Unterminierung gängiger kommerzieller und kommunikativer Kontrollstrukturen entwickeln.

Das Symposium wird in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Experimentelles Radio der Bauhaus-Universität Weimar über eine "Radiobrücke" live zu deren Jahresschau summaery2013 übertragen.