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Vortrag von Uros Djuric

MI 14.05.14 | 19:30 Uhr | in englischer Sprache

Raum 02.29 in Neubau | Akademiestr. 4

 

 

 

Workshop für Studierende

Body of work | Practicing methodology

DO 15.05.14 | 11:00 Uhr

Raum 02.29 im Neubau | Akademiestr. 4

 

Wenn Uroš Djurić in Belgrad in ein Taxi steigt, wird er wie ein Popstar begrüßt. Schließlich verfügt der emeritierte Punk über einen schillernden Glamourfaktor, der über das alternative Künstlermilieu der serbischen Hauptstadt hinausreicht. Im "Manifest des Autonomismus" etablierte der Filmschauspieler, Verleger von Undergroundcomics, Grafiker, DJ im Club „The Hole“ und Gestalter einschlägiger Radioshows für den Belgrader Sender B92 gemeinsam mit Stevan Markuš 1994 das „persönliche Prinzip“ als Hauptantriebskraft für die Produktion von Kunst am Rande einer Gesellschaft, in der Banker, Politiker, Kriminelle und Kriegsverbrecher die Helden waren. „Das wichtigste Kriterium zum Eintritt in ihren Klub“, erzählt Djurić, „war, an ihrem Spiel teilzunehmen.“ Er entwickelt "The Populist Project" und macht die Interaktionen zwischen Individuum und Starsystem deutlich: Er präsentiert sich auf dem Cover eines imaginären Magazins namens "Hometown Boys" als Spieler der prominentesten europäischen Fußballclubs und als Pionier mit rotem Halstuch in Gesellschaft der bekanntesten Vertreter des osteuropäischen Kunstbetriebs.


Wenn Uroš Djurić malt, dann in dem beruhigenden Bewusstsein, ein Konzeptkünstler zu sein. Selbstporträts mit Gitarre sind ein Thema für den stolzen Besitzer der teuersten Fender Telecaster mit Naturholz-Body und Hals aus Rosenholz – eines Klassikers unter den E-Gitarren. Allein die Titel seiner Gemälde, zum Beispiel – ein guter Ratschlag aus dem deutschen Wirtschaftswunderland – weisen bereits darauf hin, dass Djurić Stile und Kontexte sampelt und das ironisch unterfütterte Genre eines wahren Intellektuellen pflegt, dessen Erfolg aus der – gelegentlich traumatischen – Zugehörigkeit zu einer Minderheit auf der einen und einer Elite auf der anderen Seite erwächst.    


 

- aus einem Text von Brigitte Huck -