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title: "The One Woman Group Exhibition"
date: 2019-02-13
author: "Julia Viehweg"
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# The One Woman Group Exhibition

![The One Woman Group Exhibition](https://www.adbk.de/images/stories/aktuell/2019/02/pantoppidan.jpg)

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 Eröffnung Mi | 13.02. mit einem Künstlergespräch mit Karen Pontoppidan und Dr. Ellen Maurer-Zilioli, Kuratorin

 Zur Ausstellung erscheint ein Katalog

  

 Mit der künstlerischen Position von Karen Pontoppidan (geb. 1968 in Kerteminde / DK) geht ein

 fundamentaler Umbruch für die zeitgenössische Schmuckkunst einher. Vor dem Hintergrund aktueller

 Erkenntnisse zur gesellschaftlichen Bedeutung von Identität und Geschlecht, wie etwa im Rahmen der

 Gender Studies, von politischem und sozialem Auftrag der Kunst, postuliert Pontoppidan in Werk und

 Lehre (2006 – 2015 als Professorin an der Konstfack Stockholm, seit 2015 als Professorin an der

 Akademie der Bildenden Künste München) die Forderung nach einer Bewusstseinserweiterung ihrer

 Disziplin, nach einer Demontage und innovativen Erneuerung ihrer Materie unter entsprechenden

 Prämissen und gestalterischen Vorzeichen. Damit stellt die Künstlerin die Thematik in den Raum, wie

 eine von Tradition und Gattungsgeschichte so stark konditionierte Fachrichtung auf unsere Epoche, auf

 brisante Anliegen, auf existentielle Problematiken reagieren kann.

  

 Sie selbst entwickelt in ihren Arbeiten eine vielfältige und auf den ersten Blick widersprüchlich

 erscheinende Ästhetik. Daher bot sich der Ausstellungstitel „THE ONE WOMAN GROUP EXHIBITION “

 an, da er Publikumserwartung, Künstlerbilder und Werkkonzeptionen, die uns seit dem Zeitalter des

 bürgerlichen Idealismus begleiten, konterkariert und unterwandert.

  

 Mit dieser Präsentation von ca. 150 Arbeiten aus den letzten zwanzig Jahren lässt die Künstlerin

 erstmals eine breitere Öffentlichkeit Anteil nehmen an einem komplexen Diskurs und Einblick gewinnen

 in die anspruchsvolle und kritische Wandlung des Schmuckgenres ihrer Generation.

  

 Im Ablauf der Ausstellung spiegelt sich das Spiel der vorgetäuschten „Camouflage“ und Spaltung einer

 einzigen Schöpferin der Objekte in zahlreiche Autorinnen wider. Jedem Kapitel ist daher eine Urheberin

 „gefaked“ zu geteilt. Tatsächlich aber entfaltet sich vor unseren Augen ein konsequentes und in sich

 letztlich logisches Oeuvre. Bereits während des Studiums bei Otto Künzli in München, dessen

 Assistentin dann auch Pontoppidan wurde, beschäftigt sie sich mit abweisenden Empfindungen wie

 Ekel und Hässlichkeit, die doch eigentlich für den Schmuck vollkommen verpönt sind. Das Ergebnis

 allerdings erweist sich als frappierend, denn die bunten „BLUMEN&BOLLER“ – so diese Werkgruppe

 betitelt – eignen sich durchaus für die körperliche Adaption. Daraufhin widmet sich Pontoppidan der

 Konfrontation absurder, abwegiger Attribute, die sich via Gravur und Email in die Arbeiten einfügen.

  

 Diesen folgen Werkgruppen von skulpturalem Charakter, die sich auf soziales Umfeld und individuelle

 Kontexte beziehen. Das Unförmige als ästhetisches Element und als scharfsinniger Störfaktor verleiht

 den Anhängern, dem Halsschmuck aus dem Zyklus „FAMILY PORTRAITS“ etwa, eine befremdliche

 Erscheinung, die gleichwohl durch ihre poetische, ja fast melancholische Ausstrahlung eine

 atmosphärische Wirkung erhalten, die den Bruch mildert und den „Absturz“ des konventionellen

 Schmuckbildes abfedert. In jüngster Zeit analysiert Pontoppidan Beziehungen zwischen den gemeinhin

 als „angewandte“ und „freie“ bezeichneten Künsten. Die Trilogie „CANVAS_CONTEXT_CASH“ aus

 dem Zeitraum 2010-2014 kombiniert Verhaltensweisen und Zitate aus beiden Bereichen und mixt

 ironisierend diese Instrumente im schmucktauglichen Objekt. Mit „KNELL – THE GENDER BELL“

 (2016/2018) kommentiert die Autorin – in glockenartigen Gebilden als Anhänger – das Thema der

 Stimme, ihres Raumes, ihrer Tragweite und Daseinsberechtigung. Das Innenleben dieser „Klangkörper“

 verbirgt geheimnisvolle Klöppel in assoziationsreicher Gestalt oder Materie, welche dann den durchaus

 dezenten Ton hervorbringen können. Dazu werden sich des Weiteren völlig neu geschaffene Zyklen

 gesellen, die den Schmuckkorpus ergänzen, aber auch sprengen.

  

 Pontoppidan hat sich über diese Jahre vollkommen vom klassischen Schmuckdogma befreit und

 changiert – überlegt und stets mit der verinnerlichten gelernten Goldschmiedin ringend – frech und

 provokant zwischen der experimentellen Demontage in konzeptuell geprägten Arbeitsserien, dem

 Anspruch freier künstlerischer Geste und Gestaltfindung, ihrer intellektuellen Durchdringung und

 ästhetischen Darstellung hin und her, ein „Spagat“ auf hohem Niveau und keineswegs harmlos.

  

 Damit ist Schmuck erneut ins Kunstlager gewechselt, diesmal allerdings zusätzlich angereichert durch

 Inhalte, die bislang in dieser Form so noch nicht aufgetreten sind und ihn – den Schmuck – in einen

 übergeordneten gesellschaftlichen Wandel einbetten, welcher den künstlerischen Ausdrucksmedien

 zunehmend eine offene und uneindeutige Montur verleiht ohne jedoch in unserem Fall das Vergnügen

 am Schmuck vollkommen zu negieren.

  

 Gerade in München mit seiner weltweit berühmten und mit der Welt verknüpften Schmuckszene, die

 einmal jährlich in einen „Mega-Event“ mündet, der sich um die beteiligten Museumsausstellungen und

 Galerien, um die Sonderschau Schmuck auf der IHM und anderen Aktivitäten herum ansiedelt, ist ein

 solches „Statement“, wie es die Ausstellung von Karen Pontoppidan im Museum Villa Stuck bietet,

 mehr als Verpflichtung. Hier ist die Avantgarde zu Hause und hier wird die Avantgarde in diesem Genre

 stets weiterhin und fortwährend ihre Äußerungen vorstellen.

  


## Custom Fields

**Künstlerinnen (m/w/d):** Ausstellung von Karen Pontoppidan

**Eröffnung:** 2019-02-13 18:00:14

**Datum:** 2019-02-13 23:00:00

**Datum:** 2019-05-04 22:00:00

**Öffnungszeiten:** Di - So | 11:00 - 18:00 Uhr

**Ort:** Museum Villa Stuck, | Prinzregentenstraße 60 | München

