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Ausstellung von Asbjörn Jungnik in der AkademieGalerie

Eröffnung DI 14.01.14 | 19:00 Uhr

Ausstellung MI 15.01. - DI 28.01.14

Öffnungszeiten 24h von außen einsehbar

 

 

 

Ich möchte eine Geschichte erzählen. Sie handelt von Jugend und Unschuld, von Begehren und von Gefährdung. Es ist eine sehr alte Geschichte, die immer passiert.
Ein Junge steht im Schilf. Ein Junge steht auf einer Wiese. Ein Junge steht in einem Wald. Die Natur, die ihn umgibt, ist ein Idyll, aber auch eine Naturgewalt. Überhaupt ist er bedroht. Er selbst, seine Schönheit, sein reines Wesen, ist ihm die größte Gefahr.
In meinem Kopf entsteht ein Bild. Die Meister der deutschen Romantik hätten vermutlich so fotografiert, wenn die Fotografie bereits erfunden und sie alle schwul gewesen wären.
Die Geschichte, die ich erzählen will, ist eine der ältesten der Welt. Sie handelt vom Knospen, vom Erblühen und von der Ahnung, des Verwelkens, des Verderbens, des Vergehens. Sie wurde endlos oft gemalt, gemeißelt und in Reime gefasst.
Ich frage mich, ob man diese alte Geschichte immer wieder und immer wieder erzählen muss? Gibt es dem perfekten Ebenbild des Jünglings seit – sagen wir – Michelangelo noch etwas hinzuzufügen? Kann man es besser beschreiben als Hebbel mit seinem Satz im Sommerbild: „So weit im Leben, ist zu nah am Tod“?
Und doch reicht das nicht. Ich sehe den Jungen im Schilf stehen und er steht da, als wäre er der erste von allen. Ich muss die Geschichte selbst erzählen.
Die einen träumen ihre Träume, und ich träume die meinen.