Im September 2019 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin der Akademie der Bildenden Künste München zwei Tenure-Track-Professuren bewilligt. Die Münchner Kunstakademie ist damit die bislang erste und einzige Hochschule für Bildende Kunst, die diese Förderung vom Bund erhält.

Anlässlich der 52. Jahrestagung der Association Internationale des Critiques d’Art (AICA), die 2019 in Köln und Berlin stattfand, wurde der Kritiker und Kunsthistoriker Walter Grasskamp für sein Lebenswerk mit dem Prize for Distinguished Art Criticism ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Julia Voss. 

 

Prof. Dr. Walter Grasskamp lehrte von 1995 bis 2016 am Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Münchner Kunstakademie.

 

Zu den bisherigen Preisträgern gehören Sarah Wilson (Großbritannien, 2015) und Georges Didi-Huber­man (Frankreich, 2017).

 

Am 12. September 2019 ist Gile Haindl-Steiner, die langjährige Vorsitzende des Akademievereins, Stiftungsratsvorsitzende der Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung und Gründungs- und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Kunstakademie München völlig unerwartet im Urlaub in Italien gestorben.

 

Die Akademie verdankt Gile Haindl-Steiner viel. Sie hat mit ihrem Eintritt 1988 den Akademieverein vom Kopf auf die Beine gestellt und ihn mit ihrem finanziellen Engagement für wichtige Projekte handlungsfähig gemacht. Sei es durch den Günter Fruhtrunk-Preis, der namhafte Vertreter der internationalen Kunstszene auszeichnete und mit dem verbundenen Lehrdeputat der Akademie zu einem internationalen Austausch verhalf. Oder durch den Preis des Akademievereins, der erfolgreichen Absolvent*innen unserer Akademie eine finanzielle Unterstützung für ihren Start ins "freie Künstlerleben" ermöglichte. 

 

Gile Haindl-Steiner initiierte mit Arbeiten der Studierenden und von Professor*innen über mehr als zwei Jahrzehnte die „Auktion in der Akademie“, die über die Jahre große Resonanz in breiten Kreisen der Münchner Gesellschaft fand. Der Erlös kam den jungen Künstlern und dem Akademieverein zugute.2003 verhalf sie zudem auch der 1991 gegründeten Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung mit einer großzügigen Spende zu einer noch größeren Wirkmächtigkeit in Sachen Kunstnachwuchsförderung. Seither hatte sie auch dort den Vorsitz inne.

 

Gile Haindl-Steiner war der Akademie auch dadurch verbunden, dass sie seit 1995 einen Lehrauftrag im Bereich Kunstgeschichte innehatte. 

 

Seit 2015 war sie Mitglied unseres Hochschulrats.

 

Akademien brauchen mehr denn je begeisterte Förderer, die neben ihrer Liebe zu junger Kunst auch den gesellschaftlichen und politischen Stellenwert der Ausbildung zum Sehen und Formgeben, zum Lesen von Bildwerken und zum Navigieren im Medialen begreifen und dafür ihre ganze Unterstützung geben.

 

Für die Akademie der Bildenden Künste München ist der Tod von Gile Haindl-Steiner ein großer Verlust.

 

Möge ihr Engagement für die zeitgenössische Kunst Vorbild und Leitbild sein, das auf viele Menschen ansteckend wirkt. Das wünschen wir uns als ihr Vermächtnis.

 

Professor Dieter Rehm
Präsident der 
Akademie der Bildenden Künste München

Foto Kilian Blees

Prof. Tanja Widmann wurde im Sommersemester 2019 an die Akademie der Bildenden Künste München berufen. Sie leitet eine Klasse für Kunstpädagogik in der Nachfolge von Prof. Matthias Wähner.