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DFG-Forschergruppe Medien und Mimesis (FOR 1867)

 

Die Forschergruppe untersucht die Kulturtechnik der Mimesis vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in der Medienforschung. Dabei geht das Vorhaben über die in den Kultur- und Literaturwissenschaften ebenso wie in der Philosophie bislang dominierende ästhetische und epistemische Betrachtung der Mimesis hinaus und stellt das geschichtsphilosophische Selbstverständnis der Moderne als eine grundlegend amimetische kulturelle und soziale Formation infrage. Mimesis und imitatio werden nicht länger in die Perspektive einer zu überwindenden Vorgeschichte der Idee des schöpferischen Menschen und seiner Werkherrschaft gestellt. Anstatt die Mimesis in einen Gegensatz zur modernen Technik und der auf ihr beruhenden Zivilisation zu manövrieren und sie als mit dem konstruktivistischen Selbstverständnis der Neuzeit grundsätzlich unvereinbar anzusehen, verfolgt das Projekt auf unterschiedlichen Ebenen die kultur- und sozialitätskonstitutive Funktion mimetischer Praktiken.

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Kooperationsprojekt hat zum 1. April 2014 an den Universitäten Weimar, Bochum, Akademie der Bildenden Künste München, Frankfurt am Main, Basel und Zürich seine Arbeit aufgenommen.

 

 

Teilprojekt "Mimetische Existenzweisen"

 

Prof. Dr. Maria Muhle (Akademie der Bildenden Künste München)

Prof. Dr. Friedrich Balke (Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medienwissenschaft)

Elisa Linseisen (Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medienwissenschaft)

Sebastian Althoff (Akademie der Bildenden Künste München)

 

 

Teilprojekt "Mindere Mimesis" (2014-2017)

 

Prof. Dr. Maria Muhle (Akademie der Bildenden Künste München)

Prof. Dr. Friedrich Balke (Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medienwissenschaft)

Dr. Hanna Engelmeier (Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medienwissenschaft)

Dr. Stefan Apostolou-Hölscher (Akademie der Bildenden Künste München)

 


Der im Teilprojekt verhandelte Begriff von Mimesis, der als eine Mimesis des Kleinen, des Unteren oder des Minderen umschrieben werden soll, erweitert die Mimesis dahin gehend, dass es keineswegs allein übermächtige Phänomene religiöser Art sind, die mimetische Darstellungstechniken erfordern, sondern ebenso inframächtige: ‚infame‘ oder ‚infime‘ Phänomene, für die kein kultureller Code existiert oder die sich als Effekte einer parasitärreproduktiven Aneignung und ‚Entleerung‘ kulturell etablierter Darstellungsformen beschreiben lassen. Die Fragestellung der minderen Mimesis entfaltet sich historisch und systematisch zwischen zwei Polen. Zum einen geht es um eine Rekonstruktion zentraler Etappen der Geschichte einer kultur- und medienkritischen Verwerfung oder uneingestandenen Verwendung minderer Mimesis. Zum anderen wird gezeigt, dass eine zunehmende Revalorisierung minderer Mimesis mit spezifischen Entwicklungen auf dem Feld der Erfindung und Durchsetzung neuer analoger Medientechniken in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts korreliert und wie die mindere Mimesis dann zu einem zentralen medienästhetischen und medientheoretischen Faszinosum und Theorieprogramm wird. Dabei lassen sich drei Etappen einer Krisen- und Faszinationsgeschichte minderer Mimesis unterschieden: von der ästhetischen und metaphysischen Zurückweisung des Nachahmungsbegriffs im Zeichen von Autonomie- und Genieästhetik um 1800 über die verschärfte Pathologisierung und Politisierung minderer mimetisch-assimilatorischer Praktiken im Verlauf des 19. Jahrhunderts bis hin zu ihrer medienästhetischen und medientheoretischen Revalorisierung. Ziel ist der Entwurf einer Genealogie der Formen minderer Mimesis. Das ‚Mindere‘ soll als missing link einer Zusammenführung von Mimesis- und Medientheorie sichtbar werden, die sich auf den drei unterschiedlichen Problemfeldern der antimimetischen Verwerfung, der medientechnologisch induzierten inframimetischen Mimesis sowie der hypermimetischen ‚Nachstellung‘ in den unterschiedlichen Strategien des filmischen Reenactments manifestiert.

LEHRSTUHL FÜR PHILOSOPHIE
Prof. Dr. Maria Muhle
wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in Dr. Jenny Nachtigall, Sebastian Althoff, M. A. (Teilprojekt Mimetische Existenzweisen der DFG-Forschergruppe Medien und Mimesis
Lehrbeauftragte Tonio Kröner, M. A., Frauke Zabel, M. A.

Seminar Einführung in die Ästhetik: Sexualästhetik
(Modul E.01.09 / Modul E.02.09)
Dr. Jenny Nachtigall

Raum E.O1.23, Akademiestr. 4
Zeit Donnerstag 11.00–14.00 Uhr (zweiwöchentlich), Beginn: 19.04.2018 
weitere Termine 03.05., 17.05., 07.06., 21.06., 05.07.
Kontakt/Anmeldung bis 06.04.2018 unter nachtigall@adbk.mhn.de

Ausgehend von der #metoo Debatte, widmet sich die Einführung in die Sexualästhetik unterschiedlichen – philosophischen, kunsttheoretischen, psychoanalytischen und affekt-theoretischen – Ansätzen, das Verhältnis von Sexualität und Ästhetik zu begreifen. In Auseinandersetzung mit einer heteronormativen „Ästhetik der Herrschaft“ vs. einer queeren „Ästhetik widerständiger Sexualität“ (Paul B. Preciado) möchte das Seminar beleuchten, welches Verständnis von Ästhetik (gegenwärtigen) Debatten um Sexualität zugrunde liegt. Inwiefern verstricken sich z. B. ästhetisch kodierte Vorstellungen von Sexualität als (vitalistischer) Intensität, Transgression oder Freiheit in die Gewalt- und Machtverhältnisse, gegen die sie sich richten? Wie kann man Sexualität und Ästhetik überhaupt jenseits von Freiheit und Lebendigkeit denken? Und wer ist von letzteren ohnehin immer schon ausgeschlossen? Welche Konsequenzen hätte ein „negatives“ Verständnis von Sexualästhetik für Formen der Sinnlichkeit innerhalb und außerhalb der Kunst? Das Seminar wird unterschiedliche Antworten auf diese Fragen vorstellen und anhand von bekannten und weniger bekannten ästhetischen und künstlerischen Praktiken diskutieren: von Sidsel Meineche Hansen, Ana Mendieta und Jack Smith bis zu Toyen und Gherasim Luca u. a. Theoretische Positionen behandeln: die psychoanalytische Rolle des Todestriebs (Freud, Zupancic) und einer anti-ödipalen Ästhetik (Luca, Deleuze/Guattari), die sexuelle Kodierung des Visuellen (Lacan, Rose) und seine Warenform (Gorsen), den anti-sozialen Affekt von Sexualästhetik (Edelman/Berlant), sowie queere Sexualästhetik (Preciado) und ihre (kolonialen) Grenzen (Spillers, Rosenberg) u. a. 

Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme (mind. 80 % Anwesenheit), Anfertigung eines Reaktionspapiers (3–5 Seiten) für Modul E.01.09 oder einer Hausarbeit (mind. 10 Seiten) für Modul E.02.09

 
Blockseminar Ästhetiken der Revolte (Modul E.02.09)
Prof. Dr. Maria Muhle 

Raum E.O1.23, E.ZG.04 (13.07.), Akademiestr. 4
Zeit Freitag 10.00–16.00 Uhr, Beginn: 08.06.2018, weitere Termine 15.06., 22.06., 06.07., 13.07.  
Kontakt/Anmeldung bis 22.04.2018 unter muhle@adbk.mhn.de

Das Seminar möchte ausgehend von historischen und zeitgenössischen Texten, die sich mit Fragen der Revolte, des Aufruhrs, des Aufstandes, der Erhebungen auseinandersetzen (und diese von historischen „Revolutionen“ unterscheiden), nach deren Ästhetiken fragen: d. h. einerseits nach der künstlerischen Wiedergabe oder Repräsentation dieser aufständischen Momente, andererseits aber auch nach der Rolle, die ästhetische Praktiken (Bildende Kunst, Film, Musik...) für und in der Revolte spielen und gespielt haben. Ein Schwerpunkt ist dabei die Studentenrevolte von 68 besonders in Deutschland und Frankreich und die damit assoziierten künstlerischen Strömungen; darüber hinaus sollen aber auch andere Momente der Revolte in den Blick genommen werden, die dem Mythos 68 entgehen oder entgegenstehen (z. B. die Aufstände in den Pariser Banlieues oder die Londoner „riots“, Schwarzer Block) und einen Moment des Plebejischen und der Ambivalenz offenlegen, der normativ nicht umstandslos eingehegt werden kann. Die Sitzungen bestehen daher aus der Lektüre und Diskussion klassischer und zeitgenössischer Texte (Karl Marx, Hannah Arendt, Michel Foucault, Alain Brossat, Bini Adamczak, Geoffroy de Lagasnerie, Das unsichtbare Komitee u. a.) und der Sichtung und Diskussion künstlerischer und filmischer Arbeiten u. a. von Bernadette Corporation, Claudia von Alemann, Chris Marker, Gabriel Périot.

In Zusammenarbeit mit dem Seminar „Tropicália“ (Frauke Zabel) finden am 15. und 19.06. zwei gemeinsame Workshops mit Max Jorge Hinderer Cruz (Rio de Janeiro) und Thiago de Paula Souza (São Paulo) im Lothringer13_Florida statt.  

Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme (mind. 80 % Anwesenheit), Anfertigung einer Hausarbeit (min. 10 Seiten)

 
Seminar Re/Dissolution (Modul E.02.09)
Sebastian Althoff, M. A.  

Raum E.O1.23, A.EG.01 (28./29.06.), Akademiestr. 2–4
Zeit Dienstag 11.00–13.00 Uhr, Beginn: 17.04.2018, 
weitere Termine 08.05., 15.05., 29.05., 12.06., 19.06., 28./29.06. (Workshop), 03.07.
Kontakt/Anmeldung bis 06.04.2018 unter althoff@adbk.mhn.de

Der Workshop „Re/Dissolution“, der vom 28.–29.06. stattfinden wird, versammelt Künstler/innen und Theoretiker/innen zur doppelten Bedeutung des Wortes „Auflösung“: Einerseits der Auflösung eines Bildes (Resolution), andererseits im Sinne des Sich-Auflösens (Dissolution), etwa von Zucker in Wasser oder von Objekten oder Details, die mit dem Hintergrund verschmelzen. Im Bild verbindet sich diese doppelte Bedeutung, denn mit deren immer größeren Auflösung, die sich in einer hohen Pixeldichte und einer „High Definition“ zeigt, geht auch ein anderer Auflösungsprozess einher, wenn einzelne Pixel immer weniger sichtbar werden, weil sie in den Millionen Pixel um sie herum untergehen. Diese doppelte Bedeutung weist damit auf den Verlust in einem Prozess hin, der sich als größtmöglich inklusiv gibt, wo ein Mehr an Pixeln zu einem Mehr an Details führt. Dieser Verlust lässt sich etwa in der Überwachung nachverfolgen, wo Gesichtserkennungssoftwares oft Probleme haben, Menschen mit dunkler Haut zu erkennen oder asiatische Nutzer/innen beim Selfie eine Erkennung auslösen, die sie fragt, ob sie blinken. Hito Steyerls Videoinstallation „HOW NOT TO BE SEEN“ (2013) lässt aber gleichzeitig die Möglichkeit erahnen, gerade durch Auflösung der Überwachung zu entgehen. Etwa in der dritten Lektion, die lehrt, unsichtbar zu werden, indem man so klein wie ein Pixel und so selbst Teil des Bildes wird. Passend dazu sieht man Performer als Pixel verkleidet – mit weißen, grauen oder schwarzen Würfel über die Köpfe gezogen – vor einem „resolution target“ in der kalifornischen Wüste tanzen. Auch der Glitch bietet sich in diesem Sinne an, so etwa in der Glitch Art, in der kaputte digitale Bilder als Mittel gedacht werden, die inhärente Prozessualität des Digitalen als unordentliche oder schmutzige Übertragung zu denken. 

Das Seminar soll als Vorbereitung auf den Workshop dienen und soll u. a. Texte von den Vortragenden (eingeladen sind etwa Simone Niquille, Legacy Russell oder Antoinette Rouvroy) behandeln. 

Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme (mind. 80 % Anwesenheit), Anfertigung einer Hausarbeit (min. 10 Seiten)

 
Seminar „Tropicália“: Perspektivwechsel 68
Frauke Zabel, M. A. (Lehrbeauftragte)

Das Seminar findet in Kooperation mit dem Lothringer13_Florida, Kunstraum der Stadt München statt.
Raum E.ZG.04, E.O1.23 (15.06.), Akademiestr. 4
Zeit Freitag 11.00–17.00 Uhr, Beginn: 04.05.2018, 
weitere Termine 18.05., 23.–25.05. (Exkursion nach Frankfurt), 01.06., 15./19.06. gemeinsame Termine mit dem Seminar „Ästhetiken der Revolte“ (Maria Muhle)
Kontakt/Anmeldung bis 22.04.2018 unter fraukezabel@gmx.de

Das Seminar betrachtet die brasilianische „Tropicália“-Bewegung als Beispiel einer Gegenkultur, welche sich zeitgleich zur 68er Bewegung des globalen Nordens unter anderen politischen, sozialen und kulturellen Vorzeichen entwickelte. Die Aktualisierung der Idee des Anthropophagen durch den Rückgriff auf das „Anthropophage Manifest“ (1928) von Oswald de Andrade geschah zur Zeit der sich verschärfenden Militärdiktatur in Brasilien. Ausgehend von der gleichnamigen Installation „Tropicália“ des Künstlers Hélio Oiticica fand die Bewegung im Bereich Film, Theater, Kunst und Dichtung statt. Der hier entstandene fluide und hybride Kulturentwurf der Tropikalisten scheint seit den 60er Jahren kaum an Aktualität verloren zu haben, wird er doch in regelmäßigen Abständen aufgegriffen und ist momentan Ausgangspunkt vieler Diskussionen. 

Unter starkem Praxisbezug werden einige dem Begriff Tropikalismus zugeschriebene Praktiken in Film, Theater, Kunst (Schwerpunkt Performance), Literatur und Musik sowie deren Aktualisierungen betrachtet. Neben weiteren künstlerischen Beispielen werfen wir einen Blick auf das Teatro Oficina in São Paulo, die Praxis von Hélio Oiticica, Lygia Clark, Lygia Pape und Glauber Rocha. Texte u. a. von Oswald de Andrade, Mario de Andrade, Suely Rolnik/Felix Guattari und Viveiros de Castro bilden die Grundlage für die Auseinandersetzung.

Es besteht die Möglichkeit einer gemeinsamen Exkursion nach Frankfurt zur Tagung „Das Andere 68 – Anthropophage Revolutionen in der brasilianischen Gegenkultur nach 1968“ vom 23.–25. Mai.

Das Seminar endet mit zwei gemeinsamen Workshops (15. und 19.06.2018) mit dem Seminar „Ästhetiken der Revolte“ (Maria Muhle) im Lothringer13_Florida, zu dem Max Jorge Hinderer Cruz (Rio de Janeiro) und Thiago de Paula Souza (São Paulo) eingeladen sind.

 
„Wo Es war, soll Ich werden“ – Kermit the Frog
Tonio Kröner, M. A. (Lehrbeauftragter)

Raum E.ZG.04, Akademiestr. 4
Zeit Mittwoch 13.30–16.30 Uhr (zweiwöchentlich), Beginn: 11.04.2018, 
weitere Termine 25.04. (doppelter Termin: 13.30-19.30 Uhr), 23.05., 06.06., 20.06.
Kontakt/Anmeldung bis 06.04.2018 an tonio.kroener@museum-brandhorst.de

Cartoons schildern eine Welt ohne Humanismus. In der gezeichneten Welt ist alles aus dem gleichen Stoff. Dieser instabil differenzierte Kosmos bekundet eine dynamische Beziehung zwischen Figur und Grund. Er kann seine menschlichen Betrachter/innen nur an ihre Lächerlichkeit erinnern, oder an ihren Tod. Dieses Reich der Toten hat jedoch eine kompensatorische Wirkung: es ist die Sphäre der Mehr-als-Lebendigen, von Gespenstern mit übertrieben viel Energie und dem verzweifelten Wunsch zu Kommunizieren. Cartoons, wie die Kunst, stehen gegenwärtig hoch im Kurs. Beide lassen uns diabolisch auflachen. Ihre Figuren sind, obwohl unendlich viel spezifischer und größer als das Leben, miserable Vertreterinnen autonomer Entitäten. Sie vereinen Individualität und Gleichheit in ihren Silhouetten, eine Wechselbeziehung, die wir Menschen tagtäglich herstellen und an der wir scheitern müssen.

Die Übung wird in Lektüre und Arbeitsbesprechungen, vor Werken der Studierenden und anderer Künstler/innen, diese Folie zur Betrachtung der humanistischen, kunst- und kulturgeschichtlichen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft erkunden.

 
Akademietexte – „Freiheiten der Kunst“
Prof. Dr. Maria Muhle / Dr. Martin Schmidl (Studienwerkstatt Typographie/Hochdruck)

Raum Studienwerkstatt für Typografie/Hochdruck (Neubau E.ZG.12), Akademiestr. 4
Termine Dienstag, 17.04.2018 11.00 Uhr (erstes Treffen)
Anmeldung bitte bis zum 06.04.2018 an muhle@adbk.mhn.de

Die Publikationsreihe AKADEMIETEXTE, herausgegeben von Maria Muhle und Martin Schmidl, wird als theorie-praxisübergreifende Plattform für die Arbeit an der Akademie fortgesetzt. Die im Wintersemester zusammen mit einer Gruppe Studierender angestoßene Arbeit an einer größeren Publikation zu den „Freiheiten der Kunst“ soll im Sommersemester weitergeführt werden: Im Ausgang von der weiterhin gültigen Studienordnung von 1953, die ganz im Geiste der „Freiheit der Kunst“ steht, soll über die Geschichte und Gegenwart der Akademie nachgedacht und diskutiert werden, besonders vor dem Hintergrund der Tatsache, dass der Autonomiegedanke zunehmend von verschiedenen Seiten unter Druck gerät: Einerseits steht er liberalen und neoliberalen Freiheitsbegriffen gegenüber, die u. a. auch den Einfluss des Kunstmarkts auf das künstlerische Arbeiten an der Akademie deutlich machen. Andererseits kann angesichts zeitgenössischer Autor- und Geniekritik gefragt werden, was genau „schöpferische Freiheit“ in Zeiten der Entgrenzung der Künste sowohl künstlerisch als auch politisch bedeutet. Um diese Fragen zu diskutieren und für die Publikation aufzuarbeiten, soll eine von den Studierenden kuratierte Vortragsreihe mit externen Gästen während der Jahresausstellung organisiert werden. Die Produktion der Publikation mit den Ergebnissen dieser Vortragsreihe sowie anderen Elementen (Chronologie, Kommentar der Studienordnungen, Interviews etc.) wird dann im Anschluss stattfinden und im Wintersemester 2018/19 abgeschlossen werden. 

Eine regelmäßige und kontinuierliche Teilnahme an den inhaltlichen Diskussionen, an der Organisation der Vorträge, der grafischen Entwicklung und Umsetzung sowie dem Druckvorgang ist Voraussetzung für die Mitarbeit.

 
Kolloquium Philosophie 
Prof. Dr. Maria Muhle / Dr. Jenny Nachtigall

Raum E.O2.29 (17.05., 21.06.) und E.O1.23 (07.06., 05.07.), Akademiestr. 4
Zeit Donnerstag 17.00–20.00 Uhr, Beginn: 17.05.2018, 
weitere Termine 07.06., 21.06., 05.07.
Kontakt muhle@adbk.mhn.de / nachtigall@adbk.mhn.de

Das „Kolloquium Philosophie“ eröffnet den Studierenden aller Klassen die Möglichkeit, thematisch ungebunden ihre Arbeiten zu präsentieren und im Plenum mit den anderen Studierenden sowie den Lehrenden der Philosophie aus einer philosophischen, ästhetischen und kunsttheoretischen Perspektive zu diskutieren. Neben den Präsentationen der künstlerischen Arbeiten und der gemeinsamen Lektüre und Diskussion von Texten, die einen direkten Bezug zur Arbeit der Studierenden haben, spielt das Schreiben (über die eigene Praxis) eine zentrale Rolle. Das „Kolloquium Philosophie“ bietet konkret die Möglichkeit, die Schreibarbeit der Studierenden zu intensivieren und einen stärkeren Fokus auf das Verfassen von Essays sowie von Texten über die eigenen Arbeiten zu legen. Schreiben soll derart nicht als Mittel zum Leistungsnachweis verstanden werden, vielmehr soll die Funktion des Schreibens (und Lesens) in der eigenen künstlerischen Praxis reflektiert werden. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, auf Wunsch der Studierenden ein bis zwei Mal im Semester externe Theoretiker oder Künstler einzuladen, um entweder einzelne Projekte und Positionen, aber v. a. auch weiterführende Fragen hinsichtlich der Rolle theoretischer Textarbeit für die künstlerische und gestalterische Arbeit zu diskutieren. Das „Kolloquium Philosophie“ strebt ebenfalls eine enge Zusammenarbeit mit den künstlerischen Klassen an, so z. B. durch gemeinsame Veranstaltungen oder Exkursionen sowie durch gemeinsame Arbeitsbesprechungen. Das freie Format des Kolloquiums erlaubt es, die einzelnen Ansätze nicht in einen übergreifenden thematischen Rahmen einzuschließen, sondern die inhaltliche Ausrichtung ausgehend von der konkreten Arbeit der Studierenden vorzunehmen. Zugleich steht im Hintergrund der im Kolloquium geführten Diskussionen, der Text- und Schreibart immer auch der Versuch einer Bestimmung des Verhältnisses zwischen theoretischer und künstlerischer Praxis; ein Versuch, der für die Studierenden und Lehrenden einer Kunsthochschule gleichermaßen eine besondere Herausforderung darstellt.

Eine regelmäßige Teilnahme am „Kolloquium Philosophie“ ist erforderlich, damit ein möglichst kontinuierlicher Austausch in der Gruppe gewährleistet wird und das Kolloquium so zu einem experimentellen Ort der Präsentation und Diskussion und zum festen Bestandteil des Lehrstuhls für Philosophie werden kann.

Filmvorführung MO 23.06.14 | 17:30 Uhr

Ort Werkstattkino | Fraunhoferstr. 9 | München

 

Workshop für Studierende DI 24.06.14

im Rahmen des Seminars "Szenen der politischen Ästhetik"

von Prof. Dr. Maria Muhle

 

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„,Geschichte [ist] das, was die Dokumente in Monumente transformiert.‘ Medienphilosophische Überlegungen zur Aktualisierung von Vergangenheit“ – Vortrag von Maria Muhle

 

im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“, Skulptier Projekte Archiv, Institut für Kunstgeschichte, Uni Münster in Kooperation mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur 

 

Anhand der Untersuchung zeitgenössischer performativer wie nicht-performativer Nachstellungen möchte der Vortrag der Frage nachgehen, wie ein Counter-Monument sich zu tradierten geschichtspolitischen Formen des Monumentalen verhält bzw. sich davon absetzen kann. Ausgehend von einer Typologie der vielseitigen Strategien des Reenactments und einer Befragung ihrer jeweiligen Geschichtspolitiken soll zuletzt auch Reenactment in einem dritten Sinne zu denken versucht werden, d.h. weder als Agent der historiographischen nationalen, sozialen, ethnischen Identitätsproduktion, noch als deren ideologiekritische Dekonstruktion, die der einen Wahrheit eine andere, potentiell wahrere Wahrheit entgegensetzt. Vielmehr möchte der Vortrag eine Nachstellung denken, die erprobt, inwiefern gerade eine solche Wiederholung das Potential hat, Platz für jene Differenzen oder Prozesse zu schaffen, die sich im Vollzug des Reenactments ereignen und es damit ermöglichen, einen Blick auf die Verfasstheit von Geschichte überhaupt zu eröffnen, die sich immer in Kodierungen und Rekodierungen, Bebilderungen, Monumentalisierungen und Dokumentarisierungen ereignet.

Vortrag Maria Muhle

17.1.2017

 

Kunstakademie Düsseldorf
Ringvorlesung Serialität und Wiederholung: Revisited

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Vortrag: Donnerstag, 8. Februar 2018, 18-20 Uhr

Ort: Raum 02.29, Akademie der Bildenden Künste München, Neubau

Workshop: Freitag, 9. Februar 2018, 11-14 Uhr

Ort: Raum 01.23, Akademie der Bildenden Künste München, Neubau

 Korakrit Arunanondchai, With history in a room filled with people with funny names 4, 2017.

 

Die Veranstaltungen finden im Rahmen der Seminare „Technikphilosophie“ (Prof. Dr. Maria Muhle) und „Lebendige Formalismen“ (Dr. Jenny Nachtigall) statt und stehen allen Interessierten offen.

 

Für die Teilnahme an dem Workshop wird um eine kurze Anmeldung gebeten:

muhle@adbk.mhn.de, nachtigall@adbk.mhn.de

 

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(Politische) Kunst oder (Soziale) Praxis? Eine Versuchsanordnung über die 1990er 

Sabeth Buchmann (Akademie der Bildenden Künste Wien)
mit einer Respondenz von Jenny Nachtigall (Akademie der Bildenden Künste München)
Zeit: Dienstag, 7. November 2017, 18 Uhr 
Ort: Universität der Künste Berlin, Hardenbergstr. 33, 10623 Berlin, Raum 110
 
 

 

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Dr. Magdalena Wisniowska, Vortrag und Workshop
Vortrag: Mittwoch, 13. Januar, 20:00. Workshop: Donnerstag, 14. Januar, 10:00-13:00 (beides im Neubau, E.ZG.O4).
Um Anmeldung für den Workshop wird gebeten: apostolou-hoelscher@adbk.mhn.de

 

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AKADEMIETEXTE
herausgegeben von Maria Muhle und Martin Schmidl

Booklaunch SA 22.07.17 | 15:00 Uhr

Ort Akademiestr. 2 | Altbau | Foyer

 

AKADEMIETEXTE 1, 2, 3

Autoren: Jonas Beutlhauser, Max Fesl, Leo Heinik, Jakob Gilg, Raphael Krome, Annabell Lachner, Patrick Ostrowsky, Anna Pascó Boltà, Michael Schmidt, Giulia Zabarella, Sandra Zech.

 

Grafik: Papierarbeit COOP mit Sandra Hasenöder, Marcin Kowaluk.

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Vortrag mit anschließendem Workshop

Samo Tomšič (HU Berlin)

 

Freitag, 12. Juni 2015, 15-18 Uhr
Raum E 01.23, Akademiestraße 4

 

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