© Ilinca Fechete und Andrej Arpád Ambroz
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Der Medienkunstpreis 2026 der Kunststiftung Ingvild und Stephan Goetz geht an Ilinca Fechete, Absolventin der Akademie der Bildenden Künste München. Mit ihrem Projekt After Inertia (Arbeitstitel) will die Künstlerin eine Installation und ein webbasiertes Kunstwerk schaffen, das sich mit der Frage beschäftigt, wie digitale Technologien unsere Wahrnehmung von Raum, Bewegung und Orientierung beeinflussen. Der mit 5.000 Euro dotierte Medienkunstpreis ist mit einer Ausstellung des Kunstprojekts in der AkademieGalerie im September 2026 verbunden.

 

After Inertia ist ein computergestütztes System, das in Echtzeit mit frei zugänglichen geografischen Daten arbeitet. Daraus entstehen fortlaufend neue Bilder und Klänge. Das Werk funktioniert ohne Datenspeicherung oder klassisches maschinelles Lernen: Es reagiert ausschließlich auf seine eigenen Prozesse. Bewegung, Rotation und algorithmische Rückkopplung bestimmen, wie sich das Werk visuell und akustisch weiterentwickelt. Jede Situation ist einmalig und nicht wiederholbar.
Die Installation wird aus zwei langen, horizontalen Bildschirmen bestehen, die parallel zueinander im Raum hängen und einen begehbaren Zwischenraum bilden. Begleitet wird die visuelle Ebene von einem parametrischen Klangsystem. Teile des Tons werden über Ultraschall erzeugt und sind nur dann hörbar, wenn sie auf reale Oberflächen im Ausstellungsraum treffen. Dadurch entsteht eine direkte Beziehung zwischen dem Werk, dem Raum und den Besuchenden.
Ergänzend zur Installation ist eine webbasierte Version von After Inertia geplant. So kann das Werk auch außerhalb des Ausstellungsraums weltweit und barrierefrei erlebt werden.
Inhaltlich versteht sich After Inertia als künstlerische Auseinandersetzung mit digitalen Karten, Navigationssystemen und automatisierten Technologien, die unseren Alltag zunehmend bestimmen. Das Projekt lädt dazu ein, diese Systeme nicht nur als Werkzeuge zu betrachten, sondern ihre Wirkung auf Wahrnehmung, Orientierung und Entscheidung kritisch zu reflektieren.

 

Der Medienkunstpreis ist eine Kooperation der Sammlung Goetz mit der Akademie der Bildenden Künste München sowie der Kunststiftung Ingvild und Stephan Goetz. Er wird jährlich vergeben, um den künstlerischen Nachwuchs im Bereich der Medienkunst zu unterstützen, neue Werke zu ermöglichen und deren öffentliche Wahrnehmung zu stärken.