Die Künstlerin Junson Park untersucht in „surface“ die Grenzen von Materialoberfläche und Wahrnehmung, indem sie undurchsichtiges Glas in warm-weißer Farbgebung verwendet. Die Glasobjekte, die an gebogenes Papier erinnern, sind in einer Umgebung angeordnet, die an ein echtes Büro erinnert, und machen den Wahrnehmungsprozess der Besucher sichtbar.
Die Werke sind wie Teil des Bürobereichs platziert, so dass der Blick ungehindert hindurchgleitet, und erst beim Näherkommen erkennt der Betrachter, dass das zuvor wie Papier erscheinende Objekt durch Glasdicke, Undurchsichtigkeit und Gewicht wieder als Glas wahrgenommen wird. Dabei bewegt sich der Betrachter zwischen Papier und Glas, Alltag und Kunstwerk, Funktion und Form und erlebt wiederholte sensorische Übergänge von Fehlwahrnehmung und erneuter Erkenntnis. Glas ist ein hartes und kühles Material, doch die „Kälte“ wird durch Anordnung, Oberfläche und Kontext sensorisch erzeugt. Die Ausstellung hinterfragt somit die Art und Weise, wie wir Gegenstände „gesehen zu haben glauben“, indem die Materialität durch die Oberfläche verborgen wird.
Text | Auszug aus „Verhüllte Materie“ von Donguk Lee
Fotografie | Minjoon Kim