Haut als formstiftendes Material
Die Arbeiten der Künstlerin Zsuzsánna Barabás Gummer widmen sich dem Kontakt mit Haut und erweitern den Hautkontakt durch interdisziplinäre künstlerische Arbeit. Ihre Arbeiten bilden eine Allianz zwischen Kunst, Design, performativem Akt und Medizin.
Fotografien
Die fotografischen Arbeiten sind künstlerische Diagnostik von Präsenz und visueller Wirkung von dermatologisch-histologischen Präparaten. Die histologischen Präparate dienen als Entdeckungsfeld und formstiftendes Medium.
Dreidimensionale Arbeiten
Die Plastiken greifen auf die Gebilde histologischer Präparate zurück. Sie sind künstlerische Reaktion auf die Zeichen und Figuren der Zellen. Dabei illustrieren sie nicht, sondern reagieren auf eine einzigartige Zellenanhäufung mit den Mitteln der Kunst. Die gewählten Materialien für die Skulpturen sind natürlichen Ursprungs und reichen von essbarer, weicher banaler Gelatine über Wachs und Glas bis zu starrer Bronze.
Die Motive und die Materialität führen zu einem Spiel der Sinne.
Die Gelatine ist nicht konserviert und der Metamorphose freigegeben. Sie ist Objekt im Prozess. Das Wachs konserviert menschliches Gewebe. Glas und Bronze nehmen einen längeren Zeithorizont in den Blick.
In der Anordnung auf den Glasplatten rückt die bildlich-farbliche Wahrnehmung ins Zentrum.
Wachs-Glas Skulpturen
Das provokante Material dieser skulpturalen Arbeiten entstammt direkt dem medizinischen Kontext: Glas, Wachs, Farbe, Haut. Die ästhetisch-visuelle Kraft der Skulpturen überwindet mit künstlerischen Mitteln die provokative Wirkung des Materials, das sich mit Konservieren und Verfall, Leben und Tod beschäftigt.
Der formgebende künstlerische Akt setzt nur die Anfangsgestalt des Werks. Durch die Freisetzung des menschlichen Materials wird die Skulptur durch chemische Verfallsprozesse weitergeformt.