Kritische Gegenzukünfte / Critical Counter Futures
Rechtsextreme und rechtslibertäre Visionen versprechen eine Sicherung der Zukunft, indem sie entweder einen möglichen Umweltkollaps des Planeten leugnen oder den multiplen ökologischen Krisen durch eine immunologisch begründete Abschottung oder eine Flucht ins Weltall entgehen wollen. Es sind Visionen für westliche Eliten, in denen kolonialistische, patriarchale und rassistische Gewalt weitergeführt und revitalisiert wird. Marktanalysen, Wachstumsprognosen und Finanzspekulationen des Kapitalismus betrachten die Zukunft allein unter dem Aspekt wirtschaftlicher Chancen und Risiken, während digitale, KI gestützte, Berechnungen zukünftiger Szenarien Gefahr laufen bereits existierende Paradigmen und Systeme zu reproduzieren. Wir scheinen in dominanten Zukunftsvorstellungen menschlicher und nicht-menschlicher Anderer gefangen. Gleichzeitig melden sich gerade im Kunst- und Kulturbereich immer mehr Stimmen zu Wort, die eine „Rückeroberung“ oder „Rückforderung“ der Zukunft (Rau/Hannah) verlangen sowie „gekaperte Zukünfte“ (Bohnenblust et. al.), „Counter Futures“ (Eshun) oder „Counter Futuring“ (Parikka) in den Künsten diagnostizieren. Anschließend hieran untersucht und diskutiert des cx Jahresthema „Kritische Gegenzukünfte/Critical Counter Futures“ (2025/26), ob und auf welche Weise in den Künsten und Diskursen der Gegenwart konventionelle westliche Zukunftsnarrative herausgefordert werden und wie es heute gelingen kann, radikale transformative Zukünfte zu imaginieren und zu realisieren.