AkademieGalerie - aktuell

  • Ilinca Fechete | Memory Magnified by Memory of Course
  • Eröffnung 2026-09-04 19:00
  • Datum 2026-09-05
  • Datum 2026-09-18
  • Öffnungszeiten Mo - Sa | 15:00 - 19:00 Uhr
  • Ort AkademieGalerie | U-Bahnhof Universität | Ausgang Akademiestraße
Medienkunstpreis%20Ilinca%20Fechet
Ilinca Fechete, Medienkunstpreis Sammlung Goetz 2026 © Ilinca Fechete
There is no translation available.

 

„Ich stelle mir eine Situation vor, in der mehrere Menschen zusammenstehen und ich eine von ihnen bin. Nacheinander wird jeweils eine Person verdeckt einem elektrischen Reiz ausgesetzt. Da die technische Verbindung für niemanden erkennbar ist, bleibt mir nur, die Gesichtsausdrücke und Reaktionen der anderen zu beobachten, um die betroffene Person zu erkennen“, erklärt die Künstlerin Ilinca Fechete. Ihre neue Arbeit, die durch den Medienkunstpreis 2026 der Kunststiftung Ingvild und Stephan Goetz in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz und der Akademie der Bildenden Künste München ermöglicht wurde, ist ein Ultraschall-Soundsystem und ein visuelles Programm für einen Film.

 

Der Film zeigt Aufnahmen von Bienen und erinnert an Wilfred Sellars Anekdoten über tanzende Bienen in Kleefeldern in „Some Reflections on Language Games“. Die Bienen tanzen zur Ausstellung, während hörbare Ultraschallstrahlen im Ausstellungsraum die Videoarbeit beeinflussen, sodass Parameter für ein visuelles Bearbeitungssystem (wie Wiedergabe und Rendering) angeordnet und zusammengestellt werden und so die Navigation der Bienen in Echtzeit ständig bestimmen.

Der Titel Memory magnified by memory of course bezieht sich auf das Prinzip der „aktiven Modulation“ als Verhaltensweise, d. h. eine Person passt ihr Verhalten, ihre Aufmerksamkeit und ihre Reaktion bewusst und gezielt an, um besser mit einer Situation umzugehen.

Für die Arbeit wurden Lautsprecher nach folgendem Prinzip von Hand gefertigt: Modulierter Ultraschall breitet sich durch ein nichtlineares Medium aus, das als passiver Demodulator fungiert und ohne aktives Element hörbaren Schall erzeugt: Ein Wandler kann so ausgelegt werden, dass er einen schmalen Strahl modulierten Ultraschalls aussendet, der mit 100 bis 110 dBSPL stark genug ist, um die Schallgeschwindigkeit in der Luft, durch die er hindurchgeht, zu verändern. Die Luft innerhalb des Strahls verhält sich nichtlinear und extrahiert das Modulationssignal aus dem Ultraschall, was zu einem Schall führt, der nur entlang des Strahlengangs zu hören ist oder der scheinbar von jeder Oberfläche ausgeht, auf die der Strahl trifft.

Ausgehend von den Zusammenhängen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens untersucht die Arbeit die vielfältigen Möglichkeiten, mit denen wir Sinn beschreiben und erfahren. Dabei greift sie auf Systeme der Informationsordnung zurück, in denen Bilder zu einer Serie werden, Wörter eine Grammatik annehmen und das Leben anhand seiner Eigenschaften erfasst wird.

 

Der Medienkunstpreis ist eine Kooperation der Sammlung Goetz mit der Akademie der Bildenden Künste München sowie der Kunststiftung Ingvild und Stephan Goetz. Er wird jährlich vergeben, um den künstlerischen Nachwuchs im Bereich der Medienkunst zu unterstützen, neue Werke zu ermöglichen und deren öffentliche Wahrnehmung zu stärken.

 

Attachments:
 Flyer