AKADEMIETEXTE
Das Projekt Akademietexte (Prof. Dr. Maria Muhle & Dr. Martin Schmidl) ist eine klassen-, werkstatt- sowie theorie- und praxisübergreifende Plattform für die Veröffentlichung ausgewählter Vorträge, Diskussionen, Veranstaltungen, etc. an der Akademie. Die Inhalte der Publikationen wurden gemeinsam ausgewählt oder generiert und die grafische Gestaltung in Auseinandersetzung mit dem inhaltlichen Konzept in gemeinsamen Workshops (Philosophie/Typografie) erarbeitet und für jeden Einzelband angepasst.

AKADEMIETEXTE: Undermining & Oversharing
eine Publikation der Klasse Wermers & friends
with contributions by laia martí puig, lucy skaer, rebecca ruchti, ayaka terajima, britta peters, yuchu gao, sammy khamis, mara pollak, rachel fäth, katharina hölzl, andre bagh, david bussel, gloria sogl, michael mönnich, banyu wang, anna lena keller, nick srnicek, nicole wermers, jannice käll, haha wang, minhye kim, johanna gonschorek, alice creischer & andreas siekmann, frida kato, barbara posch, bokyoung jeong, judith adelmann, constanze budcke, sun zhenyu, philipp benkert, viola relle & raphael weilguni, stefan holzmair, nora schultz and jianling zhang.
the publication undermining & oversharing is a result of the eponymous exhibition and research project undertaken by the class of nicole wermers & friends between 2020 and 2021. The exhibition of the same title took place at galerie der stadt schwaz in austria in may 2021. Based on the historical shaping of the city of schwaz by the mining of silver, and the focus of the class on the reflection of materials and the socio-economic conditions under which they are processed, exhibition and publication created a framework in which the students investigated politics of extraction and related themes. At the same time, parallels to more recent phenomena of “mining” were explored, specifically the extraction of data and personal information to generate profit inherent in the ‘digital economy‘.
the project was realized with generous support by akademieverein münchen for the publication, as well the danner stiftung for the exhibition.
published by akademietexte
300 copies, schutzgebühr/ special launch price €5 plus donation, later on €15
+ 20 special editions with sculptural packaging/ special launch price €90, later on €150
AKADEMIETEXTE: Freiheiten
im Rahmen des Publikationsseminars Akademietexte 2018/2019
herausgegeben von: Eva Burkhardt, Michael Ebbing, Marcin Kowaluk, Maria Muhle, Martin Schmidl, Linus Schuierer, Beowulf Tomek, Giulia Zabarella
Autoren_innen: Arbeitsgruppe Akademietexte (die Herausgeber_innen), Diedrich Diederichsen, Alexander García Düttmann, Jana Fischbach, Ruth Sonderegger, Susi Weber
Lektorat: Michael Ebbing, Linus Schuierer
Gestaltung: Marcin Kowaluk, Giulia Zabarella
AKADEMIETEXTE 1, 2, 3
herausgegeben von Maria Muhle und Martin Schmidl
Autoren: Jonas Beutlhauser, Max Fesl, Leo Heinik, Jakob Gilg, Raphael Krome, Annabell Lachner, Patrick Ostrowsky, Anna Pascó Boltà, Michael Schmidt, Giulia Zabarella, Sandra Zech.
Grafik: Papierarbeit COOP mit Sandra Hasenöder, Marcin Kowaluk.
Zur Jahresausstellung 2017 erschienen die ersten drei Bände der AKADEMIETEXTE, die von Studierenden gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Philosophie | Ästhetische Theorie und der Studienwerkstatt Typografie im Sommersemester 2017 produziert wurden: Die drei Publikationen Reisetag eines Buchenden (AT 1), Theorie der Haus-Ordnung (AT 2) und Pein der Form (AT 3) untersuchen, bearbeiten, wiederholen und verschieben historische und aktuelle Perspektiven auf die Akademie der Bildenden Künste München.
Konkrete Elemente wie der Grundriss des Akademie-Altbaus und die Akademierede von Schelling von 1807 dienen als vertraute Ausgangspunkte und zugleich als Vorwand, um eine eigene Sprache zu entwickeln. In dieser wird der Leser an entferntere Orte geführt: Von einem Nachtwächter an die Hand genommen, landet er in einer Diskussionsrunde, die sich auf die Suche nach der verloren gegangenen Bedeutung eines Kunstwerks begibt und trifft in einem mexikanischen Hotel auf Künstler (Smithson, Duchamp), die Orientierungshilfen geben können. Dabei werden in Text und Bild die positiven, aber auch herausfordernden Wechselwirkungen und Vorstellungen von theoretischem und praktischem Arbeiten an der Akademie aufgenommen.
Die Publikationen versammeln unterschiedliche Text- und Bildarten, Fotografien, Raumpläne, Urkunden, Transkriptionen, Faksimile genauso wie eigene Texte, Texte fiktiver Erzähler, historische und utopische Figuren etc. Sie folgen damit einer Methodik der anachronistischen Aneignung.
AKADEMIETEXTE 1
Max Fesl, Raphael Krome, Anna Pascó Boltà
"Reisetag eines Buchenden"
ISBN 978-3-932934-33-9
32 Seiten, Format 14,8 x 21 cm
AKADEMIETEXTE 2
Leo Heinik, Patrick Ostrowsky, Sandra Zech
"Theorie der Haus-Ordnung"
ISBN 978-3-932934-35-3
40 Seiten, Format 14,8 x 21 cm
AKADEMIETEXTE 3
Jonas Beutlhauser, Jakob Gilg, Annabell Lachner,
Michael Schmidt, Giulia Zabarella
"Pein der Form"
ISBN 978-3-932934-34-6
48 Seiten, Format 14,8 x 21 cm
DFG-Forschergruppe Medien und Mimesis

DFG-Forschergruppe Medien und Mimesis (FOR 1867)
Die Forschergruppe untersucht die Kulturtechnik der Mimesis vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in der Medienforschung. Dabei geht das Vorhaben über die in den Kultur- und Literaturwissenschaften ebenso wie in der Philosophie bislang dominierende ästhetische und epistemische Betrachtung der Mimesis hinaus und stellt das geschichtsphilosophische Selbstverständnis der Moderne als eine grundlegend amimetische kulturelle und soziale Formation infrage. Mimesis und imitatio werden nicht länger in die Perspektive einer zu überwindenden Vorgeschichte der Idee des schöpferischen Menschen und seiner Werkherrschaft gestellt. Anstatt die Mimesis in einen Gegensatz zur modernen Technik und der auf ihr beruhenden Zivilisation zu manövrieren und sie als mit dem konstruktivistischen Selbstverständnis der Neuzeit grundsätzlich unvereinbar anzusehen, verfolgt das Projekt auf unterschiedlichen Ebenen die kultur- und sozialitätskonstitutive Funktion mimetischer Praktiken.
Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Kooperationsprojekt hat zum 1. April 2014 an den Universitäten Weimar, Bochum, Akademie der Bildenden Künste München, Frankfurt am Main, Basel und Zürich seine Arbeit aufgenommen.
Teilprojekt "Mimetische Existenzweisen"
Prof. Dr. Maria Muhle (Akademie der Bildenden Künste München)
Prof. Dr. Friedrich Balke (Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medienwissenschaft)
Elisa Linseisen (Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medienwissenschaft)
Sebastian Althoff (Akademie der Bildenden Künste München)
Teilprojekt "Mindere Mimesis" (2014-2017)
Prof. Dr. Maria Muhle (Akademie der Bildenden Künste München)
Prof. Dr. Friedrich Balke (Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medienwissenschaft)
Dr. Hanna Engelmeier (Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medienwissenschaft)
Dr. Stefan Apostolou-Hölscher (Akademie der Bildenden Künste München)
Der im Teilprojekt verhandelte Begriff von Mimesis, der als eine Mimesis des Kleinen, des Unteren oder des Minderen umschrieben werden soll, erweitert die Mimesis dahin gehend, dass es keineswegs allein übermächtige Phänomene religiöser Art sind, die mimetische Darstellungstechniken erfordern, sondern ebenso inframächtige: ‚infame‘ oder ‚infime‘ Phänomene, für die kein kultureller Code existiert oder die sich als Effekte einer parasitärreproduktiven Aneignung und ‚Entleerung‘ kulturell etablierter Darstellungsformen beschreiben lassen. Die Fragestellung der minderen Mimesis entfaltet sich historisch und systematisch zwischen zwei Polen. Zum einen geht es um eine Rekonstruktion zentraler Etappen der Geschichte einer kultur- und medienkritischen Verwerfung oder uneingestandenen Verwendung minderer Mimesis. Zum anderen wird gezeigt, dass eine zunehmende Revalorisierung minderer Mimesis mit spezifischen Entwicklungen auf dem Feld der Erfindung und Durchsetzung neuer analoger Medientechniken in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts korreliert und wie die mindere Mimesis dann zu einem zentralen medienästhetischen und medientheoretischen Faszinosum und Theorieprogramm wird. Dabei lassen sich drei Etappen einer Krisen- und Faszinationsgeschichte minderer Mimesis unterschieden: von der ästhetischen und metaphysischen Zurückweisung des Nachahmungsbegriffs im Zeichen von Autonomie- und Genieästhetik um 1800 über die verschärfte Pathologisierung und Politisierung minderer mimetisch-assimilatorischer Praktiken im Verlauf des 19. Jahrhunderts bis hin zu ihrer medienästhetischen und medientheoretischen Revalorisierung. Ziel ist der Entwurf einer Genealogie der Formen minderer Mimesis. Das ‚Mindere‘ soll als missing link einer Zusammenführung von Mimesis- und Medientheorie sichtbar werden, die sich auf den drei unterschiedlichen Problemfeldern der antimimetischen Verwerfung, der medientechnologisch induzierten inframimetischen Mimesis sowie der hypermimetischen ‚Nachstellung‘ in den unterschiedlichen Strategien des filmischen Reenactments manifestiert.
Lehrveranstaltungen Sommersemester 2026
Lehrstuhl für Philosophie | Ästhetische Theorie
Prof. Dr. Maria Muhle, Mascha Salgado de Matos, M.A., Amelie Buchinger, M.A., Lorenz Mayr, M.A., Beo Tomek, Lorenzo Gineprini (Vertretung)
Lehraufträge: Dr. Stephan Gregory, Dr. Alexandra Heimes, Davide Mogetta, M.A.
Die Anmeldung zu den Lehrveranstaltungen erfolgt über das Studierendenportal.
Seminar: Forensische Ästhetik. Evidenzen. Realismen. Wahrheiten (FK-T2, FK-T4, KP E.02.09)
Prof. Dr. Maria Muhle
Mittwochs, 14–18 Uhr, 14-tägig
Beginn: 15.04., Neubau, E.O2.29
Forensik – vom lateinischen forensis, „zum Forum, Marktplatz gehörig” – bezeichnet die Kunst der Überzeugung vor öffentlicher Versammlung. Heute meint sie vor allem die Wissenschaften, die Spuren lesen, Tatbestände rekonstruieren und Sachverhalte bezeugen. Dabei ist diese scheinbar neutrale, technisch-administrative Praxis tief in ästhetische Verfahren eingelassen: in Repräsentation, Rekonstruktion, Rahmung, Perspektive, Narration. Die Frage, was als „Beweis“ oder als „Dokument“ gilt, ist nicht allein eine epistemische, sondern immer auch eine ästhetische. Die solchermaßen verstandene Ästhetik zielt nicht auf die Bestimmung des Schönen, sondern ist vielmehr eine Frage der Wahrnehmung (Aisthesis), die sinnliche Erkenntnis (senses) und Sinngebung (sense-making) in Beziehung zueinander setzt (Fuller/Weizman). Zugleich wird die Frage nach der sinnlichen Wahrnehmung von der massiven Entwicklung generativer Bildlichkeiten unter Druck gesetzt: Synthetische Bilder, KI-generierte Videos, Deepfakes erschüttern eine Grundannahme der forensischen Bildpraxis – die indexikalische Bindung des Bildes an ein Geschehen. Wenn Bilder nicht mehr Spuren einer Wirklichkeit sind, sondern statistische Wahrscheinlichkeiten über das, was wirklich aussehen könnte – was bedeutet das für ihre Beweiskraft und ihren angeblichen Realismus? Und zugleich: welche ästhetischen Gebilde werden hier produziert, wie verhalten sich diese zu tradierten Begriffen von Bild und Abbildung, welchen künstlerischen Status haben sie? Entlang zentraler Begriffe – Indexikalität, Evidenz, Operativität u.a. – und der Lektüre einschlägiger ästhetischer, medienphilosophischer und bildtheoretischer Positionen sollen diese Fragen im Seminar diskutiert werden.
Die Seminarsprache ist Deutsch. Einzelne Texte werden auf Englisch gelesen; Referate und Diskussionsbeiträge können auf Wunsch auch auf Englisch gehalten werden. Die Bereitschaft zur genauen, manchmal anspruchsvollen Lektüre und zur ernsthaften Auseinandersetzung mit Texten und Fällen wird vorausgesetzt.
Leistungsnachweis: Regelmäßige Teilnahme an den Sitzungen und Beteiligung an den Diskussionen im Seminar, Anfertigung eines Essays (FK-T2) oder einer Hausarbeit (FK-T4 und E.02.09).
Kolloquium: Künstlerische Forschung – Ästhetische Praktiken (FK-T2)
Prof. Dr. Maria Muhle, Dr. Hanna Hamel
Donnerstags, 14–18 Uhr
Termine: 30.04., 28.50., 25.06., 2.07., 16.07.
Neubau, Raum E.O1.23
Das „Kolloquium Künstlerische Forschung – Ästhetische Praktiken“ eröffnet den fortgeschrittenen Studierenden aller Klassen die Möglichkeit, thematisch ungebunden ihre Arbeiten zu präsentieren und im Plenum in philosophischer, ästhetischer und kunsttheoretischer Perspektive zu diskutieren. Es soll auch dabei unterstützen, die eigenen Arbeiten im Feld zeitgenössischer Theoriedebatten zu situieren.
In diesem Semester liegt ein Schwerpunkt des Kolloquiums auf der Diskussion künstlerischer Forschungsprojekte sowie deren Begrifflichkeiten: Wir wollen gemeinsam fragen, was künstlerische Forschung sein kann, was wir als ästhetische Praktiken verstehen können und in welchem Verhältnis sie zur Theorie stehen? Hierfür sollen auch künstlerisch-forschende Kolleg*innen aus der Akademie ins Kolloquium eingeladen werden, die ihre Arbeitsweisen erläutern.
Eine regelmäßige Teilnahme ist erforderlich, damit ein kontinuierlicher Austausch in der Gruppe gewährleistet wird und das Kolloquium ein experimenteller Ort der klassenübergreifenden Präsentation und Diskussion künstlerischer Arbeiten sein kann.
Für den T2-Schein ist die Präsentation im Plenum Voraussetzung sowie die Abgabe eines 3-5seitigen Essays, in dem die eigene Arbeit vorgestellt und auf die Diskussion im Plenum reagiert wird.
Exkursion: Through a glass darkly, Teil II
Prof. Dr. Maria Muhle, Sophia Mainka
01.-08.06.2026, Paris
Weitere Informationen erfolgen in einer separaten Ankündigung.
Forschungskolloquium (für Masterabsolventinnen, Doktorandinnen und Post-Doktorandinnen (m/w/d))
Prof. Dr. Maria Muhle
Termine werden per E-Mail bekannt gegeben.
Kontakt:
Vorlesung: Einführung in die Ästhetik (FK-T2, FK-T4, KP E.01.09)
Dr. Hanna Hamel
Donnerstags, 11–13 Uhr, wöchentlich
Beginn: 23.04., Neubau, E.O1.23
„Ästhetik“ ist sowohl Theorie der Künste als auch Theorie der sinnlichen Wahrnehmung. Die Vorlesung gibt einen Überblick über Positionen der philosophischen Ästhetik vom 18. bis ins 21. Jahrhundert (u.a. Kant, Hegel, Nietzsche, Adorno, Cavell, Cixous, Bourriaud). Die Texte werden einerseits mit Bezug auf künstlerische Arbeiten aus der jeweiligen Zeit besprochen, andererseits mit Blick auf ihre Relevanz für die gegenwärtige künstlerische Praxis. Die zentrale Frage lautet: Wie können die teils historischen Texte dazu beitragen, auch aktuelle Probleme und Fragen präziser zu formulieren und zu verstehen?
Eine Lektüreliste wird zu Beginn der Vorlesung zur Verfügung gestellt, ausgewählte Stellen werden in den Vorlesungseinheiten gemeinsam gelesen und diskutiert.
Prüfungsform: Essay zu einer oder mehreren der besprochenen theoretischen Positionen.
Seminar: Essayistische Theorie und Praxis
Dr. Hanna Hamel
Freitags, 11–13 Uhr, wöchentlich
Beginn: 24.04., Neubau, E.O2.29
Der Essay hat eine lange Tradition. Er verspricht formalen und thematischen Spielraum, bewegt sich an disziplinären Übergängen und beschäftigt sich mit „bereits vorgeformten Gegenständen“ (Lukács, Adorno). Deshalb ist der Essay auch eine bevorzugte Textform, um über künstlerische Arbeiten nachzudenken. Das Seminar setzt sich in Theorie und Praxis mit dem essayistischen Schreiben auseinander.
Lektüresitzungen und schreibpraktische Sitzungen wechseln sich ab. Die Lektüresitzungen dienen der Auseinandersetzung mit theoretischen Texten über essayistisches Schreiben (u.a. Adorno, Lukács, Bense) und der Analyse von Beispielen (u.a. von Röggla, Schalansky). In den praktischen Sitzungen wird sukzessive der eigene Text erarbeitet: Von der Wahl des Gegenstandes, über die Entwicklung des Gedankens, der Richtung, der Argumentation, das Verfassen eines ersten Abstracts, bis zur Ausführung des argumentativen Aufbaus und der Titelfindung. Gegenseitiges Feedback im Seminar ist dafür zentral. Am Ende des Semesters sollen fortgeschrittene oder abgeschlossene Essays aller Teilnehmenden vorliegen.
Seminar: Re-Understanding Media. Media Theory and Aesthetics after McLuhan (FK-T2, FK-T4, KP E.02.09)
Amelie Buchinger, M.A.
Dienstags, 10–14 Uhr, 14-tägig
Beginn: 14.04., Neubau, Raum E.O1.23
When do technologies become media? How do media not only determine how we perceive the world but also shape individuals and society? What is the relation between media and aesthetics – and what role can artists play in critically examining this relation? These are some of the questions at the heart of Marshall McLuhan’s “Understanding Media”, a book written in 1964 during the heyday of electronic media and which by now is regarded as foundational for the theoretical study of media. The seminar introduces key concepts of McLuhan’s media theory: from the notion of media as extensions of human senses to why the medium itself (and not content) is the message of media or the influential differentiation of high and low resolution as a question of the perception and effect of different media.
In the seminar, we will read excerpts from “Understanding Media” and discuss these together with recent feminist and antiracist critiques of McLuhan’s work. A main focus of the seminar will be the increasing interest in McLuhan’s notion of ‘hot’ and ‘cold’ media by artists and media scholars in recent years and its impact on media aesthetics. How can we read McLuhan today to think through the aesthetic, ecological, and political challenges of our own contemporary media age shaped by digital technologies such as AI and its role in an increasingly warming world?
With texts by Sarah Sharma, Armond R. Towns, Hito Steyerl, Jonathan Sterne, Mél Hogan and Nicole Starosielski and art works by Rosa Menkman, the Small File Media Festival, Richard Mosse, and others.
Seminar: Körper - Kult - Milieu: die Jungfrau Maria in Kunst und Theorie
Mascha Salgado de Matos, M.A., Dr. Sabine Weingartner
Dienstags, 13–15 Uhr, wöchentlich
Beginn: 14.04., Neubau, E.EG.28
Die heilige Jungfrau Maria hat viele Namen: Sie gilt als barmherzige Retterin, Weltenherrscherin (domina mundi), Himmelskönigin (regina coeli), Stern des Meeres (maris stellae), Miterlöserin (corredemptrix) und Vermittlerin (mediatrix). Besonders interessant für das Seminar ist das Motiv der Maria Lactans, in dem die Milch die körperlichen Grenzen der Figur überschreitet und materielle wie affektive Durchlässigkeit sichtbar macht. Als Jungfrau (virgo) und Mutter Gottes (mater dei) – als Gottesgebärerin (genitrix/theothókos) – war ihr Körper nicht nur Gegenstand christlich-theologischer Dispute, sondern ist bis heute Projektionsfläche, Streitobjekt und Imaginationsraum in Kunst, Theorie und (pop-)kulturellen Bildwelten.
Das Seminar ist ein interdisziplinäres Angebot der Kunstgeschichte und Philosophie. Es verbindet kunsthistorische Analyse konkreter Marienbilder mit der Lektüre philosophischer und feministischer Texte. Untersucht wird, wie der Körper Marias dargestellt, begrifflich gefasst und zur Modellierung von Weiblichkeit herangezogen wird.
Zu Beginn erarbeiten wir gemeinsam zentrale Bildtypen der Maria in Kunst- und Mediengeschichte. In Anlehnung an die Bildtafeln von Aby Warburg bringen die Teilnehmenden eigene Marienbilder mit – sei es aus der Kunst, der Pop- oder Alltagskultur oder der eigenen künstlerischen Produktion. Im Seminar werden die Bilder konstelliert: Sie werden zueinander in Beziehung gesetzt, wodurch motivische Wanderungen und Verbindungen sichtbar werden.
Diese ikonographische und ikonologische Annäherung macht nicht nur verschiedene Kontexte auf, sie erlaubt es, unseren (orts)spezifischen Ausgangspunkt zu konturieren. Unsere „Bildpromenade“ (David Joselit) führt zu den Hintergründen und Übertragungen, die der Marienverehrung zugrunde liegen – nicht nur in Europa, sondern in beinahe allen Teilen der Welt, in denen sich das Christentum in seiner kolonialen Verstricktheit ausgebreitet hat.
Aufbauend darauf beschäftigen wir uns vertiefend mit feministischer Theorie: In der Maria Lactans lassen sich Fragen der „Verflüssigung“ von Subjektkonstitution erkennen, wie sie bei Julia Kristeva, Luce Irigaray und Bracha Ettinger diskutiert werden und in der posthumanen, „hydrofeministischen“ Phänomenologie von Astrida Neimanis weitergeführt werden.
Die Lektüren werden größtenteils in Englischer Sprache sein.
Seminar: „Entartet“ – Diffamierte Kunst und Musik im Nationalsozialismus (FK-T2 und FK-T4, KP E.02.09)
Beo Tomek (AdBK), Leon Zmelty (HMTM)
Mittwochs, 11–13 Uhr, wöchentlich
Beginn: 22.04., Hinweis: die erste Sitzung wird in der Musikhochschule stattfinden
Anhand der beiden Feme-Ausstellungen „Entartete Kunst“ (München, 1937) und „Entartete Musik“ (Düsseldorf, 1938) wird die Kulturpolitik im Nationalsozialismus untersucht. In dem gemeinsam mit der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) durchgeführten Seminar werden die formale Ausgestaltung der beiden Ausstellungen sowie Werke und Biografien verfolgter Kunstschaffender beider Disziplinen miteinander verglichen.
Außerdem wird über eine begriffsgeschichtliche Auseinandersetzung mit den Kampfbegriffen „Entartung“ und „Kulturbolschewismus“ herausgearbeitet, wie vor und während des Nationalsozialismus in Diffamierungskampagnen gegen moderne Kunst- und Musikströmungen als auch einzelne Künstler*innen agitiert wurde. Dabei wird es auch um die Ambivalenzen, Widersprüche und Richtungsdebatten gehen, unter denen die offizielle Kunst- und Kulturpolitik im Nationalsozialismus ausgehandelt wurde.
In Gegenüberstellung zu den NS-Propagandaveranstaltungen „Große Deutsche Kunstausstellungen“ sowie den „Tagen der deutschen Musik“ steht hierbei auch die Frage im Raum, mit welchen ästhetischen Kategorien bei der Unterscheidung zwischen „deutscher“ und „entarteter“ Kunst bzw. Musik operiert wurde und inwieweit sich diese unmittelbar in den jeweiligen Werken nachvollziehen lassen.
Das Seminar findet im Wechsel an der Musikhochschule sowie der Akademie statt.
Teil des Seminars ist ein Präsentationsabend gegen Ende des Semesters, bei dem Rechercheergebnisse aus dem Seminar präsentiert werden.
Seminar: Spekulation und Futurität in der Ästhetik
Lorenzo Gineprini, M.A.
Dienstags, 10–14 Uhr, 14-tägig
Beginn: 21.04., Neubau, E.O1.23
Zeitgenössische ökologische Kunst richtet sich häufig auf die Imagination von Zukunftsszenarien, teils spielerisch-experimentell, teils in Form düsterer posthumaner oder apokalyptischer Bilder. Da die Klimakrise die Gegenwart unmittelbar mit Ängsten und Ungewissheiten über die Zukunft konfrontiert, wird Kunst zu einem Ort, an dem die schwer vorstellbaren Folgen dieser Krise sinnlich erfahrbar und greifbar gemacht werden können.
Das Seminar widmet sich diesen Formen künstlerischer Spekulation und Futurität mit drei Zielen. Erstens wird der Unterschied zwischen ästhetischer Spekulation und naturwissenschaftlicher Analyse der Zukunft untersucht. Gerade in der Erforschung ökologischer Folgen des Klimawandels arbeiten auch die Naturwissenschaften mit künftigen Szenarien. Während sie jedoch vor allem mittels quantitativer Daten, Simulationen und probabilistischer Verfahren operieren, um plausible Zukunftsmodelle zu entwerfen und Unsicherheiten zu reduzieren, begreifen ästhetische Spekulationen das Ungewisse und Unbestimmte als Potenzial. Sie zielen darauf, die Frage nach der Zukunft in der Klimakrise nicht allein dem wissenschaftlichen Diskurs zu überlassen, sondern durch ästhetische Erfahrung neue Erkenntnismodi hervorzubringen.
Zweitens wird das politische Potenzial dieser Spekulationen diskutiert. Viele künstlerische Arbeiten gehen davon aus, dass die Visualisierung von Zukunftsszenarien ökologisches Bewusstsein fördert, die Dringlichkeit der Klimakrise vor Augen führt und dadurch zur Mobilisierung beitragen kann. Dieses Wirkungsmodell riskiert allerdings eine Instrumentalisierung der Kunst als Katalysator ökologischen Engagements und wird daher im Seminar diskutiert und hinterfragt.
Drittens fragt das Seminar nach der kunsthistorischen Einordnung gegenwärtiger spekulativer ökologischer Praktiken. Auch vor der heutigen Klimakrise haben künstlerische Arbeiten mit Entwürfen, Projektionen und Imaginationen des Zukünftigen operiert. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, was an ökologischen spekulativen Ästhetiken neu ist und wodurch sie sich von früheren Formen utopischer oder dystopischer Kunst unterscheiden.
Diese Fragen werden sowohl durch die Lektüre und Diskussion philosophischer Texte als auch durch die Analyse künstlerischer Arbeiten und die Auseinandersetzung mit der eigenen künstlerischen Praxis der Studierenden bearbeitet.
Seminar: Kritik in der Krise. Philosophie, Politik und Kunst
Dr. Stephan Gregory
Dienstags, 14:15–15:45 Uhr, wöchentlich
Beginn: 14.04., Altbau, A.U1.12
Seit der griechischen Antike steht der Begriff der Kritik für eine bestimmte Form des Denkens: für die Fähigkeit, die Dinge der Welt nicht wahllos zu vermischen, sondern sie auseinanderzuhalten, sie voneinander zu unterscheiden, festzustellen, was zu ihnen gehört und was nicht. Kritisches Denken (von griechisch kritein = unterscheiden) ist urteilendes Denken, ein Denken, das Teilungen verfügt und Einteilungen erstellt. Als solches steht es am Beginn dessen, was man Wissenschaft nennt; der Begriff scientia geht zurück auf die griechischen bzw. lateinischen Verben σχάζω und scire, die beide die Bedeutung von spalten oder trennen haben. In der westlichen Tradition hat diese spezifische Leistung des urteilenden, unterscheidenden, analytischen Denkens spätestens seit Descartes eine absolute Vormachtstellung erlangt; kritisches Denken steht im Kern des Projekts »Aufklärung« und prägt bis heute das Selbstverständnis der modernen, säkularen, »westlichen« Kulturen. Das Seminar wird den wechselhaften Schicksalen des Kritik-Begriffs auf drei Feldern nachgehen:
Philosophie. Wenn Kant in seiner Kritik der reinen Vernunft (1781) davon sprach, dass »allein der kritische Weg noch offen« sei, so stellt sich heute der Eindruck ein, dass dieser Weg nicht mehr ganz unbekümmert weiterverfolgt werden kann. Zwar ist der Begriff der Kritik nach wie vor von zentraler Bedeutung, etwa für die postkoloniale Theorie (vgl. Achille Mbembes Kritik der schwarzen Vernunft); es ließe sich aber fragen, inwieweit ein derart eurozentrischer Begriff sich überhaupt in ein Projekt zur Dekolonialisierung des Denkens fügen kann. Andere Schwierigkeiten tun sich in der Debatte um wissenschaftliche Wahrheit und »post truth« auf: Vertreter der hard sciences fragen polemisch, ob nicht ein Übermaß an geisteswissenschaftlicher »Dekonstruktion« dem heutigen rechten Denken in »alternative facts« in die Hände gespielt hat – eine Unterstellung, die vielleicht ungerecht ist, die sich aber auch nicht unbeantwortet zurückweisen lässt.
Politik. Wie der Historiker Reinhart Koselleck gezeigt hat, waren es eine Kultur der öffentlichen Kritik und ein Kult der moralischen Überlegenheit, mit deren Hilfe sich das aufgeklärte Bürgertum im 18. Jahrhundert gegen den fürstlichen Absolutismus durchsetzen konnte. Seitdem haben alle reformistischen oder revolutionären Bewegungen der Moderne auf die Waffe der Kritik gesetzt und zugleich lebhaft darüber gestritten, wie von ihr am besten Gebrauch zu machen sei. Hannah Arendt lobte die Kritik als Ausübung politischer Urteilskraft; Theodor W. Adorno sah in ihr die einzig mögliche philosophische Haltung angesichts der Verbrechen des 20. Jahrhunderts. Kritik konnte sich aber auch als lähmend und ganz und gar unkritisch erweisen, nicht nur in den stalinistischen Ritualen der »Kritik und Selbstkritik«, sondern auch in der Praxis linker Selbstzerfleischung, wie sie etwa in den kommunistischen und autonomen Splittergruppen der 1970er und 80er Jahre stattfand. Uneindeutig ist auch die heutige Lage: Neben einem verbreiteten »Unbehagen an der Kritik« finden sich Versuche zu ihrer Wiederbelebung – in Foucaults Konzept des »Wahrsprechens«, das Kritik von der Ideologiekritik zur ethischen Praxis verschiebt, oder in Judith Butlers Aufruf zu einer »rücksichtslosen Kritik«, die ihre eigenen Voraussetzungen mitreflektiert.
Kunst. Eine eigenständige Kultur der »Kunstkritik« (im Unterschied zu Malerbiografien oder Bildbeschreibungen, wie sie seit der Reniassance gängig waren) entwickelt sich in der Pariser Salons des 18. Jahrhunderts. Seitdem stehen Kunst und Kritik in einem gespannten Verhältnis: Inwiefern kann ein analytisches, von außen kommendes Urteil dem Kunstwerk gerecht werden; welche Formen der Abhängigkeit, der Unterwürfigkeit oder der symbiotischen Koproduktion entstehen zwischen Künstler:in und Kritiker:in? Auch in der Kunstkritik wird heute von einer »Krise« gesprochen, und diese Krise hat eine dezidiert ökonomische Dimension. Wie die Zeitschrift Texte zur Kunst in ihrem Dezemberheft 2025 diagnostiziert, hat die Kritik die wertbildende Funktion, die sie in dem seit Ende des 19. Jahrhunderts etablierten »dealer-critic system« innehatte, seit den 1990er Jahren sukzessive eingebüßt; Auktionshäuser, Datenportale und Rankingsysteme verschieben die Kräfteverhältnisse innerhalb der Kunstökonomie grundlegend. Was bedeutet es für die Kunstkritik, wenn sie ökonomisch überflüssig zu werden scheint? Was bedeutet es für die Kunst, wenn sie sich immer weniger der fachlichen Kritik aussetzt? Und in welcher Verbindung steht die Krise der Kunstkritik zu den Krisen der Kritik, die sich auf dem Feld der Philosophie und der Politik beobachten lassen?
Blockseminar: Welt und Umwelt unter postdigitalen Vorzeichen
Dr. Alexandra Heimes
Beginn: 15.05., 14–16 Uhr, Online (via Zoom)
Weitere Termine: 29.06., 30.06., 01.07., 02.07.
Seit gut 20 Jahren ist der Begriff des Postdigitalen in Umlauf, um eine Gegenwart zu beschreiben, in der so gut wie alle Bereiche von digitalen Technologien durchdrungen sind. Dies betrifft die Routinen unserer alltäglichen Lebenspraxis ebenso wie die Formen datenbasierter Wissensproduktion oder die Operationen globaler Finanzmärkte. Und es wirft die Frage auf, wie wir die Welt unter postdigitalen Vorzeichen erfahren, wie wir reflexiv und handelnd auf sie zugreifen können. Denn auch dann, wenn wir uns in überschaubaren, vermeintlich konkreten Umwelten bewegen, sind wir immer schon in vernetzte Infrastrukturen eingespannt, die sich über verschiedene Wirklichkeitsbereiche und Größenordnungen hinweg erstrecken, dabei aber kaum als solche zutage treten. Die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenzen trägt das Ihre dazu bei, die geläufigen Formen der Welterschließung auf die Probe zu stellen; parallel dazu kommen fiktionale Entwürfe von anderen oder zukünftigen Welten zu neuer Blüte. Diesen Zusammenhängen werden wir im Seminar genauer nachgehen: Wie verändern sich unsere Vorstellungen von Welt und Umwelt im Zeichen einer immer weiter um sich greifenden Digitalisierung? Welche Formen der (distribuierten) Handlungsmacht bringt das Eingebundensein in techno-ökologischen Umgebungen mit sich? Nicht zuletzt werden wir uns mit Beispielen aus der ästhetischen Praxis (Kunst, Literatur, Computerspiel) auseinandersetzen, um zu fragen, wie (andere) Welten gegenwärtig imaginiert, modelliert und dargestellt werden.
Seminar: Ästhetik und Psychoanalyse: Bild, Technik, Zeitlichkeit
Davide Mogetta, M.A.
Dienstags, 16–18 Uhr, wöchentlich
Beginn: 14.04., Neubau, E.EG.28
Die Psychoanalyse bietet nicht nur eine Theorie des Unbewussten, sondern auch eine Theorie von Bildlichkeit, Technik und Zeitlichkeit. Im Seminar untersuchen wir die ästhetische Dimension zentraler psychoanalytischer Begriffe.
Wir widmen uns drei Themenfeldern: Bild, Technik und Zeitlichkeit. Bilder und die Bildmetaphorik sind in psychoanalytischer Hinsicht von zentraler Bedeutung. Der Traum folgt zum Beispiel einer spezifischen Bildlogik, die sich nur indirekt deuten lässt und um die es im Seminar gehen wird. Genauer geht es um die Frage: Lässt sich das Unbewusste in irgendeiner Form »abbilden«, wie es in der surrealistischen Malerei, etwa bei Salvador Dalí, der Fall zu sein scheint? Oder geht es im unbewussten Seelenleben um einen Prozess der Entstellung und Gestaltung, der sich nur nachträglich und indirekt deuten lässt? Diese Frage wird in Auseinandersetzung mit Max Ernst und seiner Frottage- und Collagetechnik diskutiert. Bei Ernst scheint die künstlerische Technik in einer produktiven Spannung zur analytischen Technik zu stehen. Bilder bilden das Unbewusste nicht ab, sondern rufen in der Betrachtung freie Assoziationen hervor, die wiederum in einem konstitutiven Verhältnis zum Bild stehen. Dies wirft die weitere Frage auf, wie die Nachträglichkeit dieses verstehenden Sehens zu lesen/deuten ist. Handelt es sich um eine Konstruktion oder um eine Re-konstruktion? Lässt sich überhaupt – angesichts der Zeitlichkeit des analytischen Prozesses, des Bildes und der Bildbetrachtung – zwischen Konstruktion und Rekonstruktion entscheiden?
Das Seminar untersucht diesen Themenkomplex aus philosophisch-ästhetischer Perspektive durch die Lektüre ausgewählter Aufsätze von Sigmund Freud, Jacques Lacan, Jacques Derrida und Elvio Fachinelli sowie künstlerischer und kunstkritischer Texte. Die Diskussion theoretischer Texte wird mit der Analyse konkreter künstlerischer Verfahren und Schaffensprozesse verbunden.
Veranstaltungen des Lehrstuhls im Wintersemester 2025/26
Postkatastrophische Bildpolitik. Susan Schupplis Medienpraxis zwischen Kunst und
Dokumentarismus
Charlotte Bolwin | Vortrag | Workshop
Postkatastrophischer Snapshot von Charlotte Bolwin (2025)
Charlotte Bolwin | Vortrag
Datum und Uhrzeit: Di | 3.2.2025 | 18.00 Uhr |
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau E.O2.29
Charlotte Bolwin | Workshop
Datum und Uhrzeit: Mi | 4.2.2025 | 10.00 bis 13.00 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau E.O2.29
Die Praxis der Medientheoretikerin und Künstlerin Susan Schuppli lässt sich dem „forensic turn“ zuordnen, wobei Schupplis in dieses Feld das kritisch-sorgende Interesse an Akteuren der nicht- oder mehr-als-menschlichen Umwelt einträgt: an Tieren, Bäumen und Wäldern, an Landschaftszügen, an Gletschern und Ozeanen, die im Zeitalter einer „Äquivalenz der Katastrophen“ (Nancy) von sichtbaren wie unsichtbaren, temporären und andauernden (Zer-)Störungen heimgesucht werden, die sich unter dem Überbegriff des menschengemachten Klimawandels und der ökologischen Krise subsummieren lassen. Vor diesem gegenwartshistorischen Horizont wird nicht nur die Bezugnahme auf „Natur“ und Umwelt brüchig; auch tradierte Konzepte von Kunst und Medialität stehen im sogenannten Anthropozän auf dem Prüfstand – und zwar nicht zuletzt aufgrund von postfaktischen Diskursen und simulativen Techniken wie etwa der Computersimulation, die klassische Vorstellungen von Evidenz und Dokumentarismus verschieben. Im Dialog mit Susan Schupplis theoretischer und praktischer Arbeit entfaltet der Vortrag den Denkraum einer krisenhaften, postkatastrophischen und zugleich performanten Medialität, in der moderne Leitunterscheidungen wie jene von Natur und Kultur, Ereignis und Repräsentation, Abbild und Imagination kollabieren. In diesem Spannungsfeld gewinnt die Rede vom Wissen der Künste angesichts einer multifaktoriellen kulturellen Krisensymptomatik unter veränderten Vorzeichen neue Relevanz. Ein anschließender Workshop bietet Anlass zur vertiefenden Diskussion von Schupplis Arbeit und ihren kunst- und kulturtheoretischen Implikationen.
Charlotte Bolwin ist Kultur- und Medienwissenschaftlerin. Sie studierte in Berlin und Paris und ist seit 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Bauhaus-Universität Weimar; zunächst am Graduiertenkolleg Medienanthropologie und seit 2022 am Lehrstuhl für Digitale Kulturen. In ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit beschäftigt sie sich mit Bildtheorie, mit Medienästhetik(en), mit den Konvergenzen von Kunst, Literatur, Film und Theorie, mit Technikphilosophie und mit Fragen von Naturphilosophie und Ökologie in gegenwärtiger und historischer Perspektive. Ihre Dissertation zum Thema „Digitale Naturästhetik“, betreut von Maria Muhle, hat sie im Sommer 2025 eingereicht.
Judy Rosenthal und Frank Paulun, Moderation Gottfried Kößler
Datum & Uhrzeit: Di | 11.11.2025 | 19.00 bis 21.00 Uhr
Ort: Verein für Fraueninteressen e.V. | Altheimer Eck 13, 80331 München
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Verein für Fraueninteressen.
Anmeldung über die Website des Vereins für Fraueninteressen:
https://www.fraueninteressen.de/termininfo/zwei-familiengeschichten
NS-Opfer, NS-Täter: Zwei deutsche Familiengeschichten.
Inmitten alter Familienfotos und Dokumente stoßen Judy Rosenthal und Frank Paulun auf die schmerzhafte Geschichte ihrer Vorfahren im Nationalsozialismus. Judy Rosenthals Familie wurde Opfer der NS-Gewalt, 17 Angehörige wurden ermordet. Frank Pauluns Großvater war als Polizist an Verbrechen in Osteuropa beteiligt. In einer einzigartigen Veranstaltung erzählen sie ihre beiden konträren Familiengeschichten und zeigen auf, wie diese Vergangenheit bis heute wirkt. Es ist ein Plädoyer für Erinnerung, Aufklärung und das gemeinsame Eintreten für Menschenrechte. Nach den Präsentationen moderiert der Gedenkstättenpädagoge Gottfried Kößler eine Frage- und Diskussionsrunde.

Alice Bucknell, Staring at the Sun, Videostill 2024-2025, © Alice Bucknell
(Re)Imagining Solar Futures | Online-Konferenz
Forschungszentrum für Technoästhetik & cx centrum für interdisziplinäre studien
Datum und Uhrzeit: Di | 25.11.2025 | 13:30-20:00 Uhr
Ort: online | https://kunsthochschule-bayern.zoom-x.de/meeting/register/MrCyoT38Tj21SnbWkN4_HQ
Die eintägige Konferenz widmet sich insbesondere den zeitgenössischen Imaginationen solarer Zukünfte – ihren Narrativen, Politiken und (Techno-)Ästhetiken. Vor dem Hintergrund eines wachsenden Interesses an der Sonne und unserer sich verändernden Beziehung zu ihr untersucht sie, welche Visionen einer solar-basierten post-fossilen Welt derzeit in Kunst, Theorie und Gesellschaft im Umlauf sind und wie diese konzipiert und kommuniziert werden.
Das erste Panel der Konferenz mit Präsentationen von Rhys Williams und Marjan van Aubel bietet eine kritische Auseinandersetzung mit der ästhetischen Dimension spekulativer solarer Imaginationen und analysiert das Potenzial von solarer Kunst und solarem Design für Visionen einer postfossilen Zukunft. Das zweite Panel mit Vorträgen von Myles Lennon und Helen V. Pritchard wendet sich den Schattenseiten und Konflikten zu, die oft hinter den glänzenden Versprechen von Solartechnologien und ihrer ästhetischen Vermittlung verborgen bleiben. Wie reproduzieren zeitgenössische Visionen solarer Zukünfte die sozialen und ökologischen Ungerechtigkeiten des racial capitalism und was könnte es bedeuten, andere solare Welten zu entwerfen? Den Abschluss der Konferenz bildet ein Artist Talk der Medienkünstlerin Alice Bucknell.
Die Veranstaltung findet online und in englischer Sprache statt.
Weitere Informationen finden sich auf der Seite des Forschungszentrums hier.
Link zur Online-Registrierung: https://kunsthochschule-bayern.zoom-x.de/meeting/register/MrCyoT38Tj21SnbWkN4_HQ

Philipp Schwalb mit Merve Kılıçer | Artist Lecture
Datum und Uhrzeit: 2.12.20025 | 18.00 bis 20.00 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau | E.O2.29
In Kooperation mit pip (practice in practice) | Kunst- und Ausstellungsraum | Türkenstr. 21
Mnemosyne.Atlas.Läb #33 "matrix" with Merve Kılıçer´s I-C-P "When the Gods Have Been Done"
Das Mnemosyne.Atlas.Läb ist ein von Philipp Schwalb mitbegründetes künstlerisch-wissenschaftliches Veranstaltungsformat, das sich der Aktualität und Reaktivierung von Aby Warburgs Mnemosyne Atlas widmet. Für jedes Läb werden Künstler*innen im Rahmen ihrer künstlerischen Praxis dazu eingeladen, einen im Atlas angelegten Themenschwerpunkt zu bearbeiten: für #33 ist es die Künstlerin Merve Kılıçer zu "matrix".
Wir beginnen mit einer allgemeinen Einführung von Philipp Schwalb zum Mnemosyne.Atlas und den Image-Constellation-Panels (I-C-P), sowie zur Erscheinung der Figur der Mutter und anderen Carefiguren darin. Im Anschluss findet Merve Kılıçers I-C-P When the Gods Have Been Done in Form einer Lecture-Performance statt. Merve Kılıçer untersucht die historischen und gegenwärtigen Landschaften Westanatoliens entlang der Spuren aktiver Bergbaustätten für Kohle, Gold und Kalkstein, sowie der Überreste von Schreinen, die für Kybele, der archaischen Göttin Anatoliens, errichtet worden waren. Die Figur der Muttergottheit Kybele wird so zum Ausgangspunkt einer transmedialen, kritischen Sichtbarmachung von kulturgeschichtlichen Überlagerungen wie der Aneignung und Überführung anatolischer Mythenbildung durch Griechische Mythologien bis hin zur Figuration von Kybele als Magna Mater. Als Ausblick und anschließende Diskussiongrundlage dienen vier Tafeln des Mnemosyne.Atlas’ (5, 41, 73 und 77), insbesondere die darin wirkende Figur der Medea.
Philipp Schwalb mit Merve Kılıçer | Workshop
Datum und Uhrzeit: 3.12.2025 | 10.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 15.30 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Altbau A.EG.01 und pip (practice in practice) | Kunst- und Ausstellungsraum | Türkenstr. 21
Anmeldung:
"motherhoodmatrix" in Mnemosyne.Atlas.
Ausgangspunkt ist zunächst der Begriff des „Materials“ – gedacht in seiner etymologischen Nähe zu Matrix und Mater, also als Ursprung des Sichtbaren, als Produzentin der Bildwerdung. Am Vormittag installieren wir die Tafeln 5, 41, 73 und 77 und befragen sie nach den ikonographischen und kulturellen Tiefenstrukturen des Mutterbildes und wie diese im Atlas sichtbar werden. Gemeinsam überführen wir die mythologischen Darstellungen des Mutterseins in seiner dramatischen, ambivalenten Beziehung von Fürsorge, Schutz und Verlust in die gegenwärtige Situation unseres Zusammenseins/Konstellierens.
Wir dekodieren, dekonstruieren und dekomponieren die Atlas-Tafeln und finden neue Wege sie zu nutzen, zu aktualisieren und kritisch zu betrachten. Dabei geht es vor allem darum, das Spielerische des gemeinsamen Bilderhängens, Umhängens, des Konstellierens eben, als eine kollektive, prozessuale Praxis kennenzulernen .
Für die Nachmittags-Session bitten wir die Teilnehmer*innen 1-3 Bilder, Kunstwerke oder Objekte mitzubringen, die entweder einen Bezug zur Fürsorge-Thematik, zum Mnemosyne Atlas und/oder zur eigenen künstlerischen Praxis haben. Die von uns installierten Tafeln dienen uns dabei als Hintergrundrauschen zu den mitgebrachten Bildern/Objekten. Damit schaffen wir neue Bedeutungen und Formen, die ein gemeinsames Vorgehen voraussetzen, unterstützen, thematisieren und Synergien zwischen Bild-produzenten*innen provozieren.
Der Workshop richtet sich an alle Interessierte und erfordert keine besonderen Kenntnisse. Allerdings ist die Teilnehmer*innen Anzahl auf 25 Personen begrenzt.
Anmeldungen bitte an

Maria Muhle | Vortrag
Datum und Uhrzeit: Fr | 23.01.2025 | 13.30 bis 14.30
Ort: Online oder in der GRAMA Lounge Universitätsbibliothek Weimar | Bauhaus-Universität | Steubenstraße 6, 99423 Weimar
Anmeldung bis zum 12.01.2026:
Zugangsdaten, um die Veranstaltung online zu besuchen, erhalten Sie auf Wunsch bei der Anmeldung.
Zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte
im Rahmen des Workshops Erste und zweite Technik: Workshop zur zweiten Fassung von Benjamins Kunstwerkaufsatz
Weitere Infos können Sie hier entnehmen: https://www.uni-weimar.de/de/medien/institute/grama/
Veranstaltungen des Lehrstuhls im Sommersemester 2025

Kathrin Rottmann&Friederike Siegler | Vortrag
Datum & Uhrzeit: Di | 15.07.2025 | 18:30 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau | E.EG.28
KUNST UND (NEUE) RECHTE. ÄSTHETISCHE MULTIPLIKATIONSPROZESSE
Seit die Neue Rechte mit kulturhegemonialen Konzepten Kunst für ihre Politik beansprucht, drängt sich für die Kunst- und Kulturwissenschaften die Frage auf, was (neu)rechte Kunst ist, wie sie erfasst werden kann und wie sie verteilt und verbreitet wird. Exemplarisch analysiert der Vortrag drei Felder, die die Neue Rechte für ihre ästhetischen Multiplikationsprozessen nutzt.
Kathrin Rottmann&Friederike Siegler | Workshop
Datum & Uhrzeit: Mi | 16.07.2025 | 10-11.30 Uhr Lenbachhaus + 12.30-14 Uhr Akademie der Bildenden Künste, Neubau, Raum E.01.23
"FASCHISTISCHE ÄSTHETIKEN"
Der Workshop besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil findet im Lenbachhaus statt (1. Teil: 10 bis 11.30 Uhr, Treffpunkt vor Ort am Eingang). Dort werden wir zwei NS-Werke aus der Sammlung des Museums sichten können, die üblicherweise nicht ausgestellt sind. Aufgrund der räumlichen Bedingungen teilen wir uns dazu in zwei Gruppen auf und besprechen jeweils vor oder nach der Sichtung im Vortragsraum des Museums den angehängten Text von Berthold Hinz zur ‚Malerei des deutschen Faschismus‘. Anschließend diskutieren wir in der großen Gruppe, was NS-Kunst ist und inwieweit die Rezeption von NS-Kunst durch u. a. Susan Sontag dazu beigetragen hat, ein konkretes Bild (nach Leni Riefenstahl) zu verfestigen, das aber einseitig bleibt.
Helmut Draxler im Gespräch mit Stephan Gregory | Vortrag
Datum & Uhrzeit: Di | 03.06.2025| 18:00 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau | E.EG.28
WAS TUN? WAS LASSEN?
POLITIK ALS SYMBOLISCHE FORM
In seiner jüngsten Publikation Was tun? Was lassen? Politik als symbolische Form (2024) beleuchtet Helmut Draxler die Politik als einen zentralen Wertanspruch, der zunehmend auch jene gesellschaftlichen Bereiche durchdringt, die sich bewusst von ihr abzuschotten suchten – wie die Kunst, die Religion, die Wissenschaft oder die Ökonomie. Seine zentrale These ist, dass sich Politik weder auf rein imaginäre noch auf rein reale Bestimmungen reduzieren lässt, sondern als ›symbolische Form‹ verstanden werden muss – als eine Form, die zwischen dem Imaginären und dem Realen vermittelt.
Ausgehend von dieser symbolischen Dimension von Politik diskutiert Helmut Draxler (Universität für angewandte Kunst, Wien) mit Stephan Gregory (tentare Verlag) über die Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen politischen Handelns heute – jenseits von resigniertem Rückzug oder besinnungslosem Daueraktivismus. Im Zentrum steht die Frage, wie und wodurch unser Denken und Tun politisch wird.
Helmut Draxler ist Kunsthistoriker und Kulturtheoretiker. Von 1992 bis 1995 war er Direktor des Kunstvereins in München. An der Merz Akademie, Hochschule für Kunst, Design und Medien in Stuttgart (1999-2012), an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg (2013- 2014) und schließlich an der Universität für Angewandte Kunst in Wien (2014-2023) hatte er jeweils eine Professur für Kunsttheorie inne. Den Schwerpunkt seiner Arbeit stellen die Schnittpunkte zwischen Kunst, Politik, Philosophie und Psychoanalyse dar.
Publikationen (Auswahl): Gefährliche Substanzen. Zum Verhältnis von Kritik und Kunst, Berlin (b_books) 2007; Abdrift des Wollens. Eine Theorie der Vermittlung, Wien, Berlin (Turia+ Kant) 2017; Die Wahrheit der Niederländischen Malerei. Eine Archäologie der Gegenwartskunst, Paderborn (Brill/Fink) 2021; A Sense for Projects. The Problem of the Public and Contemporary Art (in Vorbereitung).
Stephan Gregory studierte Philosophie und Neuere deutsche Literatur in München und Wien. An der Merz Akademie Stuttgart und an der Bauhaus Universität Weimar lehrte er Kulturtheorie und Medienwissenschaft, an der Burg Giebichenstein in Halle (Saale) Philosophie.
2024 gründete er den tentare Verlag für Philosophie, Kunst und Politik in Freising bei München. Derzeit hält er einen Lehrauftrag am Lehrstuhl Philosophie | Ästhetische Theorie an der Akademie der Bildenden Künste München.
Publikationen (Auswahl): Wissen und Geheimnis. Das Experiment des Illuminatenordens, Frankfurt a.M./ Basel: Stroemfeld, 2009. Mysterienfieber. Das Geheimnis im Zeitalter der Freimaurerei, Wien/ Berlin: Turia + Kant, 2012. Class Trouble. Eine Mediengeschichte der Klassengesellschaft. Paderborn: Brill | Wilhelm Fink, 2021, 748 Seiten.
Dr. Lisa Moravec | Vortrag
Datum & Uhrzeit: Di | 20.05.2025 | 18:00 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau | E.EG.28
THE AESTHETISATION OF PERFORMANCE IMPROVISATION:
ARTIFICIAL BODIES AND EMBODIED AI
The global trend of creating artistic performances with humanoid robots—robots that move increasingly autonomously due to embodying generative AI—has accelerated alongside rapid advances in deep learning. This development has led to privately and publicly funded collaborations between robotics, AI, mechanical engineering, computer science, and dance. With techno-science taking the biomechanics and movement aesthetics of dancers as a model, my talk outlines the shift to what I call “performance theories of bodily intelligence”. Given predictions that humanoid robots will significantly impact our social, political, and economic infrastructures, my talk speculates about the corporeally and politically sensibilising potential of transdisciplinary dance-based performance improvisations involving both human and machinic bodies.
Lisa Moravec researches interdisciplinary forms of contemporary performance in the visual and performing arts, with a focus on human, animal, and machine intersections and differences. She is currently a senior postdoc and lecturer at the Academy of Fine Arts Vienna, where she leads the FWF project "The Performance of Critique: AI, Bodily Intelligence, and Posthumanist Aesthetics." As curator, she initiated, among other projects, the performance exhibition "Suddenly Begin in Splendour: Rose English, Performance, Presence, Spectacle," at the Museum der Moderne in Salzburg (July 2024 - May 2025), as well as the accompanying performance program. She has published essays and articles in academic journals and art magazines such as Springerin, Texte zur Kunst, and Spike. The co-edited book, Posthumanist Approaches to a Critique of Political Economy: Dissident Practices (Bloomsbury), is forthcoming and her monograph, Dressaged Animality: Human and Animal Actors in Contemporary Performance (Routledge), was published in 2024.
Veranstaltungen des Lehrstuhls im Wintersemester 2024/25
Zusammenarbeit ist wesentlich für soziale Prozesse und auch für die künstlerische Praxis. Vor allem unter dem Begriff der „Kollaboration“ wird derzeit das demokratisierende Moment von Zusammenarbeit mit flachen Hierarchien diskutiert. Der Vortrag geht den konkreten Formen der Kollaboration nach, die David Cronenberg in seinen Filmen „Crimes of the Future“ (1970 und 2022) zeigt. Aber nicht nur zwischen den Figuren im Film, sondern auch zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spannen sich bei Cronenberg kooperative Netze, die viel über das Potenzial, aber auch über die gegenwärtigen Herausforderungen von Zusammenarbeit zwischen den Künsten – und über sie hinaus – verraten.
Hanna Hamel hat Philosophie und Deutsche Philologie an der Universität Wien studiert und wurde 2019 an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Arbeit über theoretische Konzepte von Klima im 18. Jahrhundert und in der Gegenwart promoviert. 2019-2024 leitete sie am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin ein Forschungs- und Transferprojekt über „Nachbarschaften in der Berliner Gegenwartsliteratur“. In ihrer aktuellen Arbeit beschäftigt sie sich mit Theorien und Techniken der Kooperation, besonders unter Bedingungen der Digitalisierung.
Datum & Uhrzeit Mo | 09.12.2024 | 18:00 Uhr
Ort Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 2
Raum Altbau | A.U1.12
Veranstaltungen des Lehrstuhls im Sommersemester 2024
Vortrag
Jonathan Stafford
OF ITS TIME? THE SEA IMAGE AS CRISIS AND CONTEMPORANEITY
Datum: 16. Mai, 18 Uhr
Raum: E.O1.23
Vortrag
Isabel Mehl
DAS IST KEIN LIEBESBRIEF. EINE RELEKTÜRE VON GABRIELE MÜNTERS GEMÄLDE „KRANK“, 1933
Datum: 4. Juni, 18 Uhr
Raum: E.O1.23
Vortrag und Workshop
Stephanie Weber & Adrian Djukić
ABER HIER LEBEN? NEIN DANKE
SURREALISMUS + ANTIFASCHISMUS
Datum: 14. Juni, 10-14 Uhr
Raum: E.O1.23
Anmeldung zum Workshop:
Artist lecture
Rana El Nemr
ON THE GEOMETRY OF BREATHING
Datum: 27. Juni, 18 Uhr
Raum: E.EG.28
Karolin Meunier, Aller-Retour et Aller. Dialog mit einem Film, Lesung, Gespräch und Workshop
Karolin Meunier | Lesung & Gespräch
Datum & Uhrzeit: Do | 25.01.2024 | 18:00 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau | E.O1.23
Aller-retour et aller tritt in Dialog mit „Wanda" (USA 1970), dem ersten und einzigen Spielfilm der Regisseurin und Schauspielerin Barbara Loden. Der Film gehört heute zu einem der wichtigsten Werke des weiblichen Independent Kino. Die französische Autorin Nathalie Léger hat der Geschichte 2012 eine autofiktionale Erzählung gewidmet. In Supplément à la vie de Barbara Loden schreibt sie: „Eine Frau erzählt ihre Geschichte durch die einer anderen Frau.“ Karolin Meunier blendet in ihrer Lesung die Biographien von Filmfigur, Schauspielerin und Literatin sprachlich ineinander und bringt dabei den Prozess der Lektüre und Übersetzung mit zur Aufführung. Der Text ist 2023 in der zweisprachigen Publikationsreihe des Harun Farocki Instituts erschienen.
Karolin Meunier ist Künstlerin und Autorin in Berlin. Ihre Performances, Texte und Videoarbeiten adressieren, wie individuelle Erfahrung durch kulturelle Techniken geprägt wird. Sie forscht derzeit an der HFBK Hamburg zu experimentellen, feministischen Schreibstrategien und Übersetzungsprozessen. Sie ist Mitglied der kollektiven Verlagsbuchhandlung in b_books in Berlin, wo 2024 ihr Künstlerbuch zu einem Werk der italienischen Feministin Carla Lonzi erscheint.
26.1.24
Die Ethnographin ihrer selbst: Autofiktion, Autotheorie
Workshop mit Karolin Meunier
Für den Workshop bitte unter
Oliver Precht, Tropical Writing: Wild Freedom in a Climate of Dictatorship (on Clarice Lispector)
Vortrag am 18.01.2024 um 18.15 Uhr im Neubau der AdBK E.O1.23
Often misunderstood as a mystical author that explores the inner life and the timeless fundamental questions of mankind, the political, at times even revolutionary dimension of Clarice Lispector's novels and stories remains to be discovered. In a climate of military dictatorship and under the pressure of censorship, Brazil's most acclaimed author developed a tropical, sometimes concealed style of writing that refuses to appear before the law of patriarchy, a vision that sheds the burden of extractivism and frees itself from the illusion of a mastery of nature. Long before the term was coined, she invented a literature for the anthropocene.
Oliver Precht is a philosopher and literary scholar at the Leibniz Center for Literary and Cultural Research (Berlin), where he researches the reception of Marx in France. He is currently developing a research project on cosmopolitics in the Amazon region. He is co-editor of the book series "Neue Subjektile" and works as a translator from Portuguese, English and French.
__ der Vortrag findet in Englischer Sprache statt! the talk will be held in English!
What does it take to go deep?
What does it take to go deep? Ozeanische Darstellungspraktiken und Dekoloniale Ökologie
Vortrag und Workshop von Julia Schade
Datum: 11.12.2023-12.12.2023
Ort: Akademie der Bildenden Künste, Neubau
Montag, 11.12.2023, 18 Uhr c.t., AdBK Neubau, Raum E.EG.28
Vortrag, What does it take to go deep? Ozeanische Darstellungspraktiken und Dekoloniale Ökologie von Julia Schade
Dienstag, 12.12.2023, 10-14 Uhr c.t., AdBK Neubau, Raum E.O2.29
Workshop, What does it take to go deep? Mee(h)rwasserdenken mit Julia Schade
Anmeldung unter
Vortrag und Workshop knüpfen thematisch an das Smeinar In/Über/Durch den Ozean an. Es gibt unzählige künstlerische, literarische, musikalische Auseinanderstzungen mit dem Meer: Als Sehnsuchtsort oder als Ort des Schreckens ist das Meer Motiv und Metapher zugleich. Insbesondere ind er westlichen Moderne zeugen solche Zugriffe von dem menschlichen Blick, der die Natur im Allgemeinen und das Meer im Besonderen zur anthropomorphen Projektionsfläche macht. Über Jahrtausende, so scheint es, ist die Besegelung der Ozeane eine Begegnung mit ebendieser Flächigkeit, die durchkreuzt und bezwungen wird. Das Studium der Sterne, Winde, Wirbel und Strömungen, ist bestimmend für jegliche ozeanische Unternehmung - die meisten Seefahrer:innen konnten jedoch nicht schwimmen. Die Tiefen oder gar Untiefen bleiben Topologien des Mythischen, das zornige Seeungeheuer, wollüstige Jungfrauen und versunkene Wunderstädte beherbergt.
Zu Beginn des 21.Jahrhunderts ist eine Wende in den Kultur-und Geisteswissenschaften erkennbar, denen Ideen des Ozeanischen gemeinsam, welche über die Historisierung der Meere hinaus gehen – nämlich in sie hinein. Gegenwärtig werden diesbezügliche trans-und interdisziplinäre Überlegungen unter dem Banner der sogenannten „Blue Humanities“ zusammengefasst.
Julia Schade stellt mit ihrem Vortrag What does it take to go deep? künstlerische Praktiken vor, deren Auseinandersetzungen mit dem ozeanischen Unter-Wasser Verschränkungen von Ökologie und de-/kolonialen Praktiken zeitigen und nachvollziehen. Mit diesem Fokus wird auch das "ozeanische Denken" wie es in den Blue Humanities zuweilen als neue, fließende "nasse Ontologie" (Peter Steinberg; Kimberley Peters) kritisch erweitert.
Der Workshop Mee(h)rwasserdenken führt diese Überlegungen anhand der Lektüre des Textes "Thinking through Seawater" (aus dem Buch "Wild Blue Media") von Melody Jue, sowie anhand ausgewählter künstlerischer Arbeiten fort.

