It Begins (2026)
30-minütige Mehrkanal- Klangkomposition,
Loop, variabel über die Dauer der Ausstellung
It Begins ist eine mehrkanalige Klanginstallation, die sich mit der Probe als eigenständigem Denk- und Handlungsraum auseinandersetzt – nicht als Vorstufe zur Aufführung, sondern als Zustand des Testens, der Wiederholung und des Noch-nicht-fertig-Seins.
Die Arbeit entstand aus der Beobachtung und Aufnahme von Probensituationen in den Bereichen Theater, Musik und Stimmarbeit. Diese Aufnahmen werden nicht dokumentarisch verwendet, sondern als klangliches Material behandelt: fragmentiert, geschnitten, neu zusammengesetzt und über verschiedene Oberflächen im Raum verteilt.
Im Zentrum steht die Frage, was in Proben sichtbar wird, wenn der Fokus vom Ereignis weggenommen wird: Unsicherheiten, Pausen, Atmungen, abgebrochene Ansätze, materielle Tests. Momente, in denen Körper, Stimme und Aufmerksamkeit nicht auf ein fertiges Ergebnis hin ausgerichtet sind, sondern offen bleiben.
Die Installation besteht aus mehreren Paneelen unterschiedlicher Materialien (Acryl, Glas, Schaumstoff, Metall), die über Exciter aktiviert werden. Stimmfragmente, Atemgeräusche, Textpassagen und aufgenommene Materialschwingungen zirkulieren zwischen den Oberflächen. Jedes Paneel gibt nicht nur seine eigenen Schwingungen wieder, sondern auch die der anderen – angelehnt an Probenpraktiken, in denen Rollen rotieren und getauscht werden.
Ein Teil der Komposition arbeitet mit sprachlichen Fragmenten, die auf dem Phänomen der sogenannten Phantom Words beruhen: Durch Wiederholung und minimale zeitliche Verschiebung kippt die Wahrnehmung zwischen Sprache und Klang, ohne dass sich eine stabile Bedeutung einstellt.
Die Arbeit ist nicht als abgeschlossenes Werk angelegt, sondern als prozesshafte Anordnung. Über die gesamte Ausstellungsdauer hinweg wiederholt sich eine etwa 30-minütige Komposition, die in jeder Iteration subtile Verschiebungen und Abweichungen aufweist.
It Begins verbleibt bewusst in einem Probenzustand – als klangliche Versuchsanordnung, die Unsicherheit, Verletzbarkeit und Offenheit nicht auflöst, sondern als Teil des Geschehens versteht.
Sprecher:innen:
Lena Brückner
Maximilian Klas
Lili König
Entwickelt mit Beiträgen, Spuren und Anstößen von
Pujan Sadri
Transkriptionen des Jugendklubs des Residenztheaters
Anna Konjetzky und Team
Hanna Sikasa und Chormitglieder
Chormitglieder des König Chors
Susanne Bentzien
Mit Dank an
Gerry Bibby
Jonathan Penca
Florian Hecker
Johanna Gonschorek
Anke Dyes
Schirin Kretschmann
Anna Schübel
Tobias Tzschaschel
Eveline Reinholz
Kiawash Sallehsari
Anja Lekavski
Aki Kiefer
Sara Mayoral
Maria del Carmen Molina Vázquez
Sebastian Strobl
treibgut Materialinitiative
den Werkstattleiter:innen der ADBK München
Dank an Michael Hein und Mechakustik.de GmbH für das großzügige technische Sponsoring und freundliche Unterstützung
Fotos: Soline Bedel