Veranstaltungen des Lehrstuhls im Wintersemester 2025/26
Postkatastrophische Bildpolitik. Susan Schupplis Medienpraxis zwischen Kunst und
Dokumentarismus
Charlotte Bolwin | Vortrag | Workshop
Postkatastrophischer Snapshot von Charlotte Bolwin (2025)
Charlotte Bolwin | Vortrag
Datum und Uhrzeit: Di | 3.2.2025 | 18.00 Uhr |
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau E.O2.29
Charlotte Bolwin | Workshop
Datum und Uhrzeit: Mi | 4.2.2025 | 10.00 bis 13.00 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau E.O2.29
Die Praxis der Medientheoretikerin und Künstlerin Susan Schuppli lässt sich dem „forensic turn“ zuordnen, wobei Schupplis in dieses Feld das kritisch-sorgende Interesse an Akteuren der nicht- oder mehr-als-menschlichen Umwelt einträgt: an Tieren, Bäumen und Wäldern, an Landschaftszügen, an Gletschern und Ozeanen, die im Zeitalter einer „Äquivalenz der Katastrophen“ (Nancy) von sichtbaren wie unsichtbaren, temporären und andauernden (Zer-)Störungen heimgesucht werden, die sich unter dem Überbegriff des menschengemachten Klimawandels und der ökologischen Krise subsummieren lassen. Vor diesem gegenwartshistorischen Horizont wird nicht nur die Bezugnahme auf „Natur“ und Umwelt brüchig; auch tradierte Konzepte von Kunst und Medialität stehen im sogenannten Anthropozän auf dem Prüfstand – und zwar nicht zuletzt aufgrund von postfaktischen Diskursen und simulativen Techniken wie etwa der Computersimulation, die klassische Vorstellungen von Evidenz und Dokumentarismus verschieben. Im Dialog mit Susan Schupplis theoretischer und praktischer Arbeit entfaltet der Vortrag den Denkraum einer krisenhaften, postkatastrophischen und zugleich performanten Medialität, in der moderne Leitunterscheidungen wie jene von Natur und Kultur, Ereignis und Repräsentation, Abbild und Imagination kollabieren. In diesem Spannungsfeld gewinnt die Rede vom Wissen der Künste angesichts einer multifaktoriellen kulturellen Krisensymptomatik unter veränderten Vorzeichen neue Relevanz. Ein anschließender Workshop bietet Anlass zur vertiefenden Diskussion von Schupplis Arbeit und ihren kunst- und kulturtheoretischen Implikationen.
Charlotte Bolwin ist Kultur- und Medienwissenschaftlerin. Sie studierte in Berlin und Paris und ist seit 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Bauhaus-Universität Weimar; zunächst am Graduiertenkolleg Medienanthropologie und seit 2022 am Lehrstuhl für Digitale Kulturen. In ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit beschäftigt sie sich mit Bildtheorie, mit Medienästhetik(en), mit den Konvergenzen von Kunst, Literatur, Film und Theorie, mit Technikphilosophie und mit Fragen von Naturphilosophie und Ökologie in gegenwärtiger und historischer Perspektive. Ihre Dissertation zum Thema „Digitale Naturästhetik“, betreut von Maria Muhle, hat sie im Sommer 2025 eingereicht.
Judy Rosenthal und Frank Paulun, Moderation Gottfried Kößler
Datum & Uhrzeit: Di | 11.11.2025 | 19.00 bis 21.00 Uhr
Ort: Verein für Fraueninteressen e.V. | Altheimer Eck 13, 80331 München
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Verein für Fraueninteressen.
Anmeldung über die Website des Vereins für Fraueninteressen:
https://www.fraueninteressen.de/termininfo/zwei-familiengeschichten
NS-Opfer, NS-Täter: Zwei deutsche Familiengeschichten.
Inmitten alter Familienfotos und Dokumente stoßen Judy Rosenthal und Frank Paulun auf die schmerzhafte Geschichte ihrer Vorfahren im Nationalsozialismus. Judy Rosenthals Familie wurde Opfer der NS-Gewalt, 17 Angehörige wurden ermordet. Frank Pauluns Großvater war als Polizist an Verbrechen in Osteuropa beteiligt. In einer einzigartigen Veranstaltung erzählen sie ihre beiden konträren Familiengeschichten und zeigen auf, wie diese Vergangenheit bis heute wirkt. Es ist ein Plädoyer für Erinnerung, Aufklärung und das gemeinsame Eintreten für Menschenrechte. Nach den Präsentationen moderiert der Gedenkstättenpädagoge Gottfried Kößler eine Frage- und Diskussionsrunde.

Alice Bucknell, Staring at the Sun, Videostill 2024-2025, © Alice Bucknell
(Re)Imagining Solar Futures | Online-Konferenz
Forschungszentrum für Technoästhetik & cx centrum für interdisziplinäre studien
Datum und Uhrzeit: Di | 25.11.2025 | 13:30-20:00 Uhr
Ort: online | https://kunsthochschule-bayern.zoom-x.de/meeting/register/MrCyoT38Tj21SnbWkN4_HQ
Die eintägige Konferenz widmet sich insbesondere den zeitgenössischen Imaginationen solarer Zukünfte – ihren Narrativen, Politiken und (Techno-)Ästhetiken. Vor dem Hintergrund eines wachsenden Interesses an der Sonne und unserer sich verändernden Beziehung zu ihr untersucht sie, welche Visionen einer solar-basierten post-fossilen Welt derzeit in Kunst, Theorie und Gesellschaft im Umlauf sind und wie diese konzipiert und kommuniziert werden.
Das erste Panel der Konferenz mit Präsentationen von Rhys Williams und Marjan van Aubel bietet eine kritische Auseinandersetzung mit der ästhetischen Dimension spekulativer solarer Imaginationen und analysiert das Potenzial von solarer Kunst und solarem Design für Visionen einer postfossilen Zukunft. Das zweite Panel mit Vorträgen von Myles Lennon und Helen V. Pritchard wendet sich den Schattenseiten und Konflikten zu, die oft hinter den glänzenden Versprechen von Solartechnologien und ihrer ästhetischen Vermittlung verborgen bleiben. Wie reproduzieren zeitgenössische Visionen solarer Zukünfte die sozialen und ökologischen Ungerechtigkeiten des racial capitalism und was könnte es bedeuten, andere solare Welten zu entwerfen? Den Abschluss der Konferenz bildet ein Artist Talk der Medienkünstlerin Alice Bucknell.
Die Veranstaltung findet online und in englischer Sprache statt.
Weitere Informationen finden sich auf der Seite des Forschungszentrums hier.
Link zur Online-Registrierung: https://kunsthochschule-bayern.zoom-x.de/meeting/register/MrCyoT38Tj21SnbWkN4_HQ

Philipp Schwalb mit Merve Kılıçer | Artist Lecture
Datum und Uhrzeit: 2.12.20025 | 18.00 bis 20.00 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau | E.O2.29
In Kooperation mit pip (practice in practice) | Kunst- und Ausstellungsraum | Türkenstr. 21
Mnemosyne.Atlas.Läb #33 "matrix" with Merve Kılıçer´s I-C-P "When the Gods Have Been Done"
Das Mnemosyne.Atlas.Läb ist ein von Philipp Schwalb mitbegründetes künstlerisch-wissenschaftliches Veranstaltungsformat, das sich der Aktualität und Reaktivierung von Aby Warburgs Mnemosyne Atlas widmet. Für jedes Läb werden Künstler*innen im Rahmen ihrer künstlerischen Praxis dazu eingeladen, einen im Atlas angelegten Themenschwerpunkt zu bearbeiten: für #33 ist es die Künstlerin Merve Kılıçer zu "matrix".
Wir beginnen mit einer allgemeinen Einführung von Philipp Schwalb zum Mnemosyne.Atlas und den Image-Constellation-Panels (I-C-P), sowie zur Erscheinung der Figur der Mutter und anderen Carefiguren darin. Im Anschluss findet Merve Kılıçers I-C-P When the Gods Have Been Done in Form einer Lecture-Performance statt. Merve Kılıçer untersucht die historischen und gegenwärtigen Landschaften Westanatoliens entlang der Spuren aktiver Bergbaustätten für Kohle, Gold und Kalkstein, sowie der Überreste von Schreinen, die für Kybele, der archaischen Göttin Anatoliens, errichtet worden waren. Die Figur der Muttergottheit Kybele wird so zum Ausgangspunkt einer transmedialen, kritischen Sichtbarmachung von kulturgeschichtlichen Überlagerungen wie der Aneignung und Überführung anatolischer Mythenbildung durch Griechische Mythologien bis hin zur Figuration von Kybele als Magna Mater. Als Ausblick und anschließende Diskussiongrundlage dienen vier Tafeln des Mnemosyne.Atlas’ (5, 41, 73 und 77), insbesondere die darin wirkende Figur der Medea.
Philipp Schwalb mit Merve Kılıçer | Workshop
Datum und Uhrzeit: 3.12.2025 | 10.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 15.30 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Altbau A.EG.01 und pip (practice in practice) | Kunst- und Ausstellungsraum | Türkenstr. 21
Anmeldung:
"motherhoodmatrix" in Mnemosyne.Atlas.
Ausgangspunkt ist zunächst der Begriff des „Materials“ – gedacht in seiner etymologischen Nähe zu Matrix und Mater, also als Ursprung des Sichtbaren, als Produzentin der Bildwerdung. Am Vormittag installieren wir die Tafeln 5, 41, 73 und 77 und befragen sie nach den ikonographischen und kulturellen Tiefenstrukturen des Mutterbildes und wie diese im Atlas sichtbar werden. Gemeinsam überführen wir die mythologischen Darstellungen des Mutterseins in seiner dramatischen, ambivalenten Beziehung von Fürsorge, Schutz und Verlust in die gegenwärtige Situation unseres Zusammenseins/Konstellierens.
Wir dekodieren, dekonstruieren und dekomponieren die Atlas-Tafeln und finden neue Wege sie zu nutzen, zu aktualisieren und kritisch zu betrachten. Dabei geht es vor allem darum, das Spielerische des gemeinsamen Bilderhängens, Umhängens, des Konstellierens eben, als eine kollektive, prozessuale Praxis kennenzulernen .
Für die Nachmittags-Session bitten wir die Teilnehmer*innen 1-3 Bilder, Kunstwerke oder Objekte mitzubringen, die entweder einen Bezug zur Fürsorge-Thematik, zum Mnemosyne Atlas und/oder zur eigenen künstlerischen Praxis haben. Die von uns installierten Tafeln dienen uns dabei als Hintergrundrauschen zu den mitgebrachten Bildern/Objekten. Damit schaffen wir neue Bedeutungen und Formen, die ein gemeinsames Vorgehen voraussetzen, unterstützen, thematisieren und Synergien zwischen Bild-produzenten*innen provozieren.
Der Workshop richtet sich an alle Interessierte und erfordert keine besonderen Kenntnisse. Allerdings ist die Teilnehmer*innen Anzahl auf 25 Personen begrenzt.
Anmeldungen bitte an

Maria Muhle | Vortrag
Datum und Uhrzeit: Fr | 23.01.2025 | 13.30 bis 14.30
Ort: Online oder in der GRAMA Lounge Universitätsbibliothek Weimar | Bauhaus-Universität | Steubenstraße 6, 99423 Weimar
Anmeldung bis zum 12.01.2026:
Zugangsdaten, um die Veranstaltung online zu besuchen, erhalten Sie auf Wunsch bei der Anmeldung.
Zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte
im Rahmen des Workshops Erste und zweite Technik: Workshop zur zweiten Fassung von Benjamins Kunstwerkaufsatz
Weitere Infos können Sie hier entnehmen: https://www.uni-weimar.de/de/medien/institute/grama/
Veranstaltungen des Lehrstuhls im Sommersemester 2025

Kathrin Rottmann&Friederike Siegler | Vortrag
Datum & Uhrzeit: Di | 15.07.2025 | 18:30 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau | E.EG.28
KUNST UND (NEUE) RECHTE. ÄSTHETISCHE MULTIPLIKATIONSPROZESSE
Seit die Neue Rechte mit kulturhegemonialen Konzepten Kunst für ihre Politik beansprucht, drängt sich für die Kunst- und Kulturwissenschaften die Frage auf, was (neu)rechte Kunst ist, wie sie erfasst werden kann und wie sie verteilt und verbreitet wird. Exemplarisch analysiert der Vortrag drei Felder, die die Neue Rechte für ihre ästhetischen Multiplikationsprozessen nutzt.
Kathrin Rottmann&Friederike Siegler | Workshop
Datum & Uhrzeit: Mi | 16.07.2025 | 10-11.30 Uhr Lenbachhaus + 12.30-14 Uhr Akademie der Bildenden Künste, Neubau, Raum E.01.23
"FASCHISTISCHE ÄSTHETIKEN"
Der Workshop besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil findet im Lenbachhaus statt (1. Teil: 10 bis 11.30 Uhr, Treffpunkt vor Ort am Eingang). Dort werden wir zwei NS-Werke aus der Sammlung des Museums sichten können, die üblicherweise nicht ausgestellt sind. Aufgrund der räumlichen Bedingungen teilen wir uns dazu in zwei Gruppen auf und besprechen jeweils vor oder nach der Sichtung im Vortragsraum des Museums den angehängten Text von Berthold Hinz zur ‚Malerei des deutschen Faschismus‘. Anschließend diskutieren wir in der großen Gruppe, was NS-Kunst ist und inwieweit die Rezeption von NS-Kunst durch u. a. Susan Sontag dazu beigetragen hat, ein konkretes Bild (nach Leni Riefenstahl) zu verfestigen, das aber einseitig bleibt.
Helmut Draxler im Gespräch mit Stephan Gregory | Vortrag
Datum & Uhrzeit: Di | 03.06.2025| 18:00 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau | E.EG.28
WAS TUN? WAS LASSEN?
POLITIK ALS SYMBOLISCHE FORM
In seiner jüngsten Publikation Was tun? Was lassen? Politik als symbolische Form (2024) beleuchtet Helmut Draxler die Politik als einen zentralen Wertanspruch, der zunehmend auch jene gesellschaftlichen Bereiche durchdringt, die sich bewusst von ihr abzuschotten suchten – wie die Kunst, die Religion, die Wissenschaft oder die Ökonomie. Seine zentrale These ist, dass sich Politik weder auf rein imaginäre noch auf rein reale Bestimmungen reduzieren lässt, sondern als ›symbolische Form‹ verstanden werden muss – als eine Form, die zwischen dem Imaginären und dem Realen vermittelt.
Ausgehend von dieser symbolischen Dimension von Politik diskutiert Helmut Draxler (Universität für angewandte Kunst, Wien) mit Stephan Gregory (tentare Verlag) über die Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen politischen Handelns heute – jenseits von resigniertem Rückzug oder besinnungslosem Daueraktivismus. Im Zentrum steht die Frage, wie und wodurch unser Denken und Tun politisch wird.
Helmut Draxler ist Kunsthistoriker und Kulturtheoretiker. Von 1992 bis 1995 war er Direktor des Kunstvereins in München. An der Merz Akademie, Hochschule für Kunst, Design und Medien in Stuttgart (1999-2012), an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg (2013- 2014) und schließlich an der Universität für Angewandte Kunst in Wien (2014-2023) hatte er jeweils eine Professur für Kunsttheorie inne. Den Schwerpunkt seiner Arbeit stellen die Schnittpunkte zwischen Kunst, Politik, Philosophie und Psychoanalyse dar.
Publikationen (Auswahl): Gefährliche Substanzen. Zum Verhältnis von Kritik und Kunst, Berlin (b_books) 2007; Abdrift des Wollens. Eine Theorie der Vermittlung, Wien, Berlin (Turia+ Kant) 2017; Die Wahrheit der Niederländischen Malerei. Eine Archäologie der Gegenwartskunst, Paderborn (Brill/Fink) 2021; A Sense for Projects. The Problem of the Public and Contemporary Art (in Vorbereitung).
Stephan Gregory studierte Philosophie und Neuere deutsche Literatur in München und Wien. An der Merz Akademie Stuttgart und an der Bauhaus Universität Weimar lehrte er Kulturtheorie und Medienwissenschaft, an der Burg Giebichenstein in Halle (Saale) Philosophie.
2024 gründete er den tentare Verlag für Philosophie, Kunst und Politik in Freising bei München. Derzeit hält er einen Lehrauftrag am Lehrstuhl Philosophie | Ästhetische Theorie an der Akademie der Bildenden Künste München.
Publikationen (Auswahl): Wissen und Geheimnis. Das Experiment des Illuminatenordens, Frankfurt a.M./ Basel: Stroemfeld, 2009. Mysterienfieber. Das Geheimnis im Zeitalter der Freimaurerei, Wien/ Berlin: Turia + Kant, 2012. Class Trouble. Eine Mediengeschichte der Klassengesellschaft. Paderborn: Brill | Wilhelm Fink, 2021, 748 Seiten.
Dr. Lisa Moravec | Vortrag
Datum & Uhrzeit: Di | 20.05.2025 | 18:00 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau | E.EG.28
THE AESTHETISATION OF PERFORMANCE IMPROVISATION:
ARTIFICIAL BODIES AND EMBODIED AI
The global trend of creating artistic performances with humanoid robots—robots that move increasingly autonomously due to embodying generative AI—has accelerated alongside rapid advances in deep learning. This development has led to privately and publicly funded collaborations between robotics, AI, mechanical engineering, computer science, and dance. With techno-science taking the biomechanics and movement aesthetics of dancers as a model, my talk outlines the shift to what I call “performance theories of bodily intelligence”. Given predictions that humanoid robots will significantly impact our social, political, and economic infrastructures, my talk speculates about the corporeally and politically sensibilising potential of transdisciplinary dance-based performance improvisations involving both human and machinic bodies.
Lisa Moravec researches interdisciplinary forms of contemporary performance in the visual and performing arts, with a focus on human, animal, and machine intersections and differences. She is currently a senior postdoc and lecturer at the Academy of Fine Arts Vienna, where she leads the FWF project "The Performance of Critique: AI, Bodily Intelligence, and Posthumanist Aesthetics." As curator, she initiated, among other projects, the performance exhibition "Suddenly Begin in Splendour: Rose English, Performance, Presence, Spectacle," at the Museum der Moderne in Salzburg (July 2024 - May 2025), as well as the accompanying performance program. She has published essays and articles in academic journals and art magazines such as Springerin, Texte zur Kunst, and Spike. The co-edited book, Posthumanist Approaches to a Critique of Political Economy: Dissident Practices (Bloomsbury), is forthcoming and her monograph, Dressaged Animality: Human and Animal Actors in Contemporary Performance (Routledge), was published in 2024.
Veranstaltungen des Lehrstuhls im Wintersemester 2024/25
Zusammenarbeit ist wesentlich für soziale Prozesse und auch für die künstlerische Praxis. Vor allem unter dem Begriff der „Kollaboration“ wird derzeit das demokratisierende Moment von Zusammenarbeit mit flachen Hierarchien diskutiert. Der Vortrag geht den konkreten Formen der Kollaboration nach, die David Cronenberg in seinen Filmen „Crimes of the Future“ (1970 und 2022) zeigt. Aber nicht nur zwischen den Figuren im Film, sondern auch zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spannen sich bei Cronenberg kooperative Netze, die viel über das Potenzial, aber auch über die gegenwärtigen Herausforderungen von Zusammenarbeit zwischen den Künsten – und über sie hinaus – verraten.
Hanna Hamel hat Philosophie und Deutsche Philologie an der Universität Wien studiert und wurde 2019 an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Arbeit über theoretische Konzepte von Klima im 18. Jahrhundert und in der Gegenwart promoviert. 2019-2024 leitete sie am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin ein Forschungs- und Transferprojekt über „Nachbarschaften in der Berliner Gegenwartsliteratur“. In ihrer aktuellen Arbeit beschäftigt sie sich mit Theorien und Techniken der Kooperation, besonders unter Bedingungen der Digitalisierung.
Datum & Uhrzeit Mo | 09.12.2024 | 18:00 Uhr
Ort Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 2
Raum Altbau | A.U1.12
Veranstaltungen des Lehrstuhls im Sommersemester 2024
Vortrag
Jonathan Stafford
OF ITS TIME? THE SEA IMAGE AS CRISIS AND CONTEMPORANEITY
Datum: 16. Mai, 18 Uhr
Raum: E.O1.23
Vortrag
Isabel Mehl
DAS IST KEIN LIEBESBRIEF. EINE RELEKTÜRE VON GABRIELE MÜNTERS GEMÄLDE „KRANK“, 1933
Datum: 4. Juni, 18 Uhr
Raum: E.O1.23
Vortrag und Workshop
Stephanie Weber & Adrian Djukić
ABER HIER LEBEN? NEIN DANKE
SURREALISMUS + ANTIFASCHISMUS
Datum: 14. Juni, 10-14 Uhr
Raum: E.O1.23
Anmeldung zum Workshop:
Artist lecture
Rana El Nemr
ON THE GEOMETRY OF BREATHING
Datum: 27. Juni, 18 Uhr
Raum: E.EG.28
Karolin Meunier, Aller-Retour et Aller. Dialog mit einem Film, Lesung, Gespräch und Workshop
Karolin Meunier | Lesung & Gespräch
Datum & Uhrzeit: Do | 25.01.2024 | 18:00 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau | E.O1.23
Aller-retour et aller tritt in Dialog mit „Wanda" (USA 1970), dem ersten und einzigen Spielfilm der Regisseurin und Schauspielerin Barbara Loden. Der Film gehört heute zu einem der wichtigsten Werke des weiblichen Independent Kino. Die französische Autorin Nathalie Léger hat der Geschichte 2012 eine autofiktionale Erzählung gewidmet. In Supplément à la vie de Barbara Loden schreibt sie: „Eine Frau erzählt ihre Geschichte durch die einer anderen Frau.“ Karolin Meunier blendet in ihrer Lesung die Biographien von Filmfigur, Schauspielerin und Literatin sprachlich ineinander und bringt dabei den Prozess der Lektüre und Übersetzung mit zur Aufführung. Der Text ist 2023 in der zweisprachigen Publikationsreihe des Harun Farocki Instituts erschienen.
Karolin Meunier ist Künstlerin und Autorin in Berlin. Ihre Performances, Texte und Videoarbeiten adressieren, wie individuelle Erfahrung durch kulturelle Techniken geprägt wird. Sie forscht derzeit an der HFBK Hamburg zu experimentellen, feministischen Schreibstrategien und Übersetzungsprozessen. Sie ist Mitglied der kollektiven Verlagsbuchhandlung in b_books in Berlin, wo 2024 ihr Künstlerbuch zu einem Werk der italienischen Feministin Carla Lonzi erscheint.
26.1.24
Die Ethnographin ihrer selbst: Autofiktion, Autotheorie
Workshop mit Karolin Meunier
Für den Workshop bitte unter
Oliver Precht, Tropical Writing: Wild Freedom in a Climate of Dictatorship (on Clarice Lispector)
Vortrag am 18.01.2024 um 18.15 Uhr im Neubau der AdBK E.O1.23
Often misunderstood as a mystical author that explores the inner life and the timeless fundamental questions of mankind, the political, at times even revolutionary dimension of Clarice Lispector's novels and stories remains to be discovered. In a climate of military dictatorship and under the pressure of censorship, Brazil's most acclaimed author developed a tropical, sometimes concealed style of writing that refuses to appear before the law of patriarchy, a vision that sheds the burden of extractivism and frees itself from the illusion of a mastery of nature. Long before the term was coined, she invented a literature for the anthropocene.
Oliver Precht is a philosopher and literary scholar at the Leibniz Center for Literary and Cultural Research (Berlin), where he researches the reception of Marx in France. He is currently developing a research project on cosmopolitics in the Amazon region. He is co-editor of the book series "Neue Subjektile" and works as a translator from Portuguese, English and French.
__ der Vortrag findet in Englischer Sprache statt! the talk will be held in English!
What does it take to go deep?
What does it take to go deep? Ozeanische Darstellungspraktiken und Dekoloniale Ökologie
Vortrag und Workshop von Julia Schade
Datum: 11.12.2023-12.12.2023
Ort: Akademie der Bildenden Künste, Neubau
Montag, 11.12.2023, 18 Uhr c.t., AdBK Neubau, Raum E.EG.28
Vortrag, What does it take to go deep? Ozeanische Darstellungspraktiken und Dekoloniale Ökologie von Julia Schade
Dienstag, 12.12.2023, 10-14 Uhr c.t., AdBK Neubau, Raum E.O2.29
Workshop, What does it take to go deep? Mee(h)rwasserdenken mit Julia Schade
Anmeldung unter
Vortrag und Workshop knüpfen thematisch an das Smeinar In/Über/Durch den Ozean an. Es gibt unzählige künstlerische, literarische, musikalische Auseinanderstzungen mit dem Meer: Als Sehnsuchtsort oder als Ort des Schreckens ist das Meer Motiv und Metapher zugleich. Insbesondere ind er westlichen Moderne zeugen solche Zugriffe von dem menschlichen Blick, der die Natur im Allgemeinen und das Meer im Besonderen zur anthropomorphen Projektionsfläche macht. Über Jahrtausende, so scheint es, ist die Besegelung der Ozeane eine Begegnung mit ebendieser Flächigkeit, die durchkreuzt und bezwungen wird. Das Studium der Sterne, Winde, Wirbel und Strömungen, ist bestimmend für jegliche ozeanische Unternehmung - die meisten Seefahrer:innen konnten jedoch nicht schwimmen. Die Tiefen oder gar Untiefen bleiben Topologien des Mythischen, das zornige Seeungeheuer, wollüstige Jungfrauen und versunkene Wunderstädte beherbergt.
Zu Beginn des 21.Jahrhunderts ist eine Wende in den Kultur-und Geisteswissenschaften erkennbar, denen Ideen des Ozeanischen gemeinsam, welche über die Historisierung der Meere hinaus gehen – nämlich in sie hinein. Gegenwärtig werden diesbezügliche trans-und interdisziplinäre Überlegungen unter dem Banner der sogenannten „Blue Humanities“ zusammengefasst.
Julia Schade stellt mit ihrem Vortrag What does it take to go deep? künstlerische Praktiken vor, deren Auseinandersetzungen mit dem ozeanischen Unter-Wasser Verschränkungen von Ökologie und de-/kolonialen Praktiken zeitigen und nachvollziehen. Mit diesem Fokus wird auch das "ozeanische Denken" wie es in den Blue Humanities zuweilen als neue, fließende "nasse Ontologie" (Peter Steinberg; Kimberley Peters) kritisch erweitert.
Der Workshop Mee(h)rwasserdenken führt diese Überlegungen anhand der Lektüre des Textes "Thinking through Seawater" (aus dem Buch "Wild Blue Media") von Melody Jue, sowie anhand ausgewählter künstlerischer Arbeiten fort.
Kino, Kunst und Kybernetik
- Datum 2023-07-06
- Datum 2023-07-07
- Ort Werkstattkino | Akademie der Bildenden Künste
Donnerstag, 6. Juli 2023, 11 Uhr, Werkstattkino München (Frauenhoferstr. 9)
Filmvorführung Weitermachen Sanssouci (D 2019, 80 Min., Regie: Max Linz)
Im Anschluss Diskussion mit Max Linz und und Shirin Weigelt
Eintritt frei | Weitere Informationen zum Film | Trailer
Die Erde hat nicht die ideale Gestalt einer Kugel. Sie sieht vielmehr aus wie eine Kartoffel. Klimaforscherin Phoebe Phaidon kommt mit einem Lehrauftrag an das Institut für Kybernetik der Berliner Universität, um das Seminar zur „Einführung in die Simulationsforschung“ von Institutsleiterin Brenda Berger zu übernehmen. Diese muss sich ihrem Drittmittel-Projekt zur virtuellen Simulation des Klimawandels widmen, um das Institut vor der drohenden Einsparung durch die Hochschulleitung zu bewahren. Alles hängt von einer erfolgreichen Evaluation am Ende des Wintersemesters ab. Phoebe wird verpflichtet, an der Simulation mitzuarbeiten und eine Unternehmensberaterin wird als Motivations-Coach ans Institut geholt. Währenddessen zieht der neuberufene Stiftungsprofessor Alfons Abstract-Wege mit einem Projekt zu Ernährungskontrolle die Aufmerksamkeit auf sich, „Nudging“ wird zum Zauberwort. Phoebes Studierende, die dahinter einen Business-Plan vermuten, unterbrechen den Betrieb und besetzen die Bibliothek, während Phoebe mit ihrem Kollegen Julius Kelp zu einer Konferenz nach Gdansk reist und versucht, hinter das Geheimnis der Apokalypse zu kommen. Die Zeit läuft ab. Der jüngste Tag bricht an.
Freitag, 7. Juli 2023, 10-14 Uhr, Akademie der Bildenden Künste (Akademiestr. 4, Raum E.O.1.23)
Workshop: Kybernetische Revolten. Ist die Kybernetik des Teufels?
Mit Max Linz und Shirin Weigelt
Anmeldung zum Workshop bitte unter
Um das charakteristische Merkmal des Lebens zu benennen, hat der Biologe und Philosoph Humberto Maturana gemeinsam mit Francisco Varela das Konzept der Autopoiese entwickelt: Aus systemtheoretischer Perspektive schaffen, reproduzieren und gestalten sich lebendige Organismen aus sich selbst heraus. Maturana unternimmt den Versuch eines Rundumschlages, der alle wichtigen Konzepte wie Leben, Kognition, Rekursion, Struktur, Organisation, Metastabilität, uvm. zusammenhängend erörtert, um zum Schluss die Frage nach Stabilität und Veränderung im System – auch als gesellschaftlich relevant, da politisch – zu stellen.
In Robert Bressons Film „Le diable probablement (dt. Der Teufel möglicherweise)“ von 1977 werden sowohl die moderne Gesellschaft als auch der ökologisch motivierte Protest gegen sie als zum Untergang verdammt vorgeführt. Doch sollte es hier wirklich mit dem Teufel zugehen, oder ist es nicht eher die kybernetische Losung „draw a distinction“, die die Hoffnung zunichte macht?
Im Workshop werden der Film von Bresson als systemtheoretisches Lehrstück, Niklas Luhmann als Kritiker der Umwelt-Bewegungen sowie Maturanas Begriff der Autopoiese ins Feld geführt und nicht zuletzt auch auf Verweis zeitgenössischer Diskussionen um Klimakatastrophe und -protest diskutiert.
Literatur / Material:
- Humberto Maturana, „Introduction“, in: ders., Francisco Varela, Autopoiesis and Cognition. The realization of the Living (1980 [1972]), Boston 1980, S. x–xxx.
- Niklas Luhmann, „Kann die moderne Gesellschaft sich auf ökologische Gefährdungen einstellen? (1985)“, „Das trojanische Pferd. Ein Interview (1986)“, „Alternative ohne Alternative. Die Paradoxie der ‚neuen sozialen Bewegungen‘ (1986)“, in: ders., Protest. Systemtheorie und soziale Bewegungen, Frankfurt/Main 1995, S. 46–78.
- Robert Bresson, „Le diable probablement“, Frankreich 1977.
Shirin Weigelt hat Philosophie in Berlin und Paris studiert. Aktuell forscht sie für ihre medienphilosophische Dissertation zu Berührungsrelationen digitaler Medien, die im Rahmen des Graduiertenkollegs Medienanthropologie der Bauhaus-Universität Weimar entsteht. Außerdem lehrt sie an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle (Saale).
Max Linz, lebt als freischaffender Autor und Regisseur in Berlin. Er studierte Film und Philosophie in Berlin und Paris. Von 2019 bis 2021 war er Gastprofessor für Bühnenraum an der Universität der Künste Berlin.
Plakat Kino, Kunst und Kybenetik
Environmental Issues
- V° Convegno del Dottorato Internazionale in Filosofia e Scienze della Formazione
- Datum 2023-03-01
- Datum 2023-02-03
- Ort Università Ca’ Foscari Venezia
Mit Maria Muhle u.a.
The goal of the Conference is to contribute to the ongoing debate in the Humanities, being conscious of the cultural and political scope of ecological crisis. The complexity of this topic suggests the adoption of a forward-looking and interdisciplinary approach, along four trajectories: Phenomenology, History of Philosophy, Education and Training, Politics and Society.
Scopo del Convegno è quello di contribuire al dibattito in corso nelle discipline umanistiche, nella consapevolezza della portata culturale e politica della crisi ecologica. La complessità strutturale del tema scelto suggerisce l’adozione di un approccio prospettico e interdisciplinare che verrà articolato lungo quattro direttrici: storico-filosofica, fenomenologica, educativo-formativa e politico-sociale.

Maria Muhle: Mimetische Milieus. Eine Ästhetik der Reproduktion

Was heißt es, eine Milieuästhetik vor dem Hintergrund des mimetischen Zusammenhangs zwischen Leben und Milieu zu entwerfen? Im Anschluss an Roger Caillois’ Untersuchungen zu mimetischen Insekten, deren Anähnlichung an das Milieu er als fotograsches Verfahren versteht, untersucht das Buch einen nicht- anpassungsgeleiteten Milieubegrif, der sich auch bei Georges Canguilhem findet, und fragt nach dessen Konsequenzen für die ästhetische Praxis und Theorie. Dafür wird Caillois insbesondere ins Verhältnis zu Walter Benjamin gesetzt, um die Spannungen, aber auch hintergründigen Affinitäten dieser beiden Autoren hinsichtlich von Mimesis und technischer Reproduzierbarkeit auszuloten. Auf dieser Grundlage lässt sich das Konzept einer Ästhetik neu fassen, die sich an scheinbar rein reproduktiven Mechanismen ausrichtet, mittels derer das Leben im Milieu operiert. Eine solche Milieuästhetik bewegt sich jenseits tradierter Gegensätze von Produktions- und Rezeptionsästhetik, um so die Frage nach den heteronomen Beziehungen des künstlerischen Subjekts zu Milieu und Technik zu stellen.
Brill | Fink 2022, 200 Seiten, EUR 24,90
Cover von Olaf Nicolai: Oskar. Eine Camouflage (2016/2021) © courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, VG Bild-Kunst Bonn 2022.
Weitere Informationen und Bestellung
Rezension von Carsten Probst in "Texte zur Kunst", Juni 2023.
Markt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen: ENDE DER WIEDERHOLUNG
- Mobile Akademie Berlin, Lizenz Nr. 11
- Datum & Uhrzeit 2022-10-14 19:30
- Ort Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24, 10719 Berlin
Die Pandemie ist noch nicht vorbei, der Krieg wieder da und das Klima verändert sich unaufhaltsam. Unbedingter Fortschrittsglaube, Expansion und Extraktion sind kein Widerspruch zur permanenten Wiederholung des Immergleichen. Sie bedingen einander und schaffen die Normalität, in der wir um den Abgrund kreisen. Erst Tragödie, dann Farce, dann Serie. Ist es möglich, die ewige Wiederkehr zu unterbrechen und anders zu handeln, zu erinnern, zusammenzuleben?
Klimaaktivist*innen fordern Exnovation statt Innovation: endlich innehalten im atemlosen politischen, kulturellen, wirtschaftlichen Weitertun, Platz schaffen, verzichten. In postkolonialer, antirassistischer und queerer Theorie und Aktion werden weiße und patriarchale Widerholungsschleifen scharf unterbrochen. Sprachgewohnheiten stehen auf dem Prüfstand und zeitgenössische Erinnerungspolitiken suchen Auswege aus den Verfangenheiten historischer Gedenkrituale.
In den Künsten hingegen ist Wiederholung oft auch eine kritische, emanzipatorische Praxis: Loops, Zitate, Parodie und Travestie konterkarieren Konzepte von Originalität und individueller Autor*innenschaft, lassen Gendergrenzen zerfließen und erschüttern überlieferte Repräsentationen.
In einer Arena, getaktet im Rhythmus administrativer Zeit präsentieren 100 Expert*innen aus Kunst, Aktivismus, Theorie und unterschiedlichsten Alltagen ihre Expertisen für und wider das Repetitive. Welche Routinen werden endlich ausgesetzt, anders aufgeladen oder neu eingeübt? Ist alles schon da und wir wiederholen nur das Falsche?
Der Markt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen ist ein Ort der Wissensvermittlung, Archiv, Börse und Beratungsstelle zugleich. Buchen Sie 30minütige Einzelgespräche für 1 Euro oder schalten Sie sich mit Kopfhörern zu!
Gespräche auf Arabisch, Bosnisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Hebräisch, Italienisch, Katalonisch, Kisuaheli, Kroatisch, Lingala, Montenegrinisch, Persisch, Polnisch, Portugiesisch, Romani, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Singhalesisch, Somalisch, Spanisch, Spinnen-Sprache, Türkisch und Ukrainisch. Einige Gespräche werden zudem mit deutscher Gebärdenübersetzung angeboten.
Haus der Berliner Festspiele
14. Oktober 2022
19:00 – 23:00 Uhr
Check-in geöffnet ab 18.30 Uhr
Eintritt frei und durchgehend geöffnet
Anmeldung erforderlich
1:1 Expert*innengespräche 1 Euro (buchbar am Abend der Veranstaltung)
Philosophie und Rassismus

Verschoben auf: 06.-08.10.2022!!
Welchen Beitrag kann die Philosophie zur Analyse und Kritik von Rassismus leisten? Inwiefern prägen gleichzeitig rassistische Ausschlüsse die Philosophie und ihre Geschichte? Und wie können wir dementgegen eine antirassistische philosophische Praxis in Forschung und Lehre denken und etablieren?
"Philosophie und Rassismus" | Internationale Tagung | 06.-08. Oktober 2022 | Münster | Veranstaltet von Franziska Dübgen, Kristina Lepold und Marina Martinez Mateo.
Vortrag & Workshop mit Maria Muhle - GRK Das Dokumentarische. Exzess und Entzug
Leben/Dokumentieren: Medien, Ästhetik, (kritische) Verlebendigung
Datum: Donnerstag, 29. Juni + Freitag, 30. Juni
Fragen nach dem Leben und dessen Darstellbarkeit, Aufzeichnung und Regierung sind historisch eng mit einem Diskurs um das Dokumentarische verknüpft. Gleiches gilt für einen Lebensbegriff, der von den Lebenswissenschaften ab Ende des 19. Jahrhunderts geprägt wurde. Dabei wird deutlich: Das Leben, oder das, was als Leben vorstellbar wird, lässt sich nur in Verschränkung mit den operativen und ästhetischen Verfahren seiner medialen Hervorbringung konturieren.
So versprechen sich historiografische Ansätze der Filmtheorie Anfang des 20. Jahrhunderts etwa vom Film, das Leben „wie es ist“ (Vertov 2012) abzubilden und gehen von einer Affinität zwischen Bewegtbildern und dem Fluss des Lebens aus (Kracauer 1960), während eine naturwissenschaftliche Forschung dieser Zeit lebendige Phänomene in Labor und Experimentalanordnungen filmisch untersucht (Reichert 2007). Zugleich stehen diese Traditionen eines Realismus/Dokumentarismus scheinbar quer zu künstlerischen Praktiken in Literatur, Film, Bildender Kunst und Performance, die beanspruchen, Formen des Lebendigen nicht rein mimetisch, mittels schaustellender Nachahmung und technischer Reproduktion nachzubilden, sondern vielmehr mimetisch-exzessiv oder poetisch selbst hervorzubringen (Balke 2018; Muhle 2018). Parallel dazu denkt ein (Neo)-Vitalismus das Leben weniger als Form denn als formgebend: das Leben bleibt konstitutiv unbestimmt, sofern es sich an den negativen Werten (des Tods und der Krankheit) ausrichtet und in dieser Polarität eine lebendig-überschreitende, Normen und Formen schaffende Dynamik ausbildet (Muhle 2017).
Im Workshop wollen wir diese Spannungen zusammenführen und für auto-fiktionale, künstlerische und dokumentarische Ästhetiken der Verlebendigung als kritische Konstellation veranschlagen. Wie interessiert sich das Leben für die Ästhetik und umgekehrt, die Ästhetik für das Leben als soziale und vitale Tatsache – gerade in seiner prekären Verfasstheit und immanenten Wertorientierung? Anmeldungen zum Vortrag/Workshop sind via E-Mail an
Anna Nosthoff & Felix Maschewski: Überwachungskapitalistische Biopolitik: Big Tech und die Regierung der Körper
Datum & Uhrzeit: Fr | 24.06| 10 h
Ort: Akademie der Bildenden Künste München, Akademiestr. 4
Raum: Neubau, E. 01.23
Vortrag und anschließender Workshop im Rahmen der Vorlesung "Biopolitik, algorithmische Gouvernementalität, Sorgepolitik" von Maria Muhle.
Der Vortrag analysiert den Einzug Big Techs (der Fokus liegt auf Apple und Alphabet) in den Gesundheitsmarkt und beschreibt in Anlehnung an Michel Foucault und Shoshana Zuboff das Konzept einer „überwachungskapitalistischen Biopolitik“. Ziel ist, die Ausweitung des „Datenextraktivismus“ im Gesundheitswesen und der Gesundheitsforschung machtkritisch einzuordnen und damit einen Trend in der digitalen Gesundheitsfürsorge zu problematisieren, der sich in den letzten Jahren und besonders während der Coronakrise beschleunigt und ausgefächert hat. Anhand wissenschaftlicher und kommerzieller Projekte sowie Kooperationen im Bereich public health wird deutlich, dass zeitgenössische Formen der Biopolitik keineswegs auf staatliche Regime beschränkt sind. Stattdessen sind sie zunehmend über private Technologieunternehmen vermittelt, die nicht nur intime Verhaltens- und Vitaldaten akkumulieren, sondern – qua proprietärer Algorithmen – auch den Zugang zu diesen kontrollieren und schließlich ihren Einfluss in exklusive Services und Produkte überführen. Ein besonderer Akzent liegt zudem auf der voranschreitenden Verbreitung sogenannter Wearable-Technologien (Smartwatches etc.), über die sich nicht nur die herausgehobene Marktposition der Konzerne, sondern – in der Entwicklung von einem „quantifizierten Selbst“ zu einem „quantifizierten Kollektiv“ – auch ihre epistemische bzw. „infrastrukturelle Macht“ konkretisiert. Entgegen einer einseitig repressiven Perspektive auf biopolitische Praxen zeigen wir schließlich Ansätze einer Demokratisierung „überwachungskapitalistischer Biopolitik“ auf.
Die Evidenzen der Politik - für Friedrich Balke zum 60. Geburtstag

Datum: Do + Fr | 16. - 17.06.2022 |
Ort: Akademie der Bildenden Künste München
Raum: Neubau, E. 01.23
Die politische Philosophie der Neuzeit nimmt für sich in Anspruch, die Verfassung des Gemeinwesens anhand von rationalen Prinzipien zu begründen. An die Stelle von mythisch-theologisch geprägten höheren Instanzen sollen transparente politische Maximen treten, denen sich aus eigenen Interessen zustimmen lässt. Allerdings sind auch die modernen Legitimationen politischer Macht auf Erzählungen und Realfiktionen, auf symbolische und theatralische Inszenierungen der Evidenz ihrer Ordnungen angewiesen. Die bindende Wirkung von Kultbildern wird durch ästhetische Prozesse ersetzt, die den politischen Körper über mediale Anordnungen repräsentieren. Um die soziale Synthesis gewährleisten zu können, wird ein gemeinsamer Vorrat an Bildern, Zeichen und Geschichten geschaffen, der die Identifikation mit der Gesellschaft auch unter gesteigerten subjektiven Bedingungen ermöglicht. Selbst eine funktionalistische Welt ist noch eine mythologische Welt. Diesen Befund will der Workshop zum Ausgangspunkt nehmen, um nach den Evidenzen der gegenwärtigen Politik zu fragen. Im Vordergrund soll dabei der technisch-mediale Komplex stehen, der das politische Handeln zunehmend präfiguriert. In Kontrast zum Zeitalter der Massenmedien will der Workshop den aktuellen Verschiebungen des politischen Diskurses nachgehen, die mit den neuen medialen Algorithmen einhergehen. Organisiert von Leander Scholz & Maria Muhle
Monika Rinck: *Der Dämon der Selbstüberraschung und die zukünftige Reparatur*
Abendvortrag von Monika Rinck: *Der Dämon der Selbstüberraschung und die zukünftige Reparatur*
Auf welche Weise kann ich zu Ergebnissen kommen, die mich womöglich selbst überraschen? Und lässt sich die Reparatur in die Zukunft denken? Ein Vortrag über poetische Schreibweisen zwischen Kontrollverlust und Sorge.
Datum & Uhrzeit: Do | 07.07.2022 | 18 h
Ort: Akademie der Bildenden Künste München, Akademiestr. 2-4
Raum: Neubau, Auditorium
Am 08. und 09. Juli gibt es für Studierende der Akademie die Möglichkeit an einem zweitägigen Workshop mit Monika Rinck teilzunehmen. Vortrag und Workshop finden im Rahmen des Philosophie-Seminars "Autopoietisches Schreiben" von Anne Gräfe statt. Die Anmeldung hierfür ist abgeschlossen.
Workshop mit Monika Rinck: *"Hab ich Dir von dem Zufall erzählt?"*
Wie fange ich etwas an? Wie begünstige ich das Herannahen der Idee, die ich noch nicht habe und noch nie hatte? Im Surrealismus stellte man sich so etwas als "objektiven Zufall" vor, als hasard objectif, regelgeleitete Verfahren verfolgen mit anderen Mitteln ein ähnliches Ziel. Aber wie geht es nach dem Zufall weiter, mit oder ohne ihn? Eine Werkstatt mit Übungen und Lektüren.
Monika Rinck war, ist und wird gewesen sein: Lyrikerin, Essayistin, Übersetzerin, Liedtexterin, Radiomacherin, Mitglied der Aktionsgruppe „Das Lemma“, Schauspielerin in der fiktionalen Doku-WG-Soap "Le Pingpong d’Amour", Mitglied der Performance Rotten Kinck Schow (mit Ann Cotten, Monika Rinck und Sabine Scho), archiviert bis heute merkwürdige Begriffsprägungen und Wortbildungen im begriffstudio und hat unzählige Preise gewonnen: zuletzt 2021 den Friedrich-Hölderlin-Preis. Studiert hat sie Religionswissenschaft, Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft in Bochum, Berlin und Yale und bewegt sich Zeit ihres Studiums künstlerisch auf unterschiedlichen Gebieten der Kunst und Literatur in denen sie interdisziplinäre und intermediale Grenzüberschreitungen auslotete und ermöglichte. Sie lehrte u. a. am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und der Universität für angewandte Kunst in Wien, hielt 2015 die Münsterschen Poetikvorlesungen, 2019 die Lichtenberg-Poetikvorlesung in Göttingen sowie 2020 die Frankfurter Poetikvorlesungen. Im Sommersemester 2021 war sie Gastprofessorin für deutschsprachige Poetik am Peter-Szondi-Institut der FU Berlin. Im Jahr 2017 kuratierte sie die POETICA III in Köln, arbeitete zuvor viele Jahre beim rbb-Inforadio, ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Akademie der Künste Berlin.
Isabel Mehl: Madame Realism oder Die Funktion der Fiktion in der Kunstkritik
Hochschulöffentlicher Gastvortrag von Isabel Mehl
Datum / Uhrzeit: Do 23.06.22 / 15h-17h
Ort: Akademie der Bildenden Künste München
Raum: Altbau, A.EG.01
(im Rahmen der Seminar "Subjekt und Differenz" und "Autopoietisches Schreiben" von Anne Gräfe)
Die fiktive Kunstkritikerin Madame Realism wurde geboren, als Craig Owens 1984 die US-amerikanische Autorin Lynne Tillman fragte, ob sie für die Kunstzeitschrift Art in America über eine Renoir-Ausstellung in Boston schreiben wolle. Seitdem sind siebzehn Madame Realism Texte erschienen, die zwischen Fakt und Fiktion, zwischen New York und Umgebung, zwischen Kunstwerken und Kontexten, zwischen Gesellschaft und ihren Randgebieten, mithin zwischen Repräsentation und dem Nicht-Repräsentierten hinunher treiben und sich eindeutigen Zuschreibungen verweigern.
Dr. des. Isabel Mehl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Stephanie Marchal an der Ruhr-Universität Bochum. Sie ist Gründungsmitglied des FAK (Feministisches Arbeitskollektiv), das sich 2012 an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe gründete und u.a. das Magazin „Body of Work“ (2015) publizierte. Gemeinsam mit Laura Kowalewski und Oona Lochner gründete sie 2016 „From Where I Stand“; sie organisieren Workshops zu feministischen Schreib- und Kritikpratiken. Sie ist als Kunstkritikerin (u.a. frieze, Texte zur Kunst) und als freie Autorin für Hörspiele und das Theater tätig (u.a. Deutschlandfunk Kultur, WDR3, Badisches Staatstheater).
Isabel Klein: Prekäre Körper_arbeit/en - zwischen care und Dienstleistung
Hochschulöffentlicher Gastvortrag von Isabel Klein
Datum / Uhrzeit: Mi 22.06.22 / 14h30-16h
Ort: Akademie der Bildenden Künste München
Raum: Neubau, E.02.29
(im Rahmen des Seminars "Sorge(n)" von Anne Gräfe)
Dr. des. Isabel Klein ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie und Gender Studies des Instituts für Soziologie der LMU München bei Prof. Dr. Paula-Irene Villa. Für ihr Dissertationsprojekt mit dem Titel „Prekäre Intimität. Eine Ethnografie verkörperter, vergeschlechtlichter und unsichtbarer Arbeit in Nagel-und Kosmetikstudios“ erforschte sie ethnografisch Kosmetikarbeiten mit dem Fokus auf Intimität und Differenz.
Artist Talk: Joana Loewis und Laura Klodt-Bußmann im Gespräch mit Anne Gräfe

Im Rahmen der Ausstellung "Ariadne's gift" des Kollektivs kontingent spricht Anne Gräfe am Donnerstag, den 09.06., um 18h mit den Künstlerinnen Laura Klodt-Bußmann und Joanna Lowis.
Datum / Uhrzeit: Do 09.06.22 / 18h
Ort: kontingentraum: Milchstraße 4, München
Hinter dem Namen kontingent kollektiv steht die soziologische Grundannahme, dass jede Handlungs- und Kommunikationsform kontingent ist. Kontingenzen zeigen Spielräume und andere Möglichkeiten auf. Genau das soll mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Themen geschehen: Strukturen identifizieren, aufzeigen und von festgefahrenen Mustern lösen. kontingentkollektiv.com
"Rancière Übersetzen - Revisited" Online Gespräch mit Maria Muhle

Datum / Uhrzeit: Fr 20.05.22 / 17h15 - 17h45
Im Rahmen der internationalen Tagung " Aufteilung des SInnlichen. (Medien-)Ästhetik und Politik in der Gegenwart" des Instituts für Medien-und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf wird es am Freitag, den 20.05., von 17h15 - 17h45 ein Online-Gespräch mit Maria Muhle zu: "Ranciere Übersetzen - revisited" geben.
Die Tagung widmet sich dem Verhältnis von (Medien-)Ästhetik und Politik in der Gegenwart. Mit Jacques Rancières Formel einer „Aufteilung des Sinnlichen“ geht es um die Frage, wie sich unsere Sinneswahrnehmung mit der Entwicklung digitaler Technologien verändert hat, genauer: welche Formen der (politischen) Teilhabe möglich werden, und welche Erfah-
rungsangebote künstlerische Arbeiten machen können. Ausgehend von der These, dass die Sinne wie Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Tasten usw. keine neutralen Aufzeichnungsorgane sind, sondern als soziale Konstruktionen verstanden werden müssen, die von medientechnischer Konditionierung geprägt sind und Körpergrenzen überschreiten können, befragt das Projekt, wie bestimmte Formen sinnlicher Adressierung die Welt(-erfahrung) mitbestimmen. Die Beiträge diskutieren in historischen, theoretischen und ästhetischen Perspektiven die jeweiligen transgressiven Körper- und Kulturtechniken der Wahrnehmung und befragen Formen einer Politisierung des Ästhetischen und Ästhetisierung des Politischen neu.
Die Tagung findet unter Einhaltung der 3G-Regel statt und wird teilweise live gestreamt. Eine Anmeldung mit Angabe der Teilnahme-Tage ist über
Mathilde Provansal: Gender-Based Violence in Art Schools. Between reproduction and denunciation.

Hochschulöffentlicher Gastvortrag von Mathilde Provansal
Datum / Uhrzeit: Mi 25.05.22 / 10h-11h30
Ort: Akademie der Bildenden Künste München
Raum: Neubau, E.02.29
Unter dem Titel "GENDER-BASED VIOLENCE IN ART SCHOOLS. Between reproduction and denunciation" hält Mathilde Provansal am 25.05.2022 in der Zeit von 10:00 - 11.30 Uhr einen Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung der Frauenbeauftragten "Feminismen in Kunst und Theorie", in Kooperation mit dem Seminar 'Gewalt und Gegen-Gewalt' von Maria Muhle.
Mathilde Provansal ist Post-Dotoral Fellow am Institut für Soziologie der LMU München und forscht zu sexualisierter Gewalt besonders im Kontext von Kunsthochschulen im deutsch-französischen Vergleich.
Workshop im Anschluss mit Anmeldung per Mail an
Sarah Lehnerer: Fireflies in the Dark

Hochschulöffentliches Gespräch mit Sarah Lehnerer zu „Fireflies in the Dark: Letters on Ambiguities – ein Briefwechsel zwischen Jackie Grassmann und Sarah Lehnerer"
Datum / Uhrzeit: Fr 20.05.22 / 10h
Ort: Akademie der Bildenden Künste München
Raum: Typowerkstatt, Neubau, E ZG 12-13
Fireflies in the Dark: Letters on Ambiguities ist ein fortlaufender digitaler Briefwechsel zwischen den Künstlerinnen Jackie Grassmann und Sarah Lehnerer, der im März 2020 seinen Anfang nahm. Der dabei gewachsene Text ist ein Dokument des Desires der Autorinnen, eine Sprache für ihre künstlerische Praxis, ihr theoretisches Denken und für und den Alltag zu entwickeln, die sich in keiner traditionellen literarischen Kategorie bewegt, sondern eine eigene spezifische Form durch das Prinzip der Zugewandtheit, dem geteilten Denken und Begreifen, dem Zuhören und Ansprechen formuliert.
I am only in the adress to you. Dieses Zitat von Judith Butler ist hierbei die zentrale Einsicht und der ausschlaggebende Beweggrund, nicht aufzuhören, sondern weiter zu schreiben und in diesem gemeinsamen Verweben von verkörperter Gegenwart die eigenen Stimmen im Chor hörbar werden zu lassen. Die Kontinuität der Briefe zeichnet dabei ein lesbares, wenn auch widerspenstiges Dokument der Gegenwart. Denn das in die Lücken des Alltags eingeworbene Schreiben wird zu einer künstlerischen Praxisform, in der das Selbst und der soziale Raum aus einer subjektiven, aber nicht singulären Position, sondern im Dialog befragt werden. Die dabei stattfindende Fiktionalisierung der Selbste ist in diesem Fall keine literarische Technik (Autofiktion), in der das Selbst immer noch als eine kontingente, wenn auch multiple Figur begriffen werden kann, sondern formuliert einen hybriden, relationalen Begriff von Selbst; ein Selbst, das sich, so die These, erst in einer geteilten Praxis von Care, Zugewandtheit und Freundschaft überhaupt konstituiert und entfaltet. Im Adressieren eines/r Anderen schreiben wir den Chor zwangsläufig mit, betreiben wir ein polyphones Schreiben (Anna Tsing). Die Briefe aktivieren also die Idee eines Subjekts in Relation und versuchen die Idee des autonomen Individuums zu verlernen.
Das Gespräch findet im Rahmen des Seminars "Autopoietisches Schreiben" von Anne Gräfe statt.
Vera Mader: A Redistribution of Violence. Carolyn Lazards ästhetische Praxis zwischen Sorge und Gegen-/Gewalt

Hochschulöffentlicher Gastvortrag von Vera Mader (Ruhr-Universität Bochum)
Datum / Uhrzeit: Mi 11.05.22 / 14h
Ort: Akademie der Bildenden Künste München
Raum: Neubau, E.02.29
Unter dem Titel "A Redistribution of Violence. Carolyn Lazards ästhetische Praxis zwischen Sorge und Gegen-/Gewalt" hält Vera Mader einen Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung der Frauenbeauftragten "Feminismen in Kunst und Theorie" in Kooperation mit den Seminaren 'Gewalt und Gegen-Gewalt' von Maria Muhle und 'Sorge(n)' von Anne Gräfe.
Vera Mader ist wissenschaftliche Mitarbeiterin (Promotion) am DFG-Graduiertenkolleg „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“ der Ruhr-Universität Bochum und schreibt eine Dissertation mit dem Titel "Therapeutiken der Selbst-Überschreitung. Sorge und Differenz bei Audre Lorde“.
Im Anschluss findet ein Workshop statt. Anmeldungen bitte per Mail an:
Denken des Dazwischen - Poetik des Medialen
11.04.22 14h Vortrag von Anne Gräfe: »Übung im Denken – Der Moment des Dazwischen in Manon de Boers An Experiment in Leisure«| Moderation: Jörg Sternagel (Universität Passau) auf der Jahrestagung "Denken des Dazwischen - Poetik des Medialen" der AG Medienphilosophie der Gesellschaft für Medienwissenschaften und Plattform # 1 der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg vom 11.-12. April 2021: www.ag-medienphilosophie.de |
MIMESIS AND COMPOSITION
08.04.22 09h40 Keynote von Maria Muhle: »Mimetic Milieus. A Reading of Roger Callois' Insect Studies.« auf dem Workshops MIMESIS AND COMPOSITION: Anthropological Perspectives on Technology and Art, Padova 8-9 April 2022 via Zoom: https: //unipd.zoom.us/j/5421632672
Mit Kracauer ins Kino: El Cant dels Ocell
Vortrag von Anne Gräfe zum Film 'El Cant dels Ocells' von Albert Serra im Rahmen der Filmreihe 'Siegfried Kracauer Film und Gesellschaft', welche von März bis Mai 2022 stattfindet und Teil der Internationalen Siegfried Kracauer Konferenz des Instituts für Sozialforschung ist.
Termin: Mittwoch, 16.03., 18h00
Ort: Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, am Schaumainkai 41 in Frankfurt am Main
Albert Serras EL CANT DELS OCELLS stellt nur vordergründig ein Reenactment der wohlbekannten Reise dreier Könige zur Heiligen Familie dar. Subtil zeigt der Film in langen Kameraeinstellungen zugleich, wie die mühselige Suche des richtigen Stalls mitunter zu einem langatmigen Unterfangen werden kann – ganz im Sinne Kracauers, für den physische Realität in einzigartiger Weise durch Film enthüllt werden kann.
Informationen: https://www.dff.film/kino/kinoprogramm/filmreihen-specials-maerz-2022/siegfried-kracauer-film-und-gesellschaft/
Die Siegfried Kracauer Konferenz findet vom 19.–21. Mai 2022 in Frankfurt am Main statt: kracauer-konferenz.de
Die Montage als ästhetisches und politisches Prinzip
Gespräch mit Marcel Odenbach und Maria Muhle; Moderation: Mirjam Zadoff
Termin: Mittwoch, 09.02., 19h00
Ort: NS-Dokumentationszentrum München
Marcel Odenbachs Videoinstallation Wer leidet der schneidet ist aktuell in der Ausstellung John Heartfield. Fotografie plus Dynamit im nsdoku zu sehen. Die Arbeit ist eine Hommage an John Heartfield als einem der wichtigsten politischen Künstler des 20. Jahrhunderts.
Seit den 70er Jahren beschäftigt sich Odenbach in unterschiedlichen visuellen Medien mit Techniken der Montage. Neben Videos bilden aufwendig gestaltete großformatige Papiercollagen einen Schwerpunkt seiner Arbeit. Häufig verwendet der 1953 geborene Künstler historisch und symbolisch stark aufgeladenes Bildmaterial aus dem Kontext der deutschen Geschichte. Durch Bearbeitung und Neuordnung entstehen ästhetisch und inhaltlich komplexe Werke, denen eine eigene historiografische Kraft innewohnt.
Im Gespräch mit der Philosophieprofessorin Maria Muhle reflektiert Marcel Odenbach die Montage als bedeutende Kunstform der Moderne. Maria Muhle hat den Lehrstuhl für Philosophie und Ästhetische Theorie an der Akademie der bildenden Künste München inne. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen politische Ästhetik, Medienphilosophie sowie Medien und Mimesis.
Teilnahme kostenfrei
Keine Anmeldung erforderlich
Veranstalter NS-Dokumentationszentrum München
Identität. Kollektivität. Kollektive Identität - critical westdeutschness
Öffentliches Online-Gespräch mit Peter Neumann und Anne Gräfe
(im Rahmen des Philosophie-Seminars "Identität. Kollektivität. Kollektive Identität" von Anne Gräfe)
Mittwoch, 15.12., 14h00, online: Link bitte bei Anne Gräfe
Gemeinsam mit Matthias Warkus (geboren 1981 in der Pfalz) hat Peter Neumann (geboren 1987 in Mecklenburg) zwischen dem 4. Dezember 2018 und dem 13. April 2019 ein Gespräch zum Thema 'critical westdeutschness' schriftlich geführt. Vorher hatten sie festgelegt: Es sollte ein Gespräch, kein Interview werden; und das Gespräch sollte ganz kathrinpassigmäßig asynchron und online verlaufen, damit sie aufkommende Themen, Links usw. beliebig recherchieren konnten. Im Rahmen des Seminars "Identität. Kollektivität. Kollektive Identität" sprechen wir mit Peter Neumann über die Identität des Subjekts, mit der sich oftmals eine je kohärente Erzählung verbindet, welche sich aus der Erinnerung an das bereits vergangene Leben speist. Eine Erzählung, die das Subjekt als einzigartig und besonders beschreibt, ausgestattet mit einem ganz eigenen Charakter. In dieser Lesart bedeutet Identität jedoch stets auch Abgrenzung: Diese Grenzen konturieren dann das Innere, das vermeintlich originär Eigene gegenüber dem Außen und Anderen. Im Kollektiv wiederum erscheinen diese individuellen Grenzen einerseits als verschwommen und in Auflösung begriffen, wenn vermeintlich das, was zuvor als individuell besonders nun in einem allgemeinen Muster homogenisiert wird. Andererseits zeigt dieses allgemein Verbindende sich im Kollektiv als Besonderes, als Muster, als kollektive Identität. Selbst- wie Fremdzuschreibungen, Mythen wie Statistiken versuchen so, die opake Pluralität der Gegenwart wahlweise in einer identitären Einheitsnarration oder einen latenten Konflikt zu ballen, je nach Intention der Autor*innenschaft. Darin enthalten ist dann jeweils auch das Unstabile, Fragile, Brüchige, sowie das Nichtbesondere, Durchschnittliche und Langweilige.
Peter Neumann ist Lyriker, Schriftsteller, Journalist und Philosoph. Er lebt in Berlin, arbeitet in Oldenburg und im Feuilleton der Zeit-Redaktion in Hamburg und hat, nach seinem Buch zu 'Jena 1800. Die Republik der freien Geister' im Siedler-Verlag, zuletzt 2019 im Alber-Verlag 'Zeit im Übergang zu Geschichte. Schellings Lehre von den Weltaltern und die Frage nach der Zeit bei Kant' veröffentlicht.
Radikale Zärtlichkeit - Warum Liebe politisch ist
Radikale Zärtlichkeit – Warum Liebe politisch ist
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Öffentliches Online-Gespräch mit Şeyda Kurt (Berlin)
(im Rahmen des Philosophie-Seminars „Liebe als Entscheidung“ von Anne Gräfe)
Donnerstag, 15. Juli 2021, 14h00, online: https://www.gotomeet.me/adbk_philosophie-1/liebe
Am Anfang jeder Beziehung steht eine Erfahrung von Unverfügbarkeit. So gründen zwischenmenschliche Verbindungen auf Unsicherheit, Ungewissheit und Zweifel – und sind zugleich Anker von Vertrauen, Mitgefühl und Gewogenheit. Liebe, verstanden als romantische, freundschaftliche oder altruistische Zugewandtheit, fügt das Eigene mit dem Anderen zusammen, verbindet Eigeninteressen mit Uneigennützigkeit. In der politischen Theorie ist diese Verbindlichkeit im zwischenmenschlichen Umgang konstitutiv für jede kommende Gemeinschaft. Soziologisch stellt Liebe die erste Stufe der reziproken Anerkennung dar, in der sich die Subjekte ihrer gegenseitigen Bedürftigkeit versichern. Şeyda Kurt untersucht in ihrem im April 2021 erschienenem Buch „Radikale Zärtlichkeit – Warum Liebe politisch ist“ alte und neue Konzepte von Intimität und zeigt auf, inwiefern das Private politisch ist – jedoch gänzlich anders, als bisher dieser Spruch verstanden wurde: „Es geht also um Gleichzeitigkeiten. Es geht um die Gleichzeitigkeit von Zärtlichkeit und Radikalität. Es geht um die Gleichzeitigkeit von Fairness im Privaten und Gerechtigkeit im Politischen. Und darum, dass diese Grenzziehungen irgendwann nicht mehr notwendig sind. Auf den Blick in die Vergangenheit und Gegenwart folgt in diesem Buch daher zwangsläufig ein Blick in die Zukunft. Radikale Zärtlichkeit ist das Eingeständnis der Notwendigkeit von Visionen, die politisch und vielfältig zugleich sind.“
Şeyda Kurt schreibt und spricht über Kultur, Politik und intersektionalen Feminismus. Als freie Journalist*in und Autor*in arbeitet sie für unterschiedliche Print- und Onlinemedien, u.a. für ZEIT Online, die Tageszeitung TAZ, nachtkritik, Edition F, sowie für unterschiedliche Podcast-Formate bei spotify. Als Kuratorin war sie darüber hinaus für das Goethe-Institut und verschiedene Filmfestivals (Berlinale, Kurzfilmtage Oberhausen) tätig.
Ein bastardhaftes Denken – Bataille zwischen Regression und Sublimierung
Öffentlicher Gastvortrag und Workshop von Nadine Hartmann (Siegen) - Online
(im Rahmen des Seminars „Caillois und seine Milieu“ von Lorenz Mayr und Maria Muhle)
Freitag, 2. Juli 2021, 10 - 14h00
Link: https://global.gotomeeting.com/join/901660549
Wie können Figurationen des Unmöglichen, des In-Eins-Fallens von Erfahrung und Erkenntnis, Leib und Geist, aussehen? Der Vortrag widmet sich den Spannungen zwischen ästhetischer Überhöhung und niederem Materialismus sowie zwischen der Möglichkeit von Ab- und Aufdeckung dieser Kluft durch das (sprachliche) Bild, wie sie die Auseinandersetzung zwischen André Breton und Georges Bataille in und um das Jahr 1929 durchziehen.
Nadine Hartmann ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Romanischen Seminar der Universität Siegen, Schwerpunkt Theorie und Ästhetik. Zuvor hat sie einige Jahre an der Universität der Künste Berlin Designtheorie unterrichtet. Ihre Dissertation behandelt die Philosophie und das Mädchen, mit besonderer Berücksichtigung von Georges Bataille und Luce Irigaray. Sie hat Aufsätze zur Psychoanalyse, zur französischen Philosophie des 20. und 21. Jahrhunderts und zur feministischen Theorie veröffentlicht. Sie ist Mitbegründerin der feministischen Veranstaltungsreihe „Spellbound“ bei diffrakt in Berlin, die Phänomene kollektiver Ansteckung und des Massenwahns untersucht. Sie ist außerdem in Berlin praktizierende Psychoanalytikerin.
Beziehungsweisen
Öffentliches Online-Gespräch mit Konstanze Schmitt (Berlin)
(im Rahmen der Philosophie-Seminare „Dazwischen“, „Liebe als Entscheidung“ und des „Kolloquiums Philosophie“ von Anne Gräfe und Maria Muhle)
Donnerstag, 24. Juni 2021, 18h00, online
In der politischen Theorie ist die Verbindlichkeit als Dazwischen der zwischenmenschlichen Beziehungen konstitutiv für jede kommende Gemeinschaft. In den letzten Arbeiten von Konstanze Schmitt werden diese Beziehungen in einem vom Kapitalismus geprägten Alltag sowohl inhaltlich als auch in Form der kollektiven Projektarbeit thematisiert. Ob in ihrer Trilogie „Liebe in Zeiten des Kapitalismus“ oder in dem kollektiven Protest-Opernprojekt „Wem gehört Lauratibor ?“, stets rückt sie die privaten Beziehungen zwischen den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. So eröffnet Konstanze Schmitt von den zwischenmenschlichen Beziehungen ausgehend politische Perspektiven: Sie fasst einerseits die Gesellschaft als Summe der in ihr existierenden sozialen Beziehungen und zeigt andererseits über mögliche andere Beziehungsweisen, wie diese Gesellschaft eine andere sein könnte.
Konstanze Schmitt ist eine bildende Künstlerin und Theaterregisseurin. Ausgehend von dokumentarischem und biografischem Material und politischen Kontexten, erforschen ihre Performances und Installationen Möglichkeiten und Wirklichkeiten von Utopien, z.B. kommunistische Sehnsucht und romantische Liebe. Neben diversen Einzelausstellungen und Aufführungen in Berlin, Hildesheim, Hamburg, Riga, Madrid, Bern, Mexiko, Asunción/Paraguay oder Tegucigalpa/Honduras bringt sie gemeinsam mit vielen anderen Künstler*innen und Aktivist*innen als Kollektiv Lauratibor aktuell die Protest-Oper „Wem gehört Lauratibor?“ auf die Straße (Uraufführung 12. Juni 2021, zweite Aufführung am 20.06.2021).
First Work, then Play
Hochschulöffentliches (Online-)Gespräch mit der Filmemacherin Brenda Lien zu ihrem Film 'First Work, then Play'
Öffentlicher Gastvortrag von Brenda Lien (Frankfurt/Berlin)
(im Rahmen des Kolloquiums Philosophie von Anne Gräfe und Maria Muhle)
Donnerstag, 27. Mai 2021, 18h00
Zur Anmeldung und Vorabsichtung des Films bitte eine kurze Mail an Anne Gräfe.
Die Pandemie ist sowohl Brennglas als auch oft genug Brennstoff für die Diskurse der Zeit. Die Grenzen der Arbeits- und Lebenswelten verschwimmen zunehmend und unter den Bedingungen der Pandemie werden jene Räume zu den neuen Begegnungsorten des Sozialen, Beruflichen und Privaten, die zuvor noch als avantgardistisch oder Notbehelf verschmäht waren. Das Gefühl kollektiver Erschöpfung und Einsamkeit, nicht nur im Leben in pandemischen Zeiten, ist diffus gerade im Home Office zu spüren. Im Kolloquium schauen wir uns die Licht- und Schattenseiten des kollektiven Arbeitens vor und hinter dem Split Screen an.
Am 27.05., 18 Uhr ist die Filmemacherin Brenda Lien im Rahmen des Kolloquiums Philosophie (online) zu Besuch. In ihrem neuesten Projekt 'First Work, then Play' widmet sie sich in einer eigenen Perspektiven den diversen Machtkäpfen des Selbst im HomeOffice. Im Kolloquium präsentiert und diskutiert sie ihr neuestes Projekt, ihren (work-in-progress-) Film 'First Work, then Play'.
Kunst als Dazwischen - Maria Thrän im Gespräch
Öffentliches Gespräch mit der Installationskünstlerin Maria Thrän (Berlin)
(im Rahmen des Seminars "Dazwischen" von Anne Gräfe)
Mittwoch, 19. Mai 2021, 14h00, online
Der Link zum digitalen Raum wird nach Anfrage bei Anne Gräfe versendet.
Jean-François Lyotard schrieb 1984: "Es gibt keinen wesentlichen Unterschied zwischen einem avantgardistischen Manifest und dem Vorlesungsverzeichnis einer Kunsthochschule, wenn man sie in ihrem Verhältnis zur Zeit betrachtet. Beide sind Optionen dafür, daß es weitergehen soll. Aber zugleich vergessen beide die Möglichkeit: daß nichts geschieht, daß es nicht weitergeht, daß die Wörter, die Farben, die Formen oder die Töne fehlen, daß der Satz der letzte sein wird, daß das Brot nicht täglich ist. Dieses Elend erwartet den Maler, wenn er mit der bildnerischen Oberfläche zu tun hat, den Musiker vor der surface sonore, den Denker vor der Wüste des Denkens usw. Nicht nur vor der weißen Leinwand oder der weißen Seite, zu »Beginn« des Werks, sondern jedesmal, wenn etwas auf sich warten läßt, d.h. in Frage steht, vor jedem Fragezeichen, jedem was nun?" Um diesem Vergessen einen weiteren ambivalenten Zwischenmoment hinzuzufügen, ist die Installationskünstlerin Maria Thrän eingeladen, um im Seminar "Dazwischen" über ihre Arbeit mit, am und im Dazwischen zu berichten.
Maria Thrän arbeitet als freischaffende Künstlerin mit analogem, installativen Licht und Sound. Ihre künstlerischen Schwerpunkte sind im Grenzbereich zwischen Bildender Kunst, Musik und experimenteller Forschung anzusiedeln. Ihre Arbeiten sind Reflexionen ökologischer wie gesellschaftlicher Dimensionen und beinhalten dabei stets die diversen Beziehungen zwischen Raum und Körper. Ausstellungen u.a. in Minsk, Prag, Berlin, Mailand, Frankfurt am Main. Mehr: http://mariathraen.com/#/
For a New Theory of Art Institutions
For a New Theory of Art Institutions
Öffentlicher Gastvortrag und Workshop von David Quigley (Stuttgart/Wien)
(im Rahmen des Seminars „Caillois und sein Milieu“ von Lorenz Mayr und Maria Muhle)
Freitag, 21. Mai 2021, 11h00
Für die klassische institutionelle Kunsttheorie (Danto, Dickie), stehen die Galerien und Museen im Mittelpunkt. Die hauptsächliche Fuktion dieser Institutionen wird dabei als Präsentation und Verwaltung von Kunstwerken verstanden. Andere Kunstinstitutionen werden wenig bedacht: Künstlerkollektive, Künstlerzeitschriften und andere kunstbezogene Veröffentlichungen und Verlage sowie Kunsthochschulen und Kunstvermittlung in der Schule werden kaum oder gar nicht erwähnt. Gleichzeitig werden die vielen verschiedenen Funktionen, welche Galerien, Museen und andere Kunsträume in der heutigen Gesellschaft erfüllen können, ebenfalls kaum berücksichtigt.
David Quigley zeigt in seinem Beitrag demgegenüber auf, dass nicht nur die klassische institutionelle Theorie an diese Reduktion leidet. Insgesamt neigen wir dazu, zwei Aspekte zu vernachlässigen: sowohl, wie wichtig eine Vielzahl von verschiedenen Kunstinstitutionen für die Kunst ist, als auch die diversen Funktionen, welche die Kunstinstitutionen in unserer Gesellschaft inne haben.
Beginnend mit einer kurzen Einführung in die expressionistische Zeitschriften Die Aktion und Der Sturm und die surrealistischen Zeitschriften der 1920er und 1930er Jahre wird ein Bogen zum Katalog der documenta X gezogen, um aufzuzeigen, dass neben vielen experimentellen und kritischen Artikulationen der Kunst, die Geisteswissenschaften auch eine eng verwandte „Avantgarde“ kennen, welche sich bis heute zwischen Kunstinstitutionen und der Universität bewegt. Der Vortrag argumentiert, dass die „Kunstwelt“ sowohl als Raum für experimentelle und kritische ästhetische Praxis als auch für experimentelle und kritische hermeneutische Praxis verstanden werden kann.
David Quigley ist Professor für Kulturtheorie an der Merz Akademie, Stuttgart.
Gespräch mit Hans-Christian Dany "No Dandy, No Fun"

Gespräch mit Hans-Christian Dany zur von ihm und Valérie Knoll kuratierten Ausstellung 'No Dandy, No Fun' (Kunsthalle Bern) mit Anne Gräfe sowie den Studierenden des Seminars 'Camp, Gegen-Interpretation und eine neue ästhetische Erlebnisweise' des Lehrstuhls für Philosophie / Ästhetische Theorie an der Akademie der Bildenden Künste München
„Es gibt außer der ‚Postmoderne‘ in der ästhetischen Theorie wohl keinen Begriff, der so diffus und gleichzeitig so wirkungsmächtig ist“, wie ‚camp‘, schrieb Felix Stephan in der Süddeutschen Zeitung. Was ‚camp‘ ist, sei dafür umso problematischer zu fassen. 1964 definiert Susan Sontag Camp als eine Erlebnisweise, eine Sensibilität in der Art und Weise der Betrachtung der Kunst und der Welt unter rein ästhetischen Gesichtspunkten. Hier wird das Ästhetische derart überhöht, dass das Moralische und das Politische scheinbar dahinter verschwinden. Das Teilnahmslose, Coole und dabei vermeintlich nicht Identifizierende ist es, was Camp einerseits ausmacht. Andererseits ist Camp verwandt mit Ironie, Kitsch und Popkultur. Und so ist das Interessante an der als camp rezipierten Kunst, dass diese ernst gemeint ist und dadurch zugleich als camp wie nicht-camp, sondern als das was es gemeint ist, als identifizierend, rezipiert wird. „Reines Camp ist immer naiv. Camp, das weiß, dass es Camp ist, überzeugt in der Regel weniger.“ Bei Camp wurde in Form der ironischen Überhöhung und Übertreibung von sich selbst ernstnehmenden stereotypen Vorstellungen innerhalb der Gesellschaft gerade jene stereotype Vorstellung als solche vorgeführt und entlarvt (auch wenn das nicht primäres Ziel der Camp-Bewegung gewesen sein mag). Interessant ist, dass Camp, von dem Susan Sontag selbst schrieb, es sei nicht zu beschreiben möglich, sich von einer ironischen Brechung mit der Massenkultur der 1960er und -70er Jahre, „Kultur in Anführungszeichen zu konsumieren“, in der Gegenwart zu einer Retro-Mode und damit einem Massenphänomen entwickelte, dabei mittlerweile als oftmals ironie-freie Aneignung und Überhöhung, mithin als Produkt wie Motor, dieser Massenkultur fungiert. Camp wird von Sontag als Dandyismus im Zeitalter der Massenkultur bezeichnet. Wo sich die Dandys alten Stils noch dem guten Geschmack hingeben haben, unterscheiden die Anhänger des Camp nich mehr zwischen dem besonderen Gegenstand und dem Massengut. Der Dandy verstehe es, die Produkte der Massenkultur auf eine eigene, sensible Art zu besitzen. Das Terrain des Camp-Dandys der Massenkultur ist die Subkultur. Sontag sah nicht zuletzt im Erleben der Psychopathologien des Überflusses den Erfahrungsraum für Camp abgesteckt. Diese Psychopathologien des Überflusses haben sich seit damals jedoch intensiviert und verändert. Was kann dann heute camp sein? Wie kann der Dandy der Gegenwart aussehen?
Ausgehend von den Diskussionen des Seminars unternehmen wir mit Hans-Christian Dany einen Blick auf aktuelle künstlerische Positionen in der von ihm und Valérie Knoll kuratierten Ausstellung 'No Dandy, No Fun' (https://kunsthalle-bern.ch/ausstellungen/2020/no-dandy-no-fun/) um zu erfragen, welche Aktualisierungen sich seit Sontags Essays in Kunst, Popkultur und Ästhetik ausmachen lassen und wie Sontags Überlegungen in Zeiten von Identitätspolitik und Spätkapitalismus weiterhin helfen könnten, eine andere Perspektive, als eine andere Erlebnisweise, einzunehmen.
Das Gespräch mit Hans-Christian Dany findet im Rahmen des Seminars 'Camp, Gegen-Interpretation und eine neue ästhetische Erlebnisweise' des Lehrstuhls für Philosophie / Ästhetische Theorie an der Akademie der Bildenden Künste München statt, ist aber für alle Mitglieder der Akademie offen.
Online Diskussion__Full Surrogacy Now

Die Veranstaltung findet klassenübergreifend und hochschulöffentlich statt. Vortragssprache ist Englisch.
Das Buch Full Surrogacy Now der Autorin Sophie Lewis ist ein "ernsthaft radikaler Ruf nach voller Schwangerschaftsgerechtigkeit" (Donna Haraway). Lewis plädiert dafür, Praktiken der Leihmutterschaft zu transformieren und zu erweitern und sieht darin auch die Möglichkeit für neue Vorstellungen von Verwandtschaft und Reproduktionsarbeit, die von der Kleinfamilie weg und zu anderen Formen von Sozialität und geteilter Verantwortung hinführen würden. Kämpfe in der Leihmutterschaftsbranche können laut Sophie Lewis dazu beitragen, den Weg zu alternativen Familienarrangements aufzuzeigen, indem wir mit der Annahme brechen, dass Kinder notwendigerweise zu denen gehören, deren Genetik sie teilen. Dieses erweiterte Konzept der Leihmutterschaft hilft uns zu erkennen und zu affirmieren, dass es immer, wie das Sprichwort sagt, mindestens ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind zu erziehen.
Sophie Lewis ist Autorin und Übersetzerin. Unter anderem hat sie Communism for Kids von Bini Adamczak (MIT, 2016), Unterscheiden und Herrschen von Sabine Hark und Paula-Irene Villa (Verso, 2020) sowie A Short History of Feminism von Antje Schrupp (MIT, 2017) übersetzt. Sie ist Mitglied des Kollektivs Out of the Woods und Redakteurin bei Blind Field: A Journal of Cultural Inquiry. Als queere feministische Geografin hat sie sich der Cyborg-Ökologie und dem Antifaschismus verschrieben. Weitere Schriften zu Donna Haraway u.a. wurden in The New York Times, Boston Review, Viewpoint Magazine, Zeichen, Dialoge in Humangeographie, Antipode, Feminismus und Psychologie, Wissenschaft als Kultur, Grenzen, The New Inquiry, Jacobin, Mute and Salvage Quarterly veröffentlicht.
Marina Martinez Mateo vertritt derzeit den Lehrstuhl für Philosophie und Ästhetische Theorie an der Akademie der Bildenden Künste München und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Praktische Philosophie der Goethe-Universität Frankfurt. Sie hat zu Politik und Ästhetik der Repräsentation, zu Biopolitik und (Neo-)Liberalismus sowie im Bereich der feministischen Philosophie und Critical Philosophy of Race veröffentlicht und arbeitet derzeit an einem Projekt zum Verhältnis von Ökonomie und Familie.
Yana Thönnes ist Performance Künstlerin, Regisseurin und Gründugsmitglied der Performance Company THE AGENCY. 2017 und 2018 ist sie Stipendiatin der Saison Foundation Tokyo, erhält 2018 das Arbeitsstipendium der Stadt München und ist 2018 Stipendiatin des Internationalen Forums Theatertreffen Berlin. Im Wintersemester 2017/18 und 2018/19 sowie Sommersemester 2019 hat sie Lehraufträge an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. 2019 inszeniert sie BOYS SPACE an den Münchner Kammerspielen und Take it like a man am FFT Düsseldorf und ist Stipendiatin des Goethe Instituts Bangalore.
Anmeldung und Rückfragen bitte über diese Mail:
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Kolloquiums des Lehrstuhls Philosophie / Ästhetische Theorie der Akademie der Bildenden Künste München sowie in Zusammenarbeit mit dem Seminar ‘Full Surrogacy Now’ von Yana Thönnes (Lehrauftrag der Frauenbeauftragten) statt.
Online Symposium: Ästhetik der Sichtbarkeit
Auflösungserscheinungen - Roger Caillos' Ästhetik der (Un)Sichtbarkeiten
Keynote Lecture von Maria Muhle am 20. November 2020 um 12:30 Uhr, online
Im Rahmen von "Ästhetik der Sichtbarkeit" des Berliner Graduierten-Symposiums für moderne und zeitgenössische Kunstgeschichte der FU und HU Berlin vom 20.-21. November 2020.
Weitere Informationen unter
https://www.geschkult.fu-berlin.de/e/khi/institut/aktuelles/debryun.html
Versuchung durchs Milieu: Medienanthropologische Angleichungen zwischen Ästhetik und Lebenswissenschaften
Onlinevortrag von Maria Muhle am 12.11.2020 um 19 Uhr

Das Graduiertenkolleg Medienanthropologie (GRAMA) veranstaltet im Wintersemester 2020/21 eine Online-Vortragsreihe, die Einblick in die medienanthropologische Forschung am Kolleg gibt.
Medienanthropologie untersucht die Medialität, Medienbedingtheit und Medienverfasstheit menschlicher Daseinsvollzüge. Statt nach einer einheitlichen menschlichen Natur zu fragen, die erst durch additiv hinzutretende Technikbedingungen verändert wird, rückt das Spektrum existenzbildender Operationen der Verschränkung von Medien-und-Menschen in den Fokus. An vier Abenden präsentieren am Kolleg beteiligte Wissenschaftler*innen Auszüge aus aktuellen Forschungsprojekten. Die Vorträge widmen sich dabei so unterschiedlichen anthropomedialen Existenzweisen wie dem Walfänger und dem Clown, erläutern die Anthropologie von Dioramen und erschließen das Milieu als medienanthropologischen Grundbegriff.
12.11.2020 | 19 Uhr | Online
Maria Muhle: Versuchung durchs Milieu: Medienanthropologische Angleichungen zwischen Ästhetik und Lebenswissenschaften
26.11.2020 | 19 Uhr | Online
Bernhard Siegert: Ishmaels Bildkritik. Zur anthropomedialen Existenzweise eines einbeinigen Walfängers
10.12.2020 | 19 Uhr | Online
Eva Krivanec: »Akrobat schööön!« Zur Geschichte und Ästhetik des modernen Clowns
14.01.2020 | 19 Uhr | Online
Lorenz Engell: El Tubo. Ein seltsames Diorama und seine Anthropologie
https://www.uni-weimar.de/de/medien/institute/grama/vortragsreihe/
Selbstoptimierung als Einbahnstraße?
Diskussion mit Anja Röcke (Berlin) und Greta Wagner (Darmstadt), Freitag, 26. Juni 2020, 16.30 Uhr, Online
im Rahmen des Seminars Gesellschaft in Überforderung von Anne Gräfe findet am 26.06.2020 um 16.30 Uhr eine Online-Diskussion mit den Soziologinnen Dr. Anja Röcke (HU Berlin) und Dr. Greta Wagner (TU Darmstadt) zur Frage nach 'Selbstoptimierung als Einbahnstraße einer Gesellschaft in Überforderung?' statt.
Die Zugangsdaten für den Online-Raum werden nach kurzer Anmeldung per E-Mail an
Dr. Greta Wagner ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der TU Darmstadt. Zuvor arbeitete sie von 2017-2019 am Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" in Frankfurt am Main und forschte am Institute for Advanced Study in Princeton. 2017 veröffentlichte sie Selbstoptimierung. Praxis und Kritik von Neuroenhancement im Campus Verlag, 2013 erschien Leistung und Erschöpfung. Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft in der edition Suhrkamp, das sie mitherausgegeben hat.
Dr. Anja Röcke ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Habilitationsschrift erscheint 2021 bei Suhrkamp stv unter dem Titel Soziologie der Selbstoptimierung. Ihre Promotion schrieb sie am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz, erschienen 2014 bei Palgrave Macmillan unter dem Titel Framing Citizen Participation. Participatory Budgeting in France, Germany and the United Kingdom. Gemeinsam mit Hans-Peter Müller ist sie Herausgeberin der Reihe Wirtschaft, Gesellschaft und Lebensführung bei Beltz Juventa.
Die Veranstaltung findet klassenübergreifend und hochschulöffentlich statt.
Achtung! Termin ist verschoben
Roger Caillois und sein Milieu - Ästhetik, Politik, Psychoanalyse
Workshop des Teilprojekts Mimetische Existenzweisen, DFG-Forschungsgruppe (1867/2) Medien und Mimesis
Termin: --ACHTUNG!-- Aus aktuellem Anlass wird der Workshop verschoben und findet voraussichtlich im Herbst statt
Ort: wird bekanntgegeben
Mitte der 1930er Jahre veröffentlicht Roger Caillois seine ersten wichtigen Arbeiten – „Die Gottesanbeterin“ (1934) und „Mimese und legendäre Psychasthenie“ (1935) – im surrealistischen Magazine Minotaure. 1934 schreibt er jedoch auch einen offenen Brief an dessen Chefredakteur, André Breton, in dem er sich aufgrund der sogenannten „querelle des haricots sauteurs“ vom bretonschen Surrealismus ab- und sich stattdessen einem neuen Rationalis- mus inspiriert von Gaston Bachelards „Surrationalismus“ zuwendet. Einige Jahre später, 1937, gründete er zusammen mit Georges Bataille und Michel Leiris in Paris das Collège de Sociologie, dessen Lehr- und Vortragsbetrieb jedoch nur bis 1939 aufrecht erhalten werden kann. Daraufhin begibt er sich auf Einladung von Victoria Ocampo nach Argentinien, wo er von der deutschen Besetzung Frankreichs überrascht wird und sich gezwungen sieht, den zweiten Weltkrieg im Exil zu verbringen.
Der Workshop „Roger Caillois und sein Milieu – Psychoanalyse, Ästhetik, Politik“ widmet sich dieser frühen Periode der Arbeiten Caillois‘ und besonders dem hier entwickelten Begriff der Mimese und seiner ästhetischen, lebenswissenschaftlichen und politischen Bedeutung sowie seinem Einfluss auf die Arbeiten anderer Theoretiker.
Konferenz
Things Beside Themselves: Mimetic Existences
The concluding conference of the DFG /
SNF research group ‘Media and Mimesis’
Termin: 3rd – 5th February 2020
Ort: Salon IKKM , Cranachstraße 47, Weimar
From the perspective of industrialised, Western societies of discipline and control, to be ‘beside oneself’ denotes at best a religious, and at worst a pathological state of subjective exception. Through intoxication, possession, or various affects, the subject here enters an alternative state (of being) in which he or she assumes the identity of something else or becomes simply non-identical. To be beside oneself is then a key indicator of an excessive form of mimesis, which in the dispositif of modern Western ontologies is experienced as a loss of self – a loss that is regulated and subjected to therapy.
In contrast to such normalising classifications, mimetic practices in a wide range of media cultures show that being beside oneself represents a mode of existence of mimetic artefacts and mimetic subjectivation. This excessive mimetic mode of existence allows us to conceive the historical and ontogenetic being of things as a transformative intermediate being. Mimesis can thus be understood as a trans-subjective, intermedial praxis that is tied to particular materials and techniques and emerges through hybrid operational chains.
Ontologien des Politischen im Widerstreit. Analyse und Diskussion einer Debatte
- Konferenz
- Eröffnung 2019-09-25 19:30
- Datum 2019-09-25
- Datum 2019-09-27
- Ort ICI Berlin –Institute for Cultural Inquiry, Christinenstraße 18-19, Haus 8, 10119 Berlin; Seminarzentrum der FU Berlin(Raum L115), „Silberlaube“ (Erdgeschoß), Otto-von-Simon-Straße 26, 14195 Berlin
Vortrag von Maria Muhle: „Ontologische Wende“ des Politischen? Rancières Unbehagen
Freitag, 27.09.2019, 9:30–10:15
Seminarzentrum der FU Berlin
„Bild-Affekte“
- Abendvortrag von Kerstin Thomas (Universität Stuttgart)
- Datum & Uhrzeit 2019-05-29 18:00
- Ort Akademie der Bildenden Künste München, Akademiestr. 2-4
- Raum Neubau, E.O1.23.
Kerstin Thomas ist Professorin für Kunstgeschichte der Moderene am Institut für Kunstgeschichte der Universität Stuttgart. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen u.a. die kunstgeschichtliche Emotionsforschung, Form- und Ausdruckskonzepte in Kunst, Wissenschaft und Ästhetik der Moderne und die Wissenschaftsgeschichte der Moderne. Sie ist Mitglied der Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Form und Emotion“ und arbeitet zur Zeit an einem Handbuch der Emotionsbegriffe im französischen Kunstdiskurs des 19. Jahrhunderts.
Call for papers: Things Beside Themselves. Mimetic Existences
The concluding conference of the DFG / SNF research group ‘Media and Mimesis’ 3rd – 5th February 2020
Deadline for submissions: 30th June 2019
Location: Weimar
From the perspective of industrialised, Western societies of discipline and control, to be ‘beside oneself’ denotes at best a religious, and at worst a pathological state of subjective exception. Through intoxication, possession, or various affects, the subject here enters an alternative state (of being) in which he or she assumes the identity of something else or becomes simply non-identical. To be beside oneself is then a key indicator of an excessive form of mimesis, which in the dispositif of modern Western ontologies is experienced as a loss of self – a loss that is regulated and subjected to therapy.
In contrast to such normalising classifications, mimetic practices in a wide range of media cultures show that being beside oneself represents a mode of existence of mimetic artefacts and mimetic subjectivation. This excessive mimetic mode of existence allows us to conceive the historical and ontogenetic being of things as a transformative intermediate being. Mimesis can thus be understood as a trans-subjective, intermedial praxis that is tied to particular materials and techniques and emerges through hybrid operational chains.
Der Kosmos, aus der Gefängniszelle heraus betrachtet
Der Kosmos, aus der Gefängniszelle heraus betrachtet (D.A.F. Marquis de Sade, Auguste Blanqui)
Vortrag von Dr. Alexandra Heimes (Berlin)
Termin: Do., 07.02., 18:30
Ort: Raum U 104 B, Schellingstr. 3, LMU
Dr. Alexandra Heimes ist Literaturwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin mit dem Projekt „Interferenzen von Technizität, Theorie und literarischer Form seit den 1950er Jahren“. Sie arbeitet u.a. zur kosmologischen Spekulation, Literatur und (Nicht)Wissen und dem Lebensbegriff. Ihre jüngeren Aufsätze hat sie zu „Revolution in Permanenz. Auguste Blanquis Ewigkeit durch die Sterne“ (in: Reto Rössler/Tim Sparenberg/Philipp Weber (Hg.): Kosmos & Kontingenz. Paderborn: Fink 2016) und „Zufall, Schicksal“ (in: Kerstin Andermann/Christoph Jamme (Hg.): 10 Minuten Philosophie. Paderborn: Fink 2017) veröffentlicht.
Practices of Mutual Care
„Practices of Mutual Care (Formen gegenseitiger Fürsorge)“
Vortrag und Workshop mit Inga Zimprich (Berlin)
Termin: Do., 31.01., 18:00 Vortrag: „Practices of Mutual Care (Formen gegenseitiger Fürsorge)“
Fr. 01.02., 11:00 – 15:00 Workshop
Ort: E.01.23, Erweiterungsbau, Akademie der Bildenden Künste
Inga Zimprich ist Künstlerin und Kuratorin. Sie initiierte die Feministische Gesundheitsrecherchegruppe 2015. 2016/2017 bestand FGRG aus Julia Bonn, Alice Münch, Inga Zimprich, sie ging aus einer größeren Gruppe hervor. Seit 2018 besteht sie in verschiedenen Konstellationen. Inga ist außerdem Teil der Sickness Affinity Group, einem Zusammenschluss von Künstler*innen und Aktivist*innen u.a., die zu (chronischer) Krankheit und Behinderung arbeiten.
LOL History
Reflections on LOL History
Keynote by Shumon Basar
Date: Fr. 11.01, 18:15
Location: Auditorium, Erweiterungsbau, Akademie der Bildenden Künste
Shumon Basar is a writer, thinker and cultural critic. He is co-author of The Age of Earthquakes: A Guide to the Extreme Present with Douglas Coupland and Hans Ulrich Obrist (Penguin/Blue Rider, 2015). His edited books include Translated By, Cities from Zero and Hans Ulrich Obrist Interviews Volume 2. He is Commissioner of the Global Art Forum in Dubai, Editor-at-large of Tank magazine and Contributing Editor at Bidoun magazine, Director of the Format program at the AA School, a member of Fondazione Prada’s “Thought Council” and Art Jameel’s Curatorial Council.
He will give a talk on his text LOL History (e-flux 2017) which has been sparked by a photo of Doan Thi Huong that was taken shortly after she assassinated Kim Jong-nam, the eldest son of former North Korean leader Kim Jong-il. From the image taken by a CCTV-camera, he develops a kaleidoscopic study of digital images, talking about pixels, the zoom, Chris Maker, Lacan and deep-sea cables.
The keynote is part of a workshop (Fr. 11.01, 13:00 – 18:00 at the Auditorum, Erweiterungsbau; Sa. 12.01, 9.30 – 15:00, Alter Sitzungssaal, Altbau) that picks up the kaleidoscopic nature of LOL History with inputs that concentrate and expand on a part, a phrase or a notion of the text. Inputs will be given by Sebastian Althoff (München), Julia Eckel (Bochum), Felix Hasebrink (Bochum), Niklas Kammermeier (Bochum,) David Ashley Kerr (Helsinki), Elisa Linseisen (Bochum), Maja-Lisa Müller (Bielefeld), Nicolas Oxen (Weimar), Rebecca Puchta (Frankfurt) and Franziska Winter (Weimar).
Mimesis Expanded

„Eine Skulptur-Photographie oder besser eine Teleplastik“ — Mimesen zwischen Natur und Kultur bei Caillois
Vortrag von Maria Muhle bei der Internationalen Konferenz „Mimesis Expanded“, 21.–23.11.2018, Ruhr-Universität Bochum
In „Mimese und legendäre Psychasthenie“ (1935) widmet sich Roger Caillois Formen exzessiver Nachahmung anhand der Insektenmimese und eröffnet zugleich eine Fluchtlinie hin auf die psychische Verfasstheit menschlicher Subjekte und ihre Raumpathologien. Entgegen der These, das mimetische Anpassungsverhalten der Insekten an ihre Umwelt sei ein Abwehrmechanismus, zeigt Caillois, dass es sich hierbei keineswegs um eine Artikulation des Selbsterhaltungstriebs, sondern um einen „Trieb zur Selbstaufgabe“ handele. Mimese wird zur Pathologie, insofern sie die Unterscheidung zwischen Organismus und Umgebung zersetzt. Zugleich beschreibt Caillois die morphologische Mimese als eine „echte Photographie […]: eine Skulptur-Photographie oder besser eine Teleplastik“, als eine Art 3D-Print avant la lettre. Der Vortrag möchte diesen Zusammenhang von (Insekten-)Mimese und Fotografie untersuchen und sich dabei auf einschlägige Caillois-Lektüren (R. Krauss, J. Lacan, K. Silverman) beziehen, die sowohl den Ästhetik- als auch den Subjektbegriff aufweichen und so Anhaltspunkte geben für die Bestimmung einer „Milieuästhetik“.
Maintenance als Lebensform. Zwischen Ästhetik und Politik

Maintenance als Lebensform. Zwischen Ästhetik und Politik
Vortrag von Maria Muhle bei der Veranstaltungsreihe des Instituts für Kunstwissenschaft und Ästhetik
6. November 2018, 20 Uhr, Raum 110
Gebäude Hardenbergstraße, Hardenbergstraße 33, 10623 Berlin
Von Insekten und Menschen. Roger Caillois' mimetische Milieus
Vortrag von Maria Muhle bei der Ringvorlesung "Tausend Milieus", an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar, Wintersemester 2018-2019

Franz Wanner & Maria Muhle – Künstlergespräch

Franz Wanner & Maria Muhle –– Künstlergespräch
Ort: 404 – Page Not Found, Corneliusstraße 2, 80469 München
Eintritt frei
Franz Wanner und Maria Muhle blicken auf ein Missverhältnis zweier Komplexe: der Privatsphäre und des Staatsgeheimnisses. Gemeinsam diskutieren sie über die Bedingungen des (Über-)Lebens in einer Welt, in der Informationen ohne Skrupel enteignet werden.
Mythos '68 am Fallbeispiel Tropicália/Hélio Oiticica: Molekulare Revolution in Brasilien? Was und für wen?
Workshop und Vortrag von Max Jorge Hinderer Cruz
Vortrag: FR 15.06.2018 | 19:00 Uhr
Raum: E.01_23 | AdBK München
Workshop für Studierende: FR 15.06.2018 | 11:00 - 17:00 Uhr
Ort: Lothringer13_Florida | Lothringer Str. 13
Teilnahme am Workshop nach Anmeldung:
Eine Kooperation zwischen dem Lothringer13_Florida und dem Seminar "Ästhetiken der Revolte" von Maria Muhle sowie dem Seminar "Tropicália - Perspektivwechsel 1968" von Frauke Zabel an der AdBK München.
RE/DISSOLUTION
Learning from Pixels
28. / 29.06.2018
Academy of Fine Arts Munich, Alter Sitzungssaal
The German word “Auflösung” refers to both the resolution of an image, the technical term for its assembled constituents - digitally implemented: its amount of pixels - and to dissolution: of sugar in water, of people in laughter or tears, of objects or details merging with the background. The workshop Re/Dissolution aims to investigate this double meaning not as a coincidence but as a real connection between an increasingly greater resolution of an image with its high amount of pixels, promising a sharper image or a visual “higher definition,” and the dissolution in this very process where single pixels become less and less visible as they dissolve into millions of other pixels around them. While “sharpness” brings up an alleged phenomenological indication to see more details of an object and to differentiate it from its surrounding, it also entails a loss of distinction when focusing on the pixels rather than the assembled object.
Mimetische Milieus – eine technikästhetische Annäherung

Maria Muhle ist von März bis Mai 2018 Fellow an der KollegForschergruppe BildEvidenz. Geschichte und Ästhetik, Freie Universität Berlin
Mimetische Milieus – eine technikästhetische Annäherung
In seinem Text „Mimese und legendäre Psychasthenie“ (1935) widmet sich Roger Caillois Formen exzessiver Nachahmung anhand der Insektenmimese und eröffnet mit dem Begriff der „legendären Psychasthenie“ zugleich eine Fluchtlinie hin auf die psychische Verfasstheit menschlicher Subjekte und ihre Raumpathologien. Entgegen der These, das mimetische Anpassungsverhalten der Insekten an ihre Umwelt sei ein Abwehrmechanismus, zeigt Caillois, dass es sich hierbei keineswegs um eine Artikulation des Selbsterhaltungstriebs, sondern um einen „Trieb zur Selbstaufgabe“ handele. Mimese wird zur Pathologie, insofern sie die Unterscheidung zwischen Organismus und Umgebung zersetzt. Zugleich beschreibt Caillois die morphologische Mimese als eine „echte Photographie […]: eine Skulptur-Photographie oder besser eine Teleplastik“, als eine Art 3D-Print oder volumetrisches Bild avant la lettre. Das Projekt möchte diesen Zusammenhang von (Insekten-)Mimese und Fotografie untersuchen und sich dabei auf einschlägige Caillois-Lektüren – besonders von Rosalind Krauss und Jacques Lacan – beziehen, die im Anschluss an Caillois sowohl den Ästhetik- als auch den Subjektbegriff aufweichen und so Anhaltspunkte geben für die Bestimmung einer Technikästhetik. So ergeben sich hier Anschlüsse für Fragen nach environmentalen Medien genauso wie für die zeitgenössische Rede von „Bildermilieus“ (Joselit), die sich qua Aneignungs- und Anähnlichungsprozessen von Bildern an Bildern ausbilden. Daneben möchte das Projekt auch historischen Allianzen und v.a. Mesallianzen nachgehen, besonders steht hier das (Nicht-)Verhältnis von Caillois zu Benjamin und Adorno im Zentrum, das sich auch hinsichtlich der Frage nach dem Mimesis-Begriff der beiden „Schulen“ (Collège de Sociologie vs. Institut für Sozialforschung) als interessant erweisen kann.
„,Geschichte [ist] das, was die Dokumente in Monumente transformiert.‘ Medienphilosophische Überlegungen zur Aktualisierung von Vergangenheit“ – Vortrag von Maria Muhle
„,Geschichte [ist] das, was die Dokumente in Monumente transformiert.‘ Medienphilosophische Überlegungen zur Aktualisierung von Vergangenheit“ – Vortrag von Maria Muhle
im Rahmen der Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“, Skulptier Projekte Archiv, Institut für Kunstgeschichte, Uni Münster in Kooperation mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur
Anhand der Untersuchung zeitgenössischer performativer wie nicht-performativer Nachstellungen möchte der Vortrag der Frage nachgehen, wie ein Counter-Monument sich zu tradierten geschichtspolitischen Formen des Monumentalen verhält bzw. sich davon absetzen kann. Ausgehend von einer Typologie der vielseitigen Strategien des Reenactments und einer Befragung ihrer jeweiligen Geschichtspolitiken soll zuletzt auch Reenactment in einem dritten Sinne zu denken versucht werden, d.h. weder als Agent der historiographischen nationalen, sozialen, ethnischen Identitätsproduktion, noch als deren ideologiekritische Dekonstruktion, die der einen Wahrheit eine andere, potentiell wahrere Wahrheit entgegensetzt. Vielmehr möchte der Vortrag eine Nachstellung denken, die erprobt, inwiefern gerade eine solche Wiederholung das Potential hat, Platz für jene Differenzen oder Prozesse zu schaffen, die sich im Vollzug des Reenactments ereignen und es damit ermöglichen, einen Blick auf die Verfasstheit von Geschichte überhaupt zu eröffnen, die sich immer in Kodierungen und Rekodierungen, Bebilderungen, Monumentalisierungen und Dokumentarisierungen ereignet.
Entgrenzter Formalismus. Ein Gespräch zwischen Kerstin Stakemeier und Maria Muhle
Di, 6. März 2018, 19 Uhr
Lenbachhaus, Georg-Knorr-Saal
Eintritt frei
In der Publikation Entgrenzter Formalismus verfolgt Kerstin Stakemeier antimoderne Formen ästhetischer Praxis. Aus ihnen heraus entwirft sie eine Kunstgeschichte der Selbstabschaffung.
Sex, Poetry And Nothing: Abolition Salon
18.2.2018 ROAMING ASSEMBLY#19, DUTCH ART INSTITUTE
In their Roaming Assembly at the DAI guest-curators Marina Vishmidt and Kerstin Stakemeier have invited one group and two individual contributors whose inputs will aim at decentering both the concept of autonomy and of reproduction.
With contributions from:
The Sexual Aesthetics Group
(Luisa Lorenza Corna,
Jenny Nachtigall,
Hannah Proctor,
Kerstin Stakemeier)
Bill Dietz
Ciarán Finalyson
«Technologie ist nicht neutral, und es gibt keine virtuelle Welt.» Vortrag und Workshop mit Anja Kirschner
Vortrag: Donnerstag, 8. Februar 2018, 18-20 Uhr
Ort: Raum 02.29, Akademie der Bildenden Künste München, Neubau
Workshop: Freitag, 9. Februar 2018, 11-14 Uhr
Ort: Raum 01.23, Akademie der Bildenden Künste München, Neubau
Korakrit Arunanondchai, With history in a room filled with people with funny names 4, 2017.
Die Veranstaltungen finden im Rahmen der Seminare „Technikphilosophie“ (Prof. Dr. Maria Muhle) und „Lebendige Formalismen“ (Dr. Jenny Nachtigall) statt und stehen allen Interessierten offen.
Für die Teilnahme an dem Workshop wird um eine kurze Anmeldung gebeten:
Philosophie und Ästhetik des Virtuellen am Beispiel ‚holographischer’ Bilder (Franziska Winter)
Vortrag: Freitag, 19. Januar 2018, 11h00, Raum E.O1.23
Was ist das Virtuelle und wie sieht es aus? Wo zeigen sich die Spuren des Digitalen, wo bleiben Medien routiniert? Über die ästhetische Annäherung an Konzepte der Virtualität lassen sich Parallelen zur medialen Funktion von vagen Bildern ziehen. Das Diaphane spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die raumbildliche Inszenierung. Am Beispiel des Hologramms thematisiert der Vortrag schließlich inwiefern sich auch körperpolitische und warenästhetische Fragen mit der Entwicklung neuer Medien verschieben und sich längst nicht mehr im Dualismus Materialität/Immaterialität erschöpfen.
Franziska Winter ist seit 2015 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin der DFG-Forschergruppe Medien und Mimesis an der Bauhaus Universität Weimar beschäftigt. Zuvor studierte sie Kulturanthropologie, Philosophie und Medienwissenschaften in Hamburg, Stockholm und Lüneburg. Von 2013 bis 2015 war sie Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Medienkulturen der Computer Simulation (MECS) an der Leuphana Universität Lüneburg.
POUR LA THÉORIE
Vortragsreihe im Wintersemester 2017/2018 zu Positionen der Theorie in Literatur, Kunst und Philosophie
Die Vortragsreihe setzt an der aktuellen Debatte zur Verabschiedung von Theorie durch die Rückkehr zu konkreten Dingen, Anwendbarkeiten und pragmatischen Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen an. POUR LA THÉORIE möchte dem eine „andere“ Theorie entgegengehalten, die insofern „neben sich“ steht, als sie gerade keine Rückkehr zu den Großtopoi wissenschaftlichen Denkens meint. Vielmehr soll Theorie hier als ein Nach-Denken verstanden werden, das auch jenen Gegenständen „hinterher“ denkt, die als nicht wissenschafts- und damit auch als nicht theoriefähig gelten. Damit fokussiert POUR LA THÉORIE die Zwischenräume: Die Vorträge und Diskussionen widmen sich Momenten des (von Institutionen) Nicht-Erfassten, vielleicht auch des Nebensächlichen, Accessoire- oder Detailhaften.
"Another World is Possible" – Künstlerinnengespräch
Künstlerinnengespräch mit Kitti & Joy und Jenny Nachtigall
im Rahmen der Ausstellung "Another World is Possible"
Zeit: 21.11.17 | 19:00 Uhr
Ort: Institut für moderne Kunst Nürnberg | zumikon | Großweidenmühlstraße 21 | 90419 Nürnberg
KLASSENSPRACHEN. Ausstellung. Magazin. Debatte #2
KLASSENSPRACHEN #2
Ausstellung. Magazin. Debatte
Zeit: 11. November 2017 bis 28. Januar 2018
Ort: Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen
KLASSENSPRACHEN wurde von Manuela Ammer, Eva Birkenstock, Jenny Nachtigall, Kerstin Stakemeier und Stephanie Weber als langfristige Kollaboration initiiert.
Klassensprachen im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen ist die zweite Station eines langfristig angelegten Arbeitszusammenhangs. Seinen Auftakt bildete ein vom Hauptstadtkulturfonds gefördertes Ausstellungs- und Debattenprogramm bei District Berlin sowie die Ausgabe Null einer gemeinsamen Zeitschrift im Sommer 2017. In Anknüpfung daran präsentiert der Kunstverein eine Erweiterung des Projektes mit Vorträgen, Workshops und Performances, um die in Berlin initiierten Diskussionen in Düsseldorf fortzusetzen.
(Politische) Kunst oder (Soziale) Praxis? Eine Versuchsanordnung über die 1990er
(Politische) Kunst oder (Soziale) Praxis? Eine Versuchsanordnung über die 1990er
Sabeth Buchmann (Akademie der Bildenden Künste Wien)
mit einer Respondenz von Jenny Nachtigall (Akademie der Bildenden Künste München)
Zeit: Dienstag, 7. November 2017, 18 Uhr
Ort: Universität der Künste Berlin, Hardenbergstr. 33, 10623 Berlin, Raum 110
KLASSENSPRACHEN. Ausstellung. Magazin. Debatte #1
KLASSENSPRACHEN
Ausstellung. Magazin. Debatte
Zeit: 20 Jul 2017 - 17 Sep 2017
Ort: District Berlin, Bessemerstraße 2-14, 12103 Berlin
KLASSENSPRACHEN wurde von Manuela Ammer, Eva Birkenstock, Jenny Nachtigall, Kerstin Stakemeier und Stephanie Weber als langfristige Kollaboration initiiert.
Am 10.11.2017 eröffnet die nächste Station des Projekts mit einer Ausstellung im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf.
AKADEMIETEXTE

AKADEMIETEXTE
herausgegeben von Maria Muhle und Martin Schmidl
Booklaunch SA 22.07.17 | 15:00 Uhr
Ort Akademiestr. 2 | Altbau | Foyer
AKADEMIETEXTE 1, 2, 3
Autoren: Jonas Beutlhauser, Max Fesl, Leo Heinik, Jakob Gilg, Raphael Krome, Annabell Lachner, Patrick Ostrowsky, Anna Pascó Boltà, Michael Schmidt, Giulia Zabarella, Sandra Zech.
Grafik: Papierarbeit COOP mit Sandra Hasenöder, Marcin Kowaluk.
Theoriekantine #14: Mimesen und Milieus

So. 09.07 | 14:00 | Matinee | Eintritt frei
Muhle | Rebentisch | Schwarte | Setton
Theoriekantine, Vierte Welt, Berlin
In seinem Text „Mimese und legendäre Psychasthenie“ (1935) führt Roger Caillois die Mimese als einen lebenswissenschaftlichen Begriff ein, dessen Pointe darin besteht, gängige Unterscheidungen aufzulösen, die den Lebensbegriff seither bestimmt haben.
Exzessive Mimesis und ihre Milieus

Vortrag von Maria Muhle im Rahmen der Reihe "relatifs"
20. Juni 2017, 18.00 Uhr
Kunstuniversität Linz
Domgasse 1, Expostmusik, 4. OG
Ausgehend von Roger Caillois’ Untersuchungen zur Mimese geht der Vortrag dem Begriff der biologischen Mimikry bzw. Mimese als einer exzessiven, also übersteigerten und damit auch gefährlichen Nachahmung nach, die normative Gegensätze von Grund auf unterläuft.
memoiré et doublier
Katrin Mayer, memoiré et doublier
Vortrag 12.7.2017, 17h00 – 19h00
Workshop 13.7.2017, 11h00 – 15h00
Raum: Werkstatt Typographie, E.ZG.12, Akademiestr. 4
memoiré et doublier ist der Titel einer Ausstellung Katrin Mayers für das Kunstmuseum Stuttgart (2013) und steht beispielhaft für ihr künstlerisches Vorgehen. Aus den Begriffen ‚Moiré‘ und ‚Doublierware‘ abgeleitet bezeichnet er einen in Drucktechnik und Stoffproduktion unvorhergesehenen und meist als fehlerhaft bewerteten Vorgang der Rasterverschiebung und Überlagerung.
FRAGILE ARCHIVE
Workshop mit Philip Gufler im Archiv forum homosexualität münchen e.V.
Einige Lesben und Schwule gründeten im April 1999 das selbstorganisierte Archiv forum homosexualität münchen e.V. Seitdem arbeiten sie daran, aktuelle kulturelle und wissenschaftliche Beiträge und Erkenntnisse zu Alltag, Kultur und Geschichte von Lesben, Schwulen, Transsexuellen und Bisexuellen zu fördern, zu sammeln und für weitere Forschungen, aber auch für die breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Donnerstag, 29.6., 17h00
Treffpunkt:
Archiv forum homosexualität münchen e.V.
Bayerstr. 77a RGB III, 80335 München
www.forummuenchen.org
Gegenwartskunst und Anti-Kolonialismus – Vorträge und Workshops mit Nana Adusei-Poku und Jelena Vesić
Vorträge FR 16.12.16 | 19:00 - 21:00 Uhr
Workshops FR 16.12.16 | 15:00 - 18:00 Uhr (Nana Adusei-Poku)
SA 17.12.16 | 11:00 - 14:00 Uhr | (Jelena Vesić)
Raum 01.23 im Neubau | Akademiestr. 4
Sprache Englisch
Gegenwartskunst und Anti-Kolonialismus – Vorträge und Workshops mit Nana Adusei-Poku und Jelena Vesić
Expired
Vorträge FR 16.12.16 | 19:00 - 21:00 Uhr
Workshops FR 16.12.16 | 15:00 - 18:00 Uhr (Nana Adusei-Poku)
SA 17.12.16 | 11:00 - 14:00 Uhr | (Jelena Vesić)
Raum 01.23 im Neubau | Akademiestr. 4
Sprache Englisch
Aesthetics without Judgement
Dr. Magdalena Wisniowska, Vortrag und Workshop
Vortrag: Mittwoch, 13. Januar, 20:00. Workshop: Donnerstag, 14. Januar, 10:00-13:00 (beides im Neubau, E.ZG.O4).
Um Anmeldung für den Workshop wird gebeten:
Internationale Seminar- und Vorlesungsreihe
Eine Kooperation des Lehrstuhls für Philosophie | Ästhetische Theorie der Akademie der Bildenden Künste und dem Haus der Kunst, München
Vorträge (englisch oder deutsch): donnerstags 19h00, im Wechsel im Haus der Kunst und der Akademie der Bildenden Künste München
Öffentliches Seminar: freitags 10h00 bis 13h00, im Haus der Kunst
WORKSHOP: GENEALOGIEN MINDERER MIMESIS
26.02. – 27.02. 2015 - Ruhr-Universität Bochum
Öffentlicher Workshop mit Peter Geimer (Berlin), Achim Geisenhanslüke (Frankfurt/Main), Isabell Lorey (Berlin), Ethel Matala de Mazza (Berlin) und Brigitte Weingart (Köln) und den Mitgliedern des Teilprojekts „Mindere Mimesis":
- Prof. Dr. Friedrich Balke, Hanna Engelmeier (Ruhr-Universität Bochum)
- Prof. Dr. Maria Muhle, Stefan Apostolou-Hölscher (Akademie der Bildenden Künste München)
Max Linz | Ich will mich nicht künstlich aufregen (Asta Upset)
Filmvorführung MO 23.06.14 | 17:30 Uhr
Ort Werkstattkino | Fraunhoferstr. 9 | München
Workshop für Studierende DI 24.06.14
im Rahmen des Seminars "Szenen der politischen Ästhetik"
von Prof. Dr. Maria Muhle


