Veranstaltungen des Lehrstuhls im Sommersemester 2025

Kathrin Rottmann&Friederike Siegler | Vortrag
Datum & Uhrzeit: Di | 15.07.2025 | 18:30 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau | E.EG.28
KUNST UND (NEUE) RECHTE. ÄSTHETISCHE MULTIPLIKATIONSPROZESSE
Seit die Neue Rechte mit kulturhegemonialen Konzepten Kunst für ihre Politik beansprucht, drängt sich für die Kunst- und Kulturwissenschaften die Frage auf, was (neu)rechte Kunst ist, wie sie erfasst werden kann und wie sie verteilt und verbreitet wird. Exemplarisch analysiert der Vortrag drei Felder, die die Neue Rechte für ihre ästhetischen Multiplikationsprozessen nutzt.
Kathrin Rottmann&Friederike Siegler | Workshop
Datum & Uhrzeit: Mi | 16.07.2025 | 10-11.30 Uhr Lenbachhaus + 12.30-14 Uhr Akademie der Bildenden Künste, Neubau, Raum E.01.23
"FASCHISTISCHE ÄSTHETIKEN"
Der Workshop besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil findet im Lenbachhaus statt (1. Teil: 10 bis 11.30 Uhr, Treffpunkt vor Ort am Eingang). Dort werden wir zwei NS-Werke aus der Sammlung des Museums sichten können, die üblicherweise nicht ausgestellt sind. Aufgrund der räumlichen Bedingungen teilen wir uns dazu in zwei Gruppen auf und besprechen jeweils vor oder nach der Sichtung im Vortragsraum des Museums den angehängten Text von Berthold Hinz zur ‚Malerei des deutschen Faschismus‘. Anschließend diskutieren wir in der großen Gruppe, was NS-Kunst ist und inwieweit die Rezeption von NS-Kunst durch u. a. Susan Sontag dazu beigetragen hat, ein konkretes Bild (nach Leni Riefenstahl) zu verfestigen, das aber einseitig bleibt.
Helmut Draxler im Gespräch mit Stephan Gregory | Vortrag
Datum & Uhrzeit: Di | 03.06.2025| 18:00 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau | E.EG.28
WAS TUN? WAS LASSEN?
POLITIK ALS SYMBOLISCHE FORM
In seiner jüngsten Publikation Was tun? Was lassen? Politik als symbolische Form (2024) beleuchtet Helmut Draxler die Politik als einen zentralen Wertanspruch, der zunehmend auch jene gesellschaftlichen Bereiche durchdringt, die sich bewusst von ihr abzuschotten suchten – wie die Kunst, die Religion, die Wissenschaft oder die Ökonomie. Seine zentrale These ist, dass sich Politik weder auf rein imaginäre noch auf rein reale Bestimmungen reduzieren lässt, sondern als ›symbolische Form‹ verstanden werden muss – als eine Form, die zwischen dem Imaginären und dem Realen vermittelt.
Ausgehend von dieser symbolischen Dimension von Politik diskutiert Helmut Draxler (Universität für angewandte Kunst, Wien) mit Stephan Gregory (tentare Verlag) über die Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen politischen Handelns heute – jenseits von resigniertem Rückzug oder besinnungslosem Daueraktivismus. Im Zentrum steht die Frage, wie und wodurch unser Denken und Tun politisch wird.
Helmut Draxler ist Kunsthistoriker und Kulturtheoretiker. Von 1992 bis 1995 war er Direktor des Kunstvereins in München. An der Merz Akademie, Hochschule für Kunst, Design und Medien in Stuttgart (1999-2012), an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg (2013- 2014) und schließlich an der Universität für Angewandte Kunst in Wien (2014-2023) hatte er jeweils eine Professur für Kunsttheorie inne. Den Schwerpunkt seiner Arbeit stellen die Schnittpunkte zwischen Kunst, Politik, Philosophie und Psychoanalyse dar.
Publikationen (Auswahl): Gefährliche Substanzen. Zum Verhältnis von Kritik und Kunst, Berlin (b_books) 2007; Abdrift des Wollens. Eine Theorie der Vermittlung, Wien, Berlin (Turia+ Kant) 2017; Die Wahrheit der Niederländischen Malerei. Eine Archäologie der Gegenwartskunst, Paderborn (Brill/Fink) 2021; A Sense for Projects. The Problem of the Public and Contemporary Art (in Vorbereitung).
Stephan Gregory studierte Philosophie und Neuere deutsche Literatur in München und Wien. An der Merz Akademie Stuttgart und an der Bauhaus Universität Weimar lehrte er Kulturtheorie und Medienwissenschaft, an der Burg Giebichenstein in Halle (Saale) Philosophie.
2024 gründete er den tentare Verlag für Philosophie, Kunst und Politik in Freising bei München. Derzeit hält er einen Lehrauftrag am Lehrstuhl Philosophie | Ästhetische Theorie an der Akademie der Bildenden Künste München.
Publikationen (Auswahl): Wissen und Geheimnis. Das Experiment des Illuminatenordens, Frankfurt a.M./ Basel: Stroemfeld, 2009. Mysterienfieber. Das Geheimnis im Zeitalter der Freimaurerei, Wien/ Berlin: Turia + Kant, 2012. Class Trouble. Eine Mediengeschichte der Klassengesellschaft. Paderborn: Brill | Wilhelm Fink, 2021, 748 Seiten.
Dr. Lisa Moravec | Vortrag
Datum & Uhrzeit: Di | 20.05.2025 | 18:00 Uhr
Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4 Raum: Neubau | E.EG.28
THE AESTHETISATION OF PERFORMANCE IMPROVISATION:
ARTIFICIAL BODIES AND EMBODIED AI
The global trend of creating artistic performances with humanoid robots—robots that move increasingly autonomously due to embodying generative AI—has accelerated alongside rapid advances in deep learning. This development has led to privately and publicly funded collaborations between robotics, AI, mechanical engineering, computer science, and dance. With techno-science taking the biomechanics and movement aesthetics of dancers as a model, my talk outlines the shift to what I call “performance theories of bodily intelligence”. Given predictions that humanoid robots will significantly impact our social, political, and economic infrastructures, my talk speculates about the corporeally and politically sensibilising potential of transdisciplinary dance-based performance improvisations involving both human and machinic bodies.
Lisa Moravec researches interdisciplinary forms of contemporary performance in the visual and performing arts, with a focus on human, animal, and machine intersections and differences. She is currently a senior postdoc and lecturer at the Academy of Fine Arts Vienna, where she leads the FWF project "The Performance of Critique: AI, Bodily Intelligence, and Posthumanist Aesthetics." As curator, she initiated, among other projects, the performance exhibition "Suddenly Begin in Splendour: Rose English, Performance, Presence, Spectacle," at the Museum der Moderne in Salzburg (July 2024 - May 2025), as well as the accompanying performance program. She has published essays and articles in academic journals and art magazines such as Springerin, Texte zur Kunst, and Spike. The co-edited book, Posthumanist Approaches to a Critique of Political Economy: Dissident Practices (Bloomsbury), is forthcoming and her monograph, Dressaged Animality: Human and Animal Actors in Contemporary Performance (Routledge), was published in 2024.