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"Hermann Kaspar – eine Münchner Künstlerkarriere" mit Wolfgang Brauneis | Vortrag (und Workshop am Vormittag s. Beschreibung)

Datum und Uhrzeit: Mi | 03.06.2026 | 18.00 Uhr 

Ort: Akademie der Bildenden Künste München | Akademiestr. 4, Raum: Neubau E.EG.28

 

Der Maler Hermann Kaspar (1904–1986) war nach den Bildhauern Arno Breker und Josef Thorak einer der erfolgreichsten Künstler des Nationalsozialismus. Er fertigte Gobelins, Fresken und Mosaike für die Neue Reichskanzlei in Berlin, das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg sowie das Deutsche Museum und das „Haus der Deutschen Kunst“ in seiner damaligen Heimatstadt München an. Dort war er er seit 1938 auch als Professor an der Akademie der Bildenden Künste tätig.

Ungeachtet dessen erhielt er nach 1945 unzählige Aufträge, von staatlicher und städtischer Seite, von Wirtschaft und Kirche, für Kunst am Bau und Arbeiten im öffentlichen Raum – auch und vor allem in München. Kaspars Werke prägen bis heute, in der Regel unkommentiert, das Stadtbild. Der Vortrag behandelt Kaspars Karriere in beiden Systemen, wobei vor dem Hintergrund des antimodernistischen Klimas der Nachkriegsjahrzehnte Netzwerke, Rezeption – inklusive der Proteste gegen Kaspar an der Akademie der Bildenden Künste in den späten 1960er Jahren – und Formfragen gleichermaßen in den Blick genommen werden.

 

Im Rahmen des Seminars „‚Entartet‘ – Diffamierte Kunst und Musik im Nationalsozialismus“ findet am selben Tag von 11–13 Uhr ein Workshop mit Wolfgang Brauneis statt, an dem Studierende der Akademie sowie der Musikhochschule teilnehmen können. Bei Interesse wird um vorherige Anmeldung gebeten: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

 

Wolfgang Brauneis lebt und arbeitet als Kunsthistoriker und Kurator in Köln. 2021 hat er die Ausstellung Die Liste der „Gottbegnadeten“. Künstler des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik im Deutschen Historischen Museum in Berlin kuratiert, im Anschluss daran war er als Direktor des Nürnberger Kunstvereins für das Forschungs- und Ausstellungsprojekt Der Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft im Nationalsozialismus ff. verantwortlich. 

2025 erarbeitete er mit Studierenden der Kunstakademie Düsseldorf (mit Maximiliane Baumgartner) sowie Kunstgeschichtsstudierenden der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (mit Christina Strunck) Ausstellungen zur Kunst im NS und in der frühen BRD. Aktuell bereitet er eine Ausstellung zur jüdischen Geschichte des deutschen Schlagers vor, die im September 2027 im Jüdischen Museum Berlin eröffnet werden wird.

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