Klasse Prof. Sebastian Tröger Raum Sitzungssaal A.EG.01

roter mond, radierte brust

Brüste hüpfen, verzottelte Haare verdecken Gesichter, Hände suchen nach Berührung.
Körper geraten aus der Form, verschieben ihre Grenzen und entziehen sich einer
eindeutigen Lesbarkeit.

Lina Bambergs Arbeiten bewegen sich zwischen Blickregimen, Intimität und Fremdheit,
zwischen dem Erkunden und Verschwimmen eigener und fremder Körper.

Dabei sind sie zugleich Medium und Ausdrucksträger existenzieller Momente,
in denen sich ambivalente Gefühle überlagern.

Sie speisen sich aus Beobachtungen,kunsthistorischen Archiven und unbewussten,
inneren Bildern. Der Körper erscheint dabei als etwas Widersprüchliches und teilweise
Unkontrollierbares. Er wird zum Ort von Nähe und Begehren, aber auch von Verletzlichkeit,
Widerstand und Selbstbehauptung.

In „Montagebildern“ vermischen sich Beobachtung und Erinnerung, Farbwolken und
Linienzeichnung, kindliche Symbole und kunsthistorische Zitate wie im Tagtraum miteinander und laden zum Erkunden eigener Assoziationen ein.

Lina Bambergs Werkgruppen aus fragmentierten Traumbildern, zärtlichen Aquarellen und
skizzenhaften Radierungen treffen in der Examensausstellung aufeinander und erzählen neue Geschichten.