Eine öffentliche Veranstaltungsreihe im Rahmen der Kooperation zwischen der der Akademie der Bildenden Künste München, dem SFB1258 „Neutrinos und Dunkle Materie in der Astro- und Teilchenphysik“ an der Technischen Universität München und dem Haus der Kunst München zu Astrophysik und Kunst. Die Vorträge finden in englischer Sprache statt.
Michael Doser "The Dark Side of Light, Or: What You See Is Not What You Get"
"Unser Bild vom Universum hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert. Mithilfe optischer Technologien konnten enorme Mengen an Daten gewonnen und unser Verständnis des Kosmos entscheidend erweitert werden. Gleichzeitig wissen wir heute, dass ein großer Teil des Universums für uns unsichtbar bleibt. Zum einen sind der menschlichen Wahrnehmung und den von uns entwickelten Instrumenten Grenzen gesetzt. Zum anderen gibt es Phänomene wie Dunkle Materie und Dunkle Energie, die nicht in einer Weise mit Licht wechselwirken, die eine direkte Beobachtung ermöglicht. Wie aber lässt sich etwas sichtbar oder fotografisch erfassbar machen, das sich dem Licht entzieht? In seinem Vortrag stellt Doser verschiedene experimentelle Zugänge zu den unsichtbaren Bereichen des Universums vor. Dabei geht es u.a. um den Einsatz fotografischer Verfahren zur Erforschung von Antimaterie und unsichtbaren Teilchen aus dem Kosmos. Zugleich eröffnet sich eine grundlegendere Frage: Was bedeutet es überhaupt, etwas zu fotografieren, das wir nicht direkt sehen können? Und was sagt dies über das Medium Fotografie selbst aus?
Dr. Michael Doser ist Teilchenphysiker und war zuvor am CERN, dem Europäischen Laboratorium für Teilchenphysik in Genf, tätig. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Erforschung von Antimaterie, die er sowohl als Untersuchungsgegenstand als auch als experimentelles Werkzeug einsetzt. Seit 2024 ist er Sprecher einer internationalen Kollaboration von 120 Instituten, die an der Entwicklung verschiedener Quantensensoren für die Grundlagenphysik arbeitet. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit engagiert er sich seit vielen Jahren für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Von 2014 bis 2019 war er Gründungsmitglied des Vorstands von Arts at CERN und 2025 Mitbegründer des Rrosa Institute for Transdisciplinary Research. Er ist international an zahlreichen Vermittlungs- und Outreach-Projekten beteiligt, darunter auch an Veranstaltungen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst."
Weitere Termine:
2. November 2026
Altbau | EG | Raum A.EG.01
18:30 Uhr – Get-together bei Drinks & Snacks
19:00–20:00 Uhr – The Shape of Stars: A History of Star-Image Formation
Mit Omar W. Nasim (Professur für Wissenschaftsgeschichte, Fakultät für Philosophie, Universität Regensburg)