Alassane%20Derme

 

Alassane Dermé ist im Rahmen des Artist in Residence-Programms in den Studienwerkstätten an der Münchner Kunstakademie zu Gast.

Er wurde von Moritz Walser, dem Leiter der „Studienwerkstatt für Erzguss“, eingeladen.

 

Alassane Dermé (*1989) ist Bildhauer und Bronzegießer in 5. Generation aus Koudougou in Burkina Faso. Er führt die Tradition der Bronzeskulptur weiter und bereichert sie gleichzeitig mit zeitgenössischen Techniken. Dermé lebt und arbeitet in Burkina Faso und Europa.

 

Die Arbeit von Alassane Dermé vereint auf außergewöhnliche Weise künstlerische Kreativität und die Leidenschaft für ein sehr altes Handwerk. Er hat in verschiedenen Schulen und Workshops gelernt und perfektionierte seine Technik in der Bildhauerei und dem Bronzegießen im Wachsausschmelzverfahren im Atelier „Les Greniers de l'Art“ in Koudougou. 2022 setzte er seine künstlerische Entwicklung fort, indem er an einem Keramikworkshop mit der Vereinigung „Terre à Vivre“ in Frankreich teilnahm.

Seine Werke überwinden kulturelle Grenzen und werden an vielen Orten in Afrika und Europa ausgestellt. Zuletzt waren sie in Saint Plantaire zu sehen, in Nontron beim Festival Africajare, in Eppe Sauvage und beim Schmiedefest in Saint-Martin la Plaine. 2022 stellte er außerdem mit der Association Adamah in Fougères aus und nahm am Symposium Sculpturama in Corrèze teil.

 

Moritz Walser, Leiter der Studienwerkstatt für Erzguss, beschäftigt sich schon lange mit einer 6000 Jahre alten afrikanischen Gusstechnik. Er und Alassane Dermé arbeiten mit der gleichen Materie, kommen aber aus zwei unterschiedlichen 'Richtungen' zu ihren Ergebnissen: „Ich bin interessiert daran, wie man Metallgüsse ohne Werkstatt und mit einfachen Mitteln herstellen kann. Nun können Alassane und ich uns zwei Monate intensiv austauschen. Er hat bereits ein paar Stücke auf unsere Art zu gießen ausprobiert (mit Gips-Schamott-Formen) und ich lerne von ihm, wie man große Lehmformen baut und Tiegel selbst herstellt. Ich beobachte seine Arbeitsmethoden und -prozesse, z.B. wie er mit Wachs modelliert. Und während des normalen Betriebs in der Werkstatt mit den Studierenden kommen wir immer wieder über technische Details ins Gespräch und lernen unterschiedliche Problemlösungen. So kommen wir beide auf neue Ideen und es kommt zu einem 'Thinking out of the Box'.“

 

Die Studienwerkstätten sind ein wichtiger Teil der künstlerischen Lehre an der Münchner Kunstakademie, die sich auf die Förderung der individuellen künstlerischen Persönlichkeit der Studierenden fokussiert. Sie erweitern in spezifischen Fragestellungen und Techniken die Lehre in den Klassen.

 

An der Akademie gibt es 22 Studienwerkstätten, die allen Studierenden offenstehen. In den Studienwerkstätten können Studierende experimentelle, traditionelle und künstlerische Verfahren anhand ihrer Projekte erproben, anwenden und weiterentwickeln. Sie werden dabei individuell betreut entlang der von ihnen selbst zu entwickelnden Arbeitsvorhaben. Es werden bei Bedarf handwerkliche Grundlagen vermittelt ebenso wie die Grundlagen traditioneller künstlerisch-technischer Verfahren. Darüber hinaus verstehen sich die Studienwerkstätten als Labore, in denen hybride und neueste Verfahren anhand der Projekte der Studierenden getestet und umgesetzt werden. 

 

Um die Lehre stets auf höchstem Niveau zu ermöglichen, gehört eine wissenschaftlich fundierte und praktisch erprobte systematische Förderung und Weiterentwicklung der Kompetenzen aller Beschäftigten zu den wesentlichen Aufgaben einer Hochschule. Neben der individuellen beruflichen Entwicklung der Mitarbeitenden trägt sie maßgeblich zur Erreichung und Sicherung strategischer Ziele der Hochschule bei.

 

Mit einem Artist-in-Residence-Programm für die Studienwerkstätten wurde ein innovatives Instrument der Personalentwicklung geschaffen, dass das besondere Profil einer Kunstakademie und ihre spezifischen Herausforderungen berücksichtigt.

Der anspruchsvolle Lehr- und Forschungsauftrag der Studienwerkstätten wird durch die Einladung wechselnder hervorragender Künstlerinnen (m/w/d) bzw. fachspezifischer Expertinnen (m/w/d) ausgebaut und internationalisiert.

 

Zusätzlich profitieren über Workshops auch die Studierenden direkt vom Wissen der Gäste.

 

Die ersten „Artists in Residence“ waren im Sommersemester 2024 Thomas Wolf in der „3D-Werkstatt“ und Nicole Beck in der „Studienwerkstatt für Schmuck und Gerät“. Im Wintersemester 2024/25 arbeitete Katrin König in der „Studienwerkstatt für Keramik“. Im Sommersemester 2025 folgten Verena Graf in der „Studienwerkstatt für Maltechnik“, Stephanie Schwartz in der „Studienwerkstatt für Hochdruck und Typographie“, Kirsten Zeitz in der „Studienwerkstatt für Glasmalerei, Licht und Mosaik“ sowie Anna Mooren und Karen Modrei in der Textilwerkstatt. Aktuell ist zudem Milena Naef in der „Studienwerkstatt für Steinbildhauerei“ zu Gast.