Karen Modrei, Foto links (c) Michael Schröder; Foto rechts (c) Karen Modrei

 

Karen Modrei ist im Rahmen des Artist in Residence-Programms in den Studienwerkstätten an der Münchner Kunstakademie zu Gast.

 

Sie wurde von Birgit Wagner, der Leiterin der „Studienwerkstatt für Textil“, eingeladen.

 

Nach Anna Mooren (WS 2025/26) hat Birgit Wagner, Leiterin der Textilwerkstatt der Akademie der Bildenden Künste München, Karen Modrei für eine Residency eingeladen. Damit liegt der Schwerpunkt des technisch-künstlerischen Inputs nach der Technik der Schaftweberei nun auf dem Stricken.

 

Karen Modrei lebt und arbeitet als Textilkünstlerin in München. Im Anschluss an ihre Ausbildung zur Maßschneiderin absolvierte sie einen Bachelor in Architektur an der Bauhaus-Universität Weimar und einen Master in Textilkunst an der Konstfack in Stockholm.

In ihrer interdisziplinären Praxis setzt sie sich spielerisch, aber vor allem widerständisch, mit patriarchalen Wertesystemen, geschlechterspezifischen Hierarchien und noch nicht überwundenen Machtstrukturen auseinander. Ausgehend von textilhandwerklichen Prozessen und deren kulturgeschichtliche Einordnung entwickelt sie Objekte, Installationen und Performances. Sie arbeitet an und mit der Haushaltsstrickmaschine und erweitert traditionelle Techniken um Maschinenmanipulation, um eine Neuerzählung und Einordnung des Prozesses und seiner Beteiligten anzustoßen.

 

In der Textilwerkstatt wird sich Karen Modrei vor allem den Strickmaschinen widmen. Neben einem umfangreichen Workshopangebot wird sie die vorhandenen Maschinen um computergesteuerte Hardwaremodule erweitern. Die Kurse umfassen neben sehr individuellen Einführungen in kleinsten Gruppen auch traditionelle sowie experimentelle Techniken des Maschinenstrickens. Dazu gehört das Erzeugen von Strukturen und Oberflächen, das 3D-Knitting und das Umsetzen von Bilddateien in der Doppelbett-Jacquardtechnik.

 

Die Studienwerkstätten sind ein wichtiger Teil der künstlerischen Lehre an der Münchner Kunstakademie, die sich auf die Förderung der individuellen künstlerischen Persönlichkeit der Studierenden fokussiert. Sie erweitern in spezifischen Fragestellungen und Techniken die Lehre in den Klassen.

 

An der Akademie gibt es 22 Studienwerkstätten, die allen Studierenden offenstehen. In den Studienwerkstätten können Studierende experimentelle, traditionelle und künstlerische Verfahren anhand ihrer Projekte erproben, anwenden und weiterentwickeln. Sie werden dabei individuell betreut entlang der von ihnen selbst zu entwickelnden Arbeitsvorhaben. Es werden bei Bedarf handwerkliche Grundlagen vermittelt ebenso wie die Grundlagen traditioneller künstlerisch-technischer Verfahren. Darüber hinaus verstehen sich die Studienwerkstätten als Labore, in denen hybride und neueste Verfahren anhand der Projekte der Studierenden getestet und umgesetzt werden. 

 

Um die Lehre stets auf höchstem Niveau zu ermöglichen, gehört eine wissenschaftlich fundierte und praktisch erprobte systematische Förderung und Weiterentwicklung der Kompetenzen aller Beschäftigten zu den wesentlichen Aufgaben einer Hochschule. Neben der individuellen beruflichen Entwicklung der Mitarbeitenden trägt sie maßgeblich zur Erreichung und Sicherung strategischer Ziele der Hochschule bei.

 

Mit einem Artist-in-Residence-Programm für die Studienwerkstätten wurde ein innovatives Instrument der Personalentwicklung geschaffen, dass das besondere Profil einer Kunstakademie und ihre spezifischen Herausforderungen berücksichtigt.

Der anspruchsvolle Lehr- und Forschungsauftrag der Studienwerkstätten wird durch die Einladung wechselnder hervorragender Künstlerinnen (m/w/d) bzw. fachspezifischer Expertinnen (m/w/d) ausgebaut und internationalisiert.

 

Zusätzlich profitieren über Workshops auch die Studierenden direkt vom Wissen der Gäste.

 

Die ersten „Artists in Residence“ waren im Sommersemester 2024 Thomas Wolf in der „3D-Werkstatt“ und Nicole Beck in der „Studienwerkstatt für Schmuck und Gerät“. Im Wintersemester 2024/25 arbeitete Katrin König in der „Studienwerkstatt für Keramik“. Im Sommersemester 2025 folgten Verena Graf in der „Studienwerkstatt für Maltechnik“ und Stephanie Schwartz in der „Studienwerkstatt für Hochdruck und Typographie“. Zuletzt arbeiteten Kirsten Zeitz in der „Studienwerkstatt für Glasmalerei, Licht und Mosaik“ sowie Anna Mooren in der Textilwerkstatt.