Stefanie Everaert und Caroline Lateur als Professorinnen im Studiengang Innenarchitektur an die Akademie der Bildenden Künste München berufen.
Zum Sommersemester 2026 haben Prof. Stefanie Everaert und Prof. Caroline Lateur den Lehrstuhl „Entwurf und Gestaltung“ an der Münchner Kunstakademie übernommen.
Stefanie Everaert und Caroline Lateur arbeiten als Innenarchitektinnen sowohl an privaten als auch an öffentlichen Projekten, in Belgien und international. 2005 haben sie das Studio „doorzon interieur architecten“ in Gent gegründet, das sich für die Rolle von Innenarchitektur in einem breiteren gesellschaftlichen Zusamenhang interessiert.
Sie nähern sich ihren Projekten aus verschiedenen Blickwinkeln und erarbeiten je nach Kontext räumliche, materielle, kulturelle und soziale Fragestellungen.
Die frühen Arbeiten von „doorzon“ konzentrierten sich vor allem auf private Aufträge, darunter Renovierungen, Neubauten und maßgefertigte Möbel. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich ihre Praxis auf öffentliche und internationale Projekte, Wettbewerbsbeiträge, Szenografie und Ausstellungen erweitert.
Dabei spielt Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. So nahmen sie 2016 beispielsweise an der Biennale von Venedig mit den Architekten ”de vylder vinck taillieu” und dem Fotografen und Künstler Filip Dujardin teil.
2020 gründete ”doorzon” außerdem mit dem Architekten Theo De Meyer ”Stand Van Zaken”, eine Plattform, die kollaborative Projekte über verschiedene Disziplinen hinweg initiiert und unterstützt. Beispiele sind die Belgian Art & Design Fair (BADF) im Jahr 2022, die Hauptbühne des Horst Arts & Music Festival im Jahr 2023 und zuletzt „Pro(pa)Ganda“. Diese Projekte untersuchen nachhaltige und zirkuläre Ansätze, mit einem starken Fokus auf Handwerk, Materialintelligenz und kollektiver Produktion.
Die Entwicklung von „doorzon interieur architecten“ spiegelt eine bewusste Erweiterung des Feldes der Innenarchitektur in einer sozial engagierten, multidisziplinären und internationalen Landschaft wider. Ihre Fähigkeit, in unterschiedlichen Kontexten und Maßstäben zu arbeiten und sich gleichzeitig mit gesellschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen, bildet eine zentrale Stärke ihrer Arbeit.
Mit den Studierenden werden Stefanie Everaert und Caroline Lateur zu dem übergeordneten Thema „Reflections on Life“ verschiedene Aspekte des Lebens, Wohnens und Bewohnens erforschen. Jedes Semester steht ein anderer Raum als ein Fragment des Wohnens im Fokus. Die Studierenden sind eingeladen, eine eigene forschende, gestalterische Sprache im Umgang mit unterschiedlichen Themen zu entwickeln, die die Notwendigkeit betonen, in einer zunehmend komplexen Welt das Unmittelbare um uns herum nicht zu übersehen.
Dabei wird auch die Stadt München zum Untersuchungsfeld und Terrain von Interventionen. Es soll eine Kartografie existierender Orte sowie einer neuen, imaginären Stadt entstehen, gesehen aus der Perspektive von Studierenden der Innenarchitektur an der AdBK München.
Stefanie Everaert und Caroline Lateur studierten Innenarchitektur an der „Academie voor Schone Kunsten Gent“ bzw. an der „Sint-Lucas Hogeschool voor Wetenschap en Kunst Gent“. Nach ihrem Abschluss arbeiteten beide fast fünf Jahre im Studio von Maarten Van Severen.
Von 2016-2026 unterrichteten sie an der Fakultät für Architektur der KU Leuven, Campus Sint-Lucaswaren und 2022/23 als Gastdozentinnen an der EPFL, École polytechnique fédérale de Lausanne. Everaert und Lateur halten zudem regelmäßig Vorträge in Belgien und darüber hinaus.
Ihre erste Monografie „Vlees & Beton“ erschien 2013.
Prof. Stefanie Everaert und Prof. Caroline Lateur übernehmen den Lehrstuhl für „Entwurf und Gestaltung“ im Studiengang Innenarchitektur an der Akademie der Bildenden Künste München in der Nachfolge von Prof. Carmen und Prof. Urs Greutmann.