Artist Statement
Der Raum zwischen Sprache und dem Sein, wo sie nicht miteinander verbunden sind, sondern schweben. Dieser Raum ist leer, aber gleichzeitig mit etwas wie einer klebrigen Flüssigkeit gefüllt, sodass es schwer ist, sich dem Sein zu nähern.
Dort bewegt sich der Körper nicht nach Belieben, so wie im Traum, wenn man wütend zuschlagen will, aber keine Kraft hineinlegen kann.
Und wie ein Albtraum, der mit phantastischen Hoffnungen beginnt und damit endet, unerträglichem Schrecken zu begegnen, offenbaren sich auch dort unzensierte Angst, Begierde und ursprüngliche Wahrheiten wie der Tod.
Ich versuche, die Ereignisse, die in diesem leeren Raum, dem Heiligtum, existieren, in die materialisierte Welt herauszuziehen. Dort existieren diese Ereignisse als aufgezeichnete Erinnerungen der Menschen, wie historische Dokumentarfotos oder Schnappschüsse. Sie sind das Rohmaterial, das die Träume antreibt, die im Heiligtum entstehen. Doch dort werden die Zusammenhänge zwischen den Ereignissen abgebrochen und das symbolische Sprachsystem, das in der Realität funktioniert, bricht zusammen.
Eines Tages wachte ich dort auf einem 5000-Tonnen-Zerstörer auf, traf meine verstorbene Großmutter, unterhielt mich mit jemandem, der zugleich ein Schwarzer und eine Rakete war, und kletterte den engen Brückenmast hinauf, um in Litauen anzukommen.
Aber ist das wahr oder falsch? Die Antwort auf diese Frage habe ich schon vor langer Zeit aufgegeben. Nein, vielleicht ist es sogar näher an der Wahrheit. Denn ich kann mich der transzendenten Welt nähern, die vom Sprachsystem verdeckt war.
Das ist wohl keine Erfahrung, die nur ich mache. In Korea macht man sich Sorgen um das Wohlergehen von Familie oder engen Bekannten, wenn man träumt, dass einem die Zähne ausfallen. In diesem Fall deutet der Schmerz im Traum auf den Schmerz anderer in der Realität außerhalb des Traums hin. Umgekehrt erlebt man im Traum den Schmerz von jemandem unmittelbar als den eigenen Schmerz. Wir träumen vielleicht nicht zur Erholung für das tägliche Leben, sondern sind nur kurz wach, um in der Welt der Träume zu leben. Vielleicht fliehen wir vorübergehend in eine bequeme und abgestumpfte Virtualität (Realität) und ruhen uns aus, um die schmerzhafte Wahrheit zu ertragen.
So kehre ich an diesen Ort namens Heiligtum zurück.
Donghwan Kim