Klasse Prof. Armin Linke  |  Raum Altbau | A.O1.20

 

banding

 

Gezeigt werden eine Auswahl von fünf Arbeiten aus einer Serie von insgesamt 14 Drucken. Ausgangspunkt ist eine Untersuchung zur Wechselwirkung von Schärfe und Unschärfe und deren Rolle im Sehen. Gedruckt in den Primärfarben Cyan, Magenta und Gelb entsteht eine Farbwirkung, die sich erst durch den Versatz der Platten sowie die physische Einrichtung im Druckprozess konstituiert. Keine Farbe tritt dabei als dominantes Element in den Vordergrund. Durch bewusste Verschiebung entstehen kontrollierte Fehlstellen. Konturen fransen aus, Flächen geraten gegeneinander. Es entsteht ein Zustand, in dem Formen als Referenz erkennbar bleiben, während sie sich beim Versuch der Zuordnung aufzulösen scheinen.

 

In diesem Spannungsfeld von Nah- und Fernwirkung festigt sich aus der Distanz betrachtet die Form, während sie bei näherem Hinsehen in Linien, Körnung und minimale Abweichungen zerfällt. Trotz serieller Hängung definiert sich keine feste Leserichtung. Das Bildrauschen wird zum variablen Element und die Veränderung ist präsent, ohne einer linearen Entwicklung zu folgen. Der Titel banding bezieht sich auf den Begriff der Streifenbildung, ein Phänomen, das sanfte Übergänge in harte Segmente zerstückelt und häufig in Verbindung mit digitalen Displays auftritt. Diese Störung wird im Tiefdruckverfahren zum bildnerischen Prinzip erhoben, das Rauschen als Motiv begriffen und die Abweichung als Methode erkennbar. Zwischen Darstellung und Entzug entsteht ein Bild, das weniger etwas zeigt, als dass es sich selbst produziert.

 

Lion Klauser

banding

2026
Serie aus 14 Polychromen Tiefdrucken je 80 x 100 cm
Auswahl von 5 Arbeiten

 

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