Klasse Katrin Brack  |  Raum Altbau | A.O2.66  |  Website öffnen

Das Objekt „Mehrzeller“ ist eine kinetische Installation. Sie besteht aus fünf Wandobjekten

aus gewundenen Röhren, die über Rohrleitungen mit einem Belüftungssystem verbunden

sind. Die Zuleitungsrohre verästeln sich baumartig aufsteigend unter dem größten, mittleren

Wandobjekt. Sie führen den im Innern der Wandobjekte befestigten Säckchen Luft zu, das

Belüftungssystem reguliert bzw. stoppt die Luftzufuhr, wodurch sich die Säckchen

abwechselnd ausdehnen und zusammenziehen.

 

Die Wandobjekte sind symmetrisch um das größte, den Mittelpunkt bildende Objekt

gelagert. Sie sind starre, aber schützende Körper, das Skelett, für die lebendigen Organismen, die Säckchen. Durch die Belüftung werden diese zu atmenden, morphenden Gebilden,

gleichsam zu sich weitenden und zusammenziehenden Organen, und stehen in Gegensatz zu

den sie umgebenden, starren Gehäusen. Dennoch verleihen ihre Bewegungen auch diesem

Röhrensystem Leben, denn es wird zu einem System von „Luftröhren“, deren Starre und

Unbeweglichkeit sich mit der in ihnen zirkulierenden Luft zu etwas Lebendigem,

Lebenserhaltendem, Dynamischem verbindet.

 

So vereinen sich die starren und beweglichen Bestandteile des „Mehrzeller“ zu einem

organischen, morphenden Körper, zu einem lebendigen Ganzen, bei dem die beweglichen

und starren Teile einander bedingen und ergänzen.