Klasse Prof. Gregor Hildebrandt  |  Raum Altbau | A.O2.49  |  Website öffnen

 

In den Arbeiten erscheint das Pferd im Kontext des Springsports nicht als Darstellung einer konkreten Bewegung, sondern als Zeichen eines Systems. Der Reitsport fungiert dabei als Referenzraum für Disziplin, Kontrolle, Wiederholung und Konzentration.

Die Formen lösen sich von einer anatomischen Lesbarkeit. Konturen, Linien und Flächen verweisen auf den Körper, ohne ihn festzuschreiben. Das Pferd wird nicht abgebildet, sondern angedeutet. Es erscheint als Präsenz, als energetische Verdichtung im Bildraum, die Spannung erzeugt, ohne sich in einer Handlung aufzulösen.

 

Elemente des Springsports treten als symbolische Strukturen auf. Sie markieren Ordnung, Rhythmus und räumliche Setzungen, ohne narrativ gelesen zu werden. Der Bildraum bleibt offen und fragmentarisch. Bewegung wird nicht gezeigt, sondern als Möglichkeit spürbar gehalten.

 

Die rohe Leinwand fungiert als aktiver Träger. Ihre sichtbare Struktur unterbricht geschlossene Formen und verstärkt das Moment der Unvollständigkeit. Material und Bild stehen in einem Verhältnis von Widerstand und Offenheit.

 

Die Arbeiten bewegen sich zwischen Kontrolle und Auflösung. Sie thematisieren weniger den Akt des Reitens als einen Zustand von Erwartung, Spannung und Konzentration.

 

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