Performances:
Donnerstag, 5.02. 19:30 Uhr
Freitag, 6.02. 18:00 Uhr
Samstag, 7.02. 18:00 Uhr
Sweat, Tears, Squats untersucht durch eine Video-Installation und eine Live-Performance die Darstellung von Körpern und Emotionen im Sport sowie deren mediale Inszenierung. Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, wie Körperbilder und Emotionen im sportlichen Kontext gezielt erzeugt, gesteuert und kollektiv wirksam gemacht werden.
Ausgangspunkt der Arbeit ist die Auseinandersetzung mit den Bildpolitiken des Sports, von historischen Kontinuitäten antiker Repräsentationskulturen über ihre ideologische Instrumentalisierung in der Moderne bis hin zu ihrer fortgesetzten Präsenz in gegenwärtigen medialen Zirkulationen.
Die Dreikanal-Videoinstallation greift diese Bildlogiken auf und übersetzt sie in eine räumliche Erfahrung. Studioaufnahmen der Performer:innen setzen durch tänzerisches Reenactment und Embodiment analytische, stellenweise auch humoristische Perspektiven auf ikonische Sportbilder und deren Inszenierung. Die Sequenzen werden synchron sowie gegeneinander verschoben gezeigt. Jubel, Erschöpfung und Triumph zirkulieren als kurze, intensive Bildfragmente, die Aufmerksamkeit binden. Die parallelen Projektionen erzeugen Gleichzeitigkeit, Wiederholung und Verschiebung und machen sichtbar, wie Affekte im Sport medial organisiert werden.
An diese visuelle und historische Traditionslinie knüpft die Live-Performance an. Drei Tänzer:innen – Eléonore Barbara Bovet, Ida Schönamsgruber und Leonie Stöckle – durchlaufen historisch männlich codierte sportliche Bewegungs- und Affektregime. In Wiederholung, Überzeichnung und gezielten Verschiebungen werden deren normierende Logiken sichtbar gemacht und destabilisiert. Bilder sportlicher Stärke kippen stellenweise ins Grotesk und dient dabei als subversive Strategie, die die Ernsthaftigkeit sportlicher Disziplinierung und Leistungsoptimierung unterläuft.