Klasse Karen Pontoppidan  |  Raum Altbau | A.EG.01, Alter Sitzungssaal  |  Website öffnen

In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit Objekten, die eigentlich eine klare Funktion haben:

Haken, Karabiner, Verbindungselemente.

Es sind Gegenstände, die versprechen zu halten, zu tragen, zu sichern. Sie stammen aus industriellen, funktionalen Zusammenhängen und sind stark normiert.

Mich interessiert, was passiert, wenn man diese Funktionsversprechen verschiebt – nicht durch Zerstörung, sondern durch minimale Eingriffe in Material, Maßstab oder Körperlichkeit. Ich verstehe Schmuck als die Transformation existierender Formen in körperbezogene Objekte. Viele meiner Arbeiten beginnen nicht mit einer klassischen Schmuckform, sondern mit einem bereits bekannten Gegenstand. Durch Material, Maßstab oder Kontext wird dieser Gegenstand neu lesbar: als etwas, das dem Körper nahekommt, ihn berührt oder auf ihn verweist. Schmuck ist für mich daher kein abgeschlossenes Genre, sondern ein Zustand. Ein Objekt wird dann zu Schmuck, wenn es in Beziehung zum Körper tritt – physisch oder emotional. Ein zentrales Thema meiner Arbeit ist das Dysfunktional Machen von Funktion. Die Objekte sehen oft so aus, als könnten sie etwas leisten – tragen, halten, verbinden. Tatsächlich sind sie dazu aber nicht oder nur eingeschränkt fähig.

Diese Dysfunktion ist bewusst gewählt.

Sie interessiert mich, weil sie das Vertrauen in Dinge sichtbar macht:

Wir glauben Formen. Wir glauben Materialien. Wir glauben Normen.

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